Archiv für Februar 2004

Mündige Bürger und Hinweise auf Verpackungen

Auf den Verpackungen steht allerlei, einiges davon ist ernstzunehmen, anderes nicht. Vor mir auf dem Schreibtisch steht eine Tüte „Haribo“. Jeder Deutsche dürfte den Spruch „Haribo macht Kinder froh – und Erwachsene ebenso“ kennen, jahrelang wurde er in der Werbung aufgesagt.

Nun soll die Nutzung dieses Spruchs untersagt werden, schließlich könne es sein, daß Produkte von Haribo eben nicht (jeden) froh machen könnten. Also eine falsche Versprechung auf der Packung sei, die den Verbraucher irreführen könnte.

Einerseits hält man mich für einen mündigen Bürger, der sich um seine Geschicke selbst zu kümmern habe, andererseits denkt man, man müsse mich davor schützen, mit Haribo eben nicht glücklich werden zu können. Wie paßt beides zusammen?

Und was ist mit dem Hinweis „Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs“? Wen können Raucher verklagen, falls sie niemals an Lungenkrebs erkranken werden? Oder der Krebs nicht tödlich ist?

Vielleicht sollten mündige Menschen sich weniger vorschreiben lassen und mehr auf eigenes Denkvermögen setzen? Die Natur hat uns Menschen Verstand gegeben – jedenfalls den meisten von uns…

Perfider Trick?

Eine gute Freundin von mir lebt in meiner räumlichen Nähe. Zeitlich ist sie aber irgendwo auf dem Atlantik angesiedelt, kurz vor den USA. Will sagen: Sie ist eine Spätschläferin. Sie pennt nicht mehr als andere Menschen, nur eben zu anderen Zeiten. Soweit okay für sie, ihren Job und für mich sowieso.

Nun sitzt sie seit einiger Zeit in einem Arbeitskreis und stellte recht schnell fest, daß sie nicht unbedingt kompatibel ist zur Mentalität langjähriger „Insassen“ eben jenes Arbeitskreises.

Ob es daran liegt, daß die Termine des dieses Arbeitskreises nun an den sehr frühen Vormittag gelegt werden? Ein Schelm, wer Übles dabei denkt…

Wort des Tages

Manchmal hört man Ausdrücke, die einfach klasse sind. Erging mir heute auch so, als ich einen Fitness / Wellness-Tempel der Oberklasse besuchte. Dort wird es auch einen Ruhe-Bereich geben, in dem Lichtspiel und musikalische Berieselung für Entspannung sorgen soll.

Den Ausdruck

Multisensorische Bespaßung

fand ich klasse und wähle ihn zu meinem Wort des Tages 🙂

Amerika, Du hast es besser…

Amerika, Du hast es besser – oder auch nicht. Daß man Millionen erklagen kann, wenn der im Restaurant bestellte heiße Kaffee tatsächlich heiß ist und man sich damit verbrüht, daran haben wir uns gewöhnt. Ebenso an absurde Klagen und aberwitzige Summen.

Nun verklagt in den USA eine Frau Janet Jackson, Justin Timberlake und die Sender CBS und MTV verklagen, weil für einen kurzen Moment ein bißchen von Janet Jackson zu sehen war – freilich mit einem Stern beklebt. Also nichts zu sehen.

Die Klägerin war nach eigenen Angaben „verletzt“ und zeigte sich „entsetzt“ über die Showeinlage. Welche Show? Nichts, was Frau auch beim eigenen Anblick im Spiegel sehen könnte. Ob sie nun den Hersteller ihres Spiegels verklagt, wenn sie selbst mal halbnackt davorsteht? Ist zu befürchten.

Was ist eigentlich dran an dem Gerücht, daß seinerzeit alle Staaten ihre Deppen zum Auswandern nach Amerika gebracht hatten? Es bleibt spannend.

