Früher und heute …

Früher sei ja alles besser gewesen, so heißt es immer. Nun, ob das wirklich stimmt, darüber kann man vortrefflich streiten. Einigen wir uns auf ein „Früher war alles anders!“

Wer früher als Kind seinem Teddy eine gute Nacht wünschte, spricht heute beim Zubettgehen mit Siri, Alexa, Cortana oder Google. Nur hat der Teddy damals nicht geantwortet.

Wort des Tages

Unterhaltung mit einer jungen Dame über ihr Alter. Ich sollte raten oder schätzen. Nun, das war nicht so schwierig, ich wusste ihren Schulabschluss, wusste, wie lange sie gelernt hatte, all das gab einen recht genauen Anhaltspunkt.

Aber ich lag dann doch daneben. Sie hatte vor dem jetzigen Beruf noch eine andere Berufsausbildung angefangen, jedoch nicht beendet, weil sie gemerkt hatte, dass jener Beruf nichts für sie wäre.

Vom vielen Sitzen bekommste da doch nen Quadrat-Arsch…

war ihr Grund dann einen praktischen handwerklichen Beruf zu wählen. Und den macht sie gut und zu meiner Zufriedenheit. Und eine Inspiration für das Wort des Tages hat sie mir auch geliefert.

Es werde Licht!

Früher war die Welt recht einfach, wir hatten Glühlampe, die uns erleuchteten. Oder zumindest für Licht sorgten. Genaugenommen für Licht und Wärme, denn die klassische Glühlampe hatte einen relativ niedrigen Wirkungsgrad. Fast alles, was wir an Energie hineinsteckten, wurde zu Wärme, nur ungefähr 5% wurden zu Licht. Dafür waren Glühlampen technisch ausgereift, die Produktion war einfach, damit auch sehr günstig. Die Glühlampe kostete im Handel so um 1 Euro.

Irgendwann kamen Menschen auf die Idee, dass Glühlampen ja böse seien, da sie so ineffizient mit Energie umgehen. Das stimmt, Glühlampen sind ineffizient, aber wer Licht braucht, braucht oft auch Wärme, so dass die (unerwünschte) Abwärme oftmals als (gewünschte) Zusatzheizung diente. Im Sommer, wenn es (dank Sommerzeit) lange hell ist, habe ich wenig Licht an. Im Winter, die Uhr geht wieder richtig, ist es früh dunkel, ich brauche mehr Licht. Und auch Wärme. Trotzdem wurde beschlossen, Glühlampen zu verbieten, genauer, den Handel damit.

Und damit uns nicht völlig die Erleuchtung ausbleiben sollte, wurden uns Kompaktleuchtstofflampen als Ersatz verkauft. Sie waren teurer, sie waren größer, sie enthielten giftige Stoffe, die wir im Falle einer zerbrochenen Lampe nicht einatmen wollten. Wir konnten sie auch nicht einfach entsorgen, sie mussten gesondert entsorgt werden. Und angeblich hielten sie viel länger. Sie brauchten eine kleine Weile, bis sie ihre ansprangen und ihre volle Helligkeit erzeugten. Die klassische Glühlampe war sofort da.

Neulich ging eine solche Kompaktleuchtstofflampe kaputt. Die angebliche Lebensdauer von 5.000 Betriebsstunden hat sie nie im Leben erreicht. Also wollte ich eine neue kaufen. Im Baumarkt wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass es keine Kompaktleuchtstofflampen mehr gäbe, denn sie enthalten ja giftiges Quecksilber. Nun, das war nicht neu. Nun sind LED-Lampen der letzte Schrei und ich bediente mich dann daran. Der Wirkungsgrad soll noch höher sein, sie enthalten keine giftigen Stoffe und sind noch teurer.

