„Aber ich bin doch kein …“ – „Doch, bist Du!“

Der Mensch ist ja mitunter ein komisch‘ Wesen. Zum Beispiel immer dann, wenn die eigene Sicht auf Dinge von der allgemeinen Sicht auf Dinge gewaltig abweicht. Oder sich der Mensch so ganz anders sieht (oder sagen wir mal „sehen will“), als er gemeinhin gesehen wird.

Manche Menschen sind dann in ihrer eigenen Welt — oder moderner formuliert „Wahrnehmungsblase“ — gefangen, dass längst den Bezug zur Realität verloren haben. Das mag jetzt erstmal etwas abstrakt klingen, aber sehen wir ein paar Beispiele an, in denen sich Menschen selbst so ganz anders sehen wollen als sie eigentlich sind.

Ein Mann, Anfang 30, verheiratet, seine Ehefrau ist mit dem zweiten Kind schwanger, geht fremd. Das mag man moralisch bewerten wie man will, darum geht es mir hier nicht. Die außereheliche Affäre bleibt nicht ohne Folgen und er zeugt ein außereheliches Kind. Der junge Mann steht im Lichte der Öffentlichkeit, die davon sofort Wind bekommt. Unschöne Bilder von einer „Besenkammer“ gehen durch die Medien. Nun könnte man zu seinen Taten stehen, den Fehler, so man dieses Verhalten denn als solches ansieht, zugeben. Sich dann aber als „Opfer“ zu sehen und von „Samenraub“ zu sprechen, zeigt, dass sich da jemand lieber als Opfer denn als Fremdgeher oder „Täter“ sehen möchte.

Ein anderer Mann, Anfang 50, sieht sich als ein Diener, der Gott und den Menschen dient. Es gehört zu diesem Berufsbild, keine wesentlichen eigenen Reichtümer anzuhäufen. Wozu auch, der Dienstherr kümmert sich ja um die Seinen. Nun, das hat dem Mann nicht ganz ausgereicht. Als es um den Bau seines Dienstsitzes ging, hat er wohl jeden Bodenhalt verloren. Hier noch ein Extrawunsch, da noch eine Änderung. Und jeder, der sich mit dem Thema auskennt, kann sich vorstellen, wie teuer es wird, wenn das Dach nochmal abgenommen werden muss, weil ein Kreuz eingebaut werden soll. So kam es, dass die Kosten für diesen Prunk- und Protzbau so extrem aus dem Ruder liefen, dass man eine Menge tun musste, um die Angelegenheit zu verschleiern. Das gelang nicht. Normalerweise jagt man den Verantwortlichen dann zum Teufel, aber bei seinem Arbeitgeber ist das etwas spezieller…

Eine Frau, damals Ende 20, lebt in der Öffentlichkeit und kann eigentlich auch nicht genug Öffentlichkeit bekommen. Gut, das muss jeder Mensch für sich entscheiden. Die junge Frau hatte dann mit zwei Männern Sex. Auch dass muss jeder Mensch für sich entscheiden. Die Männer machen Videoaufnahmen davon. Das hat der Frau nicht gefallen. Kann ich gut verstehen, ich möchte auch nicht bei allen Dingen meines Lebens aufgenommen werden. Die Aufnahmen landeten dann im Internet. Das hat die junge Frau dann angezeigt. Ihr damaliger Anwalt schreibt in die Anzeige, dass der Sex an sich einvernehmlich war, nur eben die Veröffentlichung nicht.

Viel später fällt der jungen Frau ein, dass es eine Vergewaltigung gewesen sein müsse, dass man sie unter K.O.-Tropfen gesetzt haben müsse und und und. Die Justiz prüft, sieht sich das gesamte beschlagnahmte Videomaterial an und kommt zu einem anderen Schluss. Die junge Frau kassiert einen Strafbefehl. Den will sie nicht akzeptieren und geht vor Gericht. Das ist ihr gutes Recht. Allerdings veranstaltet sie daraus ein riesiges Event. Keine Kamera, vor der sie nicht posiert, während sie den Gerichtssaal betritt. Vor der Tür skandiert ein Mob aus selbsternannten Unterstützerinnen und versucht, die Urteilsfindung lautstark zu beeinflussen. Inzwischen ist die junge Frau verurteilt, das Urteil ist Stand heute noch nicht rechtskräftig.

