Blogs völlig überschätzt?

Bei N-TV können wir nachlesen, daß Weblogs völlig überschätzt werden.

Ah ja. Das erinnert mich an eine Äußerung des Pressesprechers eines großen Lübecker Unternehmens mit Weltgeltung. Einen Auftritt im Internet lehnte er mit der Begründung „Internet ist wie Bildschirmtext – in 2 Jahren redet kein Mensch mehr darüber…“ ab. Das war ungefähr 1996, als das Medium längst aus den Kinderschuhen entwachsen und seine Zukunft als neues Marketinginstrument schon klar erkennbar war. Wie man sich doch irren kann!

Nun sollen also Weblogs völlig überschätzt sein? Immer mehr Menschen schreiben über immer mehr Themen. Die Auswahl reicht von Banalem bis zu Bedeutendem.

Wer zum Beispiel mit einem Anbieter, dessen Produkten oder Leistungen unzufrieden ist, konnte sich früher entweder direkt an den Hersteller wenden, der dann nach Gutdünken reagierte – oder auch nicht. Oder man konnte sich an die Medien wenden und einen Leserbrief schreiben. Medien, denen geldbringenden Werbekunden wichtig sind, werden sich überlegen, ob sie die Hand beißen möchten, die sie füttert. So blieb vieles ungesagt oder unveröffentlicht, was für Andere durchaus hätte interessant sein können.

Die Zeiten haben sich geändert: Blogs und Webforen sind einfach zu bedienen, man benötigt kein besonderes EDV-Wissen mehr, um die eigene Meinung im Netz zu verbreiten oder sich einfach untereinander austauschen und Erfahrungen teilen. Gute wie schlechte. Firmen werden nicht untätig bleiben (können), wenn sich viele Kunden über schlechten Service oder schlechte Produkte austauschen. Selten hat es eine so dermaßen klare Möglichkeit der Rückmeldung gegeben.

Das muß man nicht negativ sehen. Kunden sind es, die einer Firma Aufträge und Geld bringen. Zufriedene Kunden sind die besten Kunden. Heutzutage ist es sehr einfach geworden, dem Volk aufs Maul zu schauen direkte Rückmeldung vom Kunden zu bekommen. Und damit auch wertvolle Hinweise, was die Kunden wirklich wollen. Und wie sie die eigenen Produkte noch einsetzen. Und was die Produkte so gut macht. Oder wie man sie verändern oder verbessern könnte.

Die Kunden fangen an, sich freiwillig untereinander zu unterhalten. Die Kunst besteht nun im Zuhören. Oder im Mitlesen von Blogs und Webforen.

Vielleicht läßt sich heute noch kein genaues Ziel der Reise vorhersagen, aber die Richtung steht klar fest. Und wer heute glaubt, Weblogs seien völlig überbewertet, der hätte auch 1996 das baldige Ende des Internets prophezeit.

2 Kommentare zu „Blogs völlig überschätzt?“

  • Heide schrieb:

    Nachdem ich entdeckt habe, daß mein harmloser kleine Tagebuch-MSN-Space über die Suchmaschinen großzügig mit Besuchern versorgt wird, kann ich Deine Beobachtungen nur bestätigen. Hier findet das Paradoxon der privaten Öffentlichkeitsarbeit statt.
    ( Aber noch etwas zum HTML – da Du es da unten erwähnst: Hast Du irgendwo in einem der Beiträge einen "TABLE"-Befehl zuviel? Hier muß man ja ordentlich rudern, um von einer Seite zur anderen zu kommen.Mir ist das versehentlich schon passiert, drum frage ich. Ist es absichtlich, vergiß die dumme Frage und besuch mich einfach so zurück.)
    Ein gutes neues Jahr im Blog und im richtigen Leben!

  • German Psycho schrieb:

    Zwar sind in seinem Blog 45 HTML-Fehler zu finden (nahezu 40 davon "OMITTAG=no" zu verdanken), aber einen falschen Table vermag ich nicht zu erkennen, zumal die Darstellung auch absolut einwandfrei ist. Zumindest mit Opera, Safari und Firefox.

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
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