Archiv für die Kategorie „Geschichten“

Eiskalte Lektion

Diese Geschichte hier erreichte mich schon vor einiger Zeit. Sie war verbunden mit der Bitte, sie erst im Sommer zu veröffentlichen. Der Mensch, der sie erzählte, hatte gute Gründe wollte sie nicht im eigenen Blog veröffentlich haben. Aus Gründen…

Seit Kurzem haben wir einen neuen Chef. Und er machte das, was viele Chefs am Anfang machen. Erstmal eine sehr eindeutige Linie fahren, um zu zeigen, dass man als Chef besser ernstgenommen werden sollte.

Nun war es so, dass die Raucher in unserer Firma sich unter dem alten Chef ein gewisses Verhalten angewöhnt hatten: Sie stempelten nicht mehr aus und statt in der Raucherbushaltestelle am Ende Parkplatzes stand man lieber in einer windgeschützten Nische direkt vor der Eingangstür. Besonders im Winter, als ordentlich Schnee auf dem Parkplatz lag.

Der neue Chef wies darauf hin, dass dort nicht geraucht werden durfte, weil der Qualm ins Treppenhaus zog und die Raucher ihre Kippen auf dem Boden austraten. Und dass, wer zum Rauchen das Gebäude verlässt, auszustempeln hat.

Findige Raucher erinnerten sich an ihre Schulzeit und gingen zum Rauchen auf Klo. Das alleine ist ja schon arschig, selbst wenn die Fenster öffnet, so dass frische Luft durch die Räume zieht. Aus anderen Gründen sind dort die Fenster fast immer gekippt. Besonders arschig wurde es, als manche Raucher die Fenster schlossen, damit es während der „Raucher“pause nicht kalt durch die Räume zieht — wie erinnern uns, es ist Winter und entsprechend kalter Wind draußen.

Einigen Nichtrauchern ging dieses Verhalten auf dem sprichwörtlichen Sack Besonders, als freundlich formulierte Hinweisschilder, doch bitte die offiziellen Regeln einzuhalten, handschriftlich mit Zusätzen „Ich rauche, wo ich will“ kommentiert wurden.

Die Handschrift verriet den Urheber der Zeilen und so kam es, dass einige Nichtraucher dann entschieden, die Sache mal etwas eindeutiger angehen zu müssen. Als der entsprechende Kollege mal wieder zur „Toiletten“pause ging folgen kurze Zeit später einige der Nichtraucher. Qualm, der aus der Toilettenkabine stieg, beseitigte die letzten Zweifel. Ein paar bereitstehende Eimer gefüllt mit einer Wasser-Schnee-Mischung, wurden im hohen Bogen über die Kabinenwand gegossen und dann suchten die Täter blitzschnell das Weite.

Eine Weile später kam jemand nicht nur sprichwörtlich wie ein nasser begossener Pudel zurück ins Büro, wo er auf ungläubige Blicke traf. Niemand konnte sich vorstellen, was da eben passiert war. Es hatte aber auch niemand darauf geachtet, wer denn in der fraglichen Zeit ebenfalls mal auf die Toilette gegangen war.

Der „Nasse Pudel“ hat den Vorgang nie beim Chef gemeldet. Aber von da an gingen die Raucher auch bei Schnee und Eiseskälte in die zugige Raucherkabine statt die Toiletten zu mussbrauchen.

Ein Mensch, der nicht genannt werden möchte.

Früher war alles besser!!! Wirklich?

Früher war alles besser. Angeblich. Jedenfalls in den Augen mancher Menschen. Wenn man genau genug hinsieht, dann gibt nur eines:

Früher war nicht alles besser! Früher war alles „früher“.

Kabarettist Jochen Malmsheimer in „Das Wurstbrot“, https://youtu.be/rfAYPP8RtVw

Als ich unlängst an einem Badestrand war, stand da ein Schild, dass dieser Badestrand unbewacht sei. Jaja, früher hätte es das nicht gegeben … Blablabla.

