Das Märchen von der Prinzessin und dem maskierten Frosch — Ein Lehrstück über moderne Politik

Ein Schelmenstück in drei Akten:

Erster Akt
Es war einmal eine Prinzessin, die, um den Regenten zu stürzen, auf die Hilfe sinistrer Mächte setzte. Das kam nicht überall gut an und erregte sogar hier und da eine gewisse Besorgnis. Also rief sie ein befreundeter Prinz an, um ihr ins gewissen zu Reden. Doch in Wahrheit, war es kein befreundeter Prinz sondern ein maskierter Frosch. Als die Prinzessin das erfuhr, war sie nicht begeistert und verwünschte den Frosch und verdonnerte ihn, über das Gehörte eisern zu schweigen.

Zweiter Akt
Durch ein Schurkenstück gelange die Kunde über das Gespräch das ganze Volk und schon bald hallten die Worte der Prinzessin durch jedes Dorf und jeden Wald. Und so mancher machte sich lustig über die Prinzessin, die nicht erkennt, ob sie mit einem Prinzen oder einem Frosch redet.

Dritter Akt
Als die Prinzessin erfuhr, wie sehr das Volk über sie lachte, wurde sie zornig. Schnell machten sie und ihre Berater einen Bösewicht aus. Der böse Frosch war schuld an ihrem Unglück. Und alle Bäume des Waldes, denn an ihnen hallte das Echo ihrer Worte wieder. Und so wollte sie den Frosch in den Kerker sperren lassen, auf daß er für seine Taten büßen solle.

Verlassen wir die Welt des Märchens:
Da will jemand als Politiker eine erhebliche staatstragende Rolle spielen, ist aber nicht mal in der Lage, seine Gesprächspartner zuverlässig zu authentifizieren. Da hat jemand versagt. Oder anders formuliert: Die Mindestvoraussetzungen für einen Polit-Profi nicht erfüllt.

Da werden private Inhalte ohne Genehmigung veröffentlicht. Auch da hat jemand versagt. Oder die Rechte eines Anderen mit Füßen getreten. Das ist verwerflich, keine Frage. Aber immer wieder kommt es vor, daß einem Unrecht geschieht.

Nun ist das Ding aber raus und nicht mehr zurückzuholen. Nun ist intelligenter Umgang mit dieser Krise gefragt. Zunächst müßte man erkennen, wie die Dinge stehen. Und daß man Inhalte, die durch das Internet kursieren, genausowenig zurückholen kann, wie man den Sonnenaufgang ungeschehen machen kann. Also ist eine PR gefragt, die das Ding ins rechte Licht zurückholt. Beides ist nicht geschehen. Also wieder das Klassenziel für einen Polit-Profi verfehlt.

Niemand wird gezwungen, Polit-Profi zu werden. Wer sich entscheidet Politiker zu werden, der entscheidet sich auch, in der Öffentlichkeit zu stehen. Und da ist man dann auch immer Ziel von neugieriger Berichterstattung, von bösen Streichen und übler Nachrede. Das gehört eben zum Beruf des Politikers dazu. Wer die Hitze nicht verträgt, sollte den Herd meiden. Wer lieber privat bleiben möchte, der darf kein Politiker werden. Oder vorher seine Hausaufgaben machen.

Ich wünsche mir Politiker, die sich nicht so leicht auf’s Kreuz legen lassen…

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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