Archiv für die Kategorie „Geschichten“

Wort des Tages

Unterhaltung mit einer jungen Dame über ihr Alter. Ich sollte raten oder schätzen. Nun, das war nicht so schwierig, ich wusste ihren Schulabschluss, wusste, wie lange sie gelernt hatte, all das gab einen recht genauen Anhaltspunkt.

Aber ich lag dann doch daneben. Sie hatte vor dem jetzigen Beruf noch eine andere Berufsausbildung angefangen, jedoch nicht beendet, weil sie gemerkt hatte, dass jener Beruf nichts für sie wäre.

Vom vielen Sitzen bekommste da doch nen Quadrat-Arsch…

war ihr Grund dann einen praktischen handwerklichen Beruf zu wählen. Und den macht sie gut und zu meiner Zufriedenheit. Und eine Inspiration für das Wort des Tages hat sie mir auch geliefert.

Die Sache hat einen (Klammer)haken…

Vor vielen vielen Jahren, es war knapp nach der Jahrtausendwende, kam ich als Admin in eine Firma und sollte die dortige IT übernehmen. Ein externer Dienstleister und mein Vorgänger hatten ein damals neues System auf Basis von Windows 2000 Server und entsprechenden Clients aufgesetzt. Das meiste funktionierte auch, einige Probleme konnte ich schnell beheben, manche haben etwas gebraucht, eines war jedoch sehr hartnäckig:

Der Server hatte auch einen Fax-Connector und man konnte Office-Dokumente auch faxen statt sie nur zu drucken. Dummerweise löste dieser Connector kein ausgehendes Fax aus. Eingehende Faxe funktionierten tadellos, auch die Test-Faxe, die die ISDN-Karte als Selbsttest senden konnte, kamen sauber an. Ich hatte schon einiges an Zeit in die Analyse der möglichen Ursache gesteckt, aber da diese Lösung eigentlich kaum gebraucht wurde, ich auch noch reichlich andere Dinge zu tun hatte, hatte das bei mir keine Priorität.

Irgendwann beschloss jemand, dass diese Lösung nun funktionieren müsse und ich kümmerte mich darum. Recherche im Ereignisprotokoll brachte mich nicht weiter, die Fehlermeldungen sagten nur, dass es einen Timeout gäbe. Die Ursache des Timeouts war mir (zunächst) rätselhaft. Eher zufällig schaltete ich mich remote auf den Server auf und sah, was passierte, wenn ein Dokument zu einem Fax gemacht werden sollte:

Das Dokument wurde an den Server übermittelt, dann wurde zum Beispiel Word geöffnet, dass das Dokument dann auf den speziellen Drucker (eigentlich das Fax) ausdrucken sollte. Beim Öffnen des Dokumentes erschien Karl Klammer und bot aufdringlich seine Hilfe an. An die genaue Meldung erinnere ich mich nicht mehr, aber es wird etwas wie „Sie benutzen Word zum ersten Mal, möchten Sie, dass ich sie unterstütze?“ gewesen sein.

Da auf dem Server niemand diese Frage beantwortete, passierte eben nichts und irgendwann lief das Ganze in einen Timeout und es wurde eben kein Fax erstellt. Nachdem ich die Ursache erkannt hatte, startete ich auf dem Server Word, Karl Klammer bot wieder seine Hilfe an und ich schaltete ihn für immer aus. Schon klappte das auch mit dem Faxen.

Auch Spiegel Online berichtete neulich mal über Karl Klammer und fragte sich, was eigentlich aus ihm geworden sei…

Es ist nie passiert…

Vor vielen Jahren, ich wusste damals weniger über IT als heute, war ich als Student in den Semesterferien bei einer großen Firma zur Verstärkung der lokalen IT eingesetzt. Damals gab es (dort) kaum Drucker mit eingebautem LAN-Interface, es war noch die Zeit, in der man kleine Print-Server benutzte. Diese Dinger hatten drei Anschlüsse: Einen für ein Steckernetzteil, einen für LAN und einen Centronics für den Drucker.

Meine Aufgabe war es nun, eine große Kiste voller Print-Server zu nehmen, einen davon anzuschließen, mit einem speziellem Programm den Server anhand seiner (hinten aufgedruckten) MAC auszuwählen, die Firmware zu aktualisieren und dann einen Testausdruck der Konfiguration auf dem angeschlossen Laserdrucker durchzuführen, dazu gab es hinten am Print-Server einen kleinen Knopf, wenn man den drückte, dann wurde die aktuelle Konfiguration ausgedruckt. Der Zettel wurde dann an den Print-Server geklebt und das Spiel sollte sich wiederholen, bis ich alle Print-Server der Kiste abgearbeitet hab.

