Archiv für 2003

Red Bull und seine Ahnen

Seit ungefähr 10 Jahren gibt es Red Bull auf dem deutschen Markt. Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde es schnell zu dem Kultgetränk schlechthin, von älteren ‚Erwachsenen‘ wurde es jedoch als Modeerscheinung abgetan.

Dabei hat jede Zeit ihre Moden. Was heute „Red Bull“ ist, war in den 70ern „Schokakola“, eine koffein-haltige Schokolade. Verpackt in einer roten Metalldose, die man als Autofahrer mit einer Hand öffnen könnte. Aber das war schon damals ein alter Hut, denn solche belebenden Lebensmittel haben schon im Zweiten Weltkrieg den Flugzeugbesatzungen als „Flieger-Schokolade“ durch lange Nachtflüge geholfen.

Schokakola gibt es heute (immer noch oder schon wieder) im Handel zu kaufen. Das läßt mich hoffen, daß uns „Red Bull“ und seine Verwandten noch lange erhalten bleiben werden ­čÖé

Preisgestaltung im PISA-Zeitalter

Über den Marktschreier der seine Ware mit „Ein Stück nur 3 Euro, drei Stück nur 10 Euro“ anpreist, haben wir noch nie gelacht. Für dermaßen verblödet würde kein Marktschreier sein Publikum halten.

Offensichtlich schätzt man beim „famila“-Supermarkt seine Kunden deutlich blöder ein:

Bei den Stickados von Aoste soll die Tüte mit 50gr Inhalt 0,99 Euro kosten, die Tüte mit 70gr Inhalt dagegen 1,99 Euro. Selten habe ich ein dermaßen krasses Beispiel erlebt.

Oder durfte der Praktikant, der eine 6 in Mathe hatte, die Preisgestaltung vornehmen?

Fragen und Antworten

Manche Menschen stellen Fragen, bei denen ich mir wünsche, daß der Fragesteller seine eigene Frage mal genau durchlesen möge. Über Fragen a la: „Von wem ist Goethes ‚Faust'“ oder „Wie lange dauerte der 30-jährige Krieg“ lacht schon lange niemand mehr…

In der Newsgroup de.alt.fan.konsumterror lese ich folgenden Artikel:

Wer kennt diese Werbung und kann mir sagen wer dafür wirbt?

Zur Handlung:

Junger Mann kommt in eine Drogerie und fragt die Verkäuferin: „Ich hätte gern Gummis… mit Geschmack…. Kirsche oder so… das wäre geil *räusper*“

Verkäuferin führt ihn zu einem Regal mit [Wick Rachendrachen??] und sagt: „hier, die gibt es sogar mit Menthol, das ist besonders gut für ihren Hals.“ und drückt dem Mann eine Tüte davon in die Hand.

Preisfrage: Welches Unternehmen könnte wohl Werbung für Wick Rachendrachen machen?

Gl├╝ck ist…

Manchmal sind es kleine, scheinbar ganz unbedeutend Dinge, die aus einem normalen Tag einen guten Tag machen oder aus einem guten Tag einen besonders guten Tag.

Beim Rasieren habe ich die neuen „Mach 3 Turbo“-Klingen von Gilette ausprobiert. Ich muß sagen, daß ich sie als noch besser empfinde als die normalen „Mach 3“-Klingen, die ich zuvor benutzte. Noch weniger Hautirritationen, wie die Werbung das Schneiden nennt… Gute Erfindung.

Beginnt ein Tag schon mit einer guten, glatten und fehlerfreien Rasur, dann ist das schon ein kleines Glück und der Tag wird ein guter…

Doch wer hat bloß den Ausdruck „Hautirritationen“ erfunden?

Dinge, die einfach da sind…

Jeder von uns kennt Dinge, die einfach da sind. Schon immer da waren. Obwohl man sie nie gekauft hat. Man hat sie bekommen, irgendwann einmal, auf irgendeine Art und Weise. Völlig egal wie. Sie sind einfach da.

So richtig macht man sich erst Gedanken darüber, wenn die Dinge kaputtgehen oder nicht mehr da sind. Dann versucht man sich zu erinnern, wie dieser Gegenstand eigentlich mal in den eigenen Hausstand eingezogen ist, was man alles damit angestellt hat usw.

