Senf Pauli: Lakritzsenf

Eine liebe Freundin, eine echte Mustadista, erfreute mich unlängst mit Lakritzsenf. Und wer denkt, dass das komisch schmecken müsse, hat recht, aber interessant und angenehm komisch.

Super-lecker zu Bratwurst: Senf Pauli „Zappenduster“

Ist unter anderem bei Senf Pauli zu bekommen. Und, nein, ich stehe nicht bei denen auf der Gehaltsliste 🙂

Der Name des Hose (reloaded)

Ich hatte es hier ja versprochen, dass ich dort mal wieder einkaufen würde. Und als ich neulich in Form von mütterlicher Begleitung an dem Laden vorbeikam, erinnerte ich mich an mein Versprechen, dort mal wieder reinzuschauen und … vielleicht eine Hose zu kaufen.

Es wurde dann keine Jeans, aber ein paar andere Kleidungsstücke. An Geschäfte, deren Verkäufer ihren Job verstanden haben, erinnere ich mich doch gerne und kaufe da dann auch immer wieder ein…

Also bis zum nächsten mal…

Hütet Euch vor Euren Wünschen …

Hütet Euch vor Euren Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen…

So sagt es ein altes Sprichwort. Und manchmal frage ich mich, was passiert, wenn die Wünsche mancher Menschen in Erfüllung gingen?

Da sind die Menschen, die mangelnde Meinungsfreiheit hierzulande beklagen. Was würde wohl passieren, verlören diese Menschen auf einmal jeden Zugang zum Massenkommunikationsmedien. Kein Internet mehr, kein Smartphone, kein Telefon. Keine Briefe an die Tageszeitung (oder das Portal der Verschwörungsschwurbler). Die eigene Stimme versagt, wenn man auf dem Marktplatz Parolen rufen möchte…

Da sind Menschen, die glauben, der Staat wolle sie vernichten und sie werden mit der Waffe in der Hand sterben. Kein Problem, das Sondereinsatzkommando ist schon auf dem Weg. Und sie machen keine Gefangenen. Und sie bringen auch einen Leichenwagen mit…

„Das wird man doch noch sagen dürfen…“ Nein. Und schon kommt der staatliche Greiftrupp und lässt einen verschwinden. In einen Ort, an dem man nie wiedergefunden wird. Noch geheimer als Bielefeld. Man verschwindet. Für immer. Und wird (auf die eine oder andere Art) für lange Zeit (oder für immer) zum Schweigen gebracht.

„Der Staat will mit der 5G-Handy-Strahlung / von Flugzeugen versprühten Chemikalien / Substanzen im Trinkwasser unsere Gedanken manipulieren.“ Diesen Menschen wäre zu wünschen, würden sie mal so intensiver Strahlung ausgesetzt, dass ihr Verstand beeinträchtigt würde. Oder sie würden so einem versprühten Chemikaliencocktail ausgesetzt, dass sie den Verstand verlieren. Entsprechende Psychokampfstoffe sind eigentlich schon alle vernichtet. Aber wenn man genau genug sucht, dann wird man ein paar finden… das wird man ja wohl noch sagen dürfen…

Vielleicht sollte man manchen Menschen wünschen, dass deren Wünsche in Erfüllung gehen mögen… Nein. Denn das, was dann wäre, wäre zu unangenehm.

Vielleicht sollten diese Menschen ihre Wünsche (und Ansichten) überdenken…

Der Staat greift in meine Grundrechte ein!!!11!!!elf!!!

So oder so ähnlich beschweren sich derzeit viele Menschen und beklagen den vermeintlichen Mangel an Freiheiten oder die gefühlte Einschränkung der eigenen Freiheit. Dröseln wir das ganze mal etwas auf.

Das, was wir als Grundrechte kennen, gewährt uns wer? Genau, der Staat. Der garantiert in der Verfassung, die in Deutschland den historischen Namen „Grundgesetz“ trägt, die Grundrechte. Und zwar nicht irgendwo versteckt und im Kleingedruckten. Die Grundrechte stehen in der Verfassung ganz vorne. Geht mit Artikel Eins („Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“) los.

Ich will hier nun nicht alle Artikel des Grundgesetzes aufzählen, dazu gibt es Blogs, die sich mit Jura im allgemeinen und der Verfassung im speziellen beschäftigen. Ich möchte hier darauf hinweisen, dass er der Staat ist, der seinen Bürger die Grundrechte garantiert.

