Archiv für 2005

Halbzeit

Halbzeit – oder wie verbloggt man das Unverbloggbare?

Gestern abend war ich geplant spontan feiern. Der Anlaß war lange bekannt, äußere Umstände und meine Laune bevorzugten jedoch eher eine spontane Planung. So verlief der Abend dann auch charmant chaotisch improvisiert, was dem Gelingen des Abends aber keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, selten war’s so lustig.

Viele Einzelheiten des gestrigen Abends können nicht verbloggt werden und das ist auch gut so.

Nicht so schlimm, wer dabei war, hatte seinen Spaß und wird bei ähnlichen Feiern wieder dabei sein.

Meßlatte Arbeitslosigkeit

Auch Du, mein Sohn Brutus. Was lesen wir heute bei Spiegel Online? Angela Merkel will sich am Abbau der Arbeitslosigkeit messen lassen. Kommt uns das irgendwie bekannt vor? Na klar, auch Gerhard Schröder hatte mal so was versprochen. Damals, vor sieben Jahren, als er Kanzler wurde. Und was wurde daraus? Damals waren es um 3,5 Millionen Arbeitslose, die während Schröders Kanzlerschaft auf bis über 5 Millionen anwuchsen. Trotz (oder gerade wegen?) verblüffender Konzepte wie Hartz I bis IV.

Nun will sich auch Angela Merkel daran messen lassen, ob die Arbeitslosigkeit sinke. Schließlich sei es für die Zufriedenheit der Menschen in Deutschland ein ganz wichtiger Punkt, ob es der Regierung gelinge, daß wir wieder mehr Menschen haben, die Arbeitsplätze haben. So hat sie es sinngemäß gegenüber der ARD gesagt. Das stimmt schon, ist aber nur die halbe Wahrheit. Es geht nicht nur um die Zufriedenheit der Bürger, es geht um viel mehr. Auch die Staatsfinanzen und Sozialkassen brauchen mehr Menschen in Beschäftigung. Wer heute als Arbeitsloser ein Empfänger staatlicher Transferleistungen ist, wird aus den Kassen bezahlt, in die er eigentlich einzahlen sollte.

Wenn aus einem Arbeitslosen ein Arbeitnehmer gemacht wird, dann ist das gut. Gut für die Zufriedenheit der Bevölkerung an sich, gut für den Betroffenen und gut für uns alle, denn die Staatsfinanzen und Sozialkassen gehören uns allen.

Frau Merkel hat die Latte hoch angelegt. Wünschen wir ihr und uns allen, daß es ihr gelingt, die Latte zu nehmen und nicht zu reißen, wie es ihrem Vorgänger Schröder erging.

Irgendwann hat auch Schröder erkennen müssen, daß er nicht der richtige Mann für den Job war. Die Bürger wußten schon früher, daß seine Politik weder eine klare Linie erkennen ließ noch erfolgreich war. So blieb ihm nur der Ausweg über ein inszeniertes Mißtrauensvotum, das eher an Schmierentheater erinnerte als an gute und sauberere Politik.

Möge Frau Merkel dieses Scheitern erspart bleiben. Und uns allen auch.

Der Bart ist ab

Ich lasse mich rasieren. Jedenfalls ab und an mal. Denn ich bin Modell für die Lehrlingsausbildung beim Rasieren. Am Sonntag war nun der Wettbewerb der Azubis. Und ich war dabei. Als Modell.

Wenn bei der Generalprobe nicht alles glatt und wunschgemäß verläuft, dann kann es bei der Premiere nur besser werden. Und genau so wurde es dann auch. Trotz des lebendigen Durcheinanders am Austragungsort, fanden wir zueinander. Der Prüfungsraum wirkte sehr improvisiert, statt auf einem Friseurstuhl saß ich auf einem normalen Holzstuhl ohne Nackenstütze, was das Rasieren nicht einfacher machte. Wohlgemerkt, wir reden hier über die Rasur mit dem offenen Messer.

Routiniert wurde ich für die Rasur vorbereitet und mit ruhiger Hand rasiert. Das Ergebnis stellte die Prüfer zufrieden, Hautirritationen blieben aus und die Auszubildende hat an dem Tag gut abgeschnitten. Was will man mehr?