Soweit, so einfach. Print-Server um Print-Server bekamen die aktuelle Firmware, druckten ihre Konfiguration und alles war gut, bis…

Bei einem Print-Server passierten seltsame Dinge: Ich schloss ihn an, wählte ihn anhand der MAC-Adresse aus, aktualisierte seine Firmware, das Gerät startete neu und bevor ich den Knopf für den Ausdruck der Konfiguration drücken konnte, begann der Drucker mit einem Ausdruck. Ehe ich mich versah, war schon ein Dutzend Seiten ausgedruckt. Verdutzt nahm ich eine Seite davon und sah sie mir an, um zu begreifen, was da gerade passierte. Auf der Seite war ein deutliches Wasserzeichen „GEHEIM“ zu sehen.

Verschreckt schaltete ich sofort den Print-Server aus und lief mit dem Ausdruck zu meinem Chef. Er kam sofort mit, der Drucker hatte in der Zwischenzeit weitere Seiten ausgedruckt, es waren ja noch Daten im Pufferspeicher des Druckers. Er nahm den Papierstapel, sah sich den Text an, las die Fußzeile des Dokumentes und dort auch den Namen des Autors, es war die Sekretärin des Vorstands. Wir hatten also hier ganz heißes Material in den Händen.

Er sag mich ernst an und fragte, was und wieviel ich von dem Dokument mitbekommen hätte. Ich war viel zu aufgeregt, als ich die erste Seite mit dem Wasserzeichen „GEHEIM“ in den Händen hielt, war ich ja gleich zu ihm gelaufen (wirklich gelaufen). Nachdem das geklärt war, mussten wir eine Lösung für die Ausdrucke finden. Die konnten wir nicht einfach so in den Papierkorb werfen, die mussten wirklich endgültig und sicher vernichtet werden.

Er ging sich auf die Suche nach einem geeigneten Ort machen und kam wieder: „In Raum X bei Person Y steht auch ein Reißwolf, aber Y ist neugierig, so einfach da die Ausdrucke vernichten geht also nicht. Wir machen es so: Du geht da rein, drängst Y ein Gespräch auf, Du bist noch neu hier und hast bestimmt noch viele Fragen und dann verwickelst Du Y in ein Gespräch. Ich komme dann rein und nutze aus, dass Du Y ablenkst. Klar?“

Ich nickte und ging in Raum X. Person Y sah mich an, ich fing an, meine Fragen zu stellen, etwas umständlicher als nötig. Y und ich waren dann ins Gespräch, als mein Chef mit einem Stapel Ausdrucke reinkam, und zum Reißwolf ging, als wäre es die normalste Sache der Welt. Er steckte Seite um Seite in den Reißwolf, so schnell es ging, während ich Y weiter mit meinen Fragen löcherte.

Irgendwann wurde Y misstrauisch und fragte nach, was denn gerade vernichtet würde, aber da war mein Chef schon fast fertig und konnte die Frage mit einem „Nun nichts mehr, ich hör schon auf zu stören“ beantworten und verließ den Raum, so schnell wie es ging. Ich musste nicht so tun, als ob ich aus dem Konzept geraten wäre, ich war es tatsächlich. Ich stellte meine letzte Frage erneut und dann noch ein paar Fragen, bedankte mich für die Antworten und trabte dann wieder ab.

Wieder in unserem IT-Büro versuchten wir zu verstehen, was da passiert war und auch warum. Es ist uns nicht gelungen. Sicher ist nur, dass ein „falscher“ Printserver auf einmal die Daten bekommen hatte, die für einen ganz anderen Print-Server bestimmt waren.

Nach dem Aktualisieren der Firmware und dem Neustart des Print-Servers ist er in Werkseinstellung, hat also keine feste IP-Adresse sondern muss eine beim DHCP-Server beantragen. Der DHCP-Server kann nun einfach eine IP-Adresse aus seinem Vorrat vergeben und merkt sich dann, an welche MAC-Adresse er die vergeben hat. Oder aber der DHCP-Server hat eine Reservierungsliste, dann sieht er nach, welches Gerät mit der MAC-Adresse IMMER wieder eine bestimmte IP-Adresse bekommen soll. Da MAC-Adressen einmalig sind (oder zumindest sein sollten und auch fast immer sind), konnten wir ausschließen, dass unser Print-Server irrtümlich die IP-Adresse des anderen Print-Servers bekommen hatte. Das war es also nicht.

