Archiv für 2006

Auch ohne Schnee — Winter

Grühkohl, so will es eine alte Sitte, wird erst gegessen, wenn es schon Frost gab. Hatten wir neulich schon. Jedenfalls ein bißchen. Die Pfützen waren mit einer Eisschicht überzogen. Das gilt doch schon, oder? Wie auch immer, ich habe beschlossen, daß die Grünkohl-Saison wieder begonnen hat. Und dreimal dürfen die geschätzte Leserin und der geehrte Leser raten, was ich gerade auf dem Herd habe…

Geschenke, die man sich nicht wünscht

Geschenke, die man sich nicht wünscht? Klingt paradox. Aber bei manchen Spielzeugen hat man doch vielleicht mit Zitronen gehandelt und bekommt deutlich mehr Ärger als Freude. Die rede ist von den kleinen Wunderdingern, die Musik abspielen. Die Dinger an sich sind eigentlich ganz schön, sofern sie die Standards MP3 oder Ogg Vorbis abspielen. Dann ist alles ganz einfach.

Dummerweise gibt es dann noch die Formate der Hersteller. Und dann noch das Digital Rights Management (DRM). Und schon beginnen die Probleme, denn die Anbieter von Musik wollen verhindern, daß sich ein runtergeladener Song überall abspielen läßt. Was passiert, wenn nun der Spieler von A mit der durch Anbieter B DRM-geschützten Musik nach einem Firmwareupdate nicht mehr laufen wird?

Bei Spiegel Online hat man sich dazu ein interessantes Szenario ausgedacht.

Also bitte, lieber Weihnachtsmann, schenke mir die Musik in Form von CDs, einen MP3-Spieler habe ich nämlich schon. Und, lieber Weihnachtsmann, verschone mich mit kopiergeschützten CDs, denn die machen Ärger, wenn ich mir daraus Futter für den mobilen Hörgenuß machen möchte.

Ja, is‘ denn heut‘ scho‘ Weihnachten?

Also mein Kalender sagt, daß es bis Weihnachten noch ein wenig dauern wird. Aber Geschenke durfte ich heute trotzdem schon auspacken. Und was soll ich Euch sagen, ich konnte mich darüber freuen wie ein kleines Kind. Ich war fast enttäuscht, als ich mein neues Spielzeig dann in den Schrank stellen mußte.

Ich glaube, Männer werden nie erwachsen, sie bleiben immer Jungs, nur der Preis der Spielzeuge steigt…

Bedeutung von Symbolen — Palmen in Afrika und Afghanisten

Bei Spiegel Online lese ich gerade, daß deutsche Soldaten in Afghanistan eine Palme auf ihr Auto gemalt haben sollen. Und diese Palme soll an Hitlers Afrika-Corps erinnern. Oh wie böse.

So, nun wischen wir uns mal den Schaum vom Mund und denken nach:

In so ziemlich allen Armeen der Welt gibt es Traditionen, viele dieser Traditionen sind sehr alt. „Wer sich mit dem Zeitgeist verheiratet, wird mit dem Zeitgeist untergehen“ wird als sinngemäße Begründung angegeben, warum man an gewissen Traditionen festhält. Traditionen wie „Großer Zapfenstreich“ oder die militärische Zeremonie des Salutschießens sind sehr alt. Um sie zu verstehen, muß man sie im historischen Kontext sehen. Dann, und nur dann, kann man sie beurteilen. Ähnliches gilt auch für die Symbole oder Bezeichnungen von Einheiten.

Es gibt viele traditionelle Anleihen an die Vergangenheit, an denen niemand Anstoß nimmt:

  • Eine Panzereinheit der Bundeswehr nennt sich „Eisenschweine“, diesen Beinamen gab auch in der Wehrmacht.
  • Das Abzeichen an den Baretten der Panzeraufklärer der Bundeswehr zeigt einen Spähpanzer der Wehrmacht.
  • Die Panzeraufklärer bezeichnen sich als Kavallerie, dabei waren die beritten Aufklärer zuletzt in Hitlers Armee unterwegs.
  • Vor Jahren sah ich im Wappen eines Fernmelde-Bataillons der Bundeswehr eine Palme. Ich fragte einen Offizier nach ihrer Bedeutung. Nicht ohne Stolz erklärte er mir, daß dieses Bataillon der Nachfolger einer Einheit sei, die in Afrika durch ihre Leistungen aufgefallen war.

