Archiv für Juli 2004

Stolpe – Die Parkuhr

Erfolgreiche Filme Machen es vor, schnell wird eine Fortsetzung hinterhergeschoben, in der Fachsprache nennt sich das „Sequel“. Das scheint Minister Stople inspiriert zu haben. Nach „Stolpe – Die Lkw-Maut“ und „Stolpe – Die Maut für Freizeit-Skipper“ wird nun „Stolpe – Die elektronische Parkuhr“ das neueste Werk des Kirchenjuristen sein. In den Medien wurde bereits die ersten Trailer des neuen Werkes gezeigt.

Vielleicht sollte mal jemand Manfred Stolpe erklären, daß nur ERFOLGREICHE Projekte ein Sequel verdienen, sonst kommt er womöglich noch auf die Idee zu „Stolpe – Ein Mann gegen die Stasi“ oder „Stolpe – Die unendliche Geschichte“ ­čÖé

Noch ein Sommerloch

Friedrich Merz, auch gerne als „Danger-Merz“ verspottet, schlägt vor, den Kündigungsschutz zu kippen, um dafür zu sorgen, daß mehr Jobs entstehen können.

Fast sofort schlug eine Welle der Empörung durch die Medien, allen voran die Lobby der Arbeitsplatz-Inhaber, die Gewerkschaften, und wieder die üblichen Drohungen mit amerikanischen Verhältnissen. Halten wir einen kurzen Moment inne, wischen uns den Schaum vor dem Mund weg und überlegen kurz:

Warum beschäftigen Arbeitgeber (AG) überhaupt Arbeitnehmer (AN)? Nur aus einem Grund, um damit Geld zu verdienen. That’s it! Und wenn ein AG viele Aufträge hat, was kann er dann machen? Er kann bestehendes Personal länger arbeiten lassen. Er kann aber auch neue AN einstellen. Dem AG kann das eigentlich egal sein. Er will seinen Auftrag erledigen. Wie, das ist ihm eigentlich egal.

Wenn die bürokratischen Hürden zu hoch sind, der AG neue AN „an der Backe hat“ und nicht wieder loswerden kann, wenn der Auftrag bewältigt ist, dann werden eben keine neuen AN eingestellt. Insofern ist Aufhebung von Kündigungsschutz ein denkbarer(!) Weg, um mehr Menschen in Jobs zu bringen.

Ich höre den Aufschrei bis hierhin, daß jeder nun sofort Angst um seinen Job haben müsse. Kann man verstehen. Also denken wir mal weiter: Nur für NEUE Jobs gelten keine Kündigungsschutzregeln. Aber halt, dann entstehen ja neue Jobs, aber es gibt ein Zwei-Klassen-System, es gäbe dann AN MIT Kündigungsschutz und AN ohne diesen Schutz. Kann das wünschenswert sein?

Sehen wir uns mal den Arbeitsmarkt an. Viele AG bieten Mini-Jobs oder Teilzeitstellen an. De Fakto gibt es also schon eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Arbeitswelt.

Und viele Arbeitslose wären sofort bereit, einen Job anzunehmen, an dem sie vielleicht(!) in ein paar Monaten wieder arbeitslos wären. Das ist besser als arbeitslos zu bleiben, für den AN, für die Rentenkasse, für die Steuer. Und vielleicht kann aus einem kurzzeitig Beschäftigten dann so ein Langzeit-AN werden. Das ist besser als ein Langzeit-Arbeitsloser zu bleiben. Ich wäre jedenfalls sofort dabei…

Sommerloch

Ja, es ist mal wieder Sommer und es gilt, die Sommerlöcher auf der politischen Bühne zu füllen… Was passiert?

Guido Westerwelle inszeniert sein Outing als Homosexueller. So what? Homosexualität ist kein Thema. Wohl aber ist ein Thema, wie die Gesellschaft damit umgeht.

Ich lebe mein Leben, aber ich äußere mich nicht öffentlich zu meinem Privatleben.

Mir gefällt diese Einstellung und der selbstverständliche Umgang damit. Ich erinnere mich noch mit einem unguten Gefühl, als einst ein führender General der Bundeswehr mit dem Vorwurf Homosexualität bedeute auch automatisch Erpressbarkeit erst geschasst wurde und dann wieder rehabiliert werden mußte. Peinlich das Ganze!

Nein, so ist es besser. Schwul, lesbisch oder bisexuell sein und damit so selbstverständlich umgehen zu können wie mit Rechts- oder Linkshändigkeit ist mir viel lieber als Heimlichtuerei.