Jeder Print-Server hat auch einen bestimmten Namen, über den man ihn erreichen kann, so ein Name setzt sich dann aus einem festen Teil, zum Beispiel dem Herstellernamen, und einem gerätespezifischen Teil, also der MAC-Adresse (oder einem Teil davon) zusammen. Dass der unser Print-Server (zufällig) exakt den Namen des anderen Print-Servers bekommen hat, konnten wir auch ausschließen.

Jeder Netzwerker, dem ich diese Geschichte im Laufe der vielen Jahre, die die Geschichte nun her ist, erzählt habe, hatte keine Erklärung, was da passiert sein konnte.

Einig waren sich dann aber alle, dass die Lösung, die mein damaliger Chef vorschlug, immer noch die Beste war:

Wir sind uns doch einig: Es ist niemals passiert…

„Sauberer“ Diesel

Noch immer bewegt das Thema Dieselmotor und die (fehlende) Sauberkeit seiner Abgase die Gemüter. Wenn Autos immer sicherer werden, dann werden sie entweder schwerer, brauchen also mehr Energie, oder aber man setzt statt Stahl andere Materialien ein. Diese sind dann vielleicht leichter als Stahl, bringen dann aber den Nachteil mit, (sehr) viel teurer zu sein. So einfach ist dieser Ausweg nun also auch nicht.

Beim Thema Dieselmotor und Dieselabgas fällt mir eine Geschichte ein, die ein (inzwischen lange verstorbener) Bekannter einst erlebte. Hier seine Geschichte, so gut ich mich noch an sie erinnere:

Ich war Anfang der 1970er Jahre beim Bund, hatte die Grundausbildung gerade hinter mir und war nun Fahrschüler. Die Fahrschulautos waren Lkw vom Typ MAN 630. Solide Technik, liefen nicht nur mit Diesel, wären zur Not auch mit Rasierwasser gelaufen, so erklärten uns die Ausbilder scherzhaft. Die „Emma“, so der Landser-Spitzname für den MAN, war laut, aus dem Auspuff kam eine dunkle Fahne, aber die „Emma“ ließ einen dafür nicht im Stich und verzieh uns Fahrschülern so manch unsanfte Behandlung.

Eines Sommertages waren wie wieder unterwegs, die Emma, ich und der Fahrlehrer. Er hatte seine Dienstzeit fast hinter sich, er würde noch mich und die anderen Fahrschüler durch die Prüfung bringen, dann die Entlassung und ein neues ziviles Leben — wahrscheinlich auch als Fahrlehrer. Wir mussten an einer Ampel halten. Nicht an einer irgendeiner Ampel. An der Ampel. Aus irgendwelchen Gründen hatte sie eine gefühlt unendlich lange Rotphase, die nicht nur die Geduld von uns Fahrschülern strapazierte.

Als erstes Auto stand ich mit der „Emma“ auf der rechten Spur. Kaum hatten wir angehalten, stand auf der rechten Spur ein kleiner weißer Sportflitzer, dazu noch ein Cabrio. Damals machte man noch nicht den Motor aus und wir angehenden Militärkraftfahrer sowieso nicht. War ja nicht unser Sprit. Wir ließen Emmas Diesel einfach im Leerlauf tuckern.

Der Typ im Sportflitzer spielte jedoch die ganze Zeit an seinem Gaspedal. Das nervte. Das nervte nicht nur mich, das nervte auch meinen Fahrlehrer. Plötzlich gab er mir die Anweisung, die Emma drei Meter vorzuziehen und dann scharf links zu lenken. Ich sah ihn fragend an, ob ich wirklich bei der roten Ampel über die Haltelinie fahren sollte…

„Befehl ist Befehl, also Ausführung!“ war seine Antwort. Ich löste die Bremse, zog die Emma vor und schlug das Lenkrad dann scharf links ein. Nun standen wir schräg vor dem Sportflitzer.

„Gang raus und Vollgas!“ rief er mir zu. Ich gab Vollgas. Die Emma röhrte, als wollte sie gleich zum Sprung ansetzen. Aus ihrem Auspuff kam schon eine deutlichere dunklere Abgasfahne.