Soldaten, die im Sand kämpfen, haben schon immer Symbole wie Palmen genutzt. Das war beim deutschen Afrika-Corps ebenso üblich wie bei Panzertruppen der US-Armee. Wenn also nun deutsche Soldaten im Sand von Afghanistan sich ebenfalls eine Palme auf ihr Auto malen, dann ist das wirklich kein Skandal.

Der einzige Skandal, den ich daran erkennen kann, ist die Form der Berichterstattung. Daß sich auch Spiegel-Online in dieser Form beteiligt, enttäuscht mich sehr. Ich hätte der Redaktion mehr Sachverstand unterstellt.

Stöckchen: 5 Dinge

Eigentlich bin ich kein Freund von Stöckchen, hatte ich ja auch schon mal hier geschrieben, aber nachdem mir eine freundliche Kröte eben einen Wink mit dem Zaunpfahl verpaßt hatte… Hier also nun meine Antworten zu den 5 Dingen:

5 Dinge, die Du willst, aber nicht hast:

  • Familie: Frau und Kind(er)
  • Mehr (Selbst-)Disziplin
  • Vollzeitjob
  • Die Fähigkeit, manchmal loszulassen
  • Einen satten Lottogewinn

5 Dinge, die Du nicht willst, aber hast:

  • Einige Kilo zuviel
  • Ein paar kleinere gesundheitliche Probleme
  • Zuviel Tagesfreizeit
  • Zuwenig Geld
  • Beule im Auto

5 Dinge, die Du nicht willst und nicht hast:

  • Nervige Nachbarn
  • Cholerischen Chef (ohne ihn hab ich keine Mirgäne mehr)
  • Pickel (toi toi toi)
  • Feinde
  • Einen satten Lottogewinn (Viel Geld bringt auch viele Sorgen mit sich)

5 Dinge, die Du schon immer wissen wolltest:

  • Wer alles dieses Blog liest, aber nie kommentiert
  • Was aus manchen Menschen wurde, die mir im Leben einst begegneten, wir uns aber aus den Augen verloren haben
  • Wie es wohl wäre, vie ein Vogel fliegen zu können, ganz ohne Hilfsmittel
  • Ob Politiker das glauben, was sie ihren Wählern sagen
  • Und noch viele Dinge mehr… (Unter anderen, von wem das lange blonde Frauenhaar…)

Sieben Woche ohne? Eine Woche mit!

Manche Menschen verzichten manchmal ganz bewußt auf Dinge, um Körper, Geist oder Seele zu reinigen. Die Christen kennen die Fastenzeit, die Moslems den Ramadan. Neuerdings gibt es Aktionen, die „Sieben Wochen ohne“ propagieren. Sieben Wochen mal auf Alkohol verzichten, aus Süßigkeiten, auf Fleisch oder sonstige (liebgewonnenen) Gewohnheiten.

Diese Zeit des (freiwilligen) Verzichts soll uns helfen, den Wert von Dingen zu erkennen. Wer jeden Tag Fleisch ist, der lernt den Geschmack des ersten Schnitzels nach sieben Wochen zu schätzen. Wie schmeckt ein Bier nach sieben Wochen Abstinenz? Wie nach sieben Wochen wieder mit dem Rauchen anfängt, hat allerdings selbst schuld.

Ich habe auch so eine Selbsterfahrung gemacht, allerdings eine der etwas anderen Art: Statt sieben Wochen ohne gab es eine Woche mit:
Mit viel Zeitungen, so richtig auf Papier und nicht die elektronische Variante.
Mit vielen Kreuzworträtseln, natürlich mit dem Kugelschreiber ausgefüllt.
Mit einer schmusesüchtigen Katze.
Mit viel Kabelfernsehen.

Ich wollte mal ausprobieren, wieviel Fernsehen man verträgt, ohne dabei zu verblöden. Ich fürchte, ich habe den Punkt lange überschritten. Ich war erstaunt, was es alles im TV gibt. Und wie sich die Qualität verschlechtert hat. Von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, kommt aus der Flimmerkiste nur noch Dreck. So jedenfalls mein Eindruck.

In Talkshows reden Menschen über Dinge, die nun wirklich nicht in die Öffentlichkeit gehören, das auch noch in schlechtem Deutsch und alle durcheinander.

In den Gerichtsshows wird ein dermaßen falsches Bild der Justiz gezeichnet, daß einem echt angst und bange werden kann. Warum sich Frau Salesch und Konsorten sich für so etwas hergeben, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

Aber auch das klassische Bildungsfernsehen der öffentlich-rechtlichen Anstalten wird immer schlechter. Tagesschau, Tagesthemen und ihre Gegenstücke im ZDF bieten den Zuschauern alleine sprachlich immer weniger. Da wird von „zeitgleich“ gesprochen wenn „gleichzeitig“ gemeint ist und so weiter. Das „macht“ alles keinen Sinn mehr 🙁

Irgendwie bin ich froh, daß die Woche vorbei ist. Andererseits fehlt mir die Mieze. So freue ich mich schon auf das nächste mal.