Ab heute muß ich mir keinen Bart mehr wachsen lassen und darf muß mich wieder selbst rasieren. Schade, ich hatte mich schon daran gewöhnt.

Bionade

Am Wochenende durfte ich ein neues Getränk ausprobieren: Bionade. Gehört hatte ich davon schon vor einiger Zeit. Auch davon, daß sich dieses Getränk schnell so etwas wie einen Kultstatus erobert hatte. Nur ergab sich nie die Gelegenheit, es mal auszuprobieren.

Ich bin beeindruckt, wie lecker dieses Getränk ist und werde es nun häufiger kaufen. Meine Lieblingssorte ist Holunder. Ich muß nur noch einen Anbieter in meiner Nähe finden…

Bloggertreffen

Die Weltregierung rief und etliche Blogger kamen, um sich endlich mal kennenzulernen und das Gesicht hinter dem Blog zu sehen.

Aus der ursprünglichen Planung entwuchs schnell das übliche Chaos um Currywurst, Vorglühen und dem eigentlichen Ziel des Abends. Das sind wohl die unvermeidlichen Begleitumstände, wenn sich Blogger oder andere Extrem-Individualisten treffen wollen. Nach dem einen oder anderen Wechsel der Lokalität, waren dann fast alle Beteiligten anwesend und bei „Mutter“ versammelt.

Schnell bildeten sich kleinen Sitzecken kleine Grüppchen, die rasch mit einander ins Gespräch kamen. Neugierig beschnupperten sich diejenigen, die einander noch nicht kannten oder die jeweiligen Blogs noch nie gelesen hatten. Bei interessanten Gesprächen und kurzweiligen Unterhaltungen verlief der Abend wie im Fluge.

Irgendwann tauchte auch noch der Zuspätkommer auf, leider trug er nichts zum gelingen des Abends bei, verbreitete dafür aber Hektik und verschwand so schnell wieder, wie er gekommen war, was von einigen Anwesenden nur wenig bedauert wurde.

Gerne wäre ich noch länger geblieben, doch der Rückweg war noch weit und der Folgetag voller Termine.

Im Ganzen war’s ein schöner Abend, ich freue mich, daß ich viele nette neue Menschen getroffen habe und bedanke mich bei allen, die mir einen Drink in die Hand drückten und dabei Verständnis hatten, daß ich als Autofahrer alkoholfrei bleiben wollte.

Fährst Du noch oder parkst Du schon?

Schwedische Möbelhäuser genießen einen gewissen Ruf. „Idioten Kaufen Einfach Alles“ oder „Ich Kriege Einen Anfall“. Daß es auch ganz anders gehen kann, bewies mir vor Tagen die Einrichtungsberaterin.

Ob ich nicht einen Couchtisch haben wolle, fragte sie betont beiläufig, um jegliches Mißtrauen meinerseits bereits im Keim zu ersticken. Natürlich hatte sie bereits ganz genau ausbaldowert, welcher Tisch es sein müsse und wo er zu stehen habe. Mit perfekt-perfider Planung brachte sie mich dazu, nach Moorfleet zu fahren.

Die Fahrt dorthin verlief schneller und angenehmer als von mir befürchtet, was man als gutes Omen werten könnte. Der Parkplatz schien recht voll, doch ein großes Schild versprach viele Parkplätze auf dem Parkdeck. Die Auffahrt und die Tatsache, daß ich in einem roten Auto sitze, führten zu leichten Zuckungen im Gasfuß, die ich jedoch dank meiner Selbstbeherrschung in souverän-gelassene Fahrtweise ändern konnte.

Ein riesengroßer Aufzug beförderte uns vom Parkdeck auf dem Dach in das skandinavische Einrichtungstraumland. Meine Bemerkung, daß die Kabine des Lifts groß genug für mein Auto gewesen wäre, zog einen peinlich-vorwurfsvollen Blick nach sich. Doch noch nie war ich in einem Aufzug, der ganze vier Tonnen Nutzlast befördern konnte.

Mit unerhörter Zielsicherheit wurde ich in die Abteilung mit den Couchtischen gelotst und mir vorgeschrieben, welchen davon ich nun freiwillig auszuwählen hätte. Merke: Je geringer die Anzahl der Alternativen, desto einfacher die Entscheidung(sfindung).

