Archiv für April 2005

Neues vom Wixxer

Als der „Wixxer“ seinerzeit in den Kinos lief, habe ich ihn leider verpaßt. Nun habe ich ihn gestern abend in einem beeindruckendem Heim-Kino erleben dürfen. Meine damalige Befürchtung, der der Vorschau schon die allermeisten Witze des Films gesehen zu haben, hat sich nicht erfüllt. Der Film war ein kurzweiliges Feuerwerk von gelungenen Gags und wunderschönen Wortspielereien.

Leider bot der Filmvorführer weder Popcorn noch Eiskonfekt an.

FÜr den nächsten Kinoabend werde ich mich um das leibliche Wohl aller Anwesenden kümmern und den noch ziemlich unbenutzen Herd in der Küche mal einweihen…

Die Revolution schläft nie

Bekanntlich schläft die Revolution nie, aber auch der Tapferste muß ab und an einmal seinen revolutionären Geist ausruhen.

Stil- und standesgemäß geschieht das auf solchen Kopfkissen:

Frühling

Nun ist der Frühling wirklich ausgebrochen: Ich verlasse das Haus im T-Shirt und freue mich darüber, daß es heute knappe 20°C werden sollen. Und außerdem ist Freitag und das Wochenende steht auch vor der Tür.

Es geht weiter

Seit ein paar Tagen darf ich mich nun ganz offiziell „Microsoft Certified System Admin“ (MCSA) nennen.

Da hat man dann was eigenes, wenn die Kinder mal aus dem Haus sein…

Die Amazonen bewachen ihre Schätze

Ein Freund hatte mich mit einem bestimmten Musikstück angefixt, es ist die Art von Musik, die ich einfach haben muß. Da ich keine Erfahrung mit Tauschbörsen habe und diese aus mehreren Gründen auch für nicht ganz unbedenklich halte, versuchte ich, das ganze Album käuflich zu erwerben.

Bei einem großen Online-Anbieter von Büchern und CDs war das Ziel meiner Wünsche schnell gefunden und mit einem Mausklick in den Warenkorb befördert. Dann zur virtuellen Kasse und…

Nach der Eingabe meiner E-Mail-Adresse stellte der Shop fest, daß ich schon Kunde sei. Durchaus möglich, daß ich vor Jahren mal dort bestellt hatte. Nur habe ich im Laufe der Jahre mein Paßwort vergessen. Das kommt schon mal vor, deshalb bieten viele Systeme an, einem das Paßwort zuzusenden, damit man wieder reinkommt. Ersatzweise tut’s auch ein Hilfszugang, der eine erneute Authentifizierung erlaubt.

Ich klicke also an, daß ich mein Kennwort vergessen habe. Dann werde ich aufgefordert, Teile meiner Kontonummer anzugeben und das, was ich mal bestellt habe. Natürlich merke ich mir nicht jahrelang, was ist einst wo bestellt habe, das wüßte aber der Online-Shop. Doch der läßt mich nicht rein, weil ich das Kennwort vergessen habe.

Ich fühle mich an eine Szene aus dem Hauptmann von Köpenick erinnert:

Ohne Paß gibt es keine Arbeit, ohne Arbeit gibt es keinen Paß.

Was bleibt? Einen neuen Zugang anlegen und alle Daten, wie Adresse, Bankverbindung usw. erneut eingeben. Bei der Suche nach der gewünschten CD stelle ich fest, daß sie nicht mehr lieferbar ist und ich mich auch zwei Wochen Zeitsperre freuen darf.

Die Amazonen bewachen ihre Schätze einfach zu gut.

Ich beschließe, mir den Kauf der CD zu sparen, vielleicht trudeln die gewünschten Songs ja über das Netz der Netze bei mir ein.

Habeamus Papam

Papst Johannes Paul II. ist tot. Man darf gespannt sein, wer sein Nachfolger werden wird und wofür oder wogegen sich der nächste Papst engagieren wird.

In den allgegenwärtigen Nachrufen auf Johannes Paul II. wird immer wieder sein Engagement für die Familie und gegen die Todesstrafe hervorgehoben. Sicherlich das so was löblich.

Doch wie ernstzunehmend war dieses Engagement zu nehmen, wenn der Papst sich strikt gegen Kondome aussprach und gleichzeitig Teile von Afrika HIV-durchseucht sind. In einigen Teilen Afrikas ist Überbevölkerung kein Problem mehr, in den nächsten Jahren werden sehr viele Menschen an AIDS sterben. Wie verträgt sich das mit dem Schutz der Familie? Ist die Verwendung von Kondomen eine größere Sünde als den Ehepartner mit AIDS anzustecken und so die eigenen Kinder zu Waisen zu machen?

Ich bin nicht katholisch, wünsche mir jedoch einen Papst, der nicht fromme Sprüche abläßt und gleichzeitig Millionen Menschen zum Tod durch AIDS verurteilt.

Liebe Kardinäle, ich wünsche Euch die Weisheit und Gottes Beistand zu erkennen, daß es nicht nur religiöse Probleme gibt sondern auch ganz irdische, die hier und jetzt gelöst werden müssen.

Saisonales: Aprilscherze II

Manche Menschen haben entweder ein ganz schlechtes Zeitgefühl, sind von allen guten Geistern verlassen oder einfach nur unendlich skrupellos. Anders kann ich mir nicht erklären, daß Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, für Zugriffsrechte des Staates auf die Gesundheitsdaten der Bürger ausspricht.

