Spaß bei der Zulassungsstelle

Dass man mit Kfz-Kennzeichen viel Spaß haben kann, hatte ich schon hier und hier und hier und hier geschrieben.

Ich glaube, auch die Leute von der Zulassungsstelle hatten bei diesem Kennzeichen ein Lächeln im Gesicht:

Das Kennzeichen ist Programm

Das Kennzeichen ist Programm

Die Sache hat einen (Klammer)haken…

Vor vielen vielen Jahren, es war knapp nach der Jahrtausendwende, kam ich als Admin in eine Firma und sollte die dortige IT übernehmen. Ein externer Dienstleister und mein Vorgänger hatten ein damals neues System auf Basis von Windows 2000 Server und entsprechenden Clients aufgesetzt. Das meiste funktionierte auch, einige Probleme konnte ich schnell beheben, manche haben etwas gebraucht, eines war jedoch sehr hartnäckig:

Der Server hatte auch einen Fax-Connector und man konnte Office-Dokumente auch faxen statt sie nur zu drucken. Dummerweise löste dieser Connector kein ausgehendes Fax aus. Eingehende Faxe funktionierten tadellos, auch die Test-Faxe, die die ISDN-Karte als Selbsttest senden konnte, kamen sauber an. Ich hatte schon einiges an Zeit in die Analyse der möglichen Ursache gesteckt, aber da diese Lösung eigentlich kaum gebraucht wurde, ich auch noch reichlich andere Dinge zu tun hatte, hatte das bei mir keine Priorität.

Irgendwann beschloss jemand, dass diese Lösung nun funktionieren müssen und ich kümmerte mich darum. Recherche im Ereignisprotokoll brachte mich nicht weiter, die Fehlermeldungen sagten nur, dass es einen Timeout gäbe. Die Ursache des Timeouts war mir (zunächst) rätselhaft. Eher zufällig schaltete ich mich remote auf den Server auf und sah, was passierte, wenn ein Dokument zu einem Fax gemacht werden sollte:

Das Dokument wurde an den Server übermittelt, dann wurde zum Beispiel Word geöffnet, dass das Dokument dann auf den speziellen Drucker (eigentlich das Fax) ausdrucken sollte. Beim Öffnen des Dokumentes erschien Karl Klammer und bot aufdringlich seine Hilfe an. An die genaue Meldung erinnere ich mich nicht mehr, aber es wird etwas wie „Sie benutzen Word zum ersten Mal, möchten Sie, dass ich sie unterstütze?“ gewesen sein.

Da auf dem Server niemand diese Frage beantwortete, passierte eben nichts und irgendwann lief das Ganze in einen Timeout und es wurde eben kein Fax erstellt. Nachdem ich die Ursache erkannt hatte, startete ich auf dem Server Word, Karl Klammer bot wieder seine Hilfe an und ich schaltete ihn für immer aus. Schon klappte das auch mit dem Faxen.

Auch Spiegel Online berichtete neulich mal über Karl Klammer und fragte sich, was eigentlich aus ihm geworden sei…

Es ist nie passiert…

Vor vielen Jahren, ich wusste damals weniger über IT als heute, war ich als Student in den Semesterferien bei einer großen Firma zur Verstärkung der lokalen IT eingesetzt. Damals gab es (dort) kaum Drucker mit eingebautem LAN-Interface, es war noch die Zeit, in der man kleine Print-Server benutzte. Diese Dinger hatten drei Anschlüsse: Einen für ein Steckernetzteil, einen für LAN und einen Centronics für den Drucker.

Meine Aufgabe war es nun, eine große Kiste voller Print-Server zu nehmen, einen davon anzuschließen, mit einem speziellem Programm den Server anhand seiner (hinten aufgedruckten) MAC auszuwählen, die Firmware zu aktualisieren und dann einen Testausdruck der Konfiguration auf dem angeschlossen Laserdrucker durchzuführen, dazu gab es hinten am Print-Server einen kleinen Knopf, wenn man den drückte, dann wurde die aktuelle Konfiguration ausgedruckt. Der Zettel wurde dann an den Print-Server geklebt und das Spiel sollte sich wiederholen, bis ich alle Print-Server der Kiste abgearbeitet hab.

