Archiv für 2005

Aus gegebenem Anlaß

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein frohes, gesundes, erfolgreiches 2006.

Mögen Eure Wünsche und guten Vorsätze in Erfüllung gehen!

Bionade – 2. Nachtrag

Leider mußte ich feststellen, daß mein Supermarkt den Preis für Bionade gerade kräftig erhöht hat. So wird sich mein Genuß daran doch in gewissen Grenzen halten.

Aber lecker ist das Zeugs trotzdem… PROST!

Bionade – Nachtrag

Neulich schrieb ich über Bionade.

Heute entdecke ich, daß mein Supermarkt inzwischen auch Bionade führt. Gute Entscheidung! Nun steht dem Genuß nichts mehr im Weg.

Prost!

Da muß der Lurch durch!

Neulich beim Kochen…

Ich hantiere in meiner Küche und beschließe, noch eine Dose zu öffnen und ihren Inhalt mit in den Topf zu geben. Gesagt, getan. Oder besser, nicht getan, denn ich scheiterte beim Versuch, die Dose zu öffnen. Mein Dosenöffner war einer, der nicht an der Stirnfläche der Dose ein kreisrundes Loch aus dem Deckel schnitt, nein, er schnitt den gesamten Deckel am oberen Rande des Dosenmantels ab. Nun aber nicht mehr.

Geschlagene fünf Minuten lang kämpfte ich mit der Dose, aber es war nichts zu machen, das Antriebsrad hatte nicht mehr genügend Kraft und drehte durch. Ich auch. Mit allen möglichen Werkzeugen rückte ich der Dose entgegen, um mich nach weiteren fünf Minuten zu entsinnen, daß ich einst Wehrpflichtiger war und als solcher ein Feldeßbesteck erhalten hatte. Irgendwie muß ich vergessen haben, es abzugeben. Nun sollte es mir wertvolle Dienste leisten und half mir, die Dose zu öffnen.

Ein neuer Dosenöffner muß her. Mein Supermarkt hat eine ganz ordentlich sortierte Haushaltswarenabteilung, doch was ich dort an Dosenöffnern fand, gefiel mir einfach nicht. Entweder schnitten sie nur scharfkantige Löcher in die Dosendeckel oder waren sonstwie nicht nach meinem Geschmack, so daß ich frustriert beschloß, die nächste Zeit ohne Nahrungsmittel aus Dosen zu leben.

Ohne Beute will ich den Supermarkt verlassen und nähere mich mit leeren der Kasse, da sehe ich einen Stand mit herabgesetzten Restposten. Darunter ist auch er. Ein Dosenöffner von Lurch. Aus der Tim-Mälzer-Kollektion. Zu einem verlockenden Preis. Mein Tag ist gerettet. Stolz schleppe ich ihn nach Hause, wo er erstmal ein paar Tage liegt.

Heute koche ich Grünkohl und habe ihn nicht im Glas sondern in der Dose entstanden. Also den Dosenöffner geschnappt, angesetzt und… Nichts. Die Dose dreht sich, aber der Deckel springt nicht ab. Ich drehe weiter, müßte schon doppelt rum sein, doch nichts passiert. Ich sehe auf den kleinen Anhänger, den ich eben achtlos abgemacht hatte und werde aufgeklärt: Nach dem Öffnen des Deckels soll man ihn mit einer Art Zange im Griffstück entfernen. Ich wundere mich, probiere es und siehe da, der Deckel ist ab. Der neue Öffner erweist sich als Sicherheits-Öffner, der keine scharfen Kanten an Dose oder Deckel hinterläßt. Ich bin begeistert.

Und während ich diese Zeilen schreibe, köchelt der Grünkohl leise im Topf…

Blogs völlig überschätzt?

Bei N-TV können wir nachlesen, daß Weblogs völlig überschätzt werden.

Ah ja. Das erinnert mich an eine Äußerung des Pressesprechers eines großen Lübecker Unternehmens mit Weltgeltung. Einen Auftritt im Internet lehnte er mit der Begründung „Internet ist wie Bildschirmtext – in 2 Jahren redet kein Mensch mehr darüber…“ ab. Das war ungefähr 1996, als das Medium längst aus den Kinderschuhen entwachsen und seine Zukunft als neues Marketinginstrument schon klar erkennbar war. Wie man sich doch irren kann!