Für Italiener Ausreichende Technik :-)

Ich fahre einen Kleinwagen. Und auch durchaus gerne. Mein kleiner Fiat CinqueCento paßt auch in innerstädtische Parklücken, auf der Autobahn ist er ausreichend schnell und ist angenehm sparsam im Verbrauch, sinnige Fahrweise vorausgesetzt.

Extras aus dem „Wir betreuen unseren Opa mit dem Auto“-Paket wie Klimaanlage, Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber nutze ich immer noch gerne und möchte sie bei zukünftigen Autos auch nicht mehr missen.

Heute habe ich mich aber mal wieder über mein Auto ärgern müssen. Nein. Eigentlich mehr über die Menschen, die mein Auto konstruiert haben. Was war geschehen? Eine Birne war kaputt gegangen. Das ist normal. Das kommt vor. Das wissen auch Autohersteller. Deswegen sind Scheinwerferbirnen auch auswechselbar. Eigentlich. Das dachte ich auch. Ich habe mir das ganz genau im Handbuch angesehen, wie das gehen sollte. Naja, das sah auch ganz einfach aus.

Ich habe mir extra einen hellerleuchteten Parkplatz gesucht und war mit einer Taschenlampe bewaffnet. Doch nach einem Blick unter die Haube schwante mir Übles… Irgendwie sah alles anders aus als im Handbuch abgebildet. Für die Bilder war das Auto schön zerlegt, alles war deutlich zu erkennen und gut zugänglich. Kommt in der Praxis genau nie vor 🙁

Ich habe meine großen Hände mehrmals verflucht und mir gewünscht, ich hätte mehr Gelenke in den Fingern. Nach einer Viertelstunde Gefummel, Gebastel und Gefluche hatte ich das kaputte Birnchen dann gegen ein heiles ausgetauscht.

Ich habe den starken Verdacht, die italienischen Konstrukteure haben nie versucht, diese Aufgabe mal selbst durchzuspielen, sonst hätten sie bemerkt, was für einen Mist sie da grad entwickeln. Aber vielleicht kommt der Spitzname „Für Italiener Ausreichende Technik“ für FIAT ja auch daher, daß Italiener viel kleine Finger als andere Menschen haben und ihnen artistische Einlagen unter der Motorhaube deshalb besser gelingen…

Und wenn wir schon dabei sind: Das Nachfüllen der Scheibenreinigungsflüssigkeit gelingt mir auch erst anständig, seitdem ich mir einen Trichter mit langem Schlauch dran besorgt habe. Die Öffnung für den Behälter ist sehr service-unfreundlich angebracht. Was Frauen mit langen Fingernägeln dabei erlebten, stelle ich mir jedenfalls besser nicht vor.

Da lobe mich mir den Renault Twingo einer guten Freundin: Alles leicht zugänglich und hübsch beschriftet. So kann es sein. Da müssen die Jungs von FIAT wohl nochmal nachbessern.

Und, Jungs, wenn ihr schon dabei seid: Macht doch die Scheinwerfer-Blinker-Einheit komplett rausschwenkbar. Das kostet zwar eine Kleinigkeit mehr in der Herstellung, aber das Auswechseln von Verschleißteilen geht dann viel schneller, leichter und nervenschonender. Welche Frau hat bei einem typischen Frauenauto schon Lust und Laune, ’ne „Ewigkeit“ für sowas zu verschwenden. Also läßt frau das an Tankstelle oder in der Werkstatt machen, was wieder Folgekosten nach sich zieht. Lieber wenige Euro mehr für das Auto ausgeben und nie wieder Streß mit dem Lampenwechsel…

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

Archiv
  • 2021 (8)
  • 2020 (25)
  • 2019 (19)
  • 2018 (48)
  • 2017 (38)
  • 2016 (18)
  • 2015 (21)
  • 2014 (61)
  • 2013 (78)
  • 2012 (91)
  • 2011 (67)
  • 2010 (99)
  • 2009 (105)
  • 2008 (96)
  • 2007 (94)
  • 2006 (83)
  • 2005 (123)
  • 2004 (129)
  • 2003 (30)
Kategorien