Archiv für Februar 2004

Nachtrag zum „Milchjieper“

Daß mir Ferreros Kinder Riegel zu süß sind, das hatte ich hier bereits erwähnt. Nun fällt mir wieder ein Milchriegel in die Hände und diesmal achte ich auf das Kleingedruckte auf der Verpackung:

Gefüllte Vollmilchschokolade mit besonders reichhaltiger Milchfüllung

Reichhaltig an was? Noch kleiner gedruckt finde ich dann die Erklärung:

Je 100g Kinder Riegel enthalten: […] 53g Kohlenhydrate

Kein Wunder, daß die Kinder Riegel dermaßen süß schmecken, wenn sie zu mehr als der Hälfte aus Zucker bestehen.

Ich frage mich, ob dieses Produkt dann wirklich so gut für Kinder ist, wie uns die Werbung weismachen möchte…

Blindes Vertrauen zur Technik

Gestern bat mich eine blinde Bekannte, ein paar Dinge an ihrem Handy einzustellen. Sich durch verschachtelte Menüs zu hangeln ist schon für Sehende schwierig, für Blinde ist das fast unmöglich.

Wenn ich mir überlege, wieviel Speicher und Rechenleistung in modernen Mobiltelefonen steckt, dann müßte es sehr einfach sein, daß Geräte die Namen der Menüeinträge „vorlesen“ könnten bzw. vorgebene Sound-Schnipsel abspielen. Schließlich gibt es auch für andere Anwendungen Useful Sounds.

Mein Mobiltelefon Siemens ME45 bietet die Möglichkeit, die Anzeige auf Großschrift umzustellen. Ich bin gespannt, wann die Hersteller nicht nur an Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen denken sondern auch an vollblinde Menschen. Es wäre nur ein kleiner Aufwand für die Hersteller, für viele Blinde eine große Hilfe.

Ein richtig blindentaugliches Handy könnte Kurznachrichten akustisch ausgeben. Ich denke, es ist nicht notwendig, den geschriebenen Text in gesprochene Sprache umzuwandeln, das Buchstabieren reicht aus. Angezeigte Nummern könnten Ziffer für Ziffer vorgelesen werden.

Einfach besser – Computerspiele damals und heute

Versteckt in den Tiefen der Menüs meines Handy fand ich gestern auch ein Computerspiel. Ein ganz einfaches Spiel namens „Stack Attack“. Ein kleines Männchen muß fallende Kisten so hinstellen, daß sich am Boden eine geschlossene Reihe ergibt, die sich dann auflöst. Das Spielprinzip klingt einfach, macht aber viel Spaß.

Frühe Computerspiele hatten kaum Rechenleistung zur Verfügung, keine 3D-Graphik, keinen Surround-Sound… boten dafür aber jede Menge Spielspaß. Wer einmal eine Nacht lang Tetris gespielt hat, wird die Hintergrundmusik noch heute im Ohr haben.

Bei PopCap gibt es diese einfachen Spiele, die man einfach spielen muß.

Und mal ehrlich: Tetris macht immer noch mehr Spaß als jeder Ego-Shooter. Mir jedenfalls

Mehr Power – Eine Posse um „Stromdiebstahl bei der Bahn“

Spiegel Online berichtet über den Fall eines jungen Mannes, der an der Steckdose eines Bahnhofs kurz seinen Laptop in Betrieb nahm, um eine Adresse nachzusehen. Nun ist er wegen angeblichen Stromdiebsathls dran.

Nein, heute ist nicht der erste April. Und der Fall passierte auch nicht in Schilda. Es geschah in Deutschland im Jahre 2003.

Wäre die Bahn tatsächlich „Unternehmen Zukunft“, wie uns deren Eigenwerbung das weismachen will, dann wären ausreichend Steckdosen für Reisende mit Laptop oder Walkman vorhanden. So könnten lange Reisezeiten sinnvoll als Arbeitszeit genutzt werden oder zur Entspannung bei Musik oder Hörbuch. Genug Strom ist in der Oberleitung nun wirklich vorhanden. Und was verbraucht ein Laptop im Vergleich zur Klimaanlage eines ICE-Waggons? So gut wie nichts.

Rechnen wir mal nach: Eine Kilowattsunde kostet für Großkunden vielleicht 10 Cent. Eine Kilowattstunde sind 60.000 Wattminuten. Im konkreten Fall hat der junge Mann für wenige Minuten 100 Watt entnommen und kommt so auf vielleicht 500 Wattminuten. Also den 120sten Teil einer Kilowattsunde. Es geht also um „Stromdiebstahl“ im Wert von 0,08 Cent. In Worten: „Null-komma-null-acht“.

Stellen wir uns vor, der junge Mann hätte womöglich das Bahnhofs-WC aufgesucht. Die benötigten Blatt Klopapier, das Wasser für Spülung und zum Waschen der Hände wäre ein Vielfaches teurer gewesen… Was wäre dem Ärmsten da erst geschehen?

Was muß es der Bahn doch gut gehen, wenn sie Zeit und Energie aufwendet, um sich um solche Probleme zu kümmern…

Und sollte ich demnächst klagen über die überlastete Justiz hören, dann weiß ich nun auch, woran das liegen könnte…

Rotlicht – Typisch deutsch

Heute nacht, irgendwo auf dem Rückweg von Kiel nach Lübeck, stehe ich an einer roten Ampel. Irgendwo am sprichwörtlichen Arsch der Welt ist eine Kreuzung zweier Straßen und eine Ampel sorgt dafür, daß…

Ja, wofür? Daß man auch nachts, wenn da alle paar Minuten mal ein Auto langfährt, an einer roten Ampel steht und eine Gedenkminute einlegen muß?