Eine unabhängige Justiz ist eine der besten Errungenschaften unserer Demokratie. Urteile sollten nicht auf der Straße abgestimmt werden. Zu leicht geraten Massen in Hysterie, steigern sich in Dinge herein und fordern dann Urteile, die sie am liebsten selbst verstrecken, den Strick in der Hand. Aber glücklicherweise sind die Zeiten einer Lynchjustiz vorbei.

Auch dass sich eine Ministerin zu einem laufenden Verfahren äußert, finde ich bedenklich. Eigentlich kann es da nur einen Kommentar geben:

„Zu laufenden Verfahren möchte, sollte und werde ich mich nicht äußern, um JEDEN Eindruck zu vermeiden, in die Unabhängigkeit des Justiz einzugreifen.“

Nun steht die Ministerin auf der Seite der jungen Frau, die vielleicht in Kürze rechtskräftig wegen falscher Anschuldigung verurteil wurde. Peinlich, so etwas!

Eine Journalistin, Anfang 70, die schon im Kachelmann-Prozess äußerst einseitig berichtet hatte, befürchtet nun, das Urteil sei ein Schwarzer Tag für alle Frauen. Bei Alice im Wunderland muss man nur dem weißen Kaninchen folgen, vor Gericht sollte man sich mehr Zeit nehmen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Und ich finde es auch gut, dass sich das Gericht nicht von der Berichterstattung so mancher Medien beeinflussen ließ.

Manchmal höre ich Dialoge, die so wie diese sein könnten…

„Aber ich bin doch kein Fremdgeher, ich wurde Opfer von Samenraub…“
„Doch, bist Du. Und Du warst der Täter dabei!“

 

„Aber ich bin doch kein Protzbischoff…“
Doch, bist Du! Deine Hütte wurde von unseren Kirchensteuern bezahlt…“

 

„Aber ich bin doch keine Schlampe, ich bin ein Opfer…“
„Doch, bist Du und Deine Show ist erbärmlich… und auch noch erbärmlich schlecht…“

Und als Freund von Verschwörungstheorien hörte ich, wie es mit der jungen Frau weitergehen könnte:

Als Profi-Aufmerksamkeits-Erreger wird die Frau erstmal alle Talkshows abklappern. Natürlich gegen entsprechende Honorare.

Vielleicht geht es in die nächste juristische Runde, aber irgendwann steht ein Urteil. Und vermutlich wird es nicht wesentlich anders aussehen als das jetzige.

Dann geht es medienwirksam in den Knast, weil die Geldstrafe natürlich NICHT gezahlt wird. Und ebenso medienwirksam wird die junge Frau den Knast wieder verlassen.

Dann wieder Talkshows, wieder gegen entsprechende Honorare.

Dann ein Buch über ihr Leben im Knast.

Dann Promi-Big-Brother oder Dschungel-Camp. Oder beides.

Aber irgendwann ist die Aufmerksamkeit verbraucht.

Dann erzählt sie uns vielleicht, sie wäre von Außerirdischen entführt worden. Ich bin sicher, ihr und ihrem Management werden schon Dinge einfallen…

Doping…

Immer, wenn sportliche Großereignisse vor der Tür stehen, kommen Diskussionen um das Thema Doping auf. Man kann sich darauf verlassen wie auf das Amen in der Kirche. Solche Diskussionen sind auch nicht ganz grundlos, wenn Menschen laufen, schwimmen oder fahren mit dem Rad immer schneller. Ob das nur an besseren Schuhen, Schwimmbekleidung oder Fahrrädern liegt, darf bezweifelt werden. Auch dass sich Sportwissenschaften und Trainingsmethoden so verbessern, dass die Rekorde von heute teilweise deutlich unter denen von früher lagen, erscheint vielen Menschen unerklärlich…

Es sei denn, man bezieht die Wirkung von — nennen wir sie man höflich — unterstützenden Maßnahmen mit ein. Die Ernährung ist heute bestimmt viel besser, aber eben auch andere Maßnahmen. Und immer wieder werden Menschen der Benutzung unerlaubter Hilfsmittel überführt. Das Märchen vom sauberen Spitzensport ist in erster Linie ein Märchen. Zu groß sind die Verlockungen, sich der Hilfe der modernen Wissenschaften auch dort zu bedienen, wo es unethisch oder ganz klar verboten ist.