Nun sollen also Weblogs völlig überschätzt sein? Immer mehr Menschen schreiben über immer mehr Themen. Die Auswahl reicht von Banalem bis zu Bedeutendem.

Wer zum Beispiel mit einem Anbieter, dessen Produkten oder Leistungen unzufrieden ist, konnte sich früher entweder direkt an den Hersteller wenden, der dann nach Gutdünken reagierte – oder auch nicht. Oder man konnte sich an die Medien wenden und einen Leserbrief schreiben. Medien, denen geldbringenden Werbekunden wichtig sind, werden sich überlegen, ob sie die Hand beißen möchten, die sie füttert. So blieb vieles ungesagt oder unveröffentlicht, was für Andere durchaus hätte interessant sein können.

Die Zeiten haben sich geändert: Blogs und Webforen sind einfach zu bedienen, man benötigt kein besonderes EDV-Wissen mehr, um die eigene Meinung im Netz zu verbreiten oder sich einfach untereinander austauschen und Erfahrungen teilen. Gute wie schlechte. Firmen werden nicht untätig bleiben (können), wenn sich viele Kunden über schlechten Service oder schlechte Produkte austauschen. Selten hat es eine so dermaßen klare Möglichkeit der Rückmeldung gegeben.

Das muß man nicht negativ sehen. Kunden sind es, die einer Firma Aufträge und Geld bringen. Zufriedene Kunden sind die besten Kunden. Heutzutage ist es sehr einfach geworden, dem Volk aufs Maul zu schauen direkte Rückmeldung vom Kunden zu bekommen. Und damit auch wertvolle Hinweise, was die Kunden wirklich wollen. Und wie sie die eigenen Produkte noch einsetzen. Und was die Produkte so gut macht. Oder wie man sie verändern oder verbessern könnte.

Die Kunden fangen an, sich freiwillig untereinander zu unterhalten. Die Kunst besteht nun im Zuhören. Oder im Mitlesen von Blogs und Webforen.

Vielleicht läßt sich heute noch kein genaues Ziel der Reise vorhersagen, aber die Richtung steht klar fest. Und wer heute glaubt, Weblogs seien völlig überbewertet, der hätte auch 1996 das baldige Ende des Internets prophezeit.

Logik stinkt!

Ich sitze. Auf dem Örtchen. Das WC befindet sich in einem Altbau, einem richtig altem Altbau. Der Raum ist klein und hat keine Fenster. Kein Problem, denn kurz nach dem Einschalten des Lichtes sorgt ein Ventilator für Verschwinden der Abluft. Trotzdem steht auf dem Waschbecken eine Sprühdose mit einem Raumduft. Mein Blick schweift umher, bleibt bei der Dose hängen.

Nur in gutgelüfteten Räumen anwenden.

Äh, wie?

Wenn ein WC sich gut lüften läßt, dann braucht man solche Düfte nicht. Und wenn es sich nicht lüften läßt, dann darf man sie nicht einsetzen.

Also gegen solche Logik kann man wohl nicht gegenanstinken, oder?

Schöne neue Service-Welt

Moderne Technik macht unser Leben einfacher – oder auch nicht.

Ich bekomme einen Brief von einer Versicherung, es besteht ein gewisser Klärungsbedarf. Eigentlich kein Problem.

Früher habe ich da einfach in der Geschäftsstelle angerufen, auf einer ganz normalen Telefonnummer. Mit geeigneter Sparvorwahl für sehr günstige 1,nochwas Cent pro Minute. Ich hatte gleich die richtige Sachbearbeiterin am Telefon und konnte meine Dinge schnell und unbürokratisch klären.

Heute gibt es die Geschäftsstelle auch noch, aber die haben keine normalen Telefonnummern mehr. Also keine normalen Ortsgespräche, keine Sparnummern mehr. Statt dessen – oh Segen der Technik – muß ich eine Sonderrufnummer wählen, die fast doppelt so teuer ist, wie ein günstiger Anbieter. Und diesen Preis hat er auch nur aus dem Netz der Telekom. Was zahlt der Anrufer bei anderen Telefonanbietern?

Nun lande ich in einem modernen Voice-over-IP-Dingens, daß mich bei besetzter Zielperson in eine „Green Line“ weiterleitet, wo mir eine freundliche Stimme mitteilt, daß man meinen Anruf gleich entgegennehmen werde – und das minutenlang.