Soweit, so einfach. Print-Server um Print-Server bekamen die aktuelle Firmware, druckten ihre Konfiguration und alles war gut, bis…

Bei einem Print-Server passierten seltsame Dinge: Ich schloss ihn an, wählte ihn anhand der MAC-Adresse aus, aktualisierte seine Firmware, das Gerät startete neu und bevor ich den Knopf für den Ausdruck der Konfiguration drücken konnte, begann der Drucker mit einem Ausdruck. Ehe ich mich versah, war schon ein Dutzend Seiten ausgedruckt. Verdutzt nahm ich eine Seite davon und sah sie mir an, um zu begreifen, was da gerade passierte. Auf der Seite war ein deutliches Wasserzeichen „GEHEIM“ zu sehen.

Verschreckt schaltete ich sofort den Print-Server aus und lief mit dem Ausdruck zu meinem Chef. Er kam sofort mit, der Drucker hatte in der Zwischenzeit weitere Seiten ausgedruckt, es waren ja noch Daten im Pufferspeicher des Druckers. Er nahm den Papierstapel, sah sich den Text an, las die Fußzeile des Dokumentes und dort auch den Namen des Autors, es war die Sekretärin des Vorstands. Wir hatten also hier ganz heißes Material in den Händen.

Er sag mich ernst an und fragte, was und wieviel ich von dem Dokument mitbekommen hätte. Ich war viel zu aufgeregt, als ich die erste Seite mit dem Wasserzeichen „GEHEIM“ in den Händen hielt, war ich ja gleich zu ihm gelaufen (wirklich gelaufen). Nachdem das geklärt war, mussten wir eine Lösung für die Ausdrucke finden. Die konnten wir nicht einfach so in den Papierkorb werfen, die mussten wirklich endgültig und sicher vernichtet werden.

Er ging sich auf die Suche nach einem geeigneten Ort machen und kam wieder: „In Raum X bei Person Y steht auch ein Reißwolf, aber Y ist neugierig, so einfach da die Ausdrucke vernichten geht also nicht. Wir machen es so: Du geht da rein, drängst Y ein Gespräch auf, Du bist noch neu hier und hast bestimmt noch viele Fragen und dann verwickelst Du Y in ein Gespräch. Ich komme dann rein und nutze aus, dass Du Y ablenkst. Klar?“

Ich nickte und ging in Raum X. Person Y sah mich an, ich fing an, meine Fragen zu stellen, etwas umständlicher als nötig. Y und ich waren dann ins Gespräch, als mein Chef mit einem Stapel Ausdrucke reinkam, und zum Reißwolf ging, als wäre es die normalste Sache der Welt. Er steckte Seite um Seite in den Reißwolf, so schnell es ging, während ich Y weiter mit meinen Fragen löcherte.

Irgendwann wurde Y misstrauisch und fragte nach, was denn gerade vernichtet würde, aber da war mein Chef schon fast fertig und konnte die Frage mit einem „Nun nichts mehr, ich hör schon auf zu stören“ beantworten und verließ den Raum, so schnell wie es ging. Ich musste nicht so tun, als ob ich aus dem Konzept geraten wäre, ich war es tatsächlich. Ich stellte meine letzte Frage erneut und dann noch ein paar Fragen, bedankte mich für die Antworten und trabte dann wieder ab.

Wieder in unserem IT-Büro versuchten wir zu verstehen, was da passiert war und auch warum. Es ist uns nicht gelungen. Sicher ist nur, dass ein „falscher“ Printserver auf einmal die Daten bekommen hatte, die für einen ganz anderen Print-Server bestimmt waren.

Nach dem Aktualisieren der Firmware und dem Neustart des Print-Servers ist er in Werkseinstellung, hat also keine feste IP-Adresse sondern muss eine beim DHCP-Server beantragen. Der DHCP-Server kann nun einfach eine IP-Adresse aus seinem Vorrat vergeben und merkt sich dann, an welche MAC-Adresse er die vergeben hat. Oder aber der DHCP-Server hat eine Reservierungsliste, dann sieht er nach, welches Gerät mit der MAC-Adresse IMMER wieder eine bestimmte IP-Adresse bekommen soll. Da MAC-Adressen einmalig sind (oder zumindest sein sollten und auch fast immer sind), konnten wir ausschließen, dass unser Print-Server irrtümlich die IP-Adresse des anderen Print-Servers bekommen hatte. Das war es also nicht.

Jeder Print-Server hat auch einen bestimmten Namen, über den man ihn erreichen kann, so ein Name setzt sich dann aus einem festen Teil, zum Beispiel dem Herstellernamen, und einem gerätespezifischen Teil, also der MAC-Adresse (oder einem Teil davon) zusammen. Dass der unser Print-Server (zufällig) exakt den Namen des anderen Print-Servers bekommen hat, konnten wir auch ausschließen.