Dinge, die man gerne hört…

Nein, ich werde kein neues Stöckchen werfen, es fliegen zur Zeit zu viele davon durch Kleinbloggersdorf.

Aber ich habe mich gefreut, daß sich mein Zahnarzt bei der jährlichen Routine sehr erfreut zeigte. Das zähle ich zu den Dingen, die man gerne hört…

Kindermund tut Wahrheit kund?

Nach einem Termin verspüre ich Hunger und da mein Weg mich ah noch an einem etwas anderem Restaurant vorbeiführt, kehre ich dort ein. Ich stehe ein Stück vom Tresen entfernt und sinniere noch über meine Bestellung, als sich ein junges, blondgelocktes Mädchen von vielleicht 7 Jahren vor mich hinstellt. Sie hat sich nicht vorgedrängelt, ich war ja eh noch nicht ganz soweit. Als ich einen Schritt nach vorne machen will, dreht sie sich um, sieht an mir hoch und sagt keck: „Ladys first, schon vergessen?“ Mir fehlen die Worte, denn von einer Lady trennt die junge Dame nicht nur das Alter. Ehe ich mich versehe, hat sie mich gemustert und legt ein „Übrigens, schwarze Klamotten sind out, mega-out!“ nach. Noch bevor ich irgendwas sagen konnte, schnappte sie sich ihr Tablett und verschwand.

Wenigstens hat sie nicht „Fruchtalaaaaaaaaarm“ gebrüllt…

(K)ein Stöckchen der Merkwürdigkeiten

Beliebt sind ja zur Zeit die Stöckchen, die nach 5 Dingen fragen, die man hat, aber nicht möchte, die man nicht hat aber gerne hätte und so weiter. Irgendwie langweilig. Spannender finde ich die Frage nach eigenen Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die anderen Menschen merkwürdig oder komisch vorkommen, für einen selbst aber ganz normal sind.

Mein Opa hatte Taschenlampen. Was daran so besonders ist? Also an einer Taschenlampe nichts. Sie gehört griffbereit in jeden Haushalt. Kann ja mal sein, daß es eine Sicherung erwischt oder daß Stromausfall ist oder oder oder. Opa hatte nur ein ganzes Arsenal von Taschenlampen. Versteckt an allen mögliche und unmöglichen Orten, viele davon ohne oder mit leeren Batterien, kaputten Birnchen oder sonstwie unbenutzbar.

Auch ich habe Merkwürdigkeiten, die mir nicht als merkwürdig vorkommen: Ich habe gerne etwas Auswahl: In meinem Schrank stehen mehrere Sorten Zahnpasta, in meinem Bad auch mehrere Dusch-Gels. Selten gibt es bei mir ein „entweder — oder“, ich lebe eher nach „Alles zu seiner Zeit“.

Frau Blogerette zeigt mir mit ihrem Bilderrätsel, daß noch zu den Anfängern gehöre…

Noch (k)ein Stöckchen

Momentan fliegen die Stöckchen ja wieder tief, ich wurde aber noch von keinem getroffen.

Ich bin wirklich froh, mir nicht den Kopf zerbrechen zu müssen, was ich beispielsweise mit einem Lottogewin von 35 Millionen Euro anstellte. Ich hab keine Ahnung. Immer wieder hört oder liest man von Menschen, die erst viel Geld gewonnen haben, es aber schnell wieder verloren haben, samt vieler Freunde und Verwandter, die von dem Kuchen ein ordentliches Stück abbekommen hatten. Ein bißchen Geld wäre sicherlich ganz schön, aber wenn es zuviel wird, dann ist der Mensch doch schnell überfordert, jedenfalls die meisten Menschen. Wer von uns ist schon gewohnt, mit dermaßen hohen Beträgen zu rechnen?

Spielen wir einmal mit den Größenordnungen (Alle Beträge in Euro):

3,50: Schönes Bier in der Kneipe.
35: Schön Essen gehen mit einer Person
350: Schön Essen gehen mit vielen Freunden
3.500: Schöner Urlaub
35.000: Schönes Auto
350.000: Schöne Eigentumswohnung oder schönes kleines Häuschen
3.500.000: Alle obigen