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Meine Erfahrungen mit Fiensmecker „Hot Peach“

Ich mag es ja gerne scharf. Und ich bin neugierig. Als ich vor ein paar Tagen im großen Einkaufsparadies war, entdeckte ich „Hot Peach“ aus der „Black Edition“ von Fiensmecker. Das klang vielversprechend um es trotz des hohen Preises von 4,99 Euro mitzunehmen.

„Hot Peach“ aus der „Black-Edition“ von „Fiensmecker“

Zuhause dann ein erstes Verkosten: Wow, die Sauce beginnt pfirsich-süß, um dann nach wenigen Sekunden in eine interessante Schärfe überzugehen. Schmeckt wunderbar zu Fleisch, Kochschinken, aber auch zu Käse.

Nach wenigen Tagen jedoch eine unangenehme Überraschung: Die Sauce ist mir verschimmelt, obwohl ich sie im Kühlschrank aufbewahrt hatte. Eklige Schimmelbilder erspare ich meinen Lesern.

Das finde ich etwas sehr ungewöhnlich und nehme Kontakt zum Hersteller auf. Nach einem Tag bekomme ich eine Antwort. Das erfreut mich. Der Inhalt der Antwort erfreut mich weniger, teilt man mir doch mit, dass die Pfirsich-Sauce nach dem Öffnen sehr schnell reagiere. Generell gelte, dass die Sauce nach dem Öffnen im Kühlschrank zu lagern sei und binnen 3 Tagen zu verbrauchen sei.

Ich sehe mir die Verpackung genauer an:

Dass man die Sauce nach dem Öffnen kühl (also im Kühlschrank) lagern soll, ist deutlich zu lesen. Dass die auch dann nur sehr kurz haltbar ist und binnen 3 Tagen zu verbrauchen sei, steht dort leider nicht.

Mein Fazit:
Ist die Sauce lecker? Oh ja, sogar sehr!

Werde ich die Sauce erneut kaufen? Definitiv nicht!

Kann ich die Sauce empfehlen? Nein, es sei denn, man weiß vorher, dass man sie binnen 3 Tagen verbraucht.

Smartmeter und warum sie keine so gute Idee sind

Pünktlich zum Jahreswechsel, meistens ein paar Tage oder Wochen vorher, werden die Zähler für Gas, Wasser und Strom abgelesen. Da kommt dann ein Ablesemensch vorbei, erwischt einen nicht, weil man ja tagsüber arbeiten ist und wirft einem dann einen Zettel in den Briefkasten, auf dem man dann bitte die Zählerstände selbst erfassen und den Wisch dann zurücksenden möge.

Ach, wie praktisch wäre es, passierte das automatisch. Wirklich?

Nun, so praktisch es einem erscheinen mag, wenn sich der Zähler selbst abliest und das Ergebnis nach Hause telefoniert, er ergeben sich durch den Einsatz von sogenannten Smartmeter auch viele Risiken. Welche genau, wollen wir am Beispiel eines intelligenten Stromzählers diskutieren.

Klassische Stromzähler sind funktionierende Low-Tech.
Konstruktionsbedingt zählen sie den Strom, den mein Haushalt verbraucht. Dafür brauchen sie keine extra Energie. Ein Smartmeter ist ein kleiner Computer, der meinen Strom misst. Und ein Smartmeter braucht Strom. Nicht viel, aber er braucht. Und in Zeiten, in denen sich Haushalte wie meiner überlegen, wie und wo sie noch ein paar Watt einsparen können.

Smartmeter erfassen Daten.
Ach! Ich meine nicht die Daten über den gesamten Stromverbrauch eines Jahres. Sie erfassen den Stromverbrauch sehr viel genauer. Theoretisch sollen sie den Verbrauch alle 15 Minuten erfassen und melden. Theoretisch. In der Praxis lässt sich sehr genau erfassen, was der Mensch so macht. Recht schnell lässt sich der Kühlschrank als Stromverbraucher erkennen. Und dann lassen andere Verbraucher Rückschlüsse auf mein Verhalten zu. Läuft die Heizung? Läuft der Fernseher? Misst man genau genug, dann lässt sich sogar das eingestellte Programm erkennen. Möchte ich meinem Stromanbieter mitteilen, welches TV-Programm ich gerade konsumiere?