Angeblich soll sich das ja über die vielen tausend Betriebsstunden amortisieren. Jedenfalls habe ich nun so eine Photonenschleuder in meiner Küche und staune, wie viel Licht ich für die paar Watt Strom bekomme. Und darüber, ob sich der Kauf jemals rechnen wird, will ich lieber nicht nachdenken.

Kunst, wo keine Kunst ist

Neulich verschlug es mich in ein dem Wind zugewandtes Einkaufszentrum in einem Lübecker Stadtteil. Dort gab es, wie auch oft in anderen Shopping-Centern vorhanden, einen großen Innenbereich, teilweise auch glasüberdacht. Durchaus das, was bei den antiken römischen Baumeistern als Atrium bezeichnet wurde. Dort gab es auch Toiletten. Klar, denn wo viele Menschen sind, wird es auch mal menschliche Bedürfnisse haben.

Soweit alles in Ordnung. Aber warum die Menschen, die die Kontrollzettel für die Toilettenreinigung dann „Herren-Toilette Artrium“ geschrieben haben, hat sich mir nicht erschlossen. Und

Schöner Scheißen mit Klo-Kunst

konnte man da auch nicht…

Nicht nörgeln!

Manchmal muss man es Menschen wieder in Erinnerung rufen, dass Nörgeln ganz schlecht ist.

Ganz klar, es gibt berechtigte Kritik. Diese sollte zeitnah und sachlich vorgebracht werden. Ich glaube, die Juristen sprechen dann davon , dass  der „Sachmangel unverzüglich anzuzeigen“ sei. Also ohne schuldhafte Verzögerung. In der letzten Zeit erlebe ich ein paar Situationen, in denen die Grenze von der (sachlichen) Kritik zur (nervenden) Nörgelei überschritten wurde.

Ein älterer Herr, in einer Naturwissenschaft promovierter Akademiker, hatte sich vor Jahren ein recht sportliches Auto gekauft, dann vor einiger Zeit ein Navigationssystem nachrüsten lassen. Irgendwas war beim Einbau nicht ganz richtig gelaufen, das Navi hatte, vermutlichen wegen falsch eingebauter Antenne, oft schlechten Empfang, fand nicht seine Position und meldete dann häufiger mal ein „Falls möglich, bitte wenden“. Das ist während der Fahrt auf einer Autobahn keine so ganz gute Idee. Nun ist dieser ältere Herr also wieder in der Werkstatt und bespricht mit dem Service-Monteur das eigentliche Problem. Soweit so gut. Dann gleitet der ältere Herr ab, das Auto mache ja manchmal so komische Windgeräusche und so.

Der Service-Monteur hört noch kurz zu, verdreht dann die Augen, und packte den Kunden dann deutlich hörbar in die „Der will nur nörgeln“-Schublade. Entsprechend ernst wurde der Kunde und sein Anliegen dann genommen.

Ein anderes Beispiel:

Ein Mensch, seines Zeichens Oberstudienrat, kurz vor der eigenen Pensionierung, man könnte also meinen lebenserfahren, beklagt in einer Diskussion über Lebensmittel, dass er seit vielen Jahren kein anständiges Steak mehr habe essen können.

Ich weiß ja nicht, wo der Mensch einkauft. Wer „Rumpsteak“ für 5,99 Euro pro Kilo bei „Rudi’s Reste Rampe“ kauft, sollte stutzig werden, ob das, was angeblich Steak sein soll, auch wirklich Steak ist. Qualität kostet. Und selbst wenn das Steak im Rohzustand einwandfrei gewesen sein sollte, kann man bei der Zubereitung viel falsch machen. Und dann wird selbst das beste Stück Fleisch zäh. Wenn ich also ein tolles Steak haben möchte, dann suche die entsprechenden Restaurants auf, bei denen ich noch nie enttäuscht wurde, wenn es um Steaks ging.

