Was hilft bei hohen Temperaturen

Es ist mal wieder soweit, der Sommer hat Norddeutschland (für einige wenige Tage) im Griff. Und schon hört und liest man wieder viele (vermeintlich) kluge Ratschläge, was man gegen die Hitze tun könnte. Hier ein paar „kluge“ Ratschläge und was ich davon halte. (Hinweis, ich bin weder Arzt noch Physiologe, im Zweifel bitte den eigenen Verstand bemühen oder einen Arzt befragen.)

Heiße Getränke trinken.
Immer wieder hört man, gegen Hitze helfen angeblich HEISSE Getränke. Als (vermeintliche) Begründung gelten zwei Argumente:

1.) Araber trinken auch heißen Tee.
Na klar. Müsste ich meinen Flüssigkeitsbedarf auch mit Wasser aus zweifelhaften Quellen stillen, dann würde ich das Wasser auch abkochen. Und wenn das Wasser dann immer noch „komisch“ schmeckt, dann kommt stark aromatisierender Tee ins Wasser, damit man den Eigengeschmack nicht mehr so wahrnimmt. Wer Wasser in hygienisch guter Qualität zur Verfügung habt, muss nichts abkochen — und kann es auch kalt trinken.

2.) Kalter Wasser muss vom Körper erst erwärmt werden und dabei muss der Körper Energie (also Hitze) produzieren.
Dieses Argument stammt meistens von Menschen, die in der Schule in Physik lieber geschlafen haben. Holen wir dazu etwas aus: Ein Erwachsener hat zwischen 70 und 80ml Blut pro Kilogramm Körpermasse. Rechnen wir mal mit 100kg, also so zwischen 7 und 8 Litern Blut. Nun ist Blut DIE entscheidende Flüssigkeit im Körper, wenn es um Temperatur und deren Transport geht.

Wird der Körper in seinem Kern zu warm, dann transportiert das Blut Wärme an die Haut, wo durch Schwitzen (Verdunstungs-)Kälte erzeugt wird. Die Engerie, die es braucht, um einen Liter Wasser zu „verkochen“ wird dem Körper als Kälte entnommen. So weit, so einfach.

Was passiert nun, wenn ein Mensch seinem (erhitzen) Körper einen Liter (kaltes) Wasser zuführt? Das Wasser wird im Magen erwärmt und geht dann in den Stoffwechsel, also in das Blut über. Der Magen (genauer die Magenschleimhaut) ist relativ gut durchblutet, bei der Erwärmung des Wassers wird also das (zu warme) Blut abgekühlt. Muss der Körper dazu Energie aufwenden? Ja. Muss diese Energie extra erzeugt werden? Nein, denn sie ist in Form von (überschüssiger) Wärme ja bereits im Körper vorhanden und der Körper versucht, diese Wärme durch Schwitzen loszuwerden.

Dazu ein Rechenbeispiel:
Denken wir uns einen ausgewachsenen Mann von 100kg mit einen Blutvolumen von 8 Litern, nehmen wir eine (zu hohe) Körperkerntemperatur von 40°C an, das Blut ist dann also auch 40°C warm. Denken wir uns nun eine große Flasche eisekaltes Wasser, sagen wir 0,7 Liter bei 4°C. Und der Mensch ist in der Lage, die Flasche in einem Rutsch auszutrinken.

Wir haben also 8 Liter * 40°C + 0,7 Liter *4°C, das ergibt 322,8 Liter * °C

Diesen Wert teilen wir nun durch die neue Flüssigkeitsmenge von 8,7 Litern, dann kommen wir auf eine Temperatur von 37,1°C. Es ist also gelungen, die zu hohe Blut- und Körperkerntemperatur zu senken. Und genau das war das Ziel!

Und wieso schwitzt der Mensch, wenn er viel trinkt?
Weil er es kann. Jede Flüssigkeitszunahme ermöglicht es dem Körper, mehr Flüssigkeit in Form von Schweiß zur Körperkühlung zu verwenden, falls notwendig. Trinkt man also nur ein Glas kaltes Wasser, sinkt die Blut- und Körperkerntemperatur nicht soweit, dass der Körper nicht mehr (zur Kühlung) Schwitzen muss. Es gilt also: „Viel hilft viel!“

Was hilft noch gegen (zu) hohe Temperaturen?