Ein verstohlener Blick auf meine Armbanduhr verschaffte mir die Gewißheit, daß ich nach noch nicht einmal fünf Minuten diesen Tempel des Konsums verlassen durfte. Dachte ich zumindest. Auf dem Weg zum Ausgang kam ich an einer Musterküche vorbei, aus der es verführerisch duftete. Vor den Augen des Publikums bereitete dort ein Koch leckeres Essen zu, um es anschließend den Zusehern anzubieten. Natürlich mußte ich mir das nicht nur ansehen sondern auch gleich probieren.

Auch in der Abteilung Schnickschnack & Gedöns, pardon, Accessoires für die Wohnlandschaft, erwies ich mich als anfälliger als gedacht, so daß ich die Einkaufsberaterin wirksam ausbremsen mußte, um nicht schnurstracks von ihr an die Kasse gezogen zu werden.

Nach der Kasse wartete jedoch die nächste Versuchung auf uns. Kaum erblickte die Einrichtungsberaterin einen Stand mit Hot-Dogs, meldete sich die Ernährungsberaterin in ihr zu Worte und nötigte mich, dort Fast Food für sie zu erstehen. Den Kauf von schwedischer Schokolade oder Negerküssen konnte ich jedoch noch abwenden.

Eines ist sicher, ich komme wieder und dann werde ich den Rundenrekord auf der Auffahrt zum Parkdeck brechen. Versprochen. Oder sollte ich doch meinen Kleinwagen in den Fahrstuhl einparken?

Bloggertreffen am 19.11.2005 in HH

Ich bin auch dabei. Näheres findet ihr bei der Weltregierung.

Mehr oder weniger dreckige Wäsche

Inzwischen geht’s den Betroffenen besser und statt Berge von dreckiger Wäsche füllt nun eine neue Waschmaschine das Badezimmer. Dank fachkundiger – natürlich – männlicher Hilfe, ist die Waschmaschine erfolgreich angeschlossen.

Merke:

Auf die Technik kommt es an…

Einer fuhr übers Kuckucksnest

Neulich war ich mal wieder unterwegs. Ich wollte streßfrei reisen und entspannt ankommen, ich fahre nicht mit dem Auto sondern mit der Bahn und sitze in einem Abteil. Irgendwo ein Oberleitungsschaden, die die Abfahrt des Zuges verzögert sich. Nur gut, daß meine Reiseplanung ausreichende Zeitreserven beinhaltet. Die Mitreisenden, ein Berater und ein EDV-Entwickler, bleiben ruhig. Der Berater kennt derlei Zwischenfälle schon, er fährt die Strecke jede Woche, ihn kann so schnell wohl nichts erschüttern. Der Entwickler zückt seinen Laptop und vertieft sich in Arbeit. Solange der Akku halten wird, ist er abgelenkt und wird seine Umwelt kaum wahrnehmen.

Warten. Nicht auf Godot sondern auf die Abfahrt, die sich immer weiter verzögern wird, bis sie am Ende 50 Minuten erreichen wird. Die ausliegende Lektüre ist schnell gelesen, die Zeitungen werden ausgetauscht. Langeweile beginnt sich auszubreiten. Führe der Zug doch endlich, dann könnte man den wechselnden Ausblick aus dem Fenster genießen. Aber er fährt nicht.

Ein Neuer betritt unser Abteil und entschuldigt sich dafür. Der Entwickler täuscht konzentriertes Arbeiten vor, der Berater und ich sehen den Neuen fragend an. Er sei geflüchtet, verrät uns der Neue, in seinem Abteil sitze ein Typ, der einfach nur unmöglich sei. Ein Typ wie ein Bär aber Babyschnuller im Mund und Nuckelflaschen dabei. Wir sehen den Neuen ungläubig an. Wenn man eine Reise tut, kann man bekanntlich was erleben, aber das klingt dann doch etwas sehr weit hergeholt. Bevor wir fragen können, unterbricht uns die Durchsage, daß der Zug nun endlich losführe und man uns bitte, die Verspätung zu entschuldigen.