Da war mir das einfache Besetztzeichen von früher schon lieber. Da wußte ich, daß ich eben noch mal anrufen mußte. Nun hänge ich minutenlang in einer Warteschleife um am Ende doch genervt aufzugeben und es später erneut zu versuchen.

Was ich dann auch brav mache. Die Sachbearbeiterin klingt komisch, als ob sie einen Blecheimer über dem Kopf hätte. Hat sie aber nicht, wie sie mir glaubhaft versichern kann, aber viele Kunden beschweren sich deswegen bei ihr. Das liege an der neuen Telefonanlage, sie kenne das schon.

Fazit: Statt schnell und einfach, bringt die neue Technik den Kunden eher Verdruß als Vorteil. Die Möglichkeit, meinen Anruf jetzt durch ganz Deutschland durchzustellen, ist nett, bringt aber nur theoretische Vorteile… Und wenn dafür jedes Gespräch im Eimer ist…

IT-Gerätepark und Wünsche dazu

Aus gegebenem Anlaß habe ich mal meinen Gerätepark verkleinert. Der alte PC, der als Rangierbahnhof zwischen lokalem Netz und Internet fungierte wurde durch so ein modernes kleines Kästchen ersetzt. Das startet nicht ganz so schnell, begnügt sich aber mit einem Bruchteil der elektrischen Leistungsaufnahme und ist zudem unhörbar. Also einen PC samt Bildschirm, Tastatur und Maus weniger in der EDV-Ecke.

Wenn ich schon mal dabei bin, alle Kabel mal gezogen und neu verlegt. Kabel von Altanwendungen (ISDN-Router) dann gleich mal entfernt. Der Gerätepark wurde deutlich kleiner, leiser und übersichtlicher.

Aber so ganz bin ich noch nicht zufrieden. Falls eine gute Fee mitliest. Ich hätte da gerne eine Zauberkiste. Klein im Format, aber groß in den technischen Möglichkeiten. Sie sollte an den ISDN-Bus anschließbar sein und dort Anrufe und Faxe entgegennehmen können. Beides entweder auf Knopfdruck ausgeben können oder per LAN an andere Rechner senden können, wo ich dann entscheide, welches Fax wichtig genug für einen Ausdruck ist und welches ich nur lese und dann lösche oder archiviere. Es wäre auch schön, wenn das Kästchen sich wie ein Fax-Drucker im Netz verhält, mit dem dann alle angeschlossenen Rechner Faxe versenden könnten. Wenn wir schon beim Drucken sind, ein lokal an das Kästchen angeschlossener Drucker sollte von allen Rechnern im LAN zugreifbar sein. Schön wäre es auch, wenn das Kästchen das lokale Netz per ISDN und/oder DSL in das Internet bringen kann, natürlich mit entsprechender Absicherung.

Und da ich heute schon bescheidene Hinweise auf unbescheidene Wünsche gebe, sollte das Kästchen ohne Lüfter auskommen und seine Daten auf lautlos speichern können. Und bitte das alles mit geringer Leistungsaufnahme. Jedenfalls deutlich geringer als das Sammelsurium aus Faxgerät, Anrufbeantworter und so weiter. Und das bitte alles zu einem bezahlbarem Preis.

Ich wette, so ein Zauberkästchen wäre erfolgreich, denn ich bin nicht der einzige Mensch, der nicht soviel Gerümpel in seinem Arbeitszimmer stehen hätte, aber mangels Alternativen doch viele einzelne Geräte mit noch mehr Kabeln rumstehen hat.

Überraschung, nicht nur für Kinder

Unser Leben verändert sich, jeden Tag. Menschen ändern sich, wir ändern uns, Dinge ändern sich. Manchmal sind es kleine Änderungen, manchmal sind es große Änderungen. Manchmal verändern sich Dinge aber auch nicht. Man lernt sie kennen und sie sind immer so, wie man sie kennengelernt hat. Denkste!

Ich stehe an der Supermarktkasse, natürlich an der langsamsten, lasse meinen Blick schweifen und bemerke, daß etwas anders ist als sonst. Kann das sein? Ferrero hat die Verpackung von Kinder Schokolade geändert? Un-mög-lich! Ich sehe genauer hin, nehme eine Packung aus dem Regal und sehe genauer hin. Tatsächlich. Der Junge auf der Packung wurde ausgetauscht. Ein neues Bild und der Junge hat eine fast schon moderne Frisur. Ist da etwas Gel in seinen Haaren? Ich sehe genauer hin…

Die Kassiererin reißt mich aus meinen Gedanken, nimmt mir die Tafel aus den Händen und zieht sie über den Scanner, nicht ohne mir dabei einen unfreundlichen Blick zuzuwerfen. Eigentlich wollte ich mir die Tafel ja nur genauer ansehen, aber wenn sie schon gescannt und bezahlt ist, dann kann ich sie ja auch mit nach Hause nehmen, um sie genauer zu untersuchen.