Dumm ist es nur, wenn man dabei erwischt wird. Dann ist die Teilnahme an den nächsten sportlichen Großereignissen gestrichen. Nun sollen ja nationale Anti-Doping-Agenturen ihre Sportler überwachen und so eine Sauberkeit garantieren. Doch manchmal sind eben auch die (staatlichen) Agenturen eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Gerne wird dann der Vorwurf des Staats-Dopings erhoben. Natürlich wehren sich die betroffenen Staaten gegen derlei Vorwürfe, was auch sonst.

Da finde ich den Umgang anderer Staaten viel besser, dort gibt man offen zu, dass die eigenen Soldaten gedopt sind und dank leckerer Schokolade nicht nur zu sportlichen Höchstleistungen gebracht werden, doch seht selbst:

Bringt nicht nur Soldaten zu Höchstleistungen

Bringt nicht nur Soldaten zu Höchstleistungen

Spaß bei der Zulassungsstelle

Dass man mit Kfz-Kennzeichen viel Spaß haben kann, hatte ich schon hier und hier und hier und hier geschrieben.

Ich glaube, auch die Leute von der Zulassungsstelle hatten bei diesem Kennzeichen ein Lächeln im Gesicht:

Das Kennzeichen ist Programm

Das Kennzeichen ist Programm

Die Sache hat einen (Klammer)haken…

Vor vielen vielen Jahren, es war knapp nach der Jahrtausendwende, kam ich als Admin in eine Firma und sollte die dortige IT übernehmen. Ein externer Dienstleister und mein Vorgänger hatten ein damals neues System auf Basis von Windows 2000 Server und entsprechenden Clients aufgesetzt. Das meiste funktionierte auch, einige Probleme konnte ich schnell beheben, manche haben etwas gebraucht, eines war jedoch sehr hartnäckig:

Der Server hatte auch einen Fax-Connector und man konnte Office-Dokumente auch faxen statt sie nur zu drucken. Dummerweise löste dieser Connector kein ausgehendes Fax aus. Eingehende Faxe funktionierten tadellos, auch die Test-Faxe, die die ISDN-Karte als Selbsttest senden konnte, kamen sauber an. Ich hatte schon einiges an Zeit in die Analyse der möglichen Ursache gesteckt, aber da diese Lösung eigentlich kaum gebraucht wurde, ich auch noch reichlich andere Dinge zu tun hatte, hatte das bei mir keine Priorität.

Irgendwann beschloss jemand, dass diese Lösung nun funktionieren müssen und ich kümmerte mich darum. Recherche im Ereignisprotokoll brachte mich nicht weiter, die Fehlermeldungen sagten nur, dass es einen Timeout gäbe. Die Ursache des Timeouts war mir (zunächst) rätselhaft. Eher zufällig schaltete ich mich remote auf den Server auf und sah, was passierte, wenn ein Dokument zu einem Fax gemacht werden sollte:

Das Dokument wurde an den Server übermittelt, dann wurde zum Beispiel Word geöffnet, dass das Dokument dann auf den speziellen Drucker (eigentlich das Fax) ausdrucken sollte. Beim Öffnen des Dokumentes erschien Karl Klammer und bot aufdringlich seine Hilfe an. An die genaue Meldung erinnere ich mich nicht mehr, aber es wird etwas wie „Sie benutzen Word zum ersten Mal, möchten Sie, dass ich sie unterstütze?“ gewesen sein.

Da auf dem Server niemand diese Frage beantwortete, passierte eben nichts und irgendwann lief das Ganze in einen Timeout und es wurde eben kein Fax erstellt. Nachdem ich die Ursache erkannt hatte, startete ich auf dem Server Word, Karl Klammer bot wieder seine Hilfe an und ich schaltete ihn für immer aus. Schon klappte das auch mit dem Faxen.

Auch Spiegel Online berichtete neulich mal über Karl Klammer und fragte sich, was eigentlich aus ihm geworden sei…

Es ist nie passiert…

Vor vielen Jahren, ich wusste damals weniger über IT als heute, war ich als Student in den Semesterferien bei einer großen Firma zur Verstärkung der lokalen IT eingesetzt. Damals gab es (dort) kaum Drucker mit eingebautem LAN-Interface, es war noch die Zeit, in der man kleine Print-Server benutzte. Diese Dinger hatten drei Anschlüsse: Einen für ein Steckernetzteil, einen für LAN und einen Centronics für den Drucker.