Schwitzen, klar. Also dafür sorgen, dass der Körper genug Flüssigkeit und — ganz wichtig — Mineralien zum Schwitzen hat. Und auch bitte dafür sorgen, dass die Funktion des Schwitzens funktionieren kann. Also leichte und luftige Klamotten anziehen. Und sich auch gerne mal da aufhalten, wo ein (kühles) Lüftchen weht.

Den Körper von außen kühlen, zum Beispiel mit einer lauen Dusche oder einem feuchten Waschlappen oder Handtuch im Genick. Ratet mal, was ich gerade im Genick habe. Und was ich eben getrunken habe. Und warum mir gerade nicht mehr zu warm ist…

„Sauberer“ Diesel

Noch immer bewegt das Thema Dieselmotor und die (fehlende) Sauberkeit seiner Abgase die Gemüter. Wenn Autos immer sicherer werden, dann werden sie entweder schwerer, brauchen also mehr Energie, oder aber man setzt statt Stahl andere Materialien ein. Diese sind dann vielleicht leichter als Stahl, bringen dann aber den Nachteil mit, (sehr) viel teurer zu sein. So einfach ist dieser Ausweg nun also auch nicht.

Beim Thema Dieselmotor und Dieselabgas fällt mir eine Geschichte ein, die ein (inzwischen lange verstorbener) Bekannter einst erlebte. Hier seine Geschichte, so gut ich mich noch an sie erinnere:

Ich war Anfang der 1970er Jahre beim Bund, hatte die Grundausbildung gerade hinter mir und war nun Fahrschüler. Die Fahrschulautos waren Lkw vom Typ MAN 630. Solide Technik, liefen nicht nur mit Diesel, wären zur Not auch mit Rasierwasser gelaufen, so erklärten uns die Ausbilder scherzhaft. Die „Emma“, so der Landser-Spitzname für den MAN, war laut, aus dem Auspuff kam eine dunkle Fahne, aber die „Emma“ ließ einen dafür nicht im Stich und verzieh uns Fahrschülern so manch unsanfte Behandlung.

Eines Sommertages waren wie wieder unterwegs, die Emma, ich und der Fahrlehrer. Er hatte seine Dienstzeit fast hinter sich, er würde noch mich und die anderen Fahrschüler durch die Prüfung bringen, dann die Entlassung und ein neues ziviles Leben — wahrscheinlich auch als Fahrlehrer. Wir mussten an einer Ampel halten. Nicht an einer irgendeiner Ampel. An der Ampel. Aus irgendwelchen Gründen hatte sie eine gefühlt unendlich lange Rotphase, die nicht nur die Geduld von uns Fahrschülern strapazierte.

Als erstes Auto stand ich mit der „Emma“ auf der rechten Spur. Kaum hatten wir angehalten, stand auf der rechten Spur ein kleiner weißes Sportflitzer, dazu noch ein Cabrio. Damals machte man noch nicht den Motor aus und wir angehenden Militärkraftfahrer sowieso nicht. War ja nicht unser Sprit. Wir ließen Emmas Diesel einfach im Leerlauf tuckern.

Der Typ im Sportflitzer spielte jedoch die ganze Zeit an seinem Gaspedal. Das nervte. Das nervte nicht nur mich, das nervte auch meinen Fahrlehrer. Plötzlich gab er mir die Anweisung, die Emma drei Meter vorzuziehen und dann scharf links zu lenken. Ich sah ihn fragend an, ob ich wirklich bei der roten Ampel über die Haltelinie fahren sollte…

„Befehl ist Befehl, also Ausführung!“ war seine Antwort. Ich löste die Bremse, zog die Emma vor und schlug das Lenkrad dann scharf links ein. Nun standen wir schräg vor dem Sportflitzer.

„Gang raus und Vollgas!“ rief er mir zu. Ich gab Vollgas. Die Emma röhrte, als wollte sie gleich zum Sprung ansetzen. Aus ihrem Auspuff kam schon eine deutlichere dunklere Abgasfahne.

„Gas weg und Motorbremse!“ brüllte er mir gegen Emmas Röhren zu. Ich ging vom Gas und drückte das Extrapedal, das eine Klappe im Abgasweg schloss, sofort fiel die Drehzahl rapide ab.