Natürlich gibt es gewisse Ausnahmen in eben diese Grundrechte. Möchte ein Staat eine Wehrpflicht einführen, so wird er (zeitweise) die freie Entfaltung der Persönlichkeit für die Wehrpflichtigen (etwas) einschränken müssen: Man kann seine Frisur nicht der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit anpassen.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung findet da seine Grenzen, so Andere beleidigt werden. Freiheit ist bekanntlich auch immer die Freiheit des Anderen.

Und nun jammern Menschen über den „Merkel-Maulkorb“ und meinen dabei die Bedeckungen von Mund und Nase, die helfen sollen, die Ausbreitung von CoVid-19 einzuschränken. Ja, es ist (etwas) lästig, diese Masken zu tragen, aber wenn es (mir) hilft, gesund zu bleiben (oder niemand anzustecken), dann ist die Güterabwägung (für mich) recht einfach. Für eine gewisse Zeit etwas persönliche Freiheit abgeben, dafür aber Menschenleben retten.

Wenn ich an meine Zeit als Soldat, genauer an meine Zeit als Wehrpflichtiger, zurückdenke. Da gab es erhebliche Einschränkungen für mein Leben. Das schien damals jedoch niemanden zu stören. Okay, mich selbst ab und zu. Aber je länger meine Armeezeit zurückliegt, als desto weniger unangenehm empfinde ich sie, auch wenn ich damals bestimmt ganz schön gekotzt habe.

Es gibt manchmal sehr gute Gründe, in die (vermeintlich) unbegrenzten Freiheiten einzugreifen:

Der Staat kann Fahrzeughalter verpflichten, eine (kostenpflichtige) Haftpflichtversicherung bei einer (staatlichen zugelassenen) Versicherung eigener Wahl abzuschließen. Warum? Damit im Schadensfall niemand an einen zahlungsunfähigen Unfallverursacher gerät.

Der Staat kann die Ausübung von Berufen an eine Approbation koppeln. Wer als Arzt oder Apotheker arbeiten will, muss staatliche Prüfungen ablegen und noch eine Reihe weiterer Voraussetzungen erfüllen. Warum? Damit die Menschen, die sich um unsere Gesundheit kümmern, auch wissen, was sie tun. Sonst könnte ja jeder Postbote sich als Chefarzt verkleiden…

Es darf auch nicht jeder seine Persönlichkeit frei im Straßenverkehr entfalten. Das Führen bestimmter Fahrzeuge ist an bestandene Fahrprüfungen gekoppelt. Und dann gibt es eine Straßenverkehrsordnung, an die man zu halten hat. Warum? Weil es sonst Tote und Verletzte gibt, wenn Menschen zu schnell oder in nicht mehr fahrtüchtigen Zustand rote Ampeln ignorieren.

Der Staat darf auch Eigentum beschränken. Gewisse Gegenstände darf man nicht besitzen, gewisse Substanzen weder besitzen noch konsumieren. Warum? Um Gefahren für die Allgemeinheit auszuschließen.

Der Staat muss immer eine Güterabwägung vornehmen, wenn er Freiheiten (des Einzelnen) zugunsten von anderen Rechtsgütern, wie zum Bespiel Sicherheit Vieler einschränkt… und das macht er auch.

Und was mache ich nun, wenn ich glaube, dass der Staat meine Freiheiten zu unrecht einschränkt? Auch dafür gibt es klare Regeln: Ich kann das entsprechende Gericht anrufen. Auch dieses Recht räumt mir der Staat ein.

Wer sich also über einen staatlichen Grundrechtseingriff beschweren möchte, kann das gerne tun. Aber nicht mir gegenüber.

Das Jahr-2000-Corona-Problem

Bitte wie? Was haben Corona-Virus und Jahr-2000-Problem miteinander zu tun?

Natürlich nichts. Und doch gibt es eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Doch der Reihe nach.

Irgendwann fiel auf, dass die zweistellige Speicherung der Jahreszahl beim Übergang von 1999 auf das Jahr 2000 zu Problemen führen wird. Die Autoren von entsprechenden Warnungen wurden belächelt.

„So alte Software ist doch nicht mehr im Einsatz…“

„Oh doch, wir haben an vielen Stellen nachgesehen und da was gefunden, bei Banken, bei Versicherungen, bei Steuerbehörden, bei der Steuerung von Maschinen, Anlagen und Kraftwerken.“

„Ach, da passiert schon nichts…“

„Nun, wir haben da mal genauer nachgesehen und festgestellt, dass da zum Teil unsinnige Ergebnisse oder gar katastrophale Fehler auftreten werden. Plötzlich will der Computer Steuer für die letzten 100 Jahre berechnen. Oder der Fahrstuhl bleibt stehen, weil er seit 100 Jahren keine Wartung mehr bekommen hat. Oder das Kernkraftwerk….“

OH SCHEISSE!