Der ältere Lehrer hat es übrigens zwei gute Steak-Restaurants im Umkreis von einem knappen Kilometer zu Fuß von seiner Wohnung. Das wären ein paar Minuten Spaziergang vor und nach dem Essen. Oder so wenig Geld für ein Taxi, dass das in den Gesamtkosten für einen Abend im Steak-Restaurant untergeht…

Eine ältere Dame war in einem Restaurant und bestellte Scampi. Nun sind Scampi nicht unbedingt für sehr intensiven Eigengeschmack bekannt. Das sollte ein (lebens-)erfahrener Gast wissen. Und auch bei der Bestellung berücksichtigen. Sie bestellte jedenfalls Scampi. Das Essen wird serviert. Sie isst. Nach einer Weile kommt der Ober und fragt, ob alles recht wäre. Mein Steak war klasse — wie immer in dem Laden. Auch sie nickt. Der Ober geht wieder. So nach und nach gefallen ihr die Scampi immer weniger und sie lamentiert, dass sie ja nach „Nichts“ schmeckten. Als erfahrene Köchin würde sie ja immer mit viel Kräutern und Gewürzen kochen und so weiter. Nachdem sie ihre Portion halb aufgegessen hatte, rief die den Ober und beginnt sich zu beschweren.

Der professionellen Freundlichkeit (und wohl auch der Kulanz) war zu verdanken, dass der Ober das halb verzehrte Essen zurücknahm und dann ein anderes Gericht brachte. Aber auch daran hatte die ältere Dame was zu nörgeln. Wenigstens musste der Ober das Genörgel nicht mehr ertragen…

Noch ein Beispiel aus der IT-Welt:

Benutzer schreibt eine E-Mail und beginnt mit „… weil die Hotline da dauer-besetzt ist…“

Wer das Telefonsystem kennt, weil er an der Hotline arbeitet, weiß, dass es eben kein Besetzt gibt, dass Anrufer (beliebig) lange in der Warteschleife warten können, bis jemand Zeit hat, ihren Anruf entgegenzunehmen und — hoffentlich erfolgreich — zu bearbeiten.

Warum nenne ich diese Beispiele? Ich finde es schade, wenn Menschen dafür sorgen, dass man ihre Kritik nicht mehr ernstnimmt, weil man sie als Kritiker — als Kritik übenden Menschen — nicht mehr ernstnehmen kann.

Was kann und sollte ich also tun, damit meine Kritik ankommt? Sachlich sein und bleiben — im Ton und in der Sache. Kritik so früh wie möglich anbringen. So gebe ich dem Dienstleister oder Lieferanten die Chance, den Mangel abzustellen. Oder sachlich mit mir darüber zu diskutieren.

Oder alles einfacher ausgedrückt:

NICHT NÖRGELN!

 

Spaß mit Autokennzeichen

Manche Autokennzeichen sind echt für’n Arsch. Oder wie man hier im Norden sagt: Für den Mors…

Das Kennzeichen is' für'n Mors...

Das Kennzeichen is‘ für’n Mors…

„Aber ich bin doch kein …“ – „Doch, bist Du!“

Der Mensch ist ja mitunter ein komisch‘ Wesen. Zum Beispiel immer dann, wenn die eigene Sicht auf Dinge von der allgemeinen Sicht auf Dinge gewaltig abweicht. Oder sich der Mensch so ganz anders sieht (oder sagen wir mal „sehen will“), als er gemeinhin gesehen wird.

Manche Menschen sind dann so sehr in ihrer eigenen Welt — oder moderner formuliert „Wahrnehmungsblase“ — gefangen, dass sie längst den Bezug zur Realität verloren haben. Das mag jetzt erstmal etwas abstrakt klingen, aber sehen wir ein paar Beispiele an, in denen sich Menschen selbst so ganz anders sehen wollen als sie eigentlich sind.