„Und Motorbremse weg und wieder Vollgas!“ befahl er. Nun konnte die Emma wieder ausatmen und nahm Gas an. Dabei schoss eine dicke rußige Wolke aus dem Auspuffrohr.

„Und wieder Vollgas und dann wieder Motorbremse, was der Typ kann, das können wir schon lange…“ rief er mir zu. Und ich gab wieder Gas. Und drückte wieder die Motorbremse. Und gab wieder Vollgas. Und jedes mal warf die Emma eine fiese dunkle Wolke raus.

Endlich wurde es grün. „Und nun mit Vollgas anfahren, zeig ihm mal, wie flott eine unbeladene Emma sein kann.“ Ich gab wieder Vollgas, ließ die Kupplung fast springen, die Emma machte nun den Sprung, auf den sie sich die knappe Minute vorbereitet hatte, ich konnte die gerade noch in der Spur halten und wir zischten los.

„Ich glaube, wie verdrücken uns besser da vorne, Abmarsch in das Wohngebiet mit den vielen kleinen Straßen, diesmal aber schön leise…“

Ich bog dann ab und die Emma schlich auf leisen Sohlen durch die Nebenstraßen.

Es war die lustigste Fahrstunde meines Lebens, die Prüfung wenige Tage später hatte ich ohne Fehler bestanden und zum Abschied gab mir mein Fahrlehrer noch ein paar Worte mit auf den Weg:

„Sei immer nett im Leben, besonders zu Deiner Emma…“

Der entscheidende Buchstabe

Man hört ja oft von Menschen, die nicht im Ruhe- sondern eher im Unruhestand sind und sich dann als „rüstigen Rentner“ bezeichnen. Ich glaube, wir alle kennen Menschen, die nun soviel um die Ohren haben, dass wir uns immer fragen, wie sie denn vorher jemals Zeit für einen Job gehabt haben.

Und dann gibt es manchmal auch den „rostigen Rentner“, der sich nicht entscheiden kann, an welche Kappe er sich im Supermarkt anstellen möchte und daher erstmal beide Schlangen aufhält. Nach dem Bezahlen wurde der Einkaufswagen dann zu einem Auto geschoben, das man durchaus als recht sportlich bezeichnen könnte.

Ich hoffe für den Menschen, dass er morgen wieder so flott unterwegs sein möge, wie es auch das Auto sein kann, denn wer will schon rostiger Rentner sein, wenn man auch rüstiger Rentner sein kann …

70 Jahre nach dem Krieg: Die Legende des Siegs von Pearl Harbor

Es ist gut 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, im Entwurfsordner dieses Blogs, warteten noch ein paar Anmerkungen zu Details, ich kippe sie jetzt einfach mal in den Ordner mit Veröffentlichungen.

Der Angriff auf Pearl Harbor gilt gemeinhin überragender Erfolg. Die japanischen Streitkräfte haben in Pearl Harbor der US Navy einen gewaltigen Schlag versetzt. Kann man aber auch ganz anders sehen: Die Japaner haben es vermasselt. Wieso sollte man zu so einer Einschätzung kommen, wurden doch immerhin 12 Schiffe zerstört, 9 weitere Schiffe (zum Teil schwer) beschädigt, 164 Flugzeige zerstört, 159 weitere beschädigt. Dazu kommen 2.400 Tote und 1.200 Verletzte. (Diese Zahlen sind nicht absolut, je nach Betrachtung gibt es Schwankungen).

Sieht man sich aber an, was die Angreifer nicht zerstört hatten, sieht das Bild anders aus. Nicht zerstört wurden die Flugzeugträger. Kein einziger. Denn die waren woanders im Einsatz. Das hatte die japanische Aufklärung nicht mitbekommen. Die versenkten großen Schlachtschiffe stammten teilweise noch aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und waren technisch nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Stand der Zeit waren Flugzeugträger. Schlachtschiffe, auch wenn sie gewaltige Kanonen haben, können einen Kampf nur auf eine (relativ) kurze Entfernung führen. Was nützt es, großkalibrige Geschosse 40 Kilometer weit auf den Feind abfeuern zu können, wenn man seine Entfernung nicht präzise genug messen kann, um nicht knapp vorbeizuschießen? Ein Flugzeugträger kann seine Flugzeuge den Feind nicht nur suchen lassen, sie können dann auch aus (relativ) kurzer Entfernung angreifen und sehr präzise treffen. Genau das machten die Japaner mit ihrem Angriff vor.

