Archiv für September 2004

Gelber Strom

Unlängst begegnete mir Werbung für Strom. Nicht irgendein Strom, der einfach aus der Steckdose kommt. Nein, es ist gelber Strom. Gelber Strom? Hat Strom überhaupt eine Farbe? Schenkt man dem Anbieter Yellostrom glauben, dann ist sein Strom eben gelb. Und angeblich auch sooo günstig, daß es nichts ausmache, wenn man davon etwas mehr verbrauche, so suggeriert es deren Werbung.

Irgendwo in den Tiefen des Internetanbegotes von Yellostrom verbergen sich dann Stromspartips, doch wirkt das eher wie ein ökologisches Lippenbekenntnis.

Paßt das noch in die Zeit knapper werdender Ressourcen? Ich meine nein. Und deswegen ist mein Strom sparsam eingesetzt und nicht gelb.

Selbsterfüllende Prophezeiungen im TV

Früher gab es gutes Fernsehen. Damals hießen Programme noch so. Heute sind es „Formate“ und müssen irgendwas mit Reality zu tun haben. Dabei sehen Menschen doch fern, um ihrem Alltag zu entgehen. Wir gehen mit Voxtours auf die Weltreise, die wir uns niemals leisten könnten, fiebern bei Jauch um die Millionen, die wir niemals erspielen würden, lassen uns von der Maus erklären, wie Dinge funktionieren oder von Käpt’n Blaubär vorzügliches Seemannsgarn spinnen.

Der neueste Schrei in Sachen Reality-TV war nun „Hire or Fire“ auf Pro7. Erst wurde ein Riesenwirbel um diese neue Sendung pardon dieses innovative Format gemacht, nun ist plötzlich Schluß. Nach nur einer Sendung hat sich der Titel der Sendung bewahrheitet und die Sendung verschwand so schnell wieder wie sie gekommen ist. Kein Wunder bei nur 950.000 Zuschauern.

Was lehrt uns das?

1.) „Hire und Fire“ ist nichts, was wir in unserer Freizeit in der Glotze haben wollen, die tägliche Angst um den eigenen Arbeitsplatz reicht uns schon.

2.) Konzepte, die in den USA erfolgreich sind, lassen sich nicht 1:1 auf den deutschen Markt übertragen.

3.) Günther Jauch hatte zur selben Sendezeit 8,45 Millionen Zuschauer. Das läßt mich hoffen.

(Zahlen zur Zuschauerzahl aus einem Artikel bei Spiegel Online entnommen.)

VW Phaeton

So manches Abenteuer steht unter keinem guten Stern und manchmal ist das auch offenkundig. Experten waren von Anfang an skeptisch, ob VW in das Segment eindringen kann, daß seit Ewigkeiten von Mercedes-Benz, BMW oder auch Audi besetzt ist.

Manchmal hilft einem aber auch ganz einfach klassische Bildung. Phaeton (gesprochen „Fa-äthon“, nicht etwa „Fätohn“) war der Sohn des Sonnengottes Helios. Mit Papas Sonnenwagen unternahm er eine Ausfahrt, bei der er alles in Brand setzte und schließlich von Göttervater Zeus von einem Blitz erschlagen werden mußte. So die Geschichte in Kurzform.

Wer die volle Dosis humanistischer Bildung abbekommen hat, der hat das sicherlich alles auf Alt-Griechisch gelesen und kann mich korrigieren, falls notwendig.

Also schon in der antiken Götterwelt steht Phaeton eher für eine Unfallfahrt als für ein erfolgreiches Unternehmen, das hätte einem Warnung genug sein können 🙂

Standort Deutschland

Immer wieder hört, sieht oder liest man, wie schlecht der Wirtschaftsstandort Deutschland sei, die Deutschen arbeiten zuwenig, sind zu oft krank, bekommen zuviel Lohn. Deswegen seien Produkte „Made in Germany“ auch so teuer.

Im Hause Volkswagen sind gerade wieder Tarifverhandlungen. Die IG Metall fordert u. a. 4% mehr Lohn. Wenn man bedenkt, daß VW bereits 20% über Tarif zahlt, kann man sich überlegen, was man davon hält.

Bei Panorama finden sich ein paar interessante Zahlen:

Ein neuer Golf 5 kostet, mit allen Extras 33.000 Euro.
Der (mißglückte) Versuch, mit dem Phaeton in der automobilen Oberklasse zu landen, hat VW 1,8 Milliarden Euro gekostet.

Okay, spielen wir mal ein wenig, „Was wäre, wenn…“ und rechnen wir dann mal ein bißchen: Ohne das Phaeton-Abenteuer hätte VW viel Geld gespart und seine Produkte VIEL billiger anbieten können. Bei 100.000 Golf um satte 18.000 Euro weniger, bei 1.000.000 angenommenen Verkäufen immer noch um stattliche 1.800 Euro weniger.Lassen wir uns diese Zahlen mal auf der Zunge zergehen. Nicht eingerechnet sind die Spielplätze Bentley und Bugatti, da habe ich bei Panorama keine Zahlen gefunden.

Wer ist also nun „schuld“ an den hohen Kosten in Deutschland? Der berühmte „kleine Arbeiter“?

„Der Spiegel“ zitiert in Ausgabe 18/2004 Jürgen Schrempp, heute Vorstandsvorsitzenden von DailerChrysler, damals Chef bei der DASA:

Ich bin der erste Top-Mann, der 2,3 Milliarden Mark verspielt hat und dann noch ohne Umschweife sagt: „Das war ganz allein meine Schuld. Während andere Manager für 50 Millionen entlassen würden, stehe ich noch hier.“

Noch Fragen Kienzle? Nein, Hauser!