„Ja, sagten wir doch, nur etwas vornehmer ausgedrückt! Aber wir haben noch ein paar wenige Jahre, um das jetzt glattzuziehen, dann fliegt uns nichts um die Ohren.“

Und so kam es, da in den Jahren vor dem Jahrtausendwechsel überall, nachgesehen wurde, wo überall Computer drin sind, geprüft wurde, was anfällig ist und dann wurden die Altlasten glattgezogen. War damals ein riesiger Aufwand. Und viele Firmen, die auf tickenden Zeitbomben saßen, haben still und leise ihre (längst überfälligen) Hausaufgaben gemacht.

War damals viel Arbeit, war unbequem, war teuer. Aber das Ergebnis war, dass uns (praktisch) nichts um die Ohren geflogen ist. Dann kamen die Menschen, die nicht viel von Technik verstanden und sagten

Seht ihr, ist doch nichts passiert, Euer Gerede vom Jahr-2000-Problem, das war alles nur Panikmache…

Und genau hier ist die Parallele zu Corona. Hierzulande gab es verhältnismäßig wenig Todesopfer, stand heute knappe 8.700 bei 83 Millionen Einwohner. Sehen wir mal in das europäische Ausland, dann müssen die Spanier 27.100 bei nur 47 Millionen Einwohnern beklagen, Frankreich 30.000 bei 67 Millionen, Italien 34.000 bei 60 Millionen. Und die USA lieben bei 111.000 Opfern bei 328 Millionen.

Dass wir hier so wenige Opfer haben, liegt (auch) daran, dass wir die Maßnahmen recht schnell recht ernsthaft durchgezogen haben. Wer also meint, die Maßnahmen wären alle übertrieben, der spielt ganz klar mit Menschenleben.

Verfrühte Lockerungen werden viele Menschenleben kosten. Und nun sehe mal jeder in den Spiegel und frage sich, ob er selbst das nächste (vermeidbare) Opfer sein möchte.

Mehrwertsteuersenkungen als Wirtschaftsimpuls?

Machen wir uns nichts vor, die Zeiten sind nicht sehr erfreulich. Corona und vor allem die Maßnahmen dagegen, bringen viele unangenehme Dinge mit sich. Kurzarbeit oder gar Entlassungen für Arbeitnehmer. Wegfallende Auftrittsmöglichkeiten für Künstler, wegfallende Aufträge für Kleinunternehmer, geschlossene Arbeitsstätten für das Rotlicht und und und.

Und wie immer, wenn Menschen weniger Geld verdienen oder nicht sicher sind, ob sie demnächst noch Geld verdienen werden, bricht der Konsum und damit auch die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen ein. Und das ist schlecht für die Wirtschaft, unter anderem, weil Multiplikatoreffekte ausgelöst werden.

In solchen Fällen sollte die Politik darüber nachdenken, wie sie gegensteuern kann und die Menschen zu mehr Konsum anregen kann, wie sie die Wirtschaft mit mehr Nachfrage beleben kann.

2008/2009 gab es die Abwrackprämie für alte Autos. Auch mein damals altes Auto wurde plötzlich „Geld wert“, sofern ich mir ein neues kaufen wollte. Wollte ich dann. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun denke die Regierung über eine zeitweilige Reduktion des Mehrwertsteuersatzes nach. Statt 19% soll der Satz bis Ende 2020 auf 16% gesenkt werden. DREI PROZENT, das klingt erstmal ganz prima und nach nicht so wenig.

Nun, es ist keine Senkung um 3 Prozent, es ist eine Senkung um 3 Prozentpunkte. Wer nicht ganz sicher ist, was der Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten ist, kann gerne hier nachlesen.

Nehmen wir einen Nettopreis von 100€ Euro, rechnen wir die alte bzw. neue Mehrwertsteuer hinzu, dann kommen wir auf 119 Euro (normaler Preis) beziehungsweise auf 116 Euro. Und rechnen man hier einmal die Preissenkung aus, kommt man auf 2,58 Prozent.

Aber das ist doch immer noch ganz nett…

Jein. Neulich hatten wir eine Änderung des Mehrwertsteuersatzes für Damenhygieneprodukte von 19 auf 7 Prozent. Ziel der Maßnahme sollte sein, dass die Schachtel Tampons (binden usw.) weniger kosten sollte. Was ist tatsächlich passiert?

Preise sind ja das Ergebnis von Aushandlungen zwischen Anbietern und Nachfragern auf einem Markt. Die einen fragen sich: „Was hätte ich gerne für das Produkt?“, die anderen fragen sich: „Was bin ich bereit, dafür auszugeben?“. Und dann greifen sie allbekannten Marktmechanismen, die wir alle aus der kaufmännischen Ausbildung, dem Studium von Volks- oder Betriebswirtschaft, oder der Lebenserfahrung her kennen.