Jeder Netzwerker, dem ich diese Geschichte im Laufe der vielen Jahre, die die Geschichte nun her ist, erzählt habe, hatte keine Erklärung, was da passiert sein konnte.

Einig waren sich dann aber alle, dass die Lösung, die mein damaliger Chef vorschlug, immer noch die Beste war:

Wir sind uns doch einig: Es ist niemals passiert…

Sag zum Abschied leise „Senf“

Dass ich tolle Kollegen hatte, das wusste ich. Damit der Abschied nicht ganz so traurig wird, haben sie sich etwas einfallen lassen, das den Abschied etwas versüßen wird:

Eine kleine Anspielung, die aber sehr gelungen ist...

Eine kleine Anspielung, die aber sehr gelungen ist…

Ich war zwar nie mit dem Motorrad dort, aber das stört mich nicht.

Und weil die Kollegen zukünftig ohne mich zum „Onkel“ gehen müssen, gab es eine doppelte Erinnerung an die gemeinsamen Mittagessen:

Leckere Saucen von "Onkel Curry"

Leckere Saucen von „Onkel Curry“

Vielen Dank für alles!

Wichtiger Hinweis

Manchmal ist es Menschen wichtig, bestimmte Dinge klarzustellen. Ihre Haltung zu bestimmten Dingen oder zu bestimmten Fragen des Zeitgeschehens. So kam es, dass ich dann diesen Hinweis in der Heckscheibe eines Autos aus Großbritannien entdeckte:

Klare Botschaft!

Klare Botschaft!

Leckerer Kakao

Beim Schlendern durch den Konsumtempel der Gegend entdeckte ich auch diese äußerst leckere Kakao-Spezialität:

Äußerst lecker: Cacaolat

Äußerst lecker: Cacaolat

Den Rubikon überqueren

Erinnert Ihr Euch noch, damals als der Bundeswulff meinte, mit einer Sache sei der Rubikon überschritten?

Er hätte damals mal nicht so ein Fass aufmachen sollen, stattdessen lieber ein paar Dosen leckere Brause. Dann hätte er sich vielleicht nicht so zum Horst gemacht:

Besser Brause trinken als ein Fass aufmachen...

Besser Brause trinken als ein Fass aufmachen…

 

 

 

Was hilft bei hohen Temperaturen

Es ist mal wieder soweit, der Sommer hat Norddeutschland (für einige wenige Tage) im Griff. Und schon hört und liest man wieder viele (vermeintlich) kluge Ratschläge, was man gegen die Hitze tun könnte. Hier ein paar „kluge“ Ratschläge und was ich davon halte. (Hinweis, ich bin weder Arzt noch Physiologe, im Zweifel bitte den eigenen Verstand bemühen oder einen Arzt befragen.)

Heiße Getränke trinken.
Immer wieder hört man, gegen Hitze helfen angeblich HEISSE Getränke. Als (vermeintliche) Begründung gelten zwei Argumente:

1.) Araber trinken auch heißen Tee.
Na klar. Müsste ich meinen Flüssigkeitsbedarf auch mit Wasser aus zweifelhaften Quellen stillen, dann würde ich das Wasser auch abkochen. Und wenn das Wasser dann immer noch „komisch“ schmeckt, dann kommt stark aromatisierender Tee ins Wasser, damit man den Eigengeschmack nicht mehr so wahrnimmt. Wer Wasser in hygienisch guter Qualität zur Verfügung habt, muss nichts abkochen — und kann es auch kalt trinken.

2.) Kalter Wasser muss vom Körper erst erwärmt werden und dabei muss der Körper Energie (also Hitze) produzieren.
Dieses Argument stammt meistens von Menschen, die in der Schule in Physik lieber geschlafen haben. Holen wir dazu etwas aus: Ein Erwachsener hat zwischen 70 und 80ml Blut pro Kilogramm Körpermasse. Rechnen wir mal mit 100kg, also so zwischen 7 und 8 Litern Blut. Nun ist Blut DIE entscheidende Flüssigkeit im Körper, wenn es um Temperatur und deren Transport geht.

Wird der Körper in seinem Kern zu warm, dann transportiert das Blut Wärme an die Haut, wo durch Schwitzen (Verdunstungs-)Kälte erzeugt wird. Die Engerie, die es braucht, um einen Liter Wasser zu „verkochen“ wird dem Körper als Kälte entnommen. So weit, so einfach.