Nicht zerstört wurden die U-Boote, sie sollten im späteren Kriegsverlauf den japanischen Transport von Truppen und Material zwischen den vielen Inseln erheblich einschränken. Nicht zerstört wurden die Werften, mit ihrer Hilfe gelang es, viele der Schiffe zu heben, zu reparieren und wieder einsatzfähig zu machen. Nicht zerstört wurden die Treibstofflager. Sie zu löschen wäre extrem schwierig bis unmöglich gewesen und die unbeschädigten Teile US-Pazifik-Flotte wäre solange fast ohne Treibstoff und somit nicht einsatzfähig gewesen. All das haben die Angreifer nicht zerstört und damit den USA einen sehr baldigen Gegenschlag ermöglicht, bereits nur 6 Monate später führte die Schlacht um Midway zur Wende im Pazifikkrieg.

70 Jahre nach dem Krieg: Richtig tanken bringt Vorteile…

Es ist gut 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, im Entwurfsordner dieses Blogs, warteten noch ein paar Anmerkungen zu Details, ich kippe sie jetzt einfach mal in den Ordner mit Veröffentlichungen.

Vor 75 Jahren, 1940, geriet der Krieg zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich in die heiße Phase. Zwar hatte Frankreich dem Deutschen Reich kurz nach dessen Überfall auf Polen den Krieg erklärt und damit seine Verpflichtungen gegenüber Polen erfüllt, aber der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich war ein sogenannter Sitzkrieg, beide Seiten saßen sich gegenüber und hüteten sich, die jeweils andere Seite anzugreifen. Erst am 10. Mai 1940 wurden die Deutschen Truppen aktiv und begannen den aktiven Krieg gegen Frankreich.

Was dann geschah, ging als „Blitzkrieg“ in die Geschichtsbücher ein. Gerne wird an dieser Stelle vergessen, dass Frankreich über mehr und teilweise auch technisch bessere Panzer verfügte als die angreifenden Deutschen. Wie kam es dann dazu, dass die Franzosen den Krieg so schnell verloren? Ein Detail war die Betankung der Panzer.

Panzer, egal welcher Nation, haben einen enormen Treibstoffverbrauch. Die allermeisten Panzer hatten damals Benzinmotoren und keine (etwas) sparsameren Dieselmotoren (das führten die Sowjets mit dem legendären T-34 ein). Die Faustregel „Ein Liter auf einen Kilometer“ war auch damals schon zutreffend, es konnte aber auch mal deutlich mehr Verbrauch sein. Panzer brauchen also eines ganz dringend: Treibstoff. Um diesen zum „Kunden“ zu bringen gibt es unterschiedliche Konzepte:

Die Franzosen hatten Tankwagen, mit mehreren langen Schläuchen und Zapfpistolen, wie man das aus der Tankstelle kennt. Panzer und Tankwagen treffen sich, und dann tankt ein Panzer nach dem anderen. Und wenn auch der letzte Panzer betankt ist, kann die Einheit weiterfahren. Stellen wir uns eine Panzerkompanie vor, drei Züge zu je vier Panzer, dazu einen Kompanieführungspanzer, dann kommt man auf 13 Fahrzeuge. Und wer mal den Stau an der heimischen Tankstelle, wenn es Treibstoff wieder günstig gibt, erlebt hat, kann sich vorstellen, wie lange man braucht. Besonders dann, wenn nicht mal eben 40 sondern 400 Liter getankt werden. Es konnten aber auch mal 800 Liter sein. Es dauerte also.