Meine Aufgabe war es nun, eine große Kiste voller Print-Server zu nehmen, einen davon anzuschließen, mit einem speziellem Programm den Server anhand seiner (hinten aufgedruckten) MAC auszuwählen, die Firmware zu aktualisieren und dann einen Testausdruck der Konfiguration auf dem angeschlossen Laserdrucker durchzuführen, dazu gab es hinten am Print-Server einen kleinen Knopf, wenn man den drückte, dann wurde die aktuelle Konfiguration ausgedruckt. Der Zettel wurde dann an den Print-Server geklebt und das Spiel sollte sich wiederholen, bis ich alle Print-Server der Kiste abgearbeitet hab.

Soweit, so einfach. Print-Server um Print-Server bekamen die aktuelle Firmware, druckten ihre Konfiguration und alles war gut, bis…

Bei einem Print-Server passierten seltsame Dinge: Ich schloss ihn an, wählte ihn anhand der MAC-Adresse aus, aktualisierte seine Firmware, das Gerät startete neu und bevor ich den Knopf für den Ausdruck der Konfiguration drücken konnte, begann der Drucker mit einem Ausdruck. Ehe ich mich versah, war schon ein Dutzend Seiten ausgedruckt. Verdutzt nahm ich eine Seite davon und sah sie mir an, um zu begreifen, was da gerade passierte. Auf der Seite war ein deutliches Wasserzeichen „GEHEIM“ zu sehen.

Verschreckt schaltete ich sofort den Print-Server aus und lief mit dem Ausdruck zu meinem Chef. Er kam sofort mit, der Drucker hatte in der Zwischenzeit weitere Seiten ausgedruckt, es waren ja noch Daten im Pufferspeicher des Druckers. Er nahm den Papierstapel, sah sich den Text an, las die Fußzeile des Dokumentes und dort auch den Namen des Autors, es war die Sekretärin des Vorstands. Wir hatten also hier ganz heißes Material in den Händen.

Er sag mich ernst an und fragte, was und wieviel ich von dem Dokument mitbekommen hätte. Ich war viel zu aufgeregt, als ich die erste Seite mit dem Wasserzeichen „GEHEIM“ in den Händen hielt, war ich ja gleich zu ihm gelaufen (wirklich gelaufen). Nachdem das geklärt war, mussten wir eine Lösung für die Ausdrucke finden. Die konnten wir nicht einfach so in den Papierkorb werfen, die mussten wirklich endgültig und sicher vernichtet werden.

Er ging sich auf die Suche nach einem geeigneten Ort machen und kam wieder: „In Raum X bei Person Y steht auch ein Reißwolf, aber Y ist neugierig, so einfach da die Ausdrucke vernichten geht also nicht. Wir machen es so: Du geht da rein, drängst Y ein Gespräch auf, Du bist noch neu hier und hast bestimmt noch viele Fragen und dann verwickelst Du Y in ein Gespräch. Ich komme dann rein und nutze aus, dass Du Y ablenkst. Klar?“

Ich nickte und ging in Raum X. Person Y sah mich an, ich fing an, meine Fragen zu stellen, etwas umständlicher als nötig. Y und ich waren dann ins Gespräch, als mein Chef mit einem Stapel Ausdrucke reinkam, und zum Reißwolf ging, als wäre es die normalste Sache der Welt. Er steckte Seite um Seite in den Reißwolf, so schnell es ging, während ich Y weiter mit meinen Fragen löcherte.

Irgendwann wurde Y misstrauisch und fragte nach, was denn gerade vernichtet würde, aber da war mein Chef schon fast fertig und konnte die Frage mit einem „Nun nichts mehr, ich hör schon auf zu stören“ beantworten und verließ den Raum, so schnell wie es ging. Ich musste nicht so tun, als ob ich aus dem Konzept geraten wäre, ich war es tatsächlich. Ich stellte meine letzte Frage erneut und dann noch ein paar Fragen, bedankte mich für die Antworten und trabte dann wieder ab.

Wieder in unserem IT-Büro versuchten wir zu verstehen, was da passiert war und auch warum. Es ist uns nicht gelungen. Sicher ist nur, dass ein „falscher“ Printserver auf einmal die Daten bekommen hatte, die für einen ganz anderen Print-Server bestimmt waren.