Bei Tampons wurde der reduzierte Steuersatz nicht an die Verbraucher:innen weitergereicht. Hersteller und Handel haben sich über die Vorlage zur Preiserhöhung gefreut, Frauen zahlen nach wie vor, der Staat nimmt weniger Steuer ein. Das Ganze war also ein Eigentor mit Ansage, ich hatte hier mal darüber geschrieben.

Nun also eine generelle Senkung des Mehrwertsteuersatzes? Für ein halbes Jahr? Bedeutet also zweimal binnen 6 Monaten, dass der Handel seine Preise ändern muss. Was für ein Aufriss.

Wird das tatsächlich passieren? Werden die geringeren Steuerzahlungen an den Verbraucher durchgereicht? Da kann man auch an den Weihnachtsmann glauben. In vielen Bereichen werden sich Hersteller und Handel über die Mehreinnahmen freuen, ohne dass der Verbraucher wird weniger zahlen müssen.

Dem Staat werden viele Steuermilliarden (eine 1 mit 9 Nullen) entgehen. Belebung der Konjunktur? Werden wir sehen.

Was wäre eine Alternative? Denken wir mal nach. Kennt hier jemand Silvio Gesell? Ihm verdanken wir den Begriff des „Schwundgeldes„. Das ist Geld, das seinen Wert sehr schnell von selbst verliert.
(Wer will, kann sich gerne mit der Theorie beschäftigen, ich musste einst ein Referat darüber halten, ist aber schon laaaaaange her…)

Stellen wir uns vor, die Regierung gibt nun jedem deutschen Staatsbürger (oder nur den Erwachsenen, aber allen Menschen, es sind verschiedene Modelle denkbar) einen Scheck über — sagen wir mal — 5.000 Euro. Allerdings einen Scheck, der bei Nichtausgabe monatlich 500 Euro an Wert verliert. Klingt erstmal komisch, aber denken wir mal weiter.

Was passiert nun also? Wer das Geld nicht ausgibt und den Scheck bei der Bank einreicht, kann zusehen, wie sich das „Geschenk“ binnen 10 Monaten in Luft auflöst. Schade! Wer heute ein (Elektro-)Auto kauft, eine Reise bucht, Dinge reparieren lässt (das Häuschen renovieren) und und und, der hat auf einmal viel Geld, aber eben nur, falls es „sofort“ ausgegeben wird.

Und genau das wollen wir ja. Eine Belebung der Wirtschaft, und zwar JETZT.

Löst das nun alle Probleme? Keineswegs, denn immer noch werden Menschen von Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens betroffen sein. Künstler können nicht auftreten, alle Menschen, die im weitesten Sinne mit Kunst & Kultur ihr Geld verdienen, sind immer noch „gekniffen“ (und das ist noch milde ausgedrückt, für sie wird man andere Lösungen finden müssen. Aber ein genereller Impuls für die Wirtschaft ist es auf jeden Fall. Und einer, der sofort wirken wird.

Schade nur, dass die Lösung zu einfach ist, um umgesetzt zu werden 🙂

„Ortung“ mit den Chips in Personalausweisen

Einer guten Freundin sollte ein Bär aufgebunden werden. Aber vielleicht glaubte auch jemand selbst den Mist, den er ihr da erzählte. Ich hatte ihm dann am Telefon die Dinge erklärt, aber auch versprochen, hier das Ganze etwas ausführlicher zu erklären.

Worum ging es? Der eigentliche Vorwurf lautete

Mit den Chips in unseren Personalausweisen kann uns die Regierung jederzeit per GPS orten und herausfinden, wo wir sind, denn die Ausweise senden unseren Aufenthaltsort

Ja. Hat offenbar jemand sehr ernst gemeint. Hier also ein paar Grundlagen zum Thema Ortung und Positionsbestimmung.

Wie findet man heraus, wo man ist?

Machen wir es uns mal etwas einfacher und denken uns die Erde als eine Scheibe. Nein, ich habe mit der Flach-Erde-Theorie nix am Hut, aber im Nahbereich kann man die Erdkrümmung vernachlässigen.

Wir brauchen dazu „Landmarken„, also prägnante Objekte, deren (genaue) Position wir wissen. Oder aus einer Karte ablesen können. Und wir brauchen einen Kompass, mit dem wir eine Landmarke anpeilen können und so den Winkel zwischen Norden und der Landmarke bestimmen können.