Smartmeter übermitteln Daten.
Sicher ist, dass man Smartmeter einsetzt, um den Verbrauch zentral auswerten zu können. Der Stromanbieter will genau wissen, wann wieviel Strom verbraucht wird.
Nun, das geht schon heute. Der Stromanbieter weiß ja, wieviel Strom gerade abgenommen wird.
Mit Smartmetern werden Daten pro Kunde in häufigen Abständen an den Stromanbietern übermitteln. Nun sind Stromnetze (damals) dafür konzipiert worden, Strom zu übertragen und nicht mehr. Dass Daten von einer Verbrauchsstelle zurück zum Stromanbieter übertragen werden sollten, war nicht vorgesehen worden.
Nun kann man — moderne Technik macht’s möglich — Daten vom Stromzähler auch wieder zurück zum Anbieter zurück übertragen. Allerdings muss man dazu einigen Aufwand betreiben. Entweder jeder Smartmeter hat ein Mobilfunk-Modul eingebaut und „telefoniert“ die Ergebnisse nach Hause oder die Daten werden als Signale in das allgemeine Stromnetz eingespeist und dann an zentraler Stelle abgegriffen und ausgewertet.
Das klingt nicht nur kompliziert, das ist es auch. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Daten über meinen Stromverbrauch nicht in fremde Hände geraten sollten, denn die Details meines Stromverbrauchs geben Dritten sehr genaue Auskünfte, was ich gerade zu Hause mache und ob ich gerade zu Hause bin.
Ich kann mich natürlich darauf verlassen, dass mir der Stromanbieter versichert, dass das System sicher gegen Missbrauch ist. Doch verhaftet im Fall des Falles? Der Stromanbieter wohl kaum.

Smartmeter ermöglichen dynamische und damit intransparente Preismodelle.
Mit „dummen“ Stromzählern ist die Stromrechnung recht einfach: Kunden zahlen einen Fixpreis für den Anschluss samt Stromzähler und dann zahlen sie den Verbrauch. Wer will, kann den Verbrauch quartalsweise, monatlich, wöchentlich oder täglich von seinem Stromzähler ablesen und dann selbst ausrechnen, wie hoch die Stromrechnung wohl ausfallen wird. Haben Kunden nicht einen Preis pro Kilowattstunde „verkauften“ Strom, so gibt es für jeden Tarif (zum Beispiel für verbilligten Nachtspeicherstrom) einen einzelnen Zähler und der Kunde kann durch Ablesen der Zähler seinen Verbrauch und den Preis (der einzelnen Teil-)Rechnung(en) genau abschätzen.
Mit Smartmetern lassen sich sehr dynamische Preismodelle umsetzen: Ist die Nachfrage nach Strom groß, ist der Preis hoch, ist die Nachfrage niedrieg, sinkt auch der Preis. So kann ein Stromanbieter Anreize schaffen, energieintensive Verbraucher nicht gerade zu Spitzenzeiten laufen zu lassen. Das klingt doch erstmal nach einem intelligenten Ansatz, oder?
Nun, wenn der Stromzähler nur noch ein Smartmeter ist und den aktuellen Verbrauch an den Stromanbieter meldet, der aus momentanem Preis und momentanen Verbrauch den Gesamtpreis berechnet, wie kann der Verbraucher sicher sein, dass da keine „Fehler“ zu seinen Lasten passieren?
Den „dummen“ Stromzähler kann der Stromanbieter nicht mal eben von manipulieren, wollen wir uns darauf verlassen, dass dem Stromanbieter keine „Fehler“ passieren oder dass keine bösen Hacker die Daten auf dem Weg vom Smartmeter zum Stromanbieter manipulieren?