Was passiert nun, wenn ein Mensch seinem (erhitzen) Körper einen Liter (kaltes) Wasser zuführt? Das Wasser wird im Magen erwärmt und geht dann in den Stoffwechsel, also in das Blut über. Der Magen (genauer die Magenschleimhaut) ist relativ gut durchblutet, bei der Erwärmung des Wassers wird also das (zu warme) Blut abgekühlt. Muss der Körper dazu Energie aufwenden? Ja. Muss diese Energie extra erzeugt werden? Nein, denn sie ist in Form von (überschüssiger) Wärme ja bereits im Körper vorhanden und der Körper versucht, diese Wärme durch Schwitzen loszuwerden.

Dazu ein Rechenbeispiel:
Denken wir uns einen ausgewachsenen Mann von 100kg mit einen Blutvolumen von 8 Litern, nehmen wir eine (zu hohe) Körperkerntemperatur von 40°C an, das Blut ist dann also auch 40°C warm. Denken wir uns nun eine große Flasche eisekaltes Wasser, sagen wir 0,7 Liter bei 4°C. Und der Mensch ist in der Lage, die Flasche in einem Rutsch auszutrinken.

Wir haben also 8 Liter * 40°C + 0,7 Liter *4°C, das ergibt 322,8 Liter * °C

Diesen Wert teilen wir nun durch die neue Flüssigkeitsmenge von 8,7 Litern, dann kommen wir auf eine Temperatur von 37,1°C. Es ist also gelungen, die zu hohe Blut- und Körperkerntemperatur zu senken. Und genau das war das Ziel!

Und wieso schwitzt der Mensch, wenn er viel trinkt?
Weil er es kann. Jede Flüssigkeitszunahme ermöglicht es dem Körper, mehr Flüssigkeit in Form von Schweiß zur Körperkühlung zu verwenden, falls notwendig. Trinkt man also nur ein Glas kaltes Wasser, sinkt die Blut- und Körperkerntemperatur nicht soweit, dass der Körper nicht mehr (zur Kühlung) Schwitzen muss. Es gilt also: „Viel hilft viel!“

Was hilft noch gegen (zu) hohe Temperaturen?

Schwitzen, klar. Also dafür sorgen, dass der Körper genug Flüssigkeit und — ganz wichtig — Mineralien zum Schwitzen hat. Und auch bitte dafür sorgen, dass die Funktion des Schwitzens funktionieren kann. Also leichte und luftige Klamotten anziehen. Und sich auch gerne mal da aufhalten, wo ein (kühles) Lüftchen weht.

Den Körper von außen kühlen, zum Beispiel mit einer lauen Dusche oder einem feuchten Waschlappen oder Handtuch im Genick. Ratet mal, was ich gerade im Genick habe. Und was ich eben getrunken habe. Und warum mir gerade nicht mehr zu warm ist…

„Sauberer“ Diesel

Noch immer bewegt das Thema Dieselmotor und die (fehlende) Sauberkeit seiner Abgase die Gemüter. Wenn Autos immer sicherer werden, dann werden sie entweder schwerer, brauchen also mehr Energie, oder aber man setzt statt Stahl andere Materialien ein. Diese sind dann vielleicht leichter als Stahl, bringen dann aber den Nachteil mit, (sehr) viel teurer zu sein. So einfach ist dieser Ausweg nun also auch nicht.

Beim Thema Dieselmotor und Dieselabgas fällt mir eine Geschichte ein, die ein (inzwischen lange verstorbener) Bekannter einst erlebte. Hier seine Geschichte, so gut ich mich noch an sie erinnere:

Ich war Anfang der 1970er Jahre beim Bund, hatte die Grundausbildung gerade hinter mir und war nun Fahrschüler. Die Fahrschulautos waren Lkw vom Typ MAN 630. Solide Technik, liefen nicht nur mit Diesel, wären zur Not auch mit Rasierwasser gelaufen, so erklärten uns die Ausbilder scherzhaft. Die „Emma“, so der Landser-Spitzname für den MAN, war laut, aus dem Auspuff kam eine dunkle Fahne, aber die „Emma“ ließ einen dafür nicht im Stich und verzieh uns Fahrschülern so manch unsanfte Behandlung.