Nun kommt etwas Mathematik ins Spiel. Wir rechnen den Gegenwinkel aus. Dazu nehmen wir den gepeilten Winkel unseres Kompass und addieren (subtrahieren) 180° und erhalten dann den Winkel, in dem mal von der Landmarke zu uns sehen kann. Das tragen wir mit einem Strich in die Karte ein. Wir wissen nun also, dass wir uns irgendwo auf dieser Linie befinden. Aber wo?

Nun kommt eine weitere Landmarke ins Spiel, die wir nach dem selben Prinzip anpeilen, wieder den Gegenwinkel berechnen und dann in die Karte einzeichnen. Dort, wo sich die Striche kreuzen, da sind wir. Und wer Lust hat, peilt weitere Landmarken an, um Messfehler auszugleichen und eine höhere Genauigkeit zu erreichen,

Nun ist die Erde aber keine Scheibe sondern (einigermaßen) kugelförmig. Und Anpeilen von Landmarken funktioniert nur dort, wo ich sie noch sehe. Für eine (genaue) Positionsbestimmung, beispielsweise in der Wüste oder auf See, braucht man etwas anderes.

Und hier kommen Satelliten ins Spiel. Sie umkreisen die Erde und festgelegten Bahnen und haben präzise Uhren an Bord. Wozu das? Die Satelliten senden zwei Signale: Einmal ihre (präzisen) Bahndaten und die (genaue) Uhrzeit.

Ein Empfänger am Boden empfängt einen Satelliten und bekommt die Uhrzeit. Da das Funksignal sehr schnell ist (300.000 Km/s), können wir die Laufzeit des Signals vom Satelliten zu uns vernachlässigen.

Empfängt der Empfänger zwei Satelliten, dann kann er daraus mehr Daten gewinnen. Der Empfänger muss die Bahndaten auswerten und aus der gemessenen Zeitdifferenz der Signale Position berechnen. Empfängt der Empfänger drei oder mehrere Satelliten, so kann auch die Höhe über Normal Null berechnet werden.

Soweit die Theorie. Nun zur Praxis. Kann man solche Empfänger in „klein“ bauen? Ja, kann man. Was früher noch mehrere mannhohe Schaltschränke füllte, ist heute ein winziger Chip, der in jedem (modernen) Handy steckt. Klein genug, um so etwas in einem Personalausweis zu verstecken? Ja, sehr wahrscheinlich.

Aber? Empfang des reinen Signals kostet Strom und das Ausrechnen der Bahndaten und die Ermittlung der genauen Position kostet Rechenleistung, also auch wieder Strom. Nicht ganz so wenig.

Jeder kann man einen Test machen. Handy voll laden und auf dem Tisch liegen lassen und nicht telefonieren. Einmal den Test mit eingeschaltetem GPS und Ortungsdiensten und einmal mit ausgeschaltetem GPS. Der Unterschied in der Laufzeit ist deutlich messbar. Positionsbestimmung braucht also Strom.

Und wie sendet man seine Position zurück?

Natürlich kann man (s)eine bekannte Position mit den genauen Koordinaten senden, damit man gefunden werden kann. Dazu braucht man entsprechende Funktechnik. Und Sendeleistung. Und je weiter das Ortungssignal reichen soll, desto größer muss die Funktechnik und die Sendeleistung sein. Und beides braucht Strom. im Zweifel viel Strom.

Und woher soll der Strom kommen?

Wie oft müssen wir unsere Handy aufladen? Jeden (zweiten) Tag. Und wie lange dauert das? Viele Minuten bis wenige Stunden. Und woher kommt nun bei einem Personalausweis, der eine Gültigkeit von 10 Jahren hat der Strom? Ohne Aufladen?

Aber bei meinem Funkwecker funktioniert das ja auch… Da hält die Batterie auch jahrelang.

Wie groß (und schwer) ist die Batterie bei einem Funkwecker? Ganz schön, verglichen zu Größe und Gewicht eines Personalausweises. Entscheidend ist aber der Unterschied in den Funktionen. Ein Funkwecker hat einen Funkempfänger und eine Quarzuhr. Wird eine Batterie eingelegt, meldet die Quarzuhr, dass die nicht weiß, wie spät es ist. Daraufhin wird der Empfänger eingeschaltet. Er lauscht dann dem Funksignal, bis er Uhrzeit (und Datum) empfangen hat, übergibt die Daten dann der Quarzuhr und wird abgeschaltet, um Strom zu sparen. Ab und zu wird der Empfänger eingeschaltet, um die Uhrzeit der Quarzuhr zu überprüfen und sie nachzustellen. Eine Sendefunktion findet nicht statt. Deswegen kann eine Batterie im Funkwecker jahrelang halten.