„Gas weg und Motorbremse!“ brüllte er mir gegen Emmas Röhren zu. Ich ging vom Gas und drückte das Extrapedal, das eine Klappe im Abgasweg schloss, sofort fiel die Drehzahl rapide ab.

„Und Motorbremse weg und wieder Vollgas!“ befahl er. Nun konnte die Emma wieder ausatmen und nahm Gas an. Dabei schoss eine dicke rußige Wolke aus dem Auspuffrohr.

„Und wieder Vollgas und dann wieder Motorbremse, was der Typ kann, das können wir schon lange…“ rief er mir zu. Und ich gab wieder Gas. Und drückte wieder die Motorbremse. Und gab wieder Vollgas. Und jedes mal warf die Emma eine fiese dunkle Wolke raus.

Endlich wurde es grün. „Und nun mit Vollgas anfahren, zeig ihm mal, wie flott eine unbeladene Emma sein kann.“ Ich gab wieder Vollgas, ließ die Kupplung fast springen, die Emma machte nun den Sprung, auf den sie sich die knappe Minute vorbereitet hatte, ich konnte die gerade noch in der Spur halten und wir zischten los.

„Ich glaube, wir verdrücken uns besser da vorne, Abmarsch in das Wohngebiet mit den vielen kleinen Straßen, diesmal aber schön leise…“

Ich bog dann ab und die Emma schlich auf leisen Sohlen durch die Nebenstraßen.

Es war die lustigste Fahrstunde meines Lebens, die Prüfung wenige Tage später hatte ich ohne Fehler bestanden und zum Abschied gab mir mein Fahrlehrer noch ein paar Worte mit auf den Weg:

„Sei immer nett im Leben, besonders zu Deiner Emma…“

Der entscheidende Buchstabe

Man hört ja oft von Menschen, die nicht im Ruhe- sondern eher im Unruhestand sind und sich dann als „rüstigen Rentner“ bezeichnen. Ich glaube, wir alle kennen Menschen, die nun soviel um die Ohren haben, dass wir uns immer fragen, wie sie denn vorher jemals Zeit für einen Job gehabt haben.

Und dann gibt es manchmal auch den „rostigen Rentner“, der sich nicht entscheiden kann, an welche Kappe er sich im Supermarkt anstellen möchte und daher erstmal beide Schlangen aufhält. Nach dem Bezahlen wurde der Einkaufswagen dann zu einem Auto geschoben, das man durchaus als recht sportlich bezeichnen könnte.

Ich hoffe für den Menschen, dass er morgen wieder so flott unterwegs sein möge, wie es auch das Auto sein kann, denn wer will schon rostiger Rentner sein, wenn man auch rüstiger Rentner sein kann …

70 Jahre nach dem Krieg: Die Legende des Siegs von Pearl Harbor

Es ist gut 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, im Entwurfsordner dieses Blogs, warteten noch ein paar Anmerkungen zu Details, ich kippe sie jetzt einfach mal in den Ordner mit Veröffentlichungen.

Der Angriff auf Pearl Harbor gilt gemeinhin überragender Erfolg. Die japanischen Streitkräfte haben in Pearl Harbor der US Navy einen gewaltigen Schlag versetzt. Kann man aber auch ganz anders sehen: Die Japaner haben es vermasselt. Wieso sollte man zu so einer Einschätzung kommen, wurden doch immerhin 12 Schiffe zerstört, 9 weitere Schiffe (zum Teil schwer) beschädigt, 164 Flugzeige zerstört, 159 weitere beschädigt. Dazu kommen 2.400 Tote und 1.200 Verletzte. (Diese Zahlen sind nicht absolut, je nach Betrachtung gibt es Schwankungen).

Sieht man sich aber an, was die Angreifer nicht zerstört hatten, sieht das Bild anders aus. Nicht zerstört wurden die Flugzeugträger. Kein einziger. Denn die waren woanders im Einsatz. Das hatte die japanische Aufklärung nicht mitbekommen. Die versenkten großen Schlachtschiffe stammten teilweise noch aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und waren technisch nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Stand der Zeit waren Flugzeugträger. Schlachtschiffe, auch wenn sie gewaltige Kanonen haben, können einen Kampf nur auf eine (relativ) kurze Entfernung führen. Was nützt es, großkalibrige Geschosse 40 Kilometer weit auf den Feind abfeuern zu können, wenn man seine Entfernung nicht präzise genug messen kann, um nicht knapp vorbeizuschießen? Ein Flugzeugträger kann seine Flugzeuge den Feind nicht nur suchen lassen, sie können dann auch aus (relativ) kurzer Entfernung angreifen und sehr präzise treffen. Genau das machten die Japaner mit ihrem Angriff vor.