Smartmeter ermöglichen zusätzliche Funktionen, auch zu Lasten des Kunden.
Die Welt ist manchmal böse. Es gibt Kunden, die „vergessen“, ihre Stromrechnung zu bezahlen. Oder können nicht bezahlen. Oder wollen nicht bezahlen. Kommt alles vor. Als Ultima Ratio kann der Stromanbieter dann den Stromabstellen. Dazu kommt dann ein Mensch zu uns und klemmt uns dem Strom physisch ab und versiegelt dann den Strom- bzw. Sicherungskasten. Strom gibt es dann erst wieder, wenn sich der Kunde mit dem Stromanbieter geeinigt hat und zahlt. Oder zumindest Ratenzahlung vereinbart. Das ist für alle Beteiligten doof:
Der „Sperrkassierer“, so heißen diese Menschen im Deutsch der Stromanbieter, muss zu Kunden fahren und den Strom abstellen. Das ist Aufwand und erzeugt Kosten. Kosten die der Kunde zu zahlen hat.
Wenn der Strom wieder angeschaltet werden soll, muss wieder der Sperrkassierer anrücken. Wieder Aufwand, wieder Kosten.

Wäre es da nicht schön, könnte das Smartmeter diese Funktionen gleich miterledigen?
Klingt zunächst nach einer tollen Lösung, die Aufwand und Kosten erspart. Und nun stellen wir uns mal vor, dass es bösen Hackern gelingt. gefälschte Abschaltsignale in das Stromnetz einzuspielen und einzelne Kunden vom Netz zu nehmen. Oder gleich ein paar Kunden mehr. Nach wenigen Stunden ohne Strom ist der Inhalt des Tiefkühlschranks unbrauchbar. Wer haftet dann für diesen Schaden? Der Stromanbieter wird jede Schuld von sich weisen, denn er hat ja kein Anschaltsignal gesendet.

So alles in allem bin ich mit meinem alten Stromzähler ganz zufrieden und möchte mich nicht auf das Abenteuer Smartmeter einlassen.
In der Theorie mag das alles ganz toll klingen, aber aus meiner Sicht überwiegen die Nachteile und der mögliche Missbrauch.

Jahresrückblick 2018

Und auch dieses Jahr verdient (m)einen sehr persönlichen Jahresrückblick:

Das Jahr 2018 in wenigen Worten:
Ein tolles Jahr, keine Katastrophen, dafür das Thema Urlaub ausgebaut und zum Schluss noch ein interessanter Endspurt.

Glücklichster Moment 2018?
Das Jahr war generell ein glückliches Jahr, da gab es keine besonderen Höhepunkte. Außer dem Reiturlaub. 2018 war ich zweimal im Urlaub. Wieder beim selben Anbieter.

Aufregendster Moment 2018?
Da gab es keine besonders aufregenden Momente.

Traurigster Moment 2018?
Sind mir auch dieses Jahr erspart geblieben.

Berufliches?
Zum Ende des Jahres begannen noch erfreuliche Entwicklungen. Ich werde demnächst darüber berichten können

Zu- oder abgenommen?
Abgenommen. 5kg. Und ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe. Nach dem Reiturlaub (mit gewohnt leckerer Verpflegung) war ich ein paar Tage in Österreich und „musste“ mich durch die dortige Küche arbeiten. Wiener Schnitzel vom Kalb, Kaiserschmarrn, Palatschinken, Marillenknödel, Würschtel vom Würschtelstand, dazu „16er Blech“ und und und. Nach meinem Urlaub befürchtete ich, die Waage zeigt 5kg mehr an. Stattdessen war es 5kg weniger. Ich will mich nicht beklagen.

Haare kürzer oder länger?
Auch dieses Jahr haben meine Friseurin und ich ein wenig experimentiert; generell bin ich bei kurzen Haaren geblieben.

Buch des Jahres 2018?
Wieder habe ich zu wenig Bücher gelesen. Aber zu Weihnachten erfreute mich eine liebe Freundin mit einem Pferdebuch und machte mir so mit einem kleinen Geschenk eine große Freude.