Ein Mann, Anfang 30, verheiratet, seine Ehefrau ist mit dem zweiten Kind schwanger, geht fremd. Das mag man moralisch bewerten wie man will, darum geht es mir hier nicht. Die außereheliche Affäre bleibt nicht ohne Folgen und er zeugt ein außereheliches Kind. Der junge Mann steht im Lichte der Öffentlichkeit, die davon sofort Wind bekommt. Unschöne Bilder von einer „Besenkammer“ gehen durch die Medien. Nun könnte man zu seinen Taten stehen, den Fehler, so man dieses Verhalten denn als solches ansieht, zugeben. Sich dann aber als „Opfer“ zu sehen und von „Samenraub“ zu sprechen, zeigt, dass sich da jemand lieber als Opfer denn als Fremdgeher oder „Täter“ sehen möchte.

Ein anderer Mann, Anfang 50, sieht sich als ein Diener, der Gott und den Menschen dient. Es gehört zu diesem Berufsbild, keine wesentlichen eigenen weltlichen Reichtümer anzuhäufen. Wozu auch, der Dienstherr kümmert sich ja um die Seinen. Nun, das hat dem Mann nicht ganz ausgereicht. Als es um den Bau seines Dienstsitzes ging, hat er wohl jeden Bodenhalt verloren. Hier noch ein Extrawunsch, da noch eine Änderung. Und jeder, der sich mit dem Thema auskennt, kann sich vorstellen, wie teuer es wird, wenn das Dach nochmal abgenommen werden muss, weil ein Kreuz eingebaut werden soll. So kam es, dass die Kosten für diesen Prunk- und Protzbau so extrem aus dem Ruder liefen, dass man eine Menge tun musste, um die Angelegenheit zu verschleiern. Das gelang nicht. Normalerweise jagt man den Verantwortlichen dann zum Teufel, aber bei seinem Arbeitgeber ist das etwas spezieller…

Eine Frau, damals Ende 20, lebt in der Öffentlichkeit und kann eigentlich auch nicht genug Öffentlichkeit bekommen. Gut, das muss jeder Mensch für sich entscheiden. Die junge Frau hatte dann mit zwei Männern Sex. Auch dass muss jeder Mensch für sich entscheiden. Die Männer machen Videoaufnahmen davon. Das hat der Frau nicht gefallen. Kann ich gut verstehen, ich möchte auch nicht bei allen Dingen meines Lebens aufgenommen werden. Die Aufnahmen landeten dann im Internet. Das hat die junge Frau dann angezeigt. Ihr damaliger Anwalt schreibt in die Anzeige, dass der Sex an sich einvernehmlich war, nur eben die Veröffentlichung nicht.

Viel später fällt der jungen Frau ein, dass es eine Vergewaltigung gewesen sein müsse, dass man sie unter K.O.-Tropfen gesetzt haben müsse und und und. Die Justiz prüft, sieht sich das gesamte beschlagnahmte Videomaterial an und kommt zu einem anderen Schluss. Die junge Frau kassiert einen Strafbefehl. Den will sie nicht akzeptieren und geht vor Gericht. Das ist ihr gutes Recht. Allerdings veranstaltet sie daraus ein riesiges Event. Keine Kamera, vor der sie nicht posiert, während sie den Gerichtssaal betritt. Vor der Tür skandiert ein Mob aus selbsternannten Unterstützerinnen und versucht, die Urteilsfindung lautstark zu beeinflussen. Inzwischen ist die junge Frau verurteilt, das Urteil ist Stand heute noch nicht rechtskräftig.

Eine unabhängige Justiz ist eine der besten Errungenschaften unserer Demokratie. Urteile sollten nicht auf der Straße abgestimmt werden. Zu leicht geraten Massen in Hysterie, steigern sich in Dinge herein und fordern dann Urteile, die sie am liebsten selbst verstrecken, den Strick in der Hand. Aber glücklicherweise sind die Zeiten einer Lynchjustiz vorbei.