Glück ist…

Glück ist, wenn einem der Zahnarzt sagt, alles sehe okay aus und er nicht bohren, ziehen oder sonstiges machen will.

Und ein bißchen Zahnstein ist schneller entfernt, als man sich auf dem Zahnarztstuhl verkrampfen kann.

Was will man mehr? Nächstes Jahr die gleiche Diagnose hören 🙂

Hatte ich erwähnt, daß ich binnen weniger Minuten wieder aus der Praxis draußen war? Die Spät-Termine, die mein Zahnarzt vergibt, sind wirklich sehr arbeitnehmerfreundlich. Ich bin zwar kein echter Arbeitnehmer sondern nur in einer Fortbildung, unterliege aber ähnlichen zeitlichen Einschränkungen…

Nächste Jahreszeit

Beim gestrigen Einkaufsbummel kam mir die Erkenntnis, daß der Sommer wirklich vorbei sein muß, es gibt wieder Mon Cherie in den Supermärkten, auch sind wieder frische Negerküsse in den Regalen. So ganz frisch schmecken sie übrigens wirklich super-lecker.

Auffallend war, daß der Lebensmitteleinzelhandel Halloween als Jahreszeit zum Überbrücken des Zeit zwischen Sommer- und Weihnachts-Dekoration nutzt.

Das läßt mich hoffen, daß mir dieses Jahr noch etwas Weihnachtsgefühl bis Heilig Abend erhalten bleibt. Beginnt der Weihnachts-Streß in den Läden zu früh, ist spätens Anfang Weihnachten nur noch nervit und nichts mehr, worauf ich mich freuen kann…

Mild und scharf zugleich?

Beim letzten Einkauf entdecke ich in der Asia-Abteilung meines Supermarktes entdeckte ich das scharfe Mango-Chutney von „Lien Ying“. Neugierig, wie ich manchmal bin, mußte ich es zu Hause auch gleich aufmachen.

Es riecht so süß wie Marmelade und überhaupt nicht nach scharf. Fast schon enttäuscht probiere ich einen halben Teelöffel voll und erlebe mein blaues Wunder: Der milde, süße Mango-Geschmack verwandelt sich binnen Sekunden in kräftige Schärfe und ergibt eine super-leckere Gesamtnote.

Nun muß ich nur noch herausfinden, ob mein Stamm-Asia-Dealer sowas auch zu freundlicheren Preisen hat.

Das Märchen vom Rotkäppchen

Wie alle kennen das kleine Rotkäppchen, das der kranken Großmutter Wein und Kuchen bringen will und dabei im Wald vom Wolf…

Mich besuchte diese Woche das Ruthkäppchen, allerdings nicht mit Wein und Kuchen sondern mit leckeren Sachen, die wir dann gemeinsam kochten. Ehrlicherweise muß ich sagen, daß sie kochte und mich meistens der Küche verwies.

Ich nutze die Zeit, um auf ihrem Handy Tetris zu spielen. Gemeinerweise komme ich selten über 28.000 Punkte, das Ruthkäppchen kommt lockere 150.000 Punkte weiter.

Das Essen war sehr lecker, ich freue mich schon auf den nächsten Besuch vom Ruthkäppchen 🙂

The Revenge of the Asia-Man

Vor einigen Tagen hatte ich einen neuen Asia-Händler ausprobiert und mich da durch’s Sortiment gekauft (hier nachlesen). Als eine Art Rabatt gab mir der Verkäufer eine große, rote Chili-Schote mit und wünschte mir einen guten Tag.

Beim Kochen wollte ich die Schote mitverwenden. Nach der alten Faustregen: „hje kleiner, desto schärfer“ konnte mir von so einer großen Chili-Schote keine Gefahr drohen. Von wegen. Die Schote war richtig chön charf.

Nun verstehe ich, wie der „gute Tag“, den mir der Verkäufer wünschte, gemeint war… Montag werde ich wieder dort einkaufen, mal sehen, womit ich diesmal überrascht werde 🙂

Knappes Kleingeld

Bei Spiegel Online lese ich heute, daß Kleingeld, besonders die Münzen zu 1, 2 und 5 Cent, knapp wären. Nicht die Münzen an sich sondern die davon umlaufenden Münzen.

Die Nachricht erstaunt mich etwas. Wurden zuwenig Münzen geprägt? Oder sind zuviele Münzen in den Alben verrückter ^W interessierter Münzsammler verschwunden? Wenn ich mir überlege, wieviel Menschen ich kenne, die Münzen aus EURO-Ländern hamstern, dann ist das gut möglich.

Auf der anderen Seite sind an Kassen von Geschäften oder Schnell-Restaurants oftmals Sammelbüchsen zu sehen, manchmal aus durchsichtigem Material, so daß man erkennen kann, wieviel „Kupfergeld“ dort „versickert“, bis es eines (fernen?) Tages wieder dem Geldkreislauf zugeführt wird.

Liebe Leute, laßt das „Klimpergeld“ nicht so lang in den Sammelbüchsen liegen, dann reichen die kleinen Münzen auch wieder.

Und falls nur jeder zehnte Kunde von McDonalds nur einen Cent des Wechselgeldes in die dortige Sammelbüchse einwürfe, dann käme für die Kinderhilfe viel Geld zusammen. Und es ist allemale besser, als eben jenen Cent in der eigenen Geldbörse zu lagern.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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