Nach dem Aktualisieren der Firmware und dem Neustart des Print-Servers ist er in Werkseinstellung, hat also keine feste IP-Adresse sondern muss eine beim DHCP-Server beantragen. Der DHCP-Server kann nun einfach eine IP-Adresse aus seinem Vorrat vergeben und merkt sich dann, an welche MAC-Adresse er die vergeben hat. Oder aber der DHCP-Server hat eine Reservierungsliste, dann sieht er nach, welches Gerät mit der MAC-Adresse IMMER wieder eine bestimmte IP-Adresse bekommen soll. Da MAC-Adressen einmalig sind (oder zumindest sein sollten und auch fast immer sind), konnten wir ausschließen, dass unser Print-Server irrtümlich die IP-Adresse des anderen Print-Servers bekommen hatte. Das war es also nicht.

Jeder Print-Server hat auch einen bestimmten Namen, über den man ihn erreichen kann, so ein Name setzt sich dann aus einem festen Teil, zum Beispiel dem Herstellernamen, und einem gerätespezifischen Teil, also der MAC-Adresse (oder einem Teil davon) zusammen. Dass der unser Print-Server (zufällig) exakt den Namen des anderen Print-Servers bekommen hat, konnten wir auch ausschließen.

Jeder Netzwerker, dem ich diese Geschichte im Laufe der vielen Jahre, die die Geschichte nun her ist, erzählt habe, hatte keine Erklärung, was da passiert sein konnte.

Einig waren sich dann aber alle, dass die Lösung, die mein damaliger Chef vorschlug, immer noch die Beste war:

Wir sind uns doch einig: Es ist niemals passiert…

Sag zum Abschied leise „Senf“

Dass ich tolle Kollegen hatte, das wusste ich. Damit der Abschied nicht ganz so traurig wird, haben sie sich etwas einfallen lassen, das den Abschied etwas versüßen wird:

Eine kleine Anspielung, die aber sehr gelungen ist...

Eine kleine Anspielung, die aber sehr gelungen ist…

Ich war zwar nie mit dem Motorrad dort, aber das stört mich nicht.

Und weil die Kollegen zukünftig ohne mich zum „Onkel“ gehen müssen, gab es eine doppelte Erinnerung an die gemeinsamen Mittagessen:

Leckere Saucen von "Onkel Curry"

Leckere Saucen von „Onkel Curry“

Vielen Dank für alles!

Wichtiger Hinweis

Manchmal ist es Menschen wichtig, bestimmte Dinge klarzustellen. Ihre Haltung zu bestimmten Dingen oder zu bestimmten Fragen des Zeitgeschehens. So kam es, dass ich dann diesen Hinweis in der Heckscheibe eines Autos aus Großbritannien entdeckte:

Klare Botschaft!

Klare Botschaft!

Leckerer Kakao

Beim Schlendern durch den Konsumtempel der Gegend entdeckte ich auch diese äußerst leckere Kakao-Spezialität:

Äußerst lecker: Cacaolat

Äußerst lecker: Cacaolat

Den Rubikon überqueren

Erinnert Ihr Euch noch, damals als der Bundeswulff meinte, mit einer Sache sei der Rubikon überschritten?

Er hätte damals mal nicht so ein Fass aufmachen sollen, stattdessen lieber ein paar Dosen leckere Brause. Dann hätte er sich vielleicht nicht so zum Horst gemacht:

Besser Brause trinken als ein Fass aufmachen...

Besser Brause trinken als ein Fass aufmachen…

 

 

 

Was hilft bei hohen Temperaturen

Es ist mal wieder soweit, der Sommer hat Norddeutschland (für einige wenige Tage) im Griff. Und schon hört und liest man wieder viele (vermeintlich) kluge Ratschläge, was man gegen die Hitze tun könnte. Hier ein paar „kluge“ Ratschläge und was ich davon halte. (Hinweis, ich bin weder Arzt noch Physiologe, im Zweifel bitte den eigenen Verstand bemühen oder einen Arzt befragen.)