Kuubaaaaaa

Alle paar Jahre wieder das gleiche Ritual: In den USA wird ein neues Präsident „gewählt“ und die beiden großen Kandidaten präsentieren sich vor den Medien. Noch-Präsident George W. Bush wirf Kuba vor, den Sex-Tourismus zu fördern. Fidel Castro könnte eigentlich gelassen reagieren, doch er keilt zurück und beschimpft Bush junior einen Alkoholiker und Analphabeten. Die Vorwürfe an sich sind nicht neu, auch Michael Moore macht sich in seinem Buch „Stupid White Men“ darüber lustig.

Dabei könnte Castro gelassen bleiben, schließlich ist er seit 1959 im Amt und hat seitdem immerhin schon zehn US-Präsidenten kommen und auch wieder gehen sehen.

Und solange die USA Sanktionen gegen Kuba verhängen, kann sich Castro seiner Macht relativ sicher sein, der wirtschaftliche Überlebenskampf beschäftigt die Kubaner viel zu sehr, um ‚aufmüpfig‘ zu werden.

Ich wette um eine gute kubanische Zigarre, daß Kuba binnen 12 Monaten ‚fällig‘ wäre, gerechnet ab dem Stopp der albernen US-Sanktionen. Was würde passieren, gäben die USA ihre Embargopolitik auf? Spielen wir ein wenig mit dem „Was wäre wenn?“

Exil-Kubaner können ab sofort ihre Verwandten massiv legal finanziell unterstützen, Kuba selbst könnte viel Geld mit dem Handel mit den USA verdienen. Und dann? Wäre das eine Stütze für das System? Ich glaube nicht. Wer am eigenen Leib erfährt, welch Wohlstand demokratische Volkswirtschaften ihrer Bevölkerung bringen können, der will sowas auch haben.

Druck von außen hat fast immer in der Geschichte dazu geführt, daß Menschen dicht beieinander stehen und das System letztendlich gestützt wird. Der Bombenkrieg hat zu keinen Aufständen im Dritten Reich geführt, die Nord-Koreaner essen Gras und sehen sich als Märtyrer und stehen zum Großen Führer. Und im Falle Kuba gilt das auch. So wird Castro wohl auch noch diesen und vielleicht auch den nächsten US-Präsidenten er- und auch überleben ­čÖé

Eine s├╝├če ├ťberraschung

Daß Berlin immer eine Reise wert ist, hatte ich unlängst beschrieben. Auch, weil es dort Filialen von „Dunkin‘ Donuts“ gibt.

Gestern besuchten mich Freunde, die gerade in Berlin waren, und brachten zu meiner Freude eine Schachtel Donuts mit. Wirklich, eine sehr süße Überraschung.

Und, ja, ich freue mich schon auf meinen nächsten Donut… in Berlin ­čÖé

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…

Berlin ist wirklich immer eine Reise wert. Ich war vergangenes Wochenende auch dort. Dies sind ein paar meiner Eindrücke. Unsortiert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit…

Autofahrer
Viele Menschen können nicht Autofahren. Auf der A24 nervte mich, daß viele unnötigerweise links fahren, obwohl die rechte Fahrspur entweder ganz frei oder die Lücke zum Vordermann ausreichend groß ist. So wurden die Fahrzeuge „ausgebremst“, die etwas schneller unterwegs sein wollten. Das Rechtsfahrgebot gilt wirklich. Ich bewundere die Gelassenheit meiner Fahrerin in dieser Situaution.

Kebab
Berliner Döner-Kebabs sind klasse. Und auch eine Klasse für sich. Ich war erstaunt, daß der Dönerstand spät abends noch so bevölkert war, aber dank vier Verkäufern war die Schlange in erträglicher Zeit abgearbeitet. Und das Kebab war sehr lecker. Ich freue mich schon auf mein nächstes Kebab in Berlin.

Kunst & Kultur
Mussen sind teuer. Vor vielen Jahren war ich mal im „Museum am Checkpoint Charlie“, ich wollte mir das gerne mal wieder ansehen. Doch der Eintrittspreis von 9,50 € hat mich davon abgehalten. Beim nächsten Besuch werde ich mir andere Museen auf meine Wunschliste setzen.

ÖPNV
Der ÖPNV in Berlin ist wirklich sehr angenehm, schnell und einfach kam ich von einem Punkt zum nächsten. Andere Städte könnten sich davon eine Scheibe abschneiden…

Demo
Die Demo für den Erhalt der Love-Parade war ähnlich bunt wie die LP selbst. Anfangs hat es geschüttet wie aus Eimern, das hat dem Ganzen wohl kaum einen Abbruch getan. Und nach einer halben Stunde kam die Sonne. Bis zur Abschlußkundgebung konnte ich nicht bleiben, der nächste Termin drängte.