Die Deutschen gingen anders vor, bei ihnen gab es Benzin in Kanistern. Jene 20-Liter-Blechkanister, die wir heute noch kennen. Diese Kanister wurden auf der Ladefläche eines Lkw transportiert. War der Tankwagen vor den Panzern am vereinbarten Treffpunkt, so wurden ausreichend viele Kanister von der Ladefläche auf den Boden abgeladen, immer so viele Kanister, dass auch ein leerer Tank wieder gefüllt werden konnte. Pro Panzer gab es einen Stapel Kanister, dann ein paar Meter weiter den nächsten Stapel. Kamen dann die „durstigen“ Panzer an, mussten die Besatzungen nur noch den Inhalt der Kanister umfüllen. Entsprechende große Trichter, mit deren Hilfe man aus mehreren Kanistern gleichzeitig „tanken“ konnte, hatte jeder Panzer dabei. Genügend Besatzungsmitglieder, hatte ein Panzer auch, je nach Modell gab es vier oder fünf Mann Besatzung. Und ehe man sich versah, war der Panzer betankt, die leeren Kanister wurden vom Tankwagen wieder eingesammelt und an einem zentralen Tanklader wieder befüllt. Kanister, die nicht entleert wurden, kamen für den nächsten Einsatz gleich wieder auf den Tankwagen.

Kam der Tankwagen zu den warteten Panzern, fuhr er an der Kolonne vorbei, warf man der Besatzung die gewünschte Anzahl von Kanistern zu und es wurde getankt wie oben beschrieben.

So kam es, dass der „Tankstopp“ bei den deutschen Panzern sehr kurz war, während die französischen Panzer deutlich länger brauchten, um wieder einsatzbereit zu sein. Und dieser Zeitvorteil war einer von mehreren Faktoren, die über Sieg oder Niederlage entschieden.

So ähnlich ist das heute noch bei der Autorennen. Klappt der Tankstopp, spart man wertvolle Zeit. Gibt es Probleme, verliert man wertvolle Zeit und die anderen gewinnen das Rennen. Nur dass man heute nicht mehr auf einander schießen muss…

Was messen Performance-Indices?

Manchmal sind die Dinge kompliziert und um sie verstehen zu können, muss man sich genau damit befassen. Organisatorische Hilfen wie ITIL oder vergleichbare Dinge sollen helfen, komplizierte Dinge etwas einfacher zu machen, man bricht die Dinge in immer kleinere Stücke herunter, bis am Ende dann reines „Doing“ übrigbleibt, also einzelne „Tasks“, die (einfach) abzuarbeiten sind.

Nun kann man Systeme benutzen, die die Anzahl dieser Tasks zählen und auswerten, welcher Mensch wie viele Tasks schafft, wie lange ein Task auf Annahme warten muss, wie lange er bearbeitet wird, wie viele Tasks noch in der Warteschleife kreisen und auf ihre Bearbeitung warten. Man kann dann sehr schöne Auswertungen und Statistiken erzeugen und bekommt dann am Ende schöne bunte Grafiken, die sich hervorragend auf PowerPoint-Präsentationen machen.

Eine Redensart sagt:

Traue nur der Statistik, an deren Fälschung Du selbst (maßgeblich) beteiligt warst.

Oder ein wenig anders ausgedrückt:

Wenn Du nicht alles weißt, dann weißt Du im Grunde genommen überhaupt nichts und musst Dich auf alles (blind) verlassen…

Wenn man also nicht weiß, dass bestimmte Tasks auf eine Antwort des Benutzers warten und solange (künstlich) verzögert werden müssen, dann versteht man auch nicht, wie die Zahlen in den bunten Präsentationen Zustandekommen. Dann kann man sich über die hohe Anzahl von Tickets im System wundern oder bemängeln, dass es so viele offene Tickets gibt.

Besonders ärgerlich ist es, wenn die Menschen, die sich dann mit bunten Präsentationen berieseln — pardon — informieren lassen, durch Vorgaben dafür gesorgt haben, dass die Dinge so sind, wie sie sind, gleichzeitig dann kritisieren, dass die Zahlen so sind, wie sie sind. Wenn man aber nicht weiß, welche Größen überhaupt in die Auswertung einfließen und welche Größen nicht, dann weiß man überhaupt nichts.

Oder wie es ein Kollege formulierte:

Da kannste auch die Ausschläge beim E-Meter der Scientologen als Wissenschaft betrachten, es bleibt nur Aberglaube…

Recht hat er.

Oder aber, man bringt die Menschen dazu, die Vorgabe irgendwie zu erreichen und lädt ein — nein, eigentlich zwingt man — durch (mehr oder weniger kreative) Tricksereien die Zahlen auf dem Papier zu erreichen, auch wenn die Wirklichkeit ganz anders aussieht.