Stimmt, früher hätte es das an dieser Stelle nicht gegeben. Da war dieser Strandabschnitt bewacht. Von den Grenztruppen der „DDR“. Und man wäre doch auch nicht ertrunken, weil man vorher erschossen worden wäre.

Früher war eben doch nicht alles besser.

Lieber keine DLRG als Grenztruppen. Ein Strand in Meck-Pomm.

Gender-Gaga und Gender-Pay-Gap

Dass ich als Mensch, der (im Lateinunterricht) den Unterschied zwischen Sexus und Genus, also zwischen biologischem und grammatikalischem Geschlecht, gelernt habe, hatte ich mal durchblicken lassen. An er einen oder anderen Stelle.

Nun unterhalte ich mich neulich mit einer Frau:innen/außen, die der Meinung ist, es wäre ja unheimlich richtig, in jedem Bereich gleich viele Frauen wie Männer einzustellen. Das sei ja auch wichtig, weil es immer noch einen Gender-Pay-Gap gebe. Und sowas sei ja schließlich ungerecht.

Die übliche Gegenfrage, ob sie für eine Quote auch damals bei der Wehrpflicht gewesen wäre, weil es ja auch total ungerecht war, dass ich zum Bund musste, meine Schwester jedoch nicht, schien sie zu überfordern. Es kam keine Antwort…

Nun, zum Thema Gleichheit und Gerechtigkeit hat wohl jede:r Mensch:in eine eigene Meinung. Dass die durchschnittliche Frau weniger verdient als der durchschnittliche Mann, ist bekannt. Ist das gerecht?

Eine der möglichen Ursachen liegt darin, dass Frauen gerne in Berufen arbeiten, die mehr Erfüllung, aber weniger Einkommen bringen. Als klassisches Beispiel sei hier die Friseurin genannt. Nichts gegen diesen Beruf, ich mag und achte meine Friseurin sehr. Aber für viele Friseure war die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns eine deutliche Gehaltssteigerung.

Wenn man sich ansieht, wie die Geschlechterquote bei Friseuren aussieht, in einer Klasse Friseur-Azubis sind manchmal nur wenige Jungs, manchmal auch kein einziger. Ist das gerecht?

Wenn man sich ansieht, dass Jungs eher zu anderen Berufen tendieren (verdammte sexistische Erziehung) , die dann auch besser bezahlt werden, dann erklärt sich auch ein Pay-Gap. Manche Jungs, die später dann richtig viel verdienen, haben aber auch dafür richtig viel getan:

Sie haben nicht nur Abitur gemacht, weil sie für den Studiengang einen Numerus Clausus bestehen mussten, musste es am besten ein Abitur mit einer 1 vor dem Komma sein. Dann kam vielleicht noch Wehr- (oder Zivi-) Dienst dazu; okay, beides ist heute ausgesetzt…

Vielleicht wurde vor dem Studium noch ein Beruf gelernt. Und dann eben das Studium. Kann bei Medizin schon ein paar Jahre dauern. Und dann ist man Assistenzarzt und schlägt sich im Krankenhaus viele Dienste zu unangenehmen Zeiten um die Ohren. Irgendwann ist man als Oberarzt (oder gar Chefarzt) in einer angenehmen Gehaltsklasse angelangt. Und sitzt in einer eigenen Praxis.

Dass der Chefarzt viel mehr Geld als die Friseurin verdient, leuchtet ein. Er hat dafür auch ein paar Jahre mehr Schule, Studium und Fortbildungen im Beruf machen müssen.

Natürlich kann man daraus nun ein Gender-Pay-Gap machen. Aber auch die Chefärztin verdient mehr als der männliche Friseur. Ist das auch das ein Fall von ungerechtem Gender-Pay-Gap? Nein? Komisch!