Auch dass sich eine Ministerin zu einem laufenden Verfahren äußert, finde ich bedenklich. Eigentlich kann es da nur einen Kommentar geben:

„Zu laufenden Verfahren möchte, sollte und werde ich mich nicht äußern, um JEDEN Eindruck zu vermeiden, in die Unabhängigkeit des Justiz einzugreifen.“

Nun steht die Ministerin auf der Seite der jungen Frau, die vielleicht in Kürze rechtskräftig wegen falscher Anschuldigung verurteil wurde. Peinlich, so etwas!

Eine Journalistin, Anfang 70, die schon im Kachelmann-Prozess äußerst einseitig berichtet hatte, befürchtet nun, das Urteil sei ein Schwarzer Tag für alle Frauen. Bei Alice im Wunderland muss man nur dem weißen Kaninchen folgen, vor Gericht sollte man sich mehr Zeit nehmen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Und ich finde es auch gut, dass sich das Gericht nicht von der Berichterstattung so mancher Medien beeinflussen ließ.

Manchmal höre ich Dialoge, die so wie diese sein könnten…

„Aber ich bin doch kein Fremdgeher, ich wurde Opfer von Samenraub…“
„Doch, bist Du. Und Du warst der Täter dabei!“

 

„Aber ich bin doch kein Protzbischoff…“
Doch, bist Du! Deine Hütte wurde von unseren Kirchensteuern bezahlt…“

 

„Aber ich bin doch keine Schlampe, ich bin ein Opfer…“
„Doch, bist Du und Deine Show ist erbärmlich… und auch noch erbärmlich schlecht…“

Und als Freund von Verschwörungstheorien hörte ich, wie es mit der jungen Frau weitergehen könnte:

Als Profi-Aufmerksamkeits-Erreger wird die Frau erstmal alle Talkshows abklappern. Natürlich gegen entsprechende Honorare.

Vielleicht geht es in die nächste juristische Runde, aber irgendwann steht ein Urteil. Und vermutlich wird es nicht wesentlich anders aussehen als das jetzige.

Dann geht es medienwirksam in den Knast, weil die Geldstrafe natürlich NICHT gezahlt wird. Und ebenso medienwirksam wird die junge Frau den Knast wieder verlassen.

Dann wieder Talkshows, wieder gegen entsprechende Honorare.

Dann ein Buch über ihr Leben im Knast.

Dann Promi-Big-Brother oder Dschungel-Camp. Oder beides.

Aber irgendwann ist die Aufmerksamkeit verbraucht.

Dann erzählt sie uns vielleicht, sie wäre von Außerirdischen entführt worden. Ich bin sicher, ihr und ihrem Management werden schon Dinge einfallen…

Doping…

Immer, wenn sportliche Großereignisse vor der Tür stehen, kommen Diskussionen um das Thema Doping auf. Man kann sich darauf verlassen wie auf das Amen in der Kirche. Solche Diskussionen sind auch nicht ganz grundlos, wenn Menschen laufen, schwimmen oder fahren mit dem Rad immer schneller. Ob das nur an besseren Schuhen, Schwimmbekleidung oder Fahrrädern liegt, darf bezweifelt werden. Auch dass sich Sportwissenschaften und Trainingsmethoden so verbessern, dass die Rekorde von heute teilweise deutlich unter denen von früher lagen, erscheint vielen Menschen unerklärlich…

Es sei denn, man bezieht die Wirkung von — nennen wir sie man höflich — unterstützenden Maßnahmen mit ein. Die Ernährung ist heute bestimmt viel besser, aber eben auch andere Maßnahmen. Und immer wieder werden Menschen der Benutzung unerlaubter Hilfsmittel überführt. Das Märchen vom sauberen Spitzensport ist in erster Linie ein Märchen. Zu groß sind die Verlockungen, sich der Hilfe der modernen Wissenschaften auch dort zu bedienen, wo es unethisch oder ganz klar verboten ist.