Vereinbarung mit Ohrwurm

Bekanntlich gibt es nicht nur den einen Weg, manchmal, eigentlich fast immer, gibt es mehrere Wege, die zum Ziel führen. Also bringt man alle Menschen, die es betrifft und die auch Ahnung haben (dieser Zusatz ist wichtig!) zusammen und geht die Alternativen durch. Und meistens bringt der gesunde Menschenverstand dann richtig viel und man findet die eine Lösung, die für alle Beteiligten dann die beste ist. So entstand neulich am Ende einer Besprechung folgender Dialog:

Kollege 1:

Das ist besser für Dich und für mich…

Woraufhin ein älterer Kollege einfiel:

… und für Düsseldorf am Rhein…

Zunächst sahen sich alle Beteiligten etwas verwundert an, dann fiel der sprichwörtliche Groschen und wer alt genug war, konnte sich an einen Schlager aus dem späten 1960 Jahren erinnern. (Hier nachlesen, hier anhören)

Und auf einmal hatten die älteren Mitarbeiter einen Ohrwurm 🙂

Mogelpackung?

Mogelpackung? Denn der Waschbrettbauch war nicht enthalten...

Mogelpackung? Denn der Waschbrettbauch war nicht enthalten…

Ein lieber Kollege, der beruflich viel in der Welt rumgekommen ist, wird umziehen. Nur innerhalb des Gebäudes, aber er wird umziehen. Und so ein Umzug ist die ideale Gelegenheit, die eigenen Sammlung an Mustern, Demo-Geräten und sonstigen Schätzen zu verkleinern. So hatte er grad einen groooooßen Haufen an „kann weg“ Sachen aufgetürmt, für die er einen Abnehmer suchte. Oder jemanden, dem er Dinge auf’s Auge drücken konnte.

So kam ich dann zu dieser Boxershorts aus Mexico (oder war es Brasilien?). Den Waschbrettbauch gab es leider nicht mal so eben, daran muss ich wohl selbst arbeiten. Trotzdem vielen Dank.

 

Mehr Power…

Nicht nur Ingenieure wissen es: Besser als Power ist mehr Power oder noch mehr Power. So ergab sich ein Small-Talk über sogenannte „Powerbanks“, also diese kleinen Akkus, an denen man sein Handy anschließen kann, um es wieder aufzuladen, wenn man kein Strom aus der Steckdose verfügbar ist.

Ein Kollege zeigte seine Powerbank vor, worauf die umstehenden Ingenieure sofort mit einer Fachsimpelei über die Kapazität in Milliamperestunden und die Anzahl der iPhone-Ladungen begonnen. Ich sah das pragmagischer, ich wollte nur wissen, wieviele Powerbanks ich brauche, um genug Strom für die Waschmaschine nach Hause zu tragen…

Ich war überrascht, wieviel Humor manch Ingenieur hat 🙂

Bernd???!!!???

Im Rentnerbad. Eine Frau, eher so unauffällige der Typ, schreit ruft laut durch den Umkleidebereich nach jemanden:

„Bernd! Beernd! BEEERND!!!
(Das bitte im lieblichen Ton einer Carmen Geiss vorstellen, die ihren „Robert“ ruft.)

Keine Reaktion. Sie ruft wieder. Lauter, penetranter. Damit geht sie offenbar nicht nur mir auf den Geist. Jemand beginnt sich einen Spaß mit ihr zu erlauben. Mit zugehaltener Nase ertönt aus eine Umkleidekabine eine Art Durchsage:

Herr Brotinger, bitte melden Sie sich bei der Information, Herr Brotinger bitte…

Einige Umstehenden erkannten die Anspielung und begannen zu kichern, was Dame mit der lieblichen Stimme nicht davon abhielt, weiter nach ihrem Bernd zu suchen. Nach ein paar Rufen suchte sie dann woanders und war außer Hörweite.

Aus einer anderen Kabine erklang eine andere Stimme:

Hat mich jemand gesucht? Mist!

Nun war alles zu spät und die Umstehenden hatten ihren Spaß.

Und ob „Carmen“ ihren Robert Bernd gefunden hat, werden wir wohl nie erfahren. Egal. Wir hatten Spaß.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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