Nicht zerstört wurden die U-Boote, sie sollten im späteren Kriegsverlauf den japanischen Transport von Truppen und Material zwischen den vielen Inseln erheblich einschränken. Nicht zerstört wurden die Werften, mit ihrer Hilfe gelang es, viele der Schiffe zu heben, zu reparieren und wieder einsatzfähig zu machen. Nicht zerstört wurden die Treibstofflager. Sie zu löschen wäre extrem schwierig bis unmöglich gewesen und die unbeschädigten Teile US-Pazifik-Flotte wäre solange fast ohne Treibstoff und somit nicht einsatzfähig gewesen. All das haben die Angreifer nicht zerstört und damit den USA einen sehr baldigen Gegenschlag ermöglicht, bereits nur 6 Monate später führte die Schlacht um Midway zur Wende im Pazifikkrieg.

70 Jahre nach dem Krieg: Richtig tanken bringt Vorteile…

Es ist gut 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, im Entwurfsordner dieses Blogs, warteten noch ein paar Anmerkungen zu Details, ich kippe sie jetzt einfach mal in den Ordner mit Veröffentlichungen.

Vor 75 Jahren, 1940, geriet der Krieg zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich in die heiße Phase. Zwar hatte Frankreich dem Deutschen Reich kurz nach dessen Überfall auf Polen den Krieg erklärt und damit seine Verpflichtungen gegenüber Polen erfüllt, aber der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich war ein sogenannter Sitzkrieg, beide Seiten saßen sich gegenüber und hüteten sich, die jeweils andere Seite anzugreifen. Erst am 10. Mai 1940 wurden die Deutschen Truppen aktiv und begannen den aktiven Krieg gegen Frankreich.

Was dann geschah, ging als „Blitzkrieg“ in die Geschichtsbücher ein. Gerne wird an dieser Stelle vergessen, dass Frankreich über mehr und teilweise auch technisch bessere Panzer verfügte als die angreifenden Deutschen. Wie kam es dann dazu, dass die Franzosen den Krieg so schnell verloren? Ein Detail war die Betankung der Panzer.

Panzer, egal welcher Nation, haben einen enormen Treibstoffverbrauch. Die allermeisten Panzer hatten damals Benzinmotoren und keine (etwas) sparsameren Dieselmotoren (das führten die Sowjets mit dem legendären T-34 ein). Die Faustregel „Ein Liter auf einen Kilometer“ war auch damals schon zutreffend, es konnte aber auch mal deutlich mehr Verbrauch sein. Panzer brauchen also eines ganz dringend: Treibstoff. Um diesen zum „Kunden“ zu bringen gibt es unterschiedliche Konzepte:

Die Franzosen hatten Tankwagen, mit mehreren langen Schläuchen und Zapfpistolen, wie man das aus der Tankstelle kennt. Panzer und Tankwagen treffen sich, und dann tankt ein Panzer nach dem anderen. Und wenn auch der letzte Panzer betankt ist, kann die Einheit weiterfahren. Stellen wir uns eine Panzerkompanie vor, drei Züge zu je vier Panzer, dazu einen Kompanieführungspanzer, dann kommt man auf 13 Fahrzeuge. Und wer mal den Stau an der heimischen Tankstelle, wenn es Treibstoff wieder günstig gibt, erlebt hat, kann sich vorstellen, wie lange man braucht. Besonders dann, wenn nicht mal eben 40 sondern 400 Liter getankt werden. Es konnten aber auch mal 800 Liter sein. Es dauerte also.

