70 Jahre nach dem Krieg: Richtig tanken bringt Vorteile…

Es ist gut 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, im Entwurfsordner dieses Blogs, warteten noch ein paar Anmerkungen zu Details, ich kippe sie jetzt einfach mal in den Ordner mit Veröffentlichungen.

Vor 75 Jahren, 1940, geriet der Krieg zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich in die heiße Phase. Zwar hatte Frankreich dem Deutschen Reich kurz nach dessen Überfall auf Polen den Krieg erklärt und damit seine Verpflichtungen gegenüber Polen erfüllt, aber der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich war ein sogenannter Sitzkrieg, beide Seiten saßen sich gegenüber und hüteten sich, die jeweils andere Seite anzugreifen. Erst am 10. Mai 1940 wurden die Deutschen Truppen aktiv und begannen den aktiven Krieg gegen Frankreich.

Was dann geschah, ging als „Blitzkrieg“ in die Geschichtsbücher ein. Gerne wird an dieser Stelle vergessen, dass Frankreich über mehr und teilweise auch technisch bessere Panzer verfügte als die angreifenden Deutschen. Wie kam es dann dazu, dass die Franzosen den Krieg so schnell verloren? Ein Detail war die Betankung der Panzer.

Panzer, egal welcher Nation, haben einen enormen Treibstoffverbrauch. Die allermeisten Panzer hatten damals Benzinmotoren und keine (etwas) sparsameren Dieselmotoren (das führten die Sowjets mit dem legendären T-34 ein). Die Faustregel „Ein Liter auf einen Kilometer“ war auch damals schon zutreffend, es konnte aber auch mal deutlich mehr Verbrauch sein. Panzer brauchen also eines ganz dringend: Treibstoff. Um diesen zum „Kunden“ zu bringen gibt es unterschiedliche Konzepte:

Die Franzosen hatten Tankwagen, mit mehreren langen Schläuchen und Zapfpistolen, wie man das aus der Tankstelle kennt. Panzer und Tankwagen treffen sich, und dann tankt ein Panzer nach dem anderen. Und wenn auch der letzte Panzer betankt ist, kann die Einheit weiterfahren. Stellen wir uns eine Panzerkompanie vor, drei Züge zu je vier Panzer, dazu einen Kompanieführungspanzer, dann kommt man auf 13 Fahrzeuge. Und wer mal den Stau an der heimischen Tankstelle, wenn es Treibstoff wieder günstig gibt, erlebt hat, kann sich vorstellen, wie lange man braucht. Besonders dann, wenn nicht mal eben 40 sondern 400 Liter getankt werden. Es konnten aber auch mal 800 Liter sein. Es dauerte also.

Die Deutschen gingen anders vor, bei ihnen gab es Benzin in Kanistern. Jene 20-Liter-Blechkanister, die wir heute noch kennen. Diese Kanister wurden auf der Ladefläche eines Lkw transportiert. War der Tankwagen vor den Panzern am vereinbarten Treffpunkt, so wurden ausreichend viele Kanister von der Ladefläche auf den Boden abgeladen, immer so viele Kanister, dass auch ein leerer Tank wieder gefüllt werden konnte. Pro Panzer gab es einen Stapel Kanister, dann ein paar Meter weiter den nächsten Stapel. Kamen dann die „durstigen“ Panzer an, mussten die Besatzungen nur noch den Inhalt der Kanister umfüllen. Entsprechende große Trichter, mit deren Hilfe man aus mehreren Kanistern gleichzeitig „tanken“ konnte, hatte jeder Panzer dabei. Genügend Besatzungsmitglieder, hatte ein Panzer auch, je nach Modell gab es vier oder fünf Mann Besatzung. Und ehe man sich versah, war der Panzer betankt, die leeren Kanister wurden vom Tankwagen wieder eingesammelt und an einem zentralen Tanklager wieder befüllt. Kanister, die nicht entleert wurden, kamen für den nächsten Einsatz gleich wieder auf den Tankwagen.

Kam der Tankwagen zu den warteten Panzern, fuhr er an der Kolonne vorbei, warf man der Besatzung die gewünschte Anzahl von Kanistern zu und es wurde getankt wie oben beschrieben.

So kam es, dass der „Tankstopp“ bei den deutschen Panzern sehr kurz war, während die französischen Panzer deutlich länger brauchten, um wieder einsatzbereit zu sein. Und dieser Zeitvorteil war einer von mehreren Faktoren, die über Sieg oder Niederlage entschieden.

So ähnlich ist das heute noch bei der Autorennen. Klappt der Tankstopp, spart man wertvolle Zeit. Gibt es Probleme, verliert man wertvolle Zeit und die anderen gewinnen das Rennen. Nur dass man heute nicht mehr auf einander schießen muss…

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About Nik

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