Ein Personalausweis hat keine Batterie, keinen Strom, kann kein GPS-Signal empfangen und keinen Standort senden.

Wozu dann der Chip im Personalausweis?

Damit werden Eure Gedanken kontrolliert, wacht bloß nicht auf, ihr Schlafschafe 😉

Viel bessere Möglichkeiten der Ortung…

Was könnte man nehmen, um Menschen wirklich fast immer und überall orten zu können? Was braucht man dazu? Einen eingebauten GPS-Empfänger, so wie in einem Handy. Und eine Möglichkeit, Daten über den eigenen Standort an ein Netz zu senden, so wie beim Handy. Und man müsste dafür sorgen, dass sich die Menschen „nackt“ fühlen, wenn sie das Ortungsgerät nicht dabei haben, so wie beim Handy. Und wegen des relativ hohen Energiebedarfs, müssten die Menschen das Ortungsding dauernd laden, so wie ein Handy.

Hmmm, was könnte man den Menschen nur unterjubeln, damit man sie immer orten könnte? Ich komme einfach nicht drauf… Moment, mein Handy klingelt gerade…

Wenn Langeweile zu Aufregungen führt

Viele Menschen sitzen derzeit freiwillig oder unfreiwillig zu Hause. Manchmal auch in zwangsweiser Quarantäne. Und haben dann Langeweile. Und sehen das Internet leer, sehen Youtube, sehen Instagram.

Und manchmal fallen einem dazu Sachen ein. So auch Oliver Pocher. Der machte sich über Influencer lustig. Was die Betroffenen nun so überhaupt nicht lustig finden.

Kann man verstehen (wollen). Muss man aber nicht verstehen.

Was sind Influencer? Bei Wikipedia finden wir eine (wie ich finde) recht gelungene Definition. Es geht also darum, den eigenen „Ruhm“ oder eher die eigene Berühmtheit in sozialen Medien gewinnbringend zu vermarkten und andere Menschen zu beeinflussen.

Wenn Menschen, die im echten Leben echte Leistungen erbracht haben, (Ihren Ruhm und nun) Dinge vermarkten, dann kann ich das verstehen. Der ehemalige Sportler verkauft nun (in seinem Sportgeschäft) Sportartikel, an deren Entwicklung er (bestenfalls) mitgewirkt hat. Oder ein erfolgreicher (Fernseh-) Koch hat seine eigene Kollektion an Messern, Töpfen usw. Wenn Preis und Leistung nicht im krassen Mussverhältnis stehen, dann ist das wohl okay.

Wenn Menschen, deren „Ruhm“ nur aus (möglichst) vielen Beiträgen in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram besteht, dann eigene Produkte zu (stark) überhöhten Preisen, dafür aber manchmal mit abenteuerlichen „Rabatten“ anbieten oder „Gewinnspiele“ anbieten, mit denen man die Produkte bekommt, dann ruft das auch kritische Geister auf den Plan.

Und Oliver Pocher. Der machte sich dann über diese Influencer lustig und fand dann auch deutliche Worte. Das Influencer:innen dann bitterliche Tränen vor der Kamera verdrücken und sich so von Pocher „gemobbt“ fühlen, weil er so gemein zu ihnen ist, weil er nachweisen wollte (und konnte), dass die „Likes“ und die „Follower“ bei Instagram gekauft sind…

Das erinnert mich an einen ehemaligen Verteidigungsminister, der sich hinstellte und Kritik an seiner Doktorarbeit auch als „abstrus“ darstellte und alle Vorwürfe zurückwies. Wochen später musste er unter Schimpf und Schande das Amt verlassen.

Wer als Influencer:in weder Follower noch „Likes“ kauft und auch keine unseriösen „Gewinnspiele“ macht, gibt auch Kritikern und Oliver Pocher keinen Angriffspunkt. Wer sich aber in sozialen Medien prostituiert und alles für Aufmerksamkeit macht, dem ist wenig zu helfen.

Aber am Ende haben alle gewonnen. Oliver Pocher hat wieder ein „Opfer“ gefunden, auf dem er herumtrampeln kann. Und Influencer:innen können medienwirksam in die Kamera heulen und verkünden, das eigene Profil bei Instagram abzuschalten … um es wenige Stunden wieder online zu bringen. Und die Aktion hat dann allen mehr Follower gebracht.

Man kann über Pocher denken, was man will, genau wie Mario Barth hat er seit Jahren seine Masche gefunden und bedient die Erwartungen seines Publikums. Und das macht er durchaus gekonnt. Dass sein Programm nicht jedem gefällt, ist klar. Man muss sich aber auch nicht als Influencer:in in die Öffentlichkeit stellen und sich möglicher Kritik (oder Verarsche durch einen Oliver Pocher) aussetzen.

