Archiv für Februar 2005

(Un-)erfreuliches beim Arzt

Besuche beim Arzt sind ja selten erfreulich, dazu tragen manchmal auch die Wartezimmer bei. Die Sitzmöbel laden nicht zum verweilen ein, wartende Patienten schauen entsprechend mürrisch, die dort angebotene Lektüre reicht vom Fachblatt des europäischen Hochadels bis zu älteren Ausgaben von Stern oder Focus. Mit viel Glück erwischt man auch ein echtes Nachrichtenmagazin in einer halbwegs aktuellen Ausgabe. Das ganze wird garniert mit einer meistens unerträglichen Akustischen Beschallung des lokalen Dudelfunk-Radios á la Radio Schwachhirn, Radio Humbug oder Flachfunk Nirgendwo.

Gestern abend durfte ich in einer großen Radiologie-Praxis warten. Die Warte-Zone war elegant eingerichtet, die Sitzgelegenheiten sahen sehr chic aus, waren aber überraschend bequem. Mehrere Sessel standen um kleine Tische herum, ich fühle mich eher in einer eleganten Lounge denn in einer zugigen Wartehalle eines schäbigen Kleinstadtbahnhofs. Dazu trug auch die Musik bei, es wurden Klassiker der Rockmusik gespielt. Leider hinderte mich mein kaputter Rücken daran, mich zur Musik zu bewegen und ich fürchte, das wird auch noch einne ganze Weile so bleiben.

Ein Abend mit GermanPsycho

German Psycho gehört zu den Lesern meines Blogs und ich zu seinen Lesern. Wir sind uns ein paar mal in RL begegnet, haben uns in letzter Zeit jedoch nur gelesen oder miteinander telefoniert, also war es an der Zeit, sich mal wieder zu treffen.

Statt Chromaxt, Kettensäge und Mossberg 12 semiautomatic trug GP eine graue Hose, weißblau gestreiftes Hemd mit Manschettenknöpfen aus Gold und Onyx, dazu ein dunkler Blazer mit goldenen Knöpfen. Soweit war sein Outfit in der Perfektion, die ich von ihm erwarten kann. Abzüge erteile ich ihm allerdings für seine braunen Schuhe zur grauen Hose. Wobei ich mir an GPs Outfit eigentlich keine Kritik erlauben sollte, war ich doch äußerst nachlässig, dafür aber ausreichend warm gekleidet.

Endlich konnte ich auch G. kennenlernen, kannte ich sie doch bislang nur aus seinen Erzählungen. Auf dem Weg vom Parkplatz zur CaféBar wurden wir nur von wenigen Uhren-Dealern aufgehalten, so daß G. endlich ihren Kaffee bekam und danach merklich auftaute. Die Spezialitäten der CaféBar kamen bei beiden gut an, ebenso die erfreulich kurze Distanz zum Tipasa. Dort saßen wir dann bei leckerem Essen und klönten den ganzen Abend, bis die beiden wieder zurück mußten.

Es war ein sehr netter Abend, ich freue mich schon auf den Gegenbesuch bei GP, ich werde auf das Tragen einer Eishockey-Maske zur Tarnjacke allerdings verzichten.

Ver-duftet und ver-kauft

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Wie jeden morgen, habe ich mich auch heute morgen geduscht. Das Duschgel war alle, ich nahm eine von den Flaschen mit Duschgel, die es neulich im Sonderangebot gab, ich hatte wahllos ins Regal gegriffen und hoffentlich gutriechende Sorten eingekauft. Als ich die Flasche öffnete und mich einseifte, vernahm ich einen sehr angenehmen Duft. Noch nicht ganz wach, entführte mich der wahrgenommene Duft in das Reich meiner Erinnerungen.