Endlich, der Zug setzt sich in Bewegung und verläßt den Bahnhof. Der Neue ist froh, in unserem Abteil zu sitzen. Wir kommen ins Gespräch. Der Neue ist Vielfahrer und hat eine Menge Erlebnisse zu berichten. Die Buchstaben „DB“ stehen bei ihm nicht nur für „Deutsche Bahn“ sonden auch für Dauer-Belustigung. Auch wenn vielleicht nicht alle seiner Geschichten ganz wahr sein sollten, so sind sie doch gut erzählt und sorgen für amüsante Kurzweil. Mitten in einem Satz hält er inne. „Da kommt er. Wir verstehen nicht recht. „Na, er, eben“. Und da sehen wir schon den Grund für seine Flucht. Ein junger Mann, ich schätze ihn auf zwei Meter, hat tatsächlich einen Babyschnuller im Mund und schaut in unser Abteil. Wir beginnen zu rätseln, ob er nur auf Psycho macht, um sein Abteil für sich alleine zu haben, oder ob er wirklich als Kind von der Wickelkommode gefallen sei.

Nach und nach flüchten immer mehr der Reisenden aus seinem Abteil. Hätte er ein Abteil für sich alleine gewollt, dann wäre es jetzt am Ziel. Doch er geht durch den Gang, sieht in die Abteile und scheint seine ehemaligen Mitreisenden zu suchen. Wir beschließen, daß unser Abteil schon voll sei und signalisieren ihm das mit bösen Blicken. Wir sind froh, als er weiterzieht. Der Neue erheitert und mit weiteren Gesichten aus seinem Leben als Bahnkunde.

Viel zu schnell sind wir am nächsten Bahnhof und unser Abteil leert sich wieder. Schade, ich hätte gerne noch ein paar Geschichten gehört.

Abends im Zug zurück hatte ich ein 6er-Abteil für mich ganz allein, denn wegen eines Zwischenfalls hat die Bahn spontan einen Ersatzzug eingesetzt, der sehr leer war.

Übrigens: Trotz der 50 Minuten Verspätung hatte ich mein Ziel pünktlich erreicht.

Katzen haben sieben sechs Leben

Katzen haben sieben Leben, so weiß es ein Sprichwort. Eine bestimmte Katze hat seit heute nacht nur noch sechs. Das siebente habe ich ihr genommen. Also fast. Das Ganze passierte so.

Ich fahre meine gewohnte Strecke, eigentlich fährt das Auto sie von alleine. In weiter Ferne sehe ich etwas blinken. Beim Näherkommen erkenne ich es, da sitzt eine Katze am Straßenrand. Wird sie gleich loslaufen? Wer ab und an eine tote Katze auf der Straße liegen sieht, der weiß, daß es vorsichtige und unvorsichtige Katzen gibt. Fast immer liegen nur die unvorsichtigen Katzen dort. Diese sieht mich an, macht sich ganz klein. Gut, sie hat mich gesehen. Ich gehe vom Gas, ich muß eh langsamer fahren, Der Ortseingang ist schon in Sicht, kurz danach folgt ein Tempolimit auf 30km/h. Sonst lasse ich das Auto rollen, so war ich auch ohne Bremsen am Ortseingang die 50 erreiche. Heute bremse ich leicht.

Kurz bevor ich die Stelle erreiche, an der die Katze am Straßenrand sitzt, flitzt das blöde Vieh über die Straße. Ich trete stark auf die Bremse und fluche laut. Einen Knall höre ich nicht. Dann sehe ich, wie die Katze mein Auto passiert hat und auf der Anderen Straßenseite über einen Gartenzaun springt und hinter den Büschen im Garten verschwindet.

Ich bin beruhigt, erleichtert und verärgert zugleich. Ich war mir so sicher, daß die Katze vorsichtig-schlau-erfahren genug sei, um zu wissen, wie man Autos begegnet. Schließlich federte sie tief ein, so daß ihr Bauch schon fast den Boden berührte, Katzenkenner wissen, was ich meine. Ich hoffe nur, die Katze macht solche Stunts nicht häufiger, sonst sind ihre sieben sechs verbliebenen Leben bald aufgebraucht.

Wäre schade drum, die Mieze ist eine Hübsche.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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