Archiv für September 2006

Entweder — oder? Sowohl als auch!

Vor Tagen lief ich Zeugen Jehovas in die Arme. Und wie üblich wollten sie über Gott reden. Kennt man ja schon. In der Fußgängerzone hatten sie einen Infostand aufgebaut, auf dem es um die Frage „Evolution oder Schöpfung“ ging. Und während ich noch das Plakat las, kam auch schon ein älterer Herr auf mich zu und sprach mich auf diese Frage an.

Für mich war der Fall klar: Kann so etwas Geniales wie die Evolution wirklich ganz ohne einen göttlichen Willen entstehen? Statt der Frage „Evolution oder Schöpfung“ kann man sich das auch ganz anders vorstellen. Die Evolution war Gottes Werkzeug bei der Schöpfung. Und schon haben wir ein „Sowohl als auch“ und eine Position, die beide Lager verbinden könnte.

Selten habe ich gegen die rhetorisch meistens hervorragend ausgebildeten Zeugen Jehovas so schnell einen Sieg nach Punkten errungen. Und das Beste: Mit dem Ansatz „Evolution als Werkzeug der Schöpfung“ kann sich fast jeder identifizieren.

Gerne hätte ich das nette Gespräch noch fortgesetzt, aber ich war ein wenig in Eile…

Eben gehört: Jan Delay – Klar

Normalerweise halte ich Menschen in tiefergelegten Autos, die bei offenem Fenster ihre Umwelt mit lautem Krach aus den Musikanlagen ihrer Autos beschallen, für idiotische Proleten und versuche sie zu ignorieren. Heute gelang mir das nicht, die Musik war zwar laut, aber gut. Intelligente Texte und eine sehr eingängige Melodie. Ich bedauerte fast schon, daß die Ampel so schnell wieder grün war und es weiterging.

Manchmal hat man ja Glück: Die nächste rote Ampel sorgte dafür, daß ich mich wieder neben die rollende Disco stellen konnte. Jawohl, konnte. Ich hätte mich auch etwas weiter vorne anstellen können, aber ich wollte mehr von der Musik hören.

Die Insassen warfen mir einen Blick rüber und ich fragte, was wir da gerade hörten. „Klar“ von Jan Delay. Und nun habe ich einen Ohrwurm. Wann bin ich wieder in der Stadt und komme an einem CD-Laden vorbei?

Nachtrag 2006-06-27: Wer sich den Song mal anhören möchte, findet ihn zum Beispiel hier.

Scharf eingelegte Gurken — reloaded

Irgendwann hatte der Shopblogger mal in seiner Rubrik Produkt der Woche scharf eingelegte Gurken probiert. Das ist lange her. Die Rubrik heißt nun „Persönlich getestet“. Ich hatte mich seinerzeit davon animieren lassen, diese Gurken auch mal zu probieren und war begeistert, hatte ich hier und hier schon mal geschrieben.

Neulich beim Einkauf sehen wir einen Aufsteller mit kleinen Probiergläsern, darunter auch wieder die scharf eingelegten Gurken von Kühne. Ich hab dann gemerkt, daß die scharf eingelegten Gurken noch schärfer waren. Ist kein Wunder, denn die kleine Peperoni, die früher ein großes Glas würzen mußte, gibt ihre Schärfe nun an ein kleines Glas ab. Gute Idee! Kommt nun als Standprodukt auf meinen mentalen Einkaufszettel.

Unheimliche Blicke

Vor Tagen bekam ich einen Brief mit einer kleinen Aufmerksamkeit darin. Beigelegt war auch eine Edgar-Postkarte. Ihr kennt diese Werbe-Postkarten mit lustigen Motiven drauf, die es in Kneipen gibt und die schon längst einen Kultstatus erreicht haben.

Das wäre alles nicht der Rede wert, falls ER mich nicht seitdem ansähe. SEIN Blick und dieses unvergeßliche „Noch einen Wunsch, Mylady?“ läßt einem das Blut in den Adern gefrieren. Natürlich, auf der Postkarte ist Klaus Kinski, daneben der Spruch „Können diese Augen lügen?“.

Ich habe die Postkarte nun so aufgestellt, daß ER mich ständig ansieht…

Wieso spüre ich nun den leichten Hauch eines indischen Seidentuches, das jemand hinter mir durch die Luft schwingt?

Sollte ich mich nicht mehr selbst bei der Absenderin bedanken können, ist dies mein Vermächtnis 🙂

Welche Jahreszeit haben wir?

Manchmal weiß ich nicht, welche Jahreszeit wir haben. Zwar kann mir der Kalender ganz genau sagen, ab welchem Datum welche Jahreszeit anfängt, aber entscheidend ist etwas anderes.

Heute beim Einkauf gab es mehrere widersprüchliche Anzeichen, so daß ich mich nicht so ganz entscheiden kann.

Der Ritter-Sport-Kalender steht schon auf Winter: Die Sommer-Sorten von sind weg, dabei wollte ich mir noch ein paar Tafeln weiße Schokolade mit Blutorange sichern. Seit ich sie neulich probiert hatte, bin ich schwer begeistert. Die Winter-Sorten passen noch nicht zu meiner gefühlten Jahreszeit.

An der Kasse fühlte ich mich dann an Früh-Sommer erinnert. Die Kundin vor mir duftete dezent nach „SUN“ von Jil Sander, meinem absoluten Lieblingsduft.

Beim Verlassen des Supermarktes kam mir dann der Sommer entgegen. Sogar doppelt, denn zum einen schien die Sonne und zum anderen lief ich einem Freund fast in die Arme, der mit Nachnamen so heißt.

Und welche Jahreszeit haben wir nun? Kann ich die Frage tauschen?

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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