Stellen wir uns auch die Frage, ob Gleichheit immer Gerechtigkeit bedeutet. Denken wir uns dazu zwei Personen A und B. Und denken wir uns feste Gehaltsgruppen, so wie im öffentlichen Dienst. Also bekommen beide gleiches Gehalt. Ist doch voll gerecht. Könnte man meinen. Sehen wir uns A und B genauer an. A kommt pünktlich, hat Freude daran, viel zu schaffen. A raucht nicht, ist selten krank. Schafft richtig viel.

B ist eher der lässige Typ, raucht, dehnt dabei seine Raucherpausen gerne auf eine Viertelstunde aus, drückt sich dann in der Kaffeeküche rum, trifft sich zum Tratschen mit Kollegen (und hält diese von der Arbeit ab). B schafft deutlich weniger als A, verdient aber genau soviel. Ist das gerecht?

Denken wir uns nun ein Unternehmen der Wirtschaft und einen Chef, der mit jedem Mitarbeiter ein individuelles Gehalt aushandelt. Denken wir uns wieder A und B. A kennt das Programm, mit dem die Firma arbeitet, A kennt auch viele Kunden, was gut für die Auftragslage ist. A ist selten krank, raucht nicht, trinkt keinen Kaffee. A hat Freude bei der Arbeit, ist ehrgeizig und schafft viel.

B kennt die Programme, die die Firma nutzt, nicht so gut, kennt kaum einen der Kunden, macht gerne (lange) Raucherpausen, ist dafür gerne mal krank oder „krank“. Er arbeitet weder gerne noch gerne in diesem Job oder bei dieser Firma.

Und das alles weiß unser Chef. Und da es keine festen Eingruppierungen gibt, zahlt der Chef A dann auch zehn- oder zwanzigtausend Euro mehr pro Jahr und findet das ganz okay. Immerhin rechnet der Chef aus, welchen Gegenwert er für das Gehalt bekommt. Und der ist bei A eben deutlich höher als bei B. Der Chef findet das gerecht. A auch. Und wenn B wüsste, dass A mehr Gehalt bekommt, dann fände er das wahrscheinlich ganz furchtbar ungerecht.

Nun ändern wir etwas. Gingen wir bislang von Herrn A und Herrn B aus, denken wir und Herrn A und Frau C. Beide sind Nichtraucher, drücken sich nicht lange in der Kaffeeküche rum, haben vergleichbare Erfahrung mit dem Programm und den Kunden. Trotzdem bietet der Chef Frau C weniger Gehalt als Herrn A an. Was könnten seine Beweggründe sein?

Er ist ein „alter, weißer Mann“ und ein sexistisches Arschloch. Ja, könnte sein. Könnte aber auch sein, dass er im Laufe des Jahre gelernt hat, dass Frauen auch dann fehlen, wenn die Kinder krank sind und sie krankheitsbedingt nicht in Kindergarten oder Kita dürfen und Mamas Betreuung nicht zu ersetzen ist. Also rechnet der Chef diese zusätzlichen Fehltage in seine Gehaltsvorstellung ein und hat so ein gutes Gewissen, dass er Herrn A mehr Jahresgehalt als Frau C zahlt. Ist das gerecht? Der Chef findet das schon.

Gut, das waren nun sehr plakative Beispiele. Menschen sind nicht gleich, sie unterscheiden sich in vielen Punkten. Sie auf genau eine Eigenschaft zu reduzieren und daraus dann Schlüsse abzuleiten oder Unterschiede an genau einer Eigenschaft festzumachen, ist einfach, wird aber der komplexen Datenlage nicht gerecht.

Auch wenn es sich am Frauen:innenstammtisch so herrlich darüber reden lässt…

Übrigens: Es gibt nicht nur einen Männer-Frauen-Pay-Gap. Es gibt auch einen Gay-Pay-Gap. Und nein, der schwule Ingenieur verdient nicht weniger als sein heterosexueller Kollege, weil er schwul ist. Er verdient wahrscheinlich genau soviel. Aber der schwule Friseur (Achtung: Klischeefalle) oder der schwule Krankenpfleger (Achtung, erneutes Auftreten der Klischeefalle) sorgen dafür, dass Schwule im statistischen Durchschnitt weniger verdienen als Heteros.