Dumm ist es nur, wenn man dabei erwischt wird. Dann ist die Teilnahme an den nächsten sportlichen Großereignissen gestrichen. Nun sollen ja nationale Anti-Doping-Agenturen ihre Sportler überwachen und so eine Sauberkeit garantieren. Doch manchmal sind eben auch die (staatlichen) Agenturen eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Gerne wird dann der Vorwurf des Staats-Dopings erhoben. Natürlich wehren sich die betroffenen Staaten gegen derlei Vorwürfe, was auch sonst.

Da finde ich den Umgang anderer Staaten viel besser, dort gibt man offen zu, dass die eigenen Soldaten gedopt sind und dank leckerer Schokolade nicht nur zu sportlichen Höchstleistungen gebracht werden, doch seht selbst:

Bringt nicht nur Soldaten zu Höchstleistungen

Bringt nicht nur Soldaten zu Höchstleistungen

Spaß bei der Zulassungsstelle

Dass man mit Kfz-Kennzeichen viel Spaß haben kann, hatte ich schon hier und hier und hier und hier geschrieben.

Ich glaube, auch die Leute von der Zulassungsstelle hatten bei diesem Kennzeichen ein Lächeln im Gesicht:

Das Kennzeichen ist Programm

Das Kennzeichen ist Programm

Die Sache hat einen (Klammer)haken…

Vor vielen vielen Jahren, es war knapp nach der Jahrtausendwende, kam ich als Admin in eine Firma und sollte die dortige IT übernehmen. Ein externer Dienstleister und mein Vorgänger hatten ein damals neues System auf Basis von Windows 2000 Server und entsprechenden Clients aufgesetzt. Das meiste funktionierte auch, einige Probleme konnte ich schnell beheben, manche haben etwas gebraucht, eines war jedoch sehr hartnäckig:

Der Server hatte auch einen Fax-Connector und man konnte Office-Dokumente auch faxen statt sie nur zu drucken. Dummerweise löste dieser Connector kein ausgehendes Fax aus. Eingehende Faxe funktionierten tadellos, auch die Test-Faxe, die die ISDN-Karte als Selbsttest senden konnte, kamen sauber an. Ich hatte schon einiges an Zeit in die Analyse der möglichen Ursache gesteckt, aber da diese Lösung eigentlich kaum gebraucht wurde, ich auch noch reichlich andere Dinge zu tun hatte, hatte das bei mir keine Priorität.

Irgendwann beschloss jemand, dass diese Lösung nun funktionieren müsse und ich kümmerte mich darum. Recherche im Ereignisprotokoll brachte mich nicht weiter, die Fehlermeldungen sagten nur, dass es einen Timeout gäbe. Die Ursache des Timeouts war mir (zunächst) rätselhaft. Eher zufällig schaltete ich mich remote auf den Server auf und sah, was passierte, wenn ein Dokument zu einem Fax gemacht werden sollte:

Das Dokument wurde an den Server übermittelt, dann wurde zum Beispiel Word geöffnet, dass das Dokument dann auf den speziellen Drucker (eigentlich das Fax) ausdrucken sollte. Beim Öffnen des Dokumentes erschien Karl Klammer und bot aufdringlich seine Hilfe an. An die genaue Meldung erinnere ich mich nicht mehr, aber es wird etwas wie „Sie benutzen Word zum ersten Mal, möchten Sie, dass ich sie unterstütze?“ gewesen sein.

Da auf dem Server niemand diese Frage beantwortete, passierte eben nichts und irgendwann lief das Ganze in einen Timeout und es wurde eben kein Fax erstellt. Nachdem ich die Ursache erkannt hatte, startete ich auf dem Server Word, Karl Klammer bot wieder seine Hilfe an und ich schaltete ihn für immer aus. Schon klappte das auch mit dem Faxen.

Auch Spiegel Online berichtete neulich mal über Karl Klammer und fragte sich, was eigentlich aus ihm geworden sei…

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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