Die Deutschen gingen anders vor, bei ihnen gab es Benzin in Kanistern. Jene 20-Liter-Blechkanister, die wir heute noch kennen. Diese Kanister wurden auf der Ladefläche eines Lkw transportiert. War der Tankwagen vor den Panzern am vereinbarten Treffpunkt, so wurden ausreichend viele Kanister von der Ladefläche auf den Boden abgeladen, immer so viele Kanister, dass auch ein leerer Tank wieder gefüllt werden konnte. Pro Panzer gab es einen Stapel Kanister, dann ein paar Meter weiter den nächsten Stapel. Kamen dann die „durstigen“ Panzer an, mussten die Besatzungen nur noch den Inhalt der Kanister umfüllen. Entsprechende große Trichter, mit deren Hilfe man aus mehreren Kanistern gleichzeitig „tanken“ konnte, hatte jeder Panzer dabei. Genügend Besatzungsmitglieder, hatte ein Panzer auch, je nach Modell gab es vier oder fünf Mann Besatzung. Und ehe man sich versah, war der Panzer betankt, die leeren Kanister wurden vom Tankwagen wieder eingesammelt und an einem zentralen Tanklager wieder befüllt. Kanister, die nicht entleert wurden, kamen für den nächsten Einsatz gleich wieder auf den Tankwagen.

Kam der Tankwagen zu den warteten Panzern, fuhr er an der Kolonne vorbei, warf man der Besatzung die gewünschte Anzahl von Kanistern zu und es wurde getankt wie oben beschrieben.

So kam es, dass der „Tankstopp“ bei den deutschen Panzern sehr kurz war, während die französischen Panzer deutlich länger brauchten, um wieder einsatzbereit zu sein. Und dieser Zeitvorteil war einer von mehreren Faktoren, die über Sieg oder Niederlage entschieden.

So ähnlich ist das heute noch bei der Autorennen. Klappt der Tankstopp, spart man wertvolle Zeit. Gibt es Probleme, verliert man wertvolle Zeit und die anderen gewinnen das Rennen. Nur dass man heute nicht mehr auf einander schießen muss…

Vereinbarung mit Ohrwurm

Bekanntlich gibt es nicht nur den einen Weg, manchmal, eigentlich fast immer, gibt es mehrere Wege, die zum Ziel führen. Also bringt man alle Menschen, die es betrifft und die auch Ahnung haben (dieser Zusatz ist wichtig!) zusammen und geht die Alternativen durch. Und meistens bringt der gesunde Menschenverstand dann richtig viel und man findet die eine Lösung, die für alle Beteiligten dann die beste ist. So entstand neulich am Ende einer Besprechung folgender Dialog:

Kollege 1:

Das ist besser für Dich und für mich…

Woraufhin ein älterer Kollege einfiel:

… und für Düsseldorf am Rhein…

Zunächst sahen sich alle Beteiligten etwas verwundert an, dann fiel der sprichwörtliche Groschen und wer alt genug war, konnte sich an einen Schlager aus dem späten 1960 Jahren erinnern. (Hier nachlesen, hier anhören)

Und auf einmal hatten die älteren Mitarbeiter einen Ohrwurm 🙂

Mogelpackung?

Mogelpackung? Denn der Waschbrettbauch war nicht enthalten...

Mogelpackung? Denn der Waschbrettbauch war nicht enthalten…

Ein lieber Kollege, der beruflich viel in der Welt rumgekommen ist, wird umziehen. Nur innerhalb des Gebäudes, aber er wird umziehen. Und so ein Umzug ist die ideale Gelegenheit, die eigenen Sammlung an Mustern, Demo-Geräten und sonstigen Schätzen zu verkleinern. So hatte er grad einen groooooßen Haufen an „kann weg“ Sachen aufgetürmt, für die er einen Abnehmer suchte. Oder jemanden, dem er Dinge auf’s Auge drücken konnte.

So kam ich dann zu dieser Boxershorts aus Mexico (oder war es Brasilien?). Den Waschbrettbauch gab es leider nicht mal so eben, daran muss ich wohl selbst arbeiten. Trotzdem vielen Dank.

 

Mehr Power…

Nicht nur Ingenieure wissen es: Besser als Power ist mehr Power oder noch mehr Power. So ergab sich ein Small-Talk über sogenannte „Powerbanks“, also diese kleinen Akkus, an denen man sein Handy anschließen kann, um es wieder aufzuladen, wenn man kein Strom aus der Steckdose verfügbar ist.

Ein Kollege zeigte seine Powerbank vor, worauf die umstehenden Ingenieure sofort mit einer Fachsimpelei über die Kapazität in Milliamperestunden und die Anzahl der iPhone-Ladungen begonnen. Ich sah das pragmagischer, ich wollte nur wissen, wieviele Powerbanks ich brauche, um genug Strom für die Waschmaschine nach Hause zu tragen…

Ich war überrascht, wieviel Humor manch Ingenieur hat 🙂

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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