Die Schokolade schmeckt wie immer, früher war ich ganz wild danach, heute ist sie mir etwas zu süß. Während ich das Riegel für Riegel feststelle, ein echter Forscher nimmt mehr als nur eine Stichprobe, untersuche ich die Schachtel und entdecke einen Copyrighthinweis und daneben die Buchstaben MMV. Das ist die gesuchte Bestätigung, die Verpackung ist neu.

Nur gut, daß weder die Einkaufs-, noch die Ernährungsberaterin jemals davon Wind bekommen werden.

Deutschland, das Land der Dichter und Denker Stromlosen

In einigen Regionen müssen Menschen die dritte Nacht ohne Strom verbringen. Eigentlich kein Grund zum jammern, leben doch viele Menschen stromlos. Irgendwo auf diesem Planeten. Aber stromlos in Deutschland? Und das für ein paar Tage? Da fühlen sich manche Menschen schnell ungemütlich, zu sehr haben wir und daran gewöhnen wollen, daß Strom einfach aus der Steckdose kommt und da ist.

Wenn ich mir überlege, wie abhängig unsere Haushalte vom Strom geworden sind…

Ohne Strom läuft keine Heizungsanlage. Was nützt ein voller Öltank, wenn mangels Strom die Förderpumpe kein Öl zum Brenner fördern kann? Und die Steuerelektronik der Heizung wird ohne Strom keinen Zündfunken liefern. Behelfsmäßiges Heizen mit dem Gasherd funktioniert dürfte nur bei alten Herden funktionieren. Der moderne Gasherd mit elektronischer Zündung und Sicherheitsabschaltung, wenn der IR-Sensor ein Verlöschen der Flamme meldet, dürfte ein Garant für die sprichwörtliche kalte Küche sein.

Telefone werden nur noch sehr eingeschränkt funktionieren. Bei Schnurlosen ist Funkstille, kabelangeschlossene Telefone funktionieren, falls keine Nebenstellenanlage im Haus ist. Wer ISDN hat, kann auf die Notspeisung zurückgreifen, falls die Endgeräte das unterstützen, sonst hat es sich bald austelefoniert. Wie schnell Mobiltelefone vom Stromausfall betroffen sind, weiß ich nicht. Ich vermute, die Netzbetreiber, haben auch nicht neben jeder Sendeanlage ein Notstromgerät stehen.

Also wird’s ganz schön dunkel. Kein Licht, kein Telefon, keine Heizung. Kalt wird es also auch. Schnell werden die Wohnungen auf wenige Grad abkühlen, da macht es dann wenig, daß der Kühlschrank mangels Strom auch nicht mehr kühlen kann. Und der Tiefkühlschrank? Sollte es draußen minus 18 Grad erreichen, könnte man zwar die Kühlkette aufrechterhalten, aber dann frieren nicht nur die Wasserleitungen in ungeheizten Häusern ein.

Wohl dem, der in seinem Haushalt Dinge hat, die auch ohne Strom funktionieren. Taschenlampen sind klasse, solange ausreichend Batterien dafür da sind. Akkus sind nett, aber erfahrungsgemäß immer dann leer, wenn man sie braucht. Es sei denn, man kümmert sich sorgfältig und regelmäßig um ihren Ladezustand. Und auch der Gasherd alter Bauart ermöglicht die Erhitzung von Wasser und Nahrung. Wer Kamin oder Ofen hat, der wird sich schnell Freunde unter seinen Nachbarn machen.

Ich habe einen alten Gasherd, kann also ein Süppchen kochen, aber sonst? Ach ja, im Regal steht eine alte Petroleumlampe, damit kann man etwas Licht und Wärme erzeugen. Richtiges Licht und viel mehr Wärme erzeugt die gute alte Petromax. Aber ehrlich gesagt ist es mir lieber, ich beleuchte damit mal Gartenpartys und nicht im Notfall meine Bude, weil kein Strom da ist.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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