2018 zu wenig gemacht?
Freunde getroffen. Aber das lag nicht nur an mir.
Am Strand gewesen. Das lag am schlechten Wetter im Sommer…

2018 zu oft gemacht?
Da fällt mir gerade nichts ein.

2018 genau oft genug gemacht?
Beim Pferd gewesen.
Reiturlaub im bayerischen Wald gemacht. Und ich freue mich schon auf den nächsten Urlaub dort.

2018 leider nicht gemacht?
Auf dem Congress des CCC gewesen. Ich war stattdessen arbeiten.
Freunde getroffen.

2018 endlich gemacht?
Wien gesehen und dort ein Wiener Schnitzel vom Kalb gegessen und im Prater mit dem Riesenrad gefahren.
Und ich komme zurück nach Wien.

2018 neu kennengelernt?
Wieder ein paar Menschen im Ausbildungsstall.
Und die Pferdemenschen im Reiturlaub. Ihr ward eine tolle Reitbegleitung!

Menschliches 2018?
Auch dieses Jahr keine großen Höhen und Tiefen.

2019 wird … ?
Hoffentlich so positiv weitergehen, wie 2018 endete.
Wieder schöne Stunden mit dem Pferd bringen, wieder aufregenden Reiturlaub bringen. Ich lasse mich gerne überraschen.

Vorsätze für 2019?
Weniger wiegen.
Reiturlaub machen.
Meine Reitausbildung weiter vorantreiben.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

Gefährliche … Heimat

Weihnachten, das ist die besinnliche Zeit, in der uns das Fernsehen mit … Kriegsfilmen unterhält. Wem es Heiligabend mit unter dem geschmückten Tannenbaum zu weihnachtlich wurde, der konnte sich gemeinsam mit John Rambo unter den Tannen des Waldes verstecken. Oder im Dschungel Vietnams. Oder in Afghanistan. Und Tage später gab es dann „Wir waren Helden“.

Krieg ist schon übel und gefährlich, jedoch nicht so gefährlich, wie in der Heimat zu bleiben. Wie bitte? Doch, doch, unlängst las ich, dass 2017 fast 40.000 Menschen durch Schusswaffen ums Leben gekommen sind.

Der Vietnamkrieges gilt als das amerikanische Trauma der jüngeren Vergangenheit. Nach amtlicher Zählung sind 58.200 US-Soldaten gestorben. Verheizt in einem sinnlosen Krieg. Die US-Beteiligung dauerte von 1965 bis 1973. Es ist also sicherer, als US-Bürger in einen Krieg zu ziehen als in der Heimat zu bleiben.

Karmapunkte verloren, aber Spaß gehabt


Neulich Abend stehe ich an einer roten Ampel in einer norddeutschen Großstadt an der „Pole Position“. In ca. 200 Meter Entfernung steht ein auffällig unauffälliger Kastenwagen. Neben mich stellt sich ein Porschefahrer. Während der Ampelphase spielt er mit dem Gas. Das kann ich auch. Das bemerkt er, sieht zu mir rüber. Ich spiele weiter am Gas. Die Ampel wird grün. Dass mein Panda gegen seinen Porsche keine Chance hat, ist allen klar. Aber ganz so billig wollte ich mich nicht verkaufen. Nach 100 Metern ist klar, wer gewonnen hat. Der Porschefahrer feiert seinen (vorhersehbaren Triumph mit einem Extraspurt um zu zeigen, wer hier wirklich den Längsten hat. BLITZ

Ich bremse ab, um das erlaubte Limit einzuhalten und schätze die Geschwindigkeit des Porschefahrers. Ich weiß nicht, wie schnell er noch geworden ist, aber eines ist mir klar: In den nächsten Monaten werden seine Sprints nur noch auf dem Weg zur Bushaltestelle stattfinden.

Ja, mir ist schon klar, dass ich ein paar Karmapunkte verspielt hatte. Aber ich hatte Spaß.

