Blinder Sparzwang

„Blinde haben kein Anrecht darauf, lange Wegstrecken zurückzulegen, ein Blindenstock muß reichen.“

So oder so ähnlich argumentiert die AOK in Bayern, wenn sie Blinden einen Blindenführhund, im Volksmund schlicht Blindenhund genannt, verweigert. Das Gebot der Sparsamkeit verbiete eine Kostenübernahme. Geht es wirklich ums Geld?

Sicherlich ist die Ausbildung eines Blindenhundes teuer, bis zu 20.000 Euro kommen da zusammen. Doch von wie vielen Fällen reden wir? In Bayern sind runde 180 solcher Hilfsmittel im Einsatz, die Gesamtsumme ist also überschaubar.

Blind zu sein, macht Vieles komplizierter. Wenn ein Hund die Lebensqualität in manchen Fällen deutlich steigern kann, dann ist das eine gute Sache. Fadenscheinigen Ablehnungen sind da peinlich.

Ich frage mich, ob das Gebot der Sparsamkeit bei der AOK in Bayern dazu führen wird, dort die Dienstwagen abzuschaffen. Für die alltäglichen Verrichtungen im Nahbereich (Zitat aus einem Ablehnungsschreiben) sollte auch der ÖPNV ausreichen. Oder wollen die Manager nur bei Anderen sparen und nicht bei sich selbst?

Spiegel Online hatte dazu auch was geschrieben.

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About Nik

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