Bürgernahe Parteien – Telefonische Wahlerinnerung

Politischen Parteien wird gerne mal nachgesagt, sie haben sich (zu) weit vom Bürger entfernt. Daß es aber auch anders gehen kann, zeigte mir eben ein Telefonanruf.

Das Telefon klingelt mit unterdrückter Rufnummer, ich bin skeptisch, wer mich anruft. Der Anrufer meldet sich mit Namen und den Hinweis, daß er im Auftrage der SPD anrufe.

Ich wundere mich.

Er möchte freundlich daran erinnern, daß morgen Bürgermeisterwahl sei und fragte, ob ich denn zur Wahl gehen wolle. Natürlich will ich. Er fragte auch, ob ich noch Interesse an Informationen für meine Entscheidung benötigte. Danke, aber ich habe mich bereits entschieden.

So einen Dienst am Kunden, pardon, Wähler, habe ich noch nie erlebt. Schon erstaunlich, welche Wege Parteien gehen, um Wähler anzusprechen. Schade nur, daß nach der Wahl wieder alles so sein wird, wie vorher, da interessiert der Wähler dann wieder wenig und man beschäftigt sich mit sich selbst und nicht mit den anstehenden Problemen.

Aber lassen wir uns überraschen…

1 Kommentar zu „Bürgernahe Parteien – Telefonische Wahlerinnerung“

  • Kai Bojens schrieb:

    Dass der Wähler zwischen den Wahlen nicht interessiert, kann ich nun wirklich nicht behaupten. Ich kann zumindest für den Ortsverein, in dem ich bis zum Umzug nach Bremen aktiv war, sagen, dass wir uns sehr wohl bemüht haben öffentlich zu sein. Das heisst konkret, dass wir zum Beispiel regelmäßig öffentliche Veranstaltungen zu Themen wie Herrentunnel und Maut, Lehmannkai, Sicherheit in Kücknitz etc. durchgeführt haben. Damit haben wir versucht die Bürger und die Verantwortlichen zusammenzubringen, was mal besser und mal schlechter gelang. Wenn man ein Thema wie den Herrentunnel oder die Linie 32 (ÖPNV in Kücknitz) hat, kann man sicher sein, dass die Veranstaltung gut besucht ist. Und das wird dann alles andere als kuschelig – im Gegenteil: da wird zum Teil recht kontrovers diskutiert, was ja auch im Sinne des Erfinders ist. Auf der anderen Seite gibt es aber auch zahlreiche Veranstaltungen, zu denen schlicht und ergreifend niemand kommt, weil das Thema offenbar nicht so dringlich ist, dass es Leute mobilisiert. Das hatten wir zum Beispiel einmal zum Thema Sicherheit in Kücknitz, wo wir die Polizei und einen Vertreter des runden Tisches zur Kriminalprävention zu Gast hatten. Da waren nur eine handvoll Leute gekommen.

    Was ich damit sagen will, ist, dass es sehr wohl jede Menge Angebote gibt, die aber auch wahrgenommen werden müssen. Und ab und zu muss man vielleicht den Verantwortlichen vor Ort mal auf die Füsse treten und sagen, dass Thema XY nun mal irgendwie behandelt werden müsste.

    Kommunikation ist in der Regel bidirektional. Nur Empfänger zu sein, bringt nicht viel.

Kommentieren

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

Archiv
  • 2020 (25)
  • 2019 (19)
  • 2018 (48)
  • 2017 (38)
  • 2016 (18)
  • 2015 (21)
  • 2014 (61)
  • 2013 (78)
  • 2012 (91)
  • 2011 (67)
  • 2010 (99)
  • 2009 (105)
  • 2008 (96)
  • 2007 (94)
  • 2006 (83)
  • 2005 (123)
  • 2004 (129)
  • 2003 (30)
Kategorien