Liebe Eltern, bringt Euren Kinder bei, dass eine gute Schulbildung und ein ehrlicher Beruf verhindern, dass man auf dem Social-Media-Strich unter die Räder kommt.

Joko und Klaas und die Männerwelten

Joko und Klaas, zwei Moderatoren beim Fernsensender Pro7, haben gegen ihren Sender 15 Minuten Sendezeit erspielt und konnten senden, was sie wollten. Und haben dann die Sendezeit zur Verfügung gestellt. Gezeigt wurden dann „Männerwelten„, in denen die schlechte Behandlung von Frauen durch Männer gezeigt wurde.

Oh weh!

Was es dort zu sehen gab, war zum Teil sehr sehr beschämend. Männer, was ist los, wenn ihr Frauen ungefragt und ungebeten Bilder von Eurem Geschlechtsteil schickt?

Und wieso muss man Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, schreiben, ob und dann man sie für „fickbar“ (Ausdruck wurde so gebraucht) hält? Oder was man gerne mit den Frauen anstellen würde? Sorry, das geht ü-ber-haupt nicht! (Und das „Sorry“ nehme ich zurück)

Allerdings drängen sich ein paar Fragen auf…

Warum müssen sich Joko und Klaas sich für so ein wichtiges Anliegen überhaupt Sendezeit bei einem Spiel gegen Pro7 erspielen? So ein wichtiges Thema hätte Pro7 auch so mal bringen können.

Und dann eine ganz andere Frage: Wieso bringt das Pro7-Tochterunnetnehmen „Joyn“ dann eine Serie, die „MILF oder Missy“ heißt? Für die, die mit dem Begriff „MILF“ nichts anfangen können, findet sich hier eine Erklärung. Bei „MILF“ geht es also um die „Fickbarkeit“ oder „Fickwürdigkeit“ eine Frau im fortgeschrittenen Alter. Ganz. Große. Klasse!

Genau solche Kategorien wie „Fickbarkeit“ brauchen wir unbedingt im Umgang von Menschen im Allgemeinen oder zwischen Männern und Frauen.

Und wenn wir schon dabei sind. Wieso läuft abends auf Pro7 Werbung für Sexdienstleistungen am Telefon oder per Internet? Natürlich hat die „Studentin“ immer Spaß am Sex und liegt es, als dauergeiles Fickstück dargestellt zu werden.

Nenenene, Pro7, auch 15 Minuten „Männerwelten“ können Euch nicht sauberwaschen. Euch geht es um Geld. Und wenn ihr dabei Sexismus verkauft, dann ist das Eure Entscheidung. Aber dann fühlt Euch nicht auf einmal ganz prima, weil ihr mal 15 Minuten auf sexistisches Verhalten vieler Männer gegenüber Frauen hingewiesen habt.

Und Männer: Überdenkt mal Euer Verhalten. Vielleicht hilft folgender Vergleich:

Stell Dir vor, Du triffst Dich mit einem Kumpel in einer ganz normalen Bar. Ihr unterhaltet Euch ganz normal über ganz normale Themen. Dann betreten ein paar Männer die Bar. Große Männer. Mindestens einen Kopf größer als ihr selbst. Sehr stark aussehend. Sehr muskulös. Sehr böses Gesichtsausdruck, mit dem die Männer Euch ansehen. Und diese Männer unterhalten sich deutlich hörbar darüber, wie geil es wäre, Euch mal anständig durchzuficken. Sie beschreiben in ihren Unterhaltungen sehr präzise, mit welcher Eurer Körperöffnung sie genau was anstellen würden. Fühlt sich das gut an? Fühlt sich das witzig an? Nein?

Aber es setzt vielleicht Denkprozesse in Gang!

Gastronomie in der Krise — Wirklich?

In den Zeiten von Corona und des derzeitigen „Lockdowns“ sind viele Branchen betroffen. Manche davon stecken ein paar Monate Umsatzausfall eher locker weg, andere jammern ganz fürchterlich. Das ist je nach Branche ganz unterschiedlich.

Der Friseur, der ein paar Wochen, eher knappe zwei Monate, Zwangspause hatte, wird die ausgefallenen Haarbehandlungen (Achtung Wortwitz) nicht mal so eben nachholen. Ob mir mein Friseur nun einen oder zwei Zentimeter Haarlänge abschneidet, ist für mich kein Unterschied. Dass ich in den letzten zwei Monaten nicht zum Friseur konnte und mein Geld nicht dort ausgeben konnte, ist für den Friseur schon merkbar. Wenn laufende Kosten für Miete und Personal laufen ja weiter.