Agent Orange
Direkt hinter dem Demonstrationszug wartete bereits die Berliner Stadtreinigung (BSR). Die Männer in Orange hatten T-Shirts mit lustigen Aufdrucken drauf („Spurensicherung“, „We kehr for you“, „Slave to the Rave“). Am besten fand ich jedoch das Shirt mit „Asphalt Cowboy“ vorne und hinten „Vielen Dank für das Angebot, aber ich kann nicht mit Dir in die Sauna gehen, ich muß hier saubermachen“. Die BSR hat sogar einen eigenen Fan-Shop (http://www.bsr-shop.de), aber dort sind nur zwei Shirts zu finden, leider. Mit solchen Fan-Artikeln sollte sich Geld machen lassen ­čÖé

Channel-Party
Es war wieder sehr schön, die Menschen in RL zu erleben, mit denen ich chatte. Auch wenn der Channel aus vielen Menschen besteht, die unterschiedlicher kaum sein könnten, so war es ein recht familiäres Treffen. Und ein Lächeln direkt ins Gesicht ist tausendmal schöner als ein Smiley auf (m)einem Bildschirm. Auch wenn ich nicht bis zum Ende bleiben konnte, war es ein sehr schöner abend. Vielen Dank an die Organisatoren!

Sonntag
Am Sonntag hatte ich interessante Gespräche in angenehmer Atmosphäre und bei leckerem „Gebäck“ aus Nüssen, Marshmallows und Schokolade. Wirklich sehr lecker. Vielen Dank an die Gastgeber.

€€€
Wenn ich mir überlege, wieviel Geld in bei dem Kurztrip in Berlin gelassen habe, dann war das für Berlin eine lohnende Sache. Ich war zwar privat untergebracht, bin aber mit der BVG gefahren (und zwar NICHT schwarz), habe mich das WE über fast nur aushäusig ernährt, dabei beim Asia-Imbiss und den Kebab-Stand Geld ausgegeben. Auch auf der CP im Pub habe ich Geld ausgegeben. Wäre ich der typische Raver, der von weit anreist, Unterkunft bezahlen müßte und nach der LP noch in Clubs feiert, so wäre ich deutlich mehr Geld losgeworden. Und an jedem Euro verdient Berlin mit. Also sollte sich eine Love-Parade so gestalten lassen, daß die zusätzlichen Steuereinnahmen auch die Kosten für die Stadtreinigung decken. Wenn man denn will.

Fazit
Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Berlin und zähle die Tage bis dorthin. Und nicht nur wegen des Dönerstandes ­čÖé

Spendenaufruf f├╝r einen armen Rentner

Manche Menschen haben schon ein hartes Schicksal, geraten ohne eigenes Verschulden in Not und brauchen unser aller Hilfe. So offenbar auch Ernst Welteke. Der Ärmste war Präsident der Deutschen Bundesbank und bekam dafür ein Salär von 300.000 Euro pro Jahr. Das finde ich okay für den obersten Währungshüter, schließlich soll er (finanziell) unabhängig sein von Einflüssen Dritter.

Nur leider hat sich der Mann zu Veranstaltungen einladen lassen, die eben nicht so ganz dienstlich waren, wie wir alle in den Medien erfahren konnten. Normalen Beamten hätte man dafür den Prozeß gemacht, er durfte zurücktreten.

Nun lesen wir bei Spiegel Online, daß Herr Welteke kaum mit seinem Geld auskommt. Eigentlich stünden ihm 24.000 Euro zu. Pro Monat wohlgemerkt. Tatsächlich bekommt Welteke nur 8.000 Euro pro Monat.

Das ist mehr, als die allermeisten von uns verdienen. Viele Menschen kommen mit viel weniger aus. Alles nur eine Frage der Organisation. Herr Welteke jammert nun, daß ihm davon nichts übrig bliebe, denn seine erste Frau und die studierenden Kinder bekämen ja auch noch Unterhalt. Und auch er muß noch Miete und Versicherungen bezahlen.

Wir als gemeines Volk müssen das alles auch und schaffen das auch irgendwie. Müssen das schaffen. Mit VIEL weniger Geld. Und wenn ich dann lese, daß der Arme von seinen Ersparnissen leben müsse, dann packt mich schon die Wut.

Es scheint, der Mann habe völlig den Bezug zur Realität verloren, was den Umgang mit Geld angeht. Dann ist es umso besser, daß Welteke seinen Sessel gräumt hat.

Sommer II

Also, wenn DAS Sommer sein soll, dann frage ich mich ernsthaft, wo die Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung bleiben. Oder muß ich nachts meine Heizung anmachen, CO2 in die Atmosphäre blasen, damit es wenigstens tagsüber mal ansatzweise so warm wird, wie im Treibhaus?

About Nik

hei├čt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erkl├Ąrt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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