Und auch darüber kann man sich herrlich aufregen. Oder eben Abitur machen, Ingenieur werden und gut verdienen. Wenn man denn will.

Warum wir verloren sind und alle sterben werden…

Manchmal denke ich mir, dass die Menschheit verloren ist und wir alle an (vermeidbarer) Dummheit sterben werden. Klingt nach einer steilen These? Beispiele gefällig? Bitte sehr!

Eine Freundin nutzt (braucht wohl) eine App, die sie daran erinnert, zu trinken. Während eines Telefonats mit ihr bimmelte ihr Handy und sie unterbrach unsere Unterhaltung mit den Worten „Meine App hat mir gesagt, dass ich was trinken muss … kleinen Moment bitte.“

Sie trank dann etwas und wir konnten weiter telefonieren. Aha.

Eine Andere Freundin trägt immer eine (Designer-) Wasserflasche in ihrer Handtasche mit sich herum. Okay, bei einem längeren Spaziergang oder gar einem Marsch durch die Wüste, ist das bestimmt sinnvoll oder gar lebenswichtig. Aber alle 250 Meter in der Fußgängerzone anhalten, an der Wasserflasche nuckeln, einen winzigen Schluck nehmen und dann weitergehen?

Ernsthaft?

Denkt man an die Generation Eurer (Ur-) Großmütter. Die haben morgens getrunken, gingen dann zur Feldarbeit, tranken in der Pause Wasser (aus dem Brunnen). Alle paar Minuten einen Schluck trinken, weil „ich dehydriere sonst…“? Eure Großmütter haben auch bei Sonne Feldarbeit geleistet und konnten sich den Luxus, alle paar Meter oder Minuten einen Schluck zu nehmen nicht leisten.

Und damals trank man, wenn man Durst hatte und nicht wenn einen das Handy — okay, war damals noch nicht erfunden — oder der Wecker daran erinnerte oder erinnern „musste“.

Neulich stand ich in der Schlange an einer Eisdiele an. eine Schlange von ungefähr 100 Metern sieht zunächst sehr lang aus. Aber wenn man bedankt, dass man zwei Meter Abstand zu den Menschen vor sich einhalten sollte, dann relativiert sich die Länge der Warteschlange. Der Eintritt in die Eisdiele war dann immer nur einer Person gestattet.

Direkt hinter mir in das Schlange waren zwei junge Damen. Sie hielten so wenig Abstand, dass sie mich an ihrem Gespräch teilhaben ließen, ob ich wollte oder nicht. Freundliche Hinweise, den gebührenden Abstand zu wahren, überforderten sie offenbar. Sie unterhielten sich darüber, wie es in der Schule nun weitergehen werde.

Ihrem Gespräch war auch zu entnehmen, auf welches Gymnasium sie gingen, also welchen Bildungsabschluss sie anstreben.

Kurze Zeit später kamen dann ein paar andere junge Damen. Man kannte sich aus der Schule, man ging in eine Klasse. Entsprechend herzlich fiel die Begrüßung aus. Maske ab, Küsschen links, Küsschen rechts. Und das jede mir jeder anderen. Dann wieder Masken auf.

Und dass „Immer nur eine Person eintreten“ auch wirklich nur eine Person bedeutet und nicht eine (auf inzwischen vier Personen angewachsene) Gruppe, war offenbar auch zu schwierig für die angehenden Abiturienten.

Den Hinweis des Personals, nur alleine einzutreten und zu bestellen, entgegneten sie mit einem „dann ist mein Eis ja schmolzen, bis die anderen ihr Eis haben…“ ab.

Offenbar war es auch zu kompliziert, dass eine Person für die anderen mitbestellt. Andere Gruppen haben das geschafft. Wie nur?

Also wenn ihr mich fragt, ich glaube, wir sind als Menschheit verloren, wenn sich Dummheit und geistige Fehlleistungen in diesem Maß verbreiten. Aber vielleicht ist das dann kein so großer Verlust?