(Danke an den CCC für diesen Artikel. Das Original befindet sich hier bei der Frankfurter Rundschau)

Natürlich nur zu unserem Besten. Und im Kampf gegen den Terror darf man eben nicht zimperlich sein, oder? Wer jetzt Einsprüche hat, der ist vielleicht ein heimlicher Unterstützer oder gar selbst einer?

Daß es ausgerechnet eine SPD-geführte Bundesregierung ist, die uns scheibchenweise die Grundrechte demontiert, sollte uns zu denken geben. Für den grünen Koalitionspartner ist das ein K.o.-Kriterium.

Das Bankgeheimnis ist seit April aufgehoben, Vater Staat hat Zugriff auf alle unsere Inlandskonten, bei besonderem Interesse auch auf die Kontobewegungen, so will man böse Steuerhinterzieher fangen, eine gute Sache. (Man könnte die Gesetze auch besser machen, dann gäbe es weniger Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung. Warum passiert das nicht?)

Das Telefongeheimnis wird auch immer löchriger: Wurden im Jahr 2003 noch 24.501 Überwachungen angeordnet, so waren es im Jahr 2004 bereits 29.017 Anordnungen, was eine Zunahme von 18,4% bedeutet. (Zahlen von Heise übernommen)

Wohin soll das noch führen?

Terroristen werden so jedenfalls nicht erwischt. Die wissen, daß sie abgehört werden und verhalten sich entsprechend vorsichtig. Aus einem „Morgen sprengen wir das Atomkraftwerk“ wird dann ein „Wollen wir morgen gemeinsam einkaufen gehen?“.

Leidtragenden sind alle Bürger, die keine Terroristen sind.

Übrigens: Wenn man die Überwachungsmöglichkeiten mal auf Politiker anwendet, schreien jene gleich Zeter und Mordio. Warum eigentlich? Haben sie vielleicht etwas zu verbergen? Etwa telefonische Bestellungen von Nutten und Koks? Oder Bewegungen auf ihren Konten durch Nebeneinkünfte? Oder aber, daß sie sich bei einem Parlamentsausflug in ostasiatische Länder eine Geschlechtskrankheit eingefangen haben?

Ein Schelm, wer Übles dabei denkt!

Saisonales: Aprilscherze

Der erste April sorgt bekanntlich für mehr oder weniger lustige Scherze oder scherzhafte Meldungen.

Meldungen, wonach die Chinesen einen Mobilfunkmast auf dem Mondschnarch

Wirklich witzig fand ich diese Meldung, nach farbigen Gehäusen für wie nennt man diese Verrückten noch, die Unsummen für nutzlosen Schnickschnack ausgeben? Ah, Case-Modder, nun auch so was für Server.

Ja, ne, is klar.

Aber doch irgendwie sinnvoll. Jeder Imker weiß, daß Bienen ihren Stock an farbigen Markierungen erkennen, vielleicht gilt das auch für Datenpakete? Dann müßte sich so ein Paket nicht mehr durchfragen, zu welchen Server es gehört sondern könnte ihn gezielt ansteuern.

Aber vielleicht sollte ich mir das mit Bienen und Blumen noch mal genauer erklären lassen…

(PS: Danke, Kris, für diese Anregung.)

Staatsmänner und Politiker

Helmut Kohl wird 75. Na herzlichen Glückwunsch. Nun soll er von der eigenen Partei als großer Staatsmann geehrt werden. Ab wann ist ein Mensch nicht bloß Politiker sondern gleich ein Staatsmann? Spontan fällt mir ein Zitat von David Ben Gurion ein:

Ein Politiker denkt an die nächste Wahl, ein Staatsmann dagegen an die nächste Generation.

Mit seinem raschen Vorgehen der bei der deutschen Wiedervereinigung, hat Kohl als gelernter Historiker bewiesen, daß er historische Chancen als solche erkennen kann. Dafür verdient er Respekt. Wie die Einheit dann umgesetzt wurde und daß dabei viele Menschen unter die Räder gekommen sind, ist eine andere Sache. Das Projekt Deutsche Einheit war ein Schnellschuß, aber für ein langsames Zusammenwachsen war die Zeit lange vorbei, aber das ist eine andere Geschichte.

Sein peinliches Verhalten in der Parteispenden-Affäre wirkt auf mich jedoch wie das eines Verbrechers, der seine Kumpane nicht verpfeifen will und sich dabei auf sein Ehrenwort beruft. Mag sein, daß es in kriminellen Kreisen auch eine Art von Ehre gibt, aber die ist eben nicht beliebig übertragbar.

Also ein Staatsmann, aber mit einer nicht ganz so strahlenden Weste? Oder hatten andere Staatsmänner auch Dreck am Stecken und man sieht nach einer Weile gnädig darüber hinweg? Die Zukunft wird es zeigen.

„Gewinn“ mit Spielzeug-Autos

Über 400 Millionen Euro Verluste und das bei knapp 140.000 verkauften „Autos“ der Marke „smart“. Über den Daumen gepeilt sind das fast 3.000 Euro Verlust pro Fahrzeug. Das berichtet Spiegel Online über das Geschäftsjahr 2004.

Immer wenn ich eine „überdachte Zündkerze“ sehe, werde ich mir vorstellen, wieviel Kohle das Spielzeug kostet, das Unternehmen jedenfalls.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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