Aber zurück zu einer anderen Branche. Derzeit leidet ja auch die Gastronomie. Ein berühmter Fernsehkoch erklärt es sinngemäß so:

Das Steak, das ich in den letzten Monaten nicht verkaufen konnte, werde ich nach Corona nicht doppelt verkaufen können.

Das leuchtet ein. Andererseits bedeutet Corona und der Lockdown eben auch, dass Menschen zuhause sitzen und kaum eine Chance haben, Geld auszugeben. Also nach Corona sitzt bei denen, die nicht von Kurzarbeit betroffen waren, der sprichwörtliche Groschen entsprechend lockerer.

Und dann ist da noch etwas. Gerade in der Gastronomie soll es vorkommen, dass nicht jedes Essen ganz sauber durch die Kasse läuft. Ich erinnere mich da an den einen oder anderen Fall:

Ich war zum Essen eingeladen. Das Restaurant war klein und fein, bot tolle Speisen mit hohem Anteil an Handarbeit, entsprechend waren auch die Preise. Das ist aber okay, denn Qualität kostet. Und der Gastgeber, jahrelanger Hobbykoch, wusste nicht nur Qualität selbst zu schätzen, nein, er hat davon einiges an mich weitergegeben. Wirklich gutes Essen darf nicht nur einiges kosten, es muss sogar einiges kosten, sonst kann die Kalkulation nicht aufgeben. Gute Zutaten und viel Handarbeit bekommt man nicht mal eben so.

Aperitif, Vorspeise, Hauptgang, jeweils mit unterschiedlichem Getränk, dann Nachspeise und dazu noch Kaffee oder Espresso, da kam für drei Personen dann knappe 200 Euro zusammen. War es aber auch absolut wert.

Wie in feinen Restaurants üblich, kam die Rechnung nicht einfach so. Das Restaurant machte es so: Serviert wurde ein Teller, darauf eine Mappe, darin dann die Rechnung. Nein, keine Rechnung. Auf dem Beleg, von der elektronischen Kasse ausgespuckt, stand in fetten Buchstaben KEINE RECHNUNG.

Keine Rechnung? Aber diesen Zettel dann als echte Rechnung präsentieren? Meine Reaktion wäre klar gewesen: Ich hätte den Teller mit der Mappe und keinem Geld zurückgehen lassen. Vielleicht auf den Zettel geschrieben „Keine Rechnung, kein Geld“.

Das Restaurant hätte seinen Fehler (falsche Taste auf der Kasse gedrückt) bestimmt korrigiert und mir eine richtige Rechnung gegeben. Leider war ich nicht der Einladende und er bezahlte dann den Betrag. Ich habe da eine Vermutung, was dann passiert ist:

Das Restaurant hat die Schein-Rechnung ganz sicher nicht in eine echte Rechnung umgebucht, stattdessen wurde die Aufstellung in der Kasse storniert und das Geld schwarz kassiert.

Das Restaurant könnte sich dann demnächst auf eine Betriebsprüfung einstellen, denn der Zettel fand seinen Weg zu befreundeten Finanzbeamten, die sich über solche Hinweise sehr freuen. Wenn Steuerhinterziehung zum Geschäftsmodell gehört, dann sollte man das eigene Geschäftsmodell überdenken…

Oder das Schwarzgeld für schlechte Zeiten bunkern. Dann braucht man auch nicht in Krisenzeiten zu jammern, wie schlecht es einem doch gehe.

Ein anderes Beispiel: Ein amerikanisches Restaurant. Nein, nicht das Bermuda-Dreieck aus McD, BK und KFC, bei denen sich das Kassenpersonal gerne bei „Inhouse“ und „zum Mitnehmen“ an der Kasse verdrückt hatte.

Ich war in einem anderen amerikanischem Restaurant. Die Burger dort sind klasse, die Preise vernünftig, meine Begleitung Finanzbeamtin. Und — Berufskrankheit — achtete sie auf den Bon. Auch dort wieder nur eine unverbindliche Aufstellung. Die Bedienung redete sich damit raus, dass sie ja noch nicht wissen könne, ob wir nicht irgendwelche Rabattgutscheine hätten. Ja, ne, ist klar!

Auch dieser Laden könnte demnächst mal Besuch bekommen, der nicht unbedingt am Essen interessiert ist…

Also liebe Gastronomen, wenn ihr jetzt nach staatlichen Hilfen fragt, dann sollten die so ausfallen, dass auch dabei dann ein gewisser Anteil Schwarzarbeit abgezogen wird. Oder ihr könnt wirklich glaubhaft machen, dass bei Euch niemals auch nur ein Gericht oder Getränk nicht durch die Bücher lief.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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