Die Ursache von Katzentapsen auf Motorhauben

Manchmal entdecke ich Katzentapsen auf der Motorhaube der Kö-Nik-lichen Karosse. Woher könnten die wohl stammen?

Ganz unschuldig gucken und …

Dann stand mein Auto wohl mal wieder im Stall und wurde von den Stallkatzen besucht. Warum auch nicht. Und wenn ich ehrlich bin. Immer, wenn ich die Abdrücke sehe, denke ich den Stall. Und an die Katzen dort. Und freue mich…

Der Name der Hose … oder der des Verkäufers

Es gibt ja so Anlässe, zu denen man eingeladen ist, bei denen man vielleicht nicht etwas feiner angezogen sein sollte, aber zumindest anständig angezogen sein sollte. Das leuchtet ein. Zu so einem Anlass war ich auch eingeladen. Die (frischgewaschene) Hose hatte schon bessere Zeiten gesehen. War auch schon das eine oder andere Mal zur Reparatur. Aber sie tat noch, auch wenn der Stoff an vielen Stellen vom langen Tragen und vielen Waschen schon recht dünn war.

Beim Anziehen passierte ein kleines Missgeschick, was zu einem Riss über dem Knie im Hosenbein führte. Kein Drama, mit entsprechenden Rissen läuft heute fast jeder rum. Und manche Menschen kaufen ihre Hosen schon „vorgealtert“ und mit solchen „Schäden“. Ich hatte kein schlechtes Gewissen, die Hose trotz des Schadens anzuziehen.

Allerdings sorgte das für etwas „Gemecker“. Naja, kennt man ja. Und als guter Sohn, der ich nunmal bin (oder es manchmal sein möchte), ließ ich mich überreden breitschlagen, mit zum „Jeans-Franz“ zu kommen. Meine Vorstellungen waren recht klar: Jeans in einem (Dunkel)Blau, breite Gürtelschlaufen (damit mein jetziger Gürtel weiterhin passt), Material Baumwolle und ein „normaler“ Schnitt.

Ich weiß nicht, was daran so schwierig sein sollte. Die Verkäuferin präsentierte mir alles mögliche, nur nicht das, wonach ich verlangte. Skinny-Jeans sehen bei (jungen) Frauen gut aus. Bei Männern bis Anfang, maximal Mitte 20. Und auch nur bei knackiger durchtrainierter Figur. Und das Anfang 20 ist bei ein paar Tage her.

Mit jeder Jeans, die ich mal anprobieren sollte, wurde es schlimmer und meine Laune sank. Mein Hinweis auf die breiten Gürtelschlaufen wurde mit einem

So etwas gibt es nicht, die Breite der Gürtelschlaufen ist genormt!

abgetan. Wenn es angeblich keine so breiten Gürtelschlaufen gibt, was ZUM HENKER habe ich dann an? EINE HOSE MIT BREITEN GÜRTELSCHLAUFEN!

Es war klar, beim „Jeans-Franz“ würde ich keine Hose bekommen. Nicht das zu haben, was den Vorstellungen eines potentiellen Kunden entspricht, ist kein absolut in Ordnung, zu unterschiedlich können die jeweiligen Vorstellungen sein. Dann sollte man aber auch gleich ein ehrliches „Führen wir nicht“ sagen. Meinetwegen mit dem Zusatz „Tut und leid“. Mich dann mit dem indirekt an Muttern addressierten Vorwurf

Der wollte wohl keine Hose kaufen…

zu verabschieden, das war schon echt peinlich. Glücklicherweise kamen wir einen Steinwurf entfernt an einem richtigen Jeansladen vorbei. Ich versuchte mein Glück auch dort, sagte mein Sprüchlein auf. Der Verkäufer taxierte mich, legte mir dann ein paar Levi’s 501 in der passenden Größe heraus. Rasch war die passende Farbe ausgesucht, die Hose anprobiert, für perfekt befunden und bezahlt. Dauerte dann keine fünf Minuten. Geht also. Nur eben nicht beim „Jeans-Franz“.

