Bahn-Wahn statt Bahn fahren

Manchmal wünscht man sich ein Verkehrsmittel, das einen bequem, staufrei, nervendschonend und ökologisch von A nach B bringt. Man müßte nicht zum Flughafen fahren und dort lange vor dem Abflug seine Zeit vertrödeln, man stünde nicht im Stau oder würde von schlechtem Wetter ausgebremst. Auch wäre es schön, die ganzen Sonntagsfahrer und Möchtegern-Fahr-Erzieher nicht um sich herum haben zu müssen.

Ein Verkehrsmittel, in das man einfach einsteigt, das einen an den gewünschten Ort bringt, vielleicht mit dem einen oder anderen Zwischenhalt. In dem man bequem sitzt, sich entspannt, die Reisezeit als Arbeitszeit nutzt, in dem es auch Speisen und Getränke gäbe, so daß die Tour nicht zur Tortur werde.

Gibt es schon und heißt Eisenbahn?

Die Realität sieht anders aus. Die Züge sind nicht immer so, daß wir sie gerne benutzen möchten: zu voll, zu laut, zu dreckig, zu schlechte Luft, zu unzuverlässig, zu unpünktlich, zu teuer, zu umständlich, das sind die Gründe, die uns die Reise mit der Bahn verleiden.

Dabei könnte, gerade für den geschäftlichen Fernreisenden, Reisezeit Arbeitszeit sein. Man braucht dazu einen kleinen Tisch für Rechner und Unterlagen, Strom aus der Dose, ausreichend Platz, damit einem während der Fahrt nicht die Beine einschlafen.

Bei Spiegel Online lesen wir nun, daß die Bahn zukünftig zwar Steckdosen für mitgebrachte Rechner oder Unterhaltungselektronik anbietet, jedoch die Bestuhlung noch enger anordnen will. Vier Zentimeter weniger Platz hört sich nicht viel an. Wer jedoch als Mensch nicht klein und zierlich ist, der ist um jeden Zentimeter mehr statt weniger froh, schließlich wird der durchschnittliche Deutsche immer größer, wie kann man da den Platz verringern?

Engere Bestuhlung bedeutet zudem auch mehr Reisende pro Waggon, was der Luftqualität nicht förderlich sein dürfte.

Im Auto habe ich schließlich soviel Platz, wie ich mir als Fahrer den Sitz einstelle, Temperatur und Luftmenge kann ich meinen Bedürfnissen anpassen.

Ich fürchte, dieser (Schach-) Zug der Bahn führt auf ein totes Gleis.

2 Kommentare zu „Bahn-Wahn statt Bahn fahren“

  • Kai Bojens schrieb:

    Nunja. Ich musste drei Monate werktäglich zwischen Lübeck und Bremen pendeln. Und obwohl ich ab Bad Schwartau losfuhr und dann in Lübeck und Hamburg jeweils Anschlußzüge erreichen musste, kam ich immer pünktlich (=geplant) in Bremen an – und umgekehrt. Das einzige wirkliche Manko ist in der Tat die Strecke HH/HL bzw. die dort eingesetzten Rumpelzüge. Aber diese sollen ja 2006 durch moderne Doppelstöcker ersetzt werden (wie beim Metronom nach Bremen und Uelzen).

  • partygirl schrieb:

    Als ich neulich nach Nürnberg unterwegs war, dachte ich, ich sei eine ganz Schlaue, da ich vorsorglich einen Tischplatz reserviert hatte. Es hieß, dort gäbe es Steckdosen im tollen, modernen ICE. Enttäuscht bekam ich einen engen Platz, zwar am Tisch, aber so dicht an der Garderobe, dass ich meinen linken Arm nicht mal auf die Lehne legen konnte. Nach 3 Stunden gab mein Akku dann auch auf…

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