Heiße Getränke trinken.
Immer wieder hört man, gegen Hitze helfen angeblich HEISSE Getränke. Als (vermeintliche) Begründung gelten zwei Argumente:

1.) Araber trinken auch heißen Tee.
Na klar. Müsste ich meinen Flüssigkeitsbedarf auch mit Wasser aus zweifelhaften Quellen stillen, dann würde ich das Wasser auch abkochen. Und wenn das Wasser dann immer noch „komisch“ schmeckt, dann kommt stark aromatisierender Tee ins Wasser, damit man den Eigengeschmack nicht mehr so wahrnimmt. Wer Wasser in hygienisch guter Qualität zur Verfügung habt, muss nichts abkochen — und kann es auch kalt trinken.

2.) Kalter Wasser muss vom Körper erst erwärmt werden und dabei muss der Körper Energie (also Hitze) produzieren.
Dieses Argument stammt meistens von Menschen, die in der Schule in Physik lieber geschlafen haben. Holen wir dazu etwas aus: Ein Erwachsener hat zwischen 70 und 80ml Blut pro Kilogramm Körpermasse. Rechnen wir mal mit 100kg, also so zwischen 7 und 8 Litern Blut. Nun ist Blut DIE entscheidende Flüssigkeit im Körper, wenn es um Temperatur und deren Transport geht.

Wird der Körper in seinem Kern zu warm, dann transportiert das Blut Wärme an die Haut, wo durch Schwitzen (Verdunstungs-)Kälte erzeugt wird. Die Engerie, die es braucht, um einen Liter Wasser zu „verkochen“ wird dem Körper als Kälte entnommen. So weit, so einfach.

Was passiert nun, wenn ein Mensch seinem (erhitzen) Körper einen Liter (kaltes) Wasser zuführt? Das Wasser wird im Magen erwärmt und geht dann in den Stoffwechsel, also in das Blut über. Der Magen (genauer die Magenschleimhaut) ist relativ gut durchblutet, bei der Erwärmung des Wassers wird also das (zu warme) Blut abgekühlt. Muss der Körper dazu Energie aufwenden? Ja. Muss diese Energie extra erzeugt werden? Nein, denn sie ist in Form von (überschüssiger) Wärme ja bereits im Körper vorhanden und der Körper versucht, diese Wärme durch Schwitzen loszuwerden.

Dazu ein Rechenbeispiel:
Denken wir uns einen ausgewachsenen Mann von 100kg mit einen Blutvolumen von 8 Litern, nehmen wir eine (zu hohe) Körperkerntemperatur von 40°C an, das Blut ist dann also auch 40°C warm. Denken wir uns nun eine große Flasche eisekaltes Wasser, sagen wir 0,7 Liter bei 4°C. Und der Mensch ist in der Lage, die Flasche in einem Rutsch auszutrinken.

Wir haben also 8 Liter * 40°C + 0,7 Liter *4°C, das ergibt 322,8 Liter * °C

Diesen Wert teilen wir nun durch die neue Flüssigkeitsmenge von 8,7 Litern, dann kommen wir auf eine Temperatur von 37,1°C. Es ist also gelungen, die zu hohe Blut- und Körperkerntemperatur zu senken. Und genau das war das Ziel!

Und wieso schwitzt der Mensch, wenn er viel trinkt?
Weil er es kann. Jede Flüssigkeitszunahme ermöglicht es dem Körper, mehr Flüssigkeit in Form von Schweiß zur Körperkühlung zu verwenden, falls notwendig. Trinkt man also nur ein Glas kaltes Wasser, sinkt die Blut- und Körperkerntemperatur nicht soweit, dass der Körper nicht mehr (zur Kühlung) Schwitzen muss. Es gilt also: „Viel hilft viel!“

Was hilft noch gegen (zu) hohe Temperaturen?

Schwitzen, klar. Also dafür sorgen, dass der Körper genug Flüssigkeit und — ganz wichtig — Mineralien zum Schwitzen hat. Und auch bitte dafür sorgen, dass die Funktion des Schwitzens funktionieren kann. Also leichte und luftige Klamotten anziehen. Und sich auch gerne mal da aufhalten, wo ein (kühles) Lüftchen weht.

Den Körper von außen kühlen, zum Beispiel mit einer lauen Dusche oder einem feuchten Waschlappen oder Handtuch im Genick. Ratet mal, was ich gerade im Genick habe. Und was ich eben getrunken habe. Und warum mir gerade nicht mehr zu warm ist…

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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