Und wenn ich das nächste mal eine Hose brauche, dann werde ich sie wahrscheinlich wieder dort kaufen…

Ungeahnte Talente

Eine Bekannte meldete sich bei mir. Sie komme demnächst dienstlich nach Hamburg und suche jemanden, der sich mit ihr treffen möchte und ihr etwas von Hamburg zeigen wolle.

Bekanntlich hat Hamburg als eine der beiden Deutschen Weltstädte viel zu bieten. Je nach Dem, wonach einem so der Sinn steht, von Kunst und Kultur, Geschichte und und und, egal, was es sein soll, man findet es in Hamburg. Also fragte ich, welche Richtung es denn so sein sollte.

Und — natürlich — stand auf ein Besuch auf dem Kiez, der Reeperbahn und des angrenzenden Vergnügungsviertels auf der Wunschliste. Bekanntlich gibt es auf dem Kiez allerlei interessante Angebote, je nach eigenen Vorlieben. Entsprechend waren meine Rückfragen, welche Blume aus dem bunten Strauß denn interessant sei und welche eher nicht. Manche Frauen wollen zum Beispiel in einen Table-Dance-Laden, manche eher nicht, also fragt man besser vorher.

Und schnell entwickelte sich folgende Unterhaltung:

Ich: „Möchtest Du Dir auch einen Table-Dance-Laden ansehen?“

Sie: „Da sehe ich nichts, was ich nicht schon kenne… Wenn ich einer Frau beim Ausziehen zusehen möchte, kann ich mich auch zu hause vor dem Spiegel stellen…“

Ich: „Aber die kann das besser und erotischer…“

Sie: „Hast Du eine Ahnung… Vielleicht habe ich ein paar Talente, von denen Du nur noch nichts weißt…“

Mir fehlten dir Worte…

Spaß auf der Arbyte

Ich habe das Glück, viel Spaß bei meiner Arbeit zu haben. Nicht immer, aber sehr oft. Und manchmal sind es die kleinen Dinge, die für große Freude sorgen. Ich möchte ein Beispiel nennen:

Ich bekomme einen Anruf, dass bei jemandem E-Mails nicht eingehen. In solchen Fällen schreibe ich dann eine Test-E-Mail. Und ich nehme mir die Freiheit, nicht nur „Test“ (oder das auch nicht viel bessere „Lorem Ipsum“) in den eigentlichen Nachrichtenkörper zu schreiben, meistens ist es ein Text, der ein wenig — sagen wir mal — individueller ist.

Warum mache ich das? Menschen wollen, während jemand sich ihrer technischen Probleme annimmt, auch ein wenig unterhalten — nennen wir es vornehmer „abgelenkt“ — werden, damit die Wartezeit nicht so lange dauert oder als lang empfunden wird. Und zum anderen… Ich will Spaß auf der Arbeit haben.

So schrieb ich also ein „Romanes Eunt Domus“ in Mail, sendete sie ab und fragte am Telefon, ob die Nachricht angekommen wäre. Der Gesprächspartner bat um etwas Geduld, dann hörte ich ihn etwas tippen und dann kam eine Antwort-Mail. Dort stand dann

Romani Ite Domum!

Und das einhundertmal. Mein Gesprächspartner bewies viel Humor.

Und wem das alles hier nichts sagt, dem sei eine kleine kulturelle Auffrischung empfohlen…

Erleuchtung kann man auch an ungewöhnlichen Orten finden

Der gute Autofahrer kennt sein Auto so genau, dass er jeden Schalter ohne hinzusehen findet. Jedenfalls sollte es so sein.

Kleiner Einschub am Rande: Ich kenne/kannte da einen alten Ingenieur, der sich bei jedem seiner Autos mit der Gebrauchsanweisung vertraut gemacht hat. Zur Belustigung der eigenen Gattin saß er bei jedem neuen Auto stundenlang mit dem Handbuch im Auto, las aufmerksam Seite um Seite, probierte jeden Schalter aus. Und das nicht nur einmal. Er probierte jeden Schalter so oft, bis er ihn blind fand. Und auch genau wusste, wie sich der Schalter anfühlte und welche Art von „Klick“ er bei der Betätigung macht.