Eines Sommertages waren wie wieder unterwegs, die Emma, ich und der Fahrlehrer. Er hatte seine Dienstzeit fast hinter sich, er würde noch mich und die anderen Fahrschüler durch die Prüfung bringen, dann die Entlassung und ein neues ziviles Leben — wahrscheinlich auch als Fahrlehrer. Wir mussten an einer Ampel halten. Nicht an einer irgendeiner Ampel. An der Ampel. Aus irgendwelchen Gründen hatte sie eine gefühlt unendlich lange Rotphase, die nicht nur die Geduld von uns Fahrschülern strapazierte.

Als erstes Auto stand ich mit der „Emma“ auf der rechten Spur. Kaum hatten wir angehalten, stand auf der rechten Spur ein kleiner weißer Sportflitzer, dazu noch ein Cabrio. Damals machte man noch nicht den Motor aus und wir angehenden Militärkraftfahrer sowieso nicht. War ja nicht unser Sprit. Wir ließen Emmas Diesel einfach im Leerlauf tuckern.

Der Typ im Sportflitzer spielte jedoch die ganze Zeit an seinem Gaspedal. Das nervte. Das nervte nicht nur mich, das nervte auch meinen Fahrlehrer. Plötzlich gab er mir die Anweisung, die Emma drei Meter vorzuziehen und dann scharf links zu lenken. Ich sah ihn fragend an, ob ich wirklich bei der roten Ampel über die Haltelinie fahren sollte…

„Befehl ist Befehl, also Ausführung!“ war seine Antwort. Ich löste die Bremse, zog die Emma vor und schlug das Lenkrad dann scharf links ein. Nun standen wir schräg vor dem Sportflitzer.

„Gang raus und Vollgas!“ rief er mir zu. Ich gab Vollgas. Die Emma röhrte, als wollte sie gleich zum Sprung ansetzen. Aus ihrem Auspuff kam schon eine deutlichere dunklere Abgasfahne.

„Gas weg und Motorbremse!“ brüllte er mir gegen Emmas Röhren zu. Ich ging vom Gas und drückte das Extrapedal, das eine Klappe im Abgasweg schloss, sofort fiel die Drehzahl rapide ab.

„Und Motorbremse weg und wieder Vollgas!“ befahl er. Nun konnte die Emma wieder ausatmen und nahm Gas an. Dabei schoss eine dicke rußige Wolke aus dem Auspuffrohr.

„Und wieder Vollgas und dann wieder Motorbremse, was der Typ kann, das können wir schon lange…“ rief er mir zu. Und ich gab wieder Gas. Und drückte wieder die Motorbremse. Und gab wieder Vollgas. Und jedes mal warf die Emma eine fiese dunkle Wolke raus.

Endlich wurde es grün. „Und nun mit Vollgas anfahren, zeig ihm mal, wie flott eine unbeladene Emma sein kann.“ Ich gab wieder Vollgas, ließ die Kupplung fast springen, die Emma machte nun den Sprung, auf den sie sich die knappe Minute vorbereitet hatte, ich konnte die gerade noch in der Spur halten und wir zischten los.

„Ich glaube, wir verdrücken uns besser da vorne, Abmarsch in das Wohngebiet mit den vielen kleinen Straßen, diesmal aber schön leise…“

Ich bog dann ab und die Emma schlich auf leisen Sohlen durch die Nebenstraßen.

Es war die lustigste Fahrstunde meines Lebens, die Prüfung wenige Tage später hatte ich ohne Fehler bestanden und zum Abschied gab mir mein Fahrlehrer noch ein paar Worte mit auf den Weg:

„Sei immer nett im Leben, besonders zu Deiner Emma…“

Der entscheidende Buchstabe

Man hört ja oft von Menschen, die nicht im Ruhe- sondern eher im Unruhestand sind und sich dann als „rüstigen Rentner“ bezeichnen. Ich glaube, wir alle kennen Menschen, die nun soviel um die Ohren haben, dass wir uns immer fragen, wie sie denn vorher jemals Zeit für einen Job gehabt haben.

Und dann gibt es manchmal auch den „rostigen Rentner“, der sich nicht entscheiden kann, an welche Kappe er sich im Supermarkt anstellen möchte und daher erstmal beide Schlangen aufhält. Nach dem Bezahlen wurde der Einkaufswagen dann zu einem Auto geschoben, das man durchaus als recht sportlich bezeichnen könnte.

Ich hoffe für den Menschen, dass er morgen wieder so flott unterwegs sein möge, wie es auch das Auto sein kann, denn wer will schon rostiger Rentner sein, wenn man auch rüstiger Rentner sein kann …

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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