Liebe Leute in den zuständigen Stellen: Bitte denkt doch mal nach, bevor ihr eine Ampel aufstellt, ob die dann wirklich die ganze Nacht den kaum vorhandenen Verkehr nach „Schema F“ regeln muß? Ich bin sicher, man kann der Ampel ein Nachtprogramm verordnen. Dann könnten die Fahrzeuge auf der Hauptstraße ungestört fahren und der Verkehr der untergeordneten Straße bekommt ein gelbes Blinklicht. Das reicht. Klappt anderswo ja auch. Zumal an eben jeder Stelle das Tempo wegen der Ampel schon von 100 auf 70 beschränkt war.

Aber so? Typisch deutsches Rotlicht. Hat es auch keinen Sinn, so hat es doch Methode…

Zurück zum Guten, Wahren, Echten

Popmusik, genauergesagt, den Teil, den die Medien uns präsentieren, ist ja oft sehr langweilig und stromlinienförmig. Oft hat man den Eindruck, clevere Marketingleute „bauen“ Stars nach dem Ergebnis von Kundenbefragungen zusammen. Entsprechend identisch klingen die Songs und die Stars und Sternchen sehen sich oftmals zum verwechseln ähnlich.

Viele Künstler werden von ihren Plattenfirmen in Schubladen gesteckt und müssen immer nach „Schema F“ Musik machen, auch wenn sie ganz andere Interessen hätten. Ich habe mal Aufnahmen von Roy Black gesehen, als er Stones-Songs zum Einsingen sang. Der Mann war ein echter Rock’n’Roller… auch wenn sich das kaum einer vorstellen konnte oder vermarkten wolle.

Ich finde es klasse, daß Sasha auch mal andere Töne anschlägt und unter dem Künstlernamen „Dick Brave“ Rockabilly macht. Mich freut, daß er dabei sogar sehr erfolgreich ist.

Aber mal ehrlich, man sollte den Künstlern Arsch und Eier lassen.

Wie sich Musik anhört, die weder das eine noch das andere hat, müssen wir schon zur genüge anhören… Weiter so, Sasha/Dick Brave!

Beste Maut-Technik von Welt?

Über das Thema Maut-Einfühung in Deutschland macht man schon lange keine Witze mehr. Wäre das Thema nicht so verdammt ernst, könnte man darüber lachen. Doch eigentlich ist es nur zum heulen.

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schremmpp hält Toll-Collect für

das beste System, was es derzeit in der Welt

gebe. Nachzulesen bei Spiegel Online.

Und ich dachte immer, nur funktionierende Systeme seien gute Systeme…

Eine süße Überraschung

Am Wochenende hatte ich Besuch. Zu meiner großen Freude wurde ich mich leckerer Schocki von Feodora überrascht.

So wurde das Wochenende besonders schön 🙂

Hin und her

Was lese ich bei Spiegel-Online: Die Praxisgebühr von 10 Euro soll evtl. wieder abgeschafft werden?

Liebe Leute, erst führt ihr das ein, mit dem ganzen Rattenschwanz an Verwaltung und Aufwand, dann wollt ihr das wieder abschaffen?

Habt Ihr euch mal vorher überlegt, was das alleine kostet, bis auch nur ein Euro dort ankommt, wo er ankommen soll? Ich weiß, ist ja nicht euer Geld. Ist ja nur meins…

Wahltag ist Zahltag!

Meine Meinung zu Landminen

Ich hatte mir irgendwann mal eine Meinung zum Thema Landminen gemacht. Und Meinungen behält mal oftmals sehr lange. Und manchmal bemerkt man nicht, daß die eigene Meinung schon lange überholt ist. So erging es mir.

Ich bin aufgewachsen, als es noch zwei deutsche Staaten gab, sich in Europa Panzerameen gegenüberstanden und es hieß, „die Russen“ wollten binnen 24 Stunden am Rhein sein und binnen 48 Stunden am Atlantik. In dieser Situation hielt ich Anti-Panzer-Minen für ein wirksames Mittel, um bei der Verteidigung zu helfen. Schließlich haben Landminen rein defensiven Charakter und können den Verteidigern wertvolle Zeit verschaffen. Anti-Panzer-Minen werden ’normalerweise‘ nur von schweren Fahrzeugen ausgelöst und nicht durch Personen. Daher hatte ich gegen diesen Typ nicht die Bedenken, die ich gegen Anti-Personen-Minen habe.

Das ist lange her. Inzwischen bedrohen sich in Mitteleuropa schon lange keine Panzerarmeen gegenseitig mehr. Ich hatte meine Meinung zum Thema lange nicht mehr in Frage gestellt.

Nun lese ich auf Web-Seiten zum Thema Landminen, daß immer mehr Anti-Panzer-Minen mit Einrichtungen ausgerüstet oder nachgerüstet sind, die Aufheben und/oder Entschärfen verhindern sollen. Spielende Kinder oder unbeteiligte Zivilisten können also sehr wohl Opfer von Minen werden und so „aus versehen“ schwerste Verletzungen davontragen.

Und gerade in Konfliktgebieten der Dritten Welt fühlen sich die ehemaligen Konfliktparteien oftmals nicht für die (sehr aufwendige) Räumung von Minen verantwortlich und überlassen die Dinge sich selbst. Und so kann noch Jahre später ein Schulbus voller Kinder eine Anti-Panzer-Mine auslösen.

Ich habe meine Meinung geändert und bin nun gegen Minen aller Art.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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