Und noch zweimal Senf

Und wenn ich schon im Riesensupermarkt bin, dann … Senf hat man ja nie genug.

Zwei weitere Sorten Senf. Beide sehr lecker.

Süßer die Glocken … äh der Senf nie schmeckt

Beim Einkauf in charmanter Begleitung entdeckte ich heute diesen Senf:

Honig-Senf von Maille

Hier die ganze Tube

Ich habe ihn eben schon probiert und finde ihn sehr lecker.

 

Vox Populi, Vox Bovi

„Vox Populi, Vox Bovi“, oder auf Deutsch „Die Stimme des Volkes ist die Stimme eines Ochsen“.

Wie verträgt sich das nun mit Demokratie, also der Herrschaftsform, bei der das Volk selbst bestimmt, was es will? Machen wir uns mal ein paar Gedanken und sehen wir uns ein paar Beispiele von (mehr oder weniger) schlauen Sprüchen an und auch, wozu sie dann führten.

Unsere Verfassung sieht eben keine direkte Demokratie vor, Parteien sollen der politischen Willensbildung des Volkes dienen. Und dann wählen wir in (freien und geheimen) Wahlen Abgeordnete auf den Ebenen Kommune, Kreis, Bundesland und Bund. Und diese entscheiden dann für uns. Nach besten Wissen und Gewissen. Und manchmal auch nach dem, was die Partei als (grobe) Linie vorgibt. Gefällt uns die Linie einer Partei nicht (mehr), dann können wir bei der nächsten Wahl eine andere Wahl treffen. So weit, so bekannt, so gut.

Fragt man aber den einzelnen Bürger, sieht die Welt deutlich anders aus. Je nach (politischer oder medialer) Lage oder Tagesstimmung, sprechen Menschen sehr schnell und sehr deutlich Dinge aus, über die sie nicht immer in aller Sorgfalt nachgedacht hatten. Hier ein paar Beispiele:

Wir sind das Volk…

Nun, wer das (auf einer Demonstration) skandiert, fühlt sich vielleicht wie das Volk. Er ist aber nicht das gesamte Volk. Und spricht auch nicht für das ganze Volk. Denn viele Menschen haben von eben jener Demo, auf der das gerade gerufen wird, nichts mitbekommen, teilen die Meinung, die im Namen des vermeintlich ganzen Volkes ausgesprochen wird, nicht. Manche haben keine Meinung, manche haben eine andere Meinung, manchen ist es auch egal.

Todesstrafe für Kinderschänder, Vergewaltiger oder andere Straftäter…

Kaum wird eine Tat bekannt, fordern einige Menschen die Todesstrafe, wollen den oder die (vermeintlichen) Täter am liebsten am nächsten Baum hängen sehen. Ermittlungen, ob sich das Ganze wirklich so abgespielt hat, wie es das (vermeintliche) Opfer darstellt? Wozu? Mit kühlem Kopf durch unabhängige Gerichte abwägen lassen? Wozu? Rechtsstaat, das Recht auf einen fairen Prozess, einen vorher genau festgelegten Instanzenweg? Braucht doch kein Mensch. Und schon haben wir den schlimmsten Unrechtsstaat.

Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr…

Auch so ein Beispiel, bei dem Menschen Dinge nicht verstanden hatten und sich nicht über die Konsequenzen klar waren. 1990, die DDR hatte sich geöffnet, grundlegende politische Reformen standen an, eine (irgendwie geartete) Wiedervereinigung lag in der Luft. Reisefreiheit machte es möglich, dass DDR-Bürger sich mal ansehen konnten, wie es im Westen so aussah. Und auch, was es da alles zu kaufen gab. Das weckte so manche Begierlichkeit. Plötzlich wollten viele DDR-Bürger auch „Westgeld“. Verständlich. Dass „Arbeiten wie bei Erich Honecker, Verdienen wie bei Helmut Kohl“ nicht funktionieren wird, dass marode DDR-Betriebe, sobald sie die Schutzzone des gemeinsamen sozialistischen Wirtschaftsraumes verlassen und auf einem Weltmarkt mitspielen wollen, keinerlei Chance haben würden, geschenkt. Wollte niemand hören. Und so kam es auf den Druck der Straße zu einer Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Und viele DDR-Betriebe mussten Löhne und Gehälter in D-Mark auszahlen. Dass man dazu seine Produkte und Dienstleistungen vorher auch (auf dem Weltmarkt) in D-Mark verkaufen muss… Oh, wieso hat das dem dummen Volk vorher niemand gesagt? Oh, es gab warnende Stimmen? Die dümmsten Kälber suchen sich ihre Schlächter selber. Und so kam es. Im Gebiet der damaligen DDR gibt es keine (ernstzunehmende) Großindustrie mehr. Die Treuhand konnte versuchen, was sie wollte, praktisch nichts war konkurrenzfähig genug, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können. Hätte das Volk besser geschwiegen.

Refugees Welcome!

2015 kamen viele Menschen nach Deutschland, darunter Flüchtlinge und „Flüchtlinge“. Ob mit Pass oder ohne. Und Deutschland, so in der kollektiven Wahrnehmung, wollte sie alle willkommen heißen. Nun, so ehrenwert der Ansatz auch ist, Menschen, die vor (Bürger-)Krieg fliehen mussten, vorübergehend Schutz und Hilfe zu gewähren, so klar muss dem nüchtern denkenden Menschen die Signalwirkung solcher Aussagen sein. Auf einmal wollten viele Menschen nicht irgendwo Schutz vor Krieg und Asyl vor Verfolgung bekommen. Sie wollten es hierzulande. Aus der Sicht dieser Menschen verständlich. Was es bedeutet, wenn viele Menschen nicht irgendwo in der EU Schutz suchen sondern in Deutschland, hatte vorher keiner nachgedacht oder nachdenken wollen. Dass jeder Mensch, der herkommt, Anspruch auf menschenwürdige Unterbringung und Verpflegung hat, wurde ausgeblendet. Wenn ‚mal eben‘ 500.000 Menschen nach Deutschland kommen, dann wollen die untergebracht werden. Es wird also Wohnraum gebraucht. Ja, man kann Menschen in kasernenartigen Einrichtungen unterbringen. Allerdings führt das zu gewissen Problemen, wenn unterschiedliche Kulturen, Religionen, Ethnien und Nationalitäten zusammentreffen. Und so passiert es ja auch. Oh, hätte uns das nur vorher jemand gesagt… Und die Bereitschaft, Fremde aufzunehmen, nimmt meistens in genau dem Moment ab, wenn die eigenen Kinder in der Schulklasse kaum noch anständigen Unterricht bekommen (können), wenn die eigene Tochter von jungen entwurzelten Menschen aus der Fremde (sexuell) belästigt wird. Dass Menschen, woher sie auch immer kommen, eigene Sitten, Gebräuche, Angewohnheiten und Verständnis von Kultur und Gesetz mitbringen, ist nachvollziehbar. Dass sich nicht jeder Mensch an eine neue Heimat (so man sie denn als solche anerkennen möchte) an die dortigen Regeln gewöhnen möchte, passiert eben. Und dann kommt es zu gewissen Reibungsverlusten. Manche arabische Großfamilie sieht die hiesigen Gesetze bestenfalls als unverbindliche Empfehlung an und handeln entsprechend. Man hat ja seine eigenen Gesetze aus der alten Heimat mitgebracht. Und was dort funktionierte, das kann hier nicht falsch sein.

Schlag den Personaler

Jeder, der schon mal ein Vorstellungsgespräch hatte, kennt die ‚witzigen‘ Fragen, die man dann gestellt bekommt. Zum Beispiel diese: „Welcher Superheld wären Sie gerne und was würden Sie mit ihren Superkräften anstellen?“

So erging es auch einer Freundin. Sie hatte sich dann für Chuck Norris entschieden, damit der Berliner Flughafen BER in wenigen Tagen fertiggestellt werden könnte.