Aber bei seiner Ingenieursehre war es ihm wichtig, Dinge nicht nur oberflächlich zu wissen. Er wollte es immer genau wissen. Ganz genau. Ingenieursehre eben.

Bei selten gebrauchten Schaltern erst (lange) suchen müssen, wäre für ihn undenkbar gewesen. Das überließ er lieber seiner Frau. Die fuhr auch bei Nebel ohne Nebelscheinwerfer. Das Suchen nach dem Schalter war ihr zu umständlich. Und bei viel Nebel fuhr sie eben nicht und ließ lieber den Gatten fahren.

So ist das auch bei mir, ich finde die Schalter in meinem Auto auch ohne hinzusehen, so wie das sein sollte. Nun passierte es aber, dass die Schalterbeleuchtung der Heizung/Lüftung nicht funktionierte. Zunächst trat diese Störung nur sporadisch auf. Später reichte es, einmal mit dem Fingerknöchel leicht an den Schalter zu klopfen und die fehlende Beleuchtung funktionierte wieder.

Irgendwann half das nichts mehr. Ein Schönheitsfehler, nicht mehr. Aber es gibt Menschen, die sich daran stören. Ich gehöre zu diesen Menschen. Also habe ich mal in die Gebrauchsanweisung des Autos gesehen. Der Wechsel der Schalterbeleuchtung wird dort nicht erwähnt. Eine kurze Google-Suche später hatte ich in einem Reparaturforum gefunden, wonach ich suchte. Eine didaktisch gutgemachte Anleitung. Nun brauchte ich nur noch die entsprechenden Birnchen.

Der kluge Autofahrer hat ein Kästchen mit Ersatzbirnchen im Auto. Leider sind dort nur die typischen Birnchen enthalten. Also führte mich mein Weg zum Autoteilehändler. Dort kannte man den Typ Birnchen. Und hatte ihn auch. Und verkaufte mir den Zweierpack davon für kleines Geld.

Mit der Reparaturanleitung bewaffnet dauerte es keine Minute, um das Birnchen zu wechseln. Und ich war wieder glücklich. Jedenfalls war mein kleines „Unglück“ — sofern man es als solches bezeichnen mag — wieder etwas kleiner geworden.

Tage später führt mich mein Weg in den „familiären“ Supermarkt der Nachbarschaft. Mehr aus Langeweile suche ich im Gang mit Autoersatzteilen auch nach Autobirnchen. Mich trifft fast der Schlag, dass es dort auch Glassockelbirnchen 12V in der Stärke 1,2W und der richtigen mechanischen Bauform gibt. Und das zu einem interessanten Preis.

Manchmal findet man „Erleuchtung“ eben auch dort, wo man sie niemals gesucht und auch nicht vermutet hätte.

Schlag den Personaler

Jeder, der schon mal ein Vorstellungsgespräch hatte, kennt die ‚witzigen‘ Fragen, die man dann gestellt bekommt. Zum Beispiel diese: „Welcher Superheld wären Sie gerne und was würden Sie mit ihren Superkräften anstellen?“

So erging es auch einer Freundin. Sie hatte sich dann für Chuck Norris entschieden, damit der Berliner Flughafen BER in wenigen Tagen fertiggestellt werden könnte.

Das hat den Personaler nicht ganz überzeugt, er wollte sie mit einer weiteren Frage aus der Reserve locken: „Welches ganz schlimme Geheimnis wissen Ihre Eltern noch nicht von Ihnen?“

Sie blieb gelassen und reagierte äußerst schlagfertig: „Meine Eltern sind Psychiater, egal, was ich denen erzählen könnte, sie sind weitaus schlimmeres gewohnt…“

Er hatte keine weiteren Fragen mehr. Und sie den Job.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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