Heute habe ich mich von einem großen Handtuch verabschiedet. Es gehörte einst einem „Alster Wäsche Verleih“, der es an ein Hotel verliehen hatte. Nach der Schließung des Hotels war es Besitz der Familie meiner Ex-Freundin und gelangte dann irgendwann so zu mir. Heute gab es den Geist auf. Ich habe keine Ahnung, wie oft das Handtuch tatsächlich benutzt wurde, wie oft es in der Waschmaschine war, wie oft ich damit am Strand oder in der Sauna lag.

Eine eingewebte Jahreszahl 1977 sagt mir, daß das Handtuch seine Schuldigkeit mehr als getan hat. Ich danke ihm dafür, mir so lange gedient zu haben. Einmal wird es noch meine Waschmaschine sehen… und geht dann feierlich in die Altkleidertonne.

Fremdsprachen

Erzählt mir doch eben eine gute Freundin, daß sie es hasse, auf englisch zu schreiben.

Mir ist auch klar, warum:
Nur auf Deutsch kann sie so herrlich bissig und garstig formulieren, wie wir es von ihr gewohnt sind ­čÖé

Red Bull

„Red Bull verleih Flüüüügel“, so möchte uns der Hersteller weismachen und wirbt damit, daß Red Bull nicht nur Körper sondern auch den Geist belebe. Nun gut, Werbeaussagen kann man glauben, muß man aber nicht.

Unter Spiegel Online lese ich nun, daß sich Britney Spears mit den Worten

„Ich habe nicht lange nachgedacht. Na ja, ich hatte acht Red Bulls intus und sagte ,Okay, machen wir’s'“

für ihre Nacktaufnahmen entschuldigt.

Und wie muß es um den Geist von Britney Spears bestellt sein, wenn selbst nach acht Red Bull noch keine Belebung stattfindet? Und die jetzt fälligen Blondinenwitze verkneife ich mir lieber…

Leidiges Thema Kopierschutz bei Audio-CDs

Beim Stöbern nach CDs habe ich auch die neueste CD von der Gruppe „Die Ärzte“ in die Hand bekommen. Die Verpackung besteht aus Pappe statt aus Plastik und die CD ist nicht kopiergeschützt.

Das finde ich gut. Hiermit setze ich diese CD auf meine Wunschliste für meinen Geburtstag ­čÖé

Wäre die CD kopiergeschützt gewesen, dann hätte ich sie aus Prinzip nicht gekauft.

Kleinigkeiten entscheiden

Es sind oft nur kleine Details, die eine große Wirkung machen. Aber es sind Kleinigkeiten, an die jemand gedacht hat. Und es geschafft, sie auch im Unternehmen umzusetzen.

Viele Firmen haben eine Telefonnummer, die für den Anrufer kostenfrei ist. Das ist inzwischen Standard, bei großen Firmen, sozusagen ein alter Hut.

Land’s End bietet das seinen Kunden auch, unter 0800-90 90 100 kann man dort anrufen. Neu und innovativ ist, daß man sich von Land’s End einen speziellen Dialer laden kann, mit dem man die Seiten des Bekleidungs-Versenders kostenfrei im Internet betrachten kann.

Sicherlich nur eine Kleinigkeit und in der Praxis vielleicht nur wenig genutzt, sie zeigt aber, daß man bei Land’s End konsequent an den Kunden denkt.

Weiter so!

Mail an Firmen…

Willkommen im 21. Jahrhundert oder meinetwegen auch im 3. Jahrtausend. Manche Unternehmen nutzen sogar schon das Internet, um mit Interessenten und Kunden zu kommunizieren. Ich war vor einer Weile in einer Therme, beim Besuch vielen mir ein paar Dinge auf. Also schrieb ich dem Betreiber eine Mail.

Und tatsächlich bekam ich eine Mail zurück. Das Problem wurde zwar nicht erkannt, die Mail hatte merkwürdig codierte Umlaute, dafür dauerte die Beantwortung meiner Mail auch nur eine Woche.

Es ist wohl doch noch ein weiter Weg… *seufz*

About Nik

hei├čt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erkl├Ąrt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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