Das hat den Personaler nicht ganz überzeugt, er wollte sie mit einer weiteren Frage aus der Reserve locken: „Welches ganz schlimme Geheimnis wissen Ihre Eltern noch nicht von Ihnen?“

Sie blieb gelassen und reagierte äußerst schlagfertig: „Meine Eltern sind Psychiater, egal, was ich denen erzählen könnte, sie sind weitaus schlimmeres gewohnt…“

Er hatte keine weiteren Fragen mehr. Und sie den Job.

Brexit. Brexit? Brexit!

Wer sich entscheidet, sollte vorher wissen, wofür oder wogegen er sich entscheidet. Und was die Entscheidung bedeutet. Und dann einen Plan für die Zeit danach haben. Sollte.

Meistens ist der Mensch freiwillig in Vereinen oder Organisationen, nur wenige Berufe setzen eine Mitgliedschaft in einer Berufs- oder Standesvertretung voraus. Lassen wir diese einmal außen vor.

Wer in einem Verein ist oder sein will, der macht das, weil er Freude an der gemeinsamen Sache hat oder sich Vorteile verspricht. Wer gerne segelt, seine Freizeit gerne mit anderen Segelbegeisterten verbringt, der ist in einem Segelverein gut aufgehoben. Man genießt als Vereinsmitglied viele Vorteile: Man kann die vereinseigenen Boote segeln, wird zum Sommerfest und zur Weihnachtsfeier eingeladen und vieles mehr. Wie immer im Leben gibt es keinen Vorteil ohne Nachteile: Man zahlt seinen Mitgliedsbeitrag. Und leistet die (vielleicht auch unbeliebten) Arbeitsstunden ab, in denen dann die Boote geschliffen und neu lackiert werden müssen und vieles andere mehr. Nun kann es sein, dass man meint, man wäre ohne den Segelverein besser dran, man könne den Mitgliedsbeitrag besser ausgeben. Wer dieser Meinung ist, kündigt seine Mitgliedschaft und verlässt den Verein. Mit der Mitgliedschaft enden dann die gegenseitigen Rechte und Pflichten. Eigentlich ganz logisch.

Wer glaubt, einen Verein zu verlassen, keine Beiträge mehr zu bezahlen, keine Arbeitsstunden mehr abzuleisten, aber noch von einigen (oder allen) Vorteilen der Vereinsmitgliedschaft profitieren zu können, hat eine etwas eigenwillige Auffassung der Realität und wird mit seinem Ansinnen eventuell Schiffbruch erleiden.

Wenn also die Briten einen Brexit wollen — danach sieht es derzeit aus — dann bitte einen konsequenten Brexit. Klar kann man danach noch Freunde bleiben. Aber man genießt nicht mehr die Rechte der EU-Mitgliedschaft. Wie das in einem vereinten Europa und einer sehr verzahnten Europäischen Wirtschaft funktionieren könnte, werden sich die Antragsteller schon vorher überlegt haben. Oder auch nicht.

Wenn die Briten erstmal aus der die EU raus sind, merken sie vielleicht irgendwann, dass man gemeinsam doch stärker ist. Und  und wollen möglicherweise nach ein paar Jahren wieder in die EU zurück. Die Aufnahmekriterien sehen allerdings vor, dass dann alle Mitglieder einer erneuten Aufnahme zustimmen müssen. Und da werden noch die einen oder die anderen alte Rechnungen mit den Briten zu begleichen haben. Die Spanier könnten sich an den alten Streit um Gibraltar erinnern…

Möglicherweise könnte eine Rückkehr in die EU viel unangenehmer werden, als es sich die Briten derzeit vorstellen können. Vielleicht ist ein Austritt aus der EU dann auch eine Einbahnstraße. „It’s a long way to Tipperary“ heißt es in einem Lied. Der Weg nach Canossa wird nicht kürzer.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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