Abenteuer beim Dienstleister

Ja, auch ich möchte mich mal über Dienstleister aufregen dürfen: Heute rief ich beim Arzt an und es ergab sich dieser Dialog:

Ich: „Ich habe Beschwerden und hätte gerne baldmöglichst einen Termin.“
Sie: „Termine haben wir Ende Januar wieder.“
Ich: „Kein Problem, welchen Arzt können Sie mir für dringende Fälle empfehlen?“
Sie: „Haben Sie denn Beschwerden?“

(Sagte ich das nicht gerade?)

Ich: „Ja, habe ich.“
Sie: „Was für Beschwerden haben Sie denn?“

(Meine Kollegen im Büro wollen das bestimmt auch alle mithören. Kann sich das die Arzthelferin nicht denken?)

Ich: „Ja, also, es ist schon dringend…“

(Meine Kollegen täuschen vor, daß sie nicht mithörten.)

So ging das Spiel dann noch eine Weile, bis ich dann doch morgen einen Termin zu einer noch fast arbeitnehmerfreundlichen zu nennenden Zeit aus ihr herausholen konnte. Ist der Dame eigentlich klar, daß letztendlich ICH ihr Gehalt bezahle? Schließlich könnte ich mein Wehwehchen auch von einem anderen Arzt behandeln lassen.

Ob ich das ihrem Chef morgen mal sagen werde? Oder bin ich froh und dankbar, daß ich nicht irgendwo hin muß?

1 Kommentar zu „Abenteuer beim Dienstleister“

  • -thh schrieb:

    Nun ja, Termine gibt’s halt nur dann, wenn welche frei sind; gibt es viel Nachfrage, gibt es erst spät Termine. Und wenn man dazwischen welche für dringendere Fälle freihält, dann möchte die man natürlich nicht nur deshalb vergeben, weil jemand mal eben behauptet, es sei etwas dringendes.

    Und man glaube nicht, das käme nicht vor. Wo es den ärztlichen Bereitschaftsdienst am nachts und Wochenende in organisierter Form, also mit einer besetzten Bereitschaftspraxis, gibt, herrscht da nach kurzer Zeit ganz normaler Praxisbetrieb, bis hin zu "ich habe da seit sechs Wochen (!) diese und jene Beschwerden". Warum auch nicht, am Wochenende hat man ja Zeit und den (nicht sehr hohen) Aufschlag zahlt die Kasse. Es gibt genügend Patienten, die sich dann sogar *beschweren*, das in dieser Praxis für *Akutfälle* (also alles, was dringlich, aber nicht so lebensbedrohlich ist, daß ein Einsatz des Rettungsdienstes mit dem Notarzt erforderlich wird) keine festen Termine vergeben werden.

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About Nik

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