Ich weiß nicht mehr, wie lange es her ist, daß ich A. kennenlernte. Der Ort unseres zufälligen Zusammentreffens entsprach nicht ihren Vorstellungen, es war nicht ihre Musik, nicht die richtigen Leute da. Die Leute, die die richtigen hätten sein können, waren schon zu betrunken oder miteinander beschäftigt, so daß sie nicht bleiben wollte. Es war spät in der Nacht und die Strecke war lang, dunkel und es nieselte. Keine angenehme Vorstellung, zu Fuß zu gehen. Das war meine Chance, sie etwas näher kennenzulernen, ich bot ihr an, sie nach Hause zu bringen.

Sie zögerte, weil sie mich nicht kannte, aber ihre Freundinnen kannte mich vom sehen hielt mich für vertrauenswürdig, so gingen wir zu meinem Auto und fuhren los. Schon nach kurzer Zeit bemerkte ich, daß sie sehr gut roch und fragte sie, womit sie sich eingeduftet hatte, es war eine Creme mit Kakao-Butter. Am liebsten hätte ich die Augen geschlossen und mich von ihrem Duft verführen lassen, doch leider mußte ich fahren. Ich habe sie dann bis vor die Haustür gefahren und seitdem nie wieder gesehen. Alles, was mir von diesem Abend bleibt, ist meine Erinnerung und der Duft des neuen Duschgels.

Die Qual der Wahl (II)

Eben (um 17:30) war ich wählen. Die Wahlbeteiligung in meinem Wahllokal lag etwas über 50%. Erschreckend wenig.

Die Qual der Wahl

Morgen ist Landtagswahl in Schleswig-Holstein, ich bin gespannt, wie die Wahl ausgehen wird. In den letzten Tagen sind mir einige Wahlplakate besonders aufgefallen: Die FDP wird mit einem Ausdruck „Zwei Stimmen für die FDP“. Ich bin etwas irritiert. „Zweitstimme FDP“ hätte ich sofort nachvollziehen können.

Wenn ich das System richtig verstanden habe, dann wählt man mit der ersten Stimme einen Kandidaten direkt, mit der zweiten Stimme Kandidaten einer Landesliste. Direktkandidaten ziehen also nur dann in das Parlament ein, wenn die die Mehrheit der abgegebenen Stimmen bekommen. Und da dürften wohl nur Kandidaten der großen Parteien (CDU, SPD) eine Chance haben.

Die Aussagen über mögliche Koalitionen sind klar, die SPD will weiter mit den Grünen regieren, die CDU will mit der FDP den Regierungswechsel herbeiführen. Jede Erststimme, die an den Kandidaten der FDP geht, geht einem CDU-Kandidaten verloren. Warum also die Aktion „Zwei Stimmen“ der FDP?

Das könnte sich schon morgen als taktischer Fehler herausstellen, jedenfalls aus Sicht der FDP und CDU.

Neues vom Ruthkäppchen

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahre ich, daß sich das Ruthkäppchen wieder auf den Weg macht. Sie bringt nicht der kranken Großmutter Wein und Kuchen, sie bringt mir hoffentlich IKEA-Negerküsse mit. Entgegen anderslautender Vorurteile sind diese bereits fertig und müssen ausnahmsweise nicht selbst zusammengesetzt werden.

Ich hoffe nur, daß weder der hohe Schnee noch der böse Wolf das Ruthkäppchen vom rechten Weg abbringen werden.

Es geht weiter…

Endlich geht es wieder weiter, die nächste Prüfung ist abzusehen, zur Zeit bereiten wir uns darauf vor. Das ist wieder viel Arbyte, macht aber viel mehr Spaß, als man vermuten könnte. Ich freue mich darauf.

Ein Abend in der CaféBar

Neulich war ich nach langer Zeit mal wieder in der CaféBar. Als ich dort war, habe ich bemerkt, was mir so lange gefehlt hat, ich war definitiv zu lange nicht mehr dort. Das werde ich in nächster Zeit ändern. Versprochen!

Und Gutscheine habe ich ja auch noch.

To whom it may concern: Vielen Dank!

Nachhilfe im Umgang mit Begrifflichkeiten

Es soll ja Menschen geben, die Demokratie nicht von Meinungsfreiheit unterscheiden können. Deswegen hier mal ein wenig Nachhilfe im Umgang mit Begrifflichkeiten…

Demokratie ist ein Sammelbegriff für Regierungsformen, bei denen das Volk herrscht.

Meinungsfreiheit bedeutet, seine Meinung öffentlich äußern zu dürfen.

Blogs sind öffentlich, Blogs sind aber auch privat. Ich darf in meinem Blog bestimmen, welche Kommentare ich als passend empfinde, welche ich als unpassend löschen möchte. Für öffentliche Diskussionen gibt es Newsgroups oder auch Diskussionsforen. Wer seine eigene Meinung verbreiten möchte, der kann sich ein eigenes Blog zulegen.

Und wer was zu sagen hat, der schreibe bitte einen referenzierbaren Namen dazu, ich möchte schon gerne wissen, mit wem ich mich unterhalte. Aus dem Usenet ist mir die Verwendung von Klarnamen seit einem Dutzend Jahren vertraut.

Und wie langweilig meine Meinung ist, das sehe ich an den Besuchszahlen und an den Kommentaren der Besucher. Wäre meine Meinung so untinteressant für Sie, dann wären Sie nicht hier, oder? Womit es mir gelungen ist, Sie in die logische Abseitsfalle zu locken.

Aber ich will Sie nicht weiter langweilen. Oder doch?

Demokratie, was ist das?

Was Demokratie ist, das scheinen manche Menschen nicht wirklich verstanden zu haben. Je nach Umfrage, sind bis zu 70% der Befragten dafür, die NPD zu verbieten.

Siebzig Prozent.

Das ist als reine Zahl viel mehr als die Wahlbeteiligung bei den meisten Wahlen, die ich verfolgt habe.

Ich frage mich, woher Menschen die Legitimation zum Verbot von Parteien nehmen wollen, wenn sie nicht mal der staatsbürgerlichen Pflicht des Wählen-Gehens nachkommen (wollen)?

Parteiverbote sind kein Kindergeburtstag, den man mal eben so nebenbei organisiert, jedenfalls nicht in demokratischen Rechtsstaaten. Parteiverbote sind an klare Voraussetzungen geknüpft, formale wie juristische. Daß viele Menschen die Spielregeln unserer Gesellschaft mal ebenso über Bord werfen wollen, wenn es um unliebsame Parteien geht, das ist schon sehr bedenklich.

Ich bin nun wirklich kein Anhänger rechten Gedankengutes, auch wenn mir manche Menschen (auf plumpe Art und Weise) versucht haben, den braunen Stiefel anzuziehen. Demnächst in Landtagswahl in S-H. Die Prognosen sehen die NPD bei 2,5 Prozent. Selbst 3% wäre für mich noch kein Grund zu Panik, denn die restlichen 97% der Wahlstimmen gehen dann an demokratische Parteien, jedenfalls in der ganz groben Rechnung.

Unterstellen wir mal, daß wütende Protestwähler eher zur Wahl gehen als andere, dann wird das Bild noch klarer: Dann ist der Anteil der Wahlbürger, die so rechts denken, daß sie auch bereit sind, rechts zu wählen, noch viel kleiner.

Also liebe Demokraten – es sind doch welche hier, oder? – laßt Euch nicht kirre machen und nicht in die Falle eines neuerlichen Parteiverbotsverfahrens jagen. Sollte das wieder scheitern, vielleicht nur aus formalen Gründen, dann wäre das der zweite Persil-Schein in Folge für die NPD, einen größeren Gefallen könnte man denen wohl nicht tun.

Wir Demokraten sollten zunächst mal eines sein und auch bleiben: demokratisch. Und durchaus wachsam. Und wir sollten auch nicht in gegenseitige Schuldzuweisungen verfallen, wer denn am „Erfolg“ der NPD schuld sei. Manchmal kann man etwas auch herbeireden. Und das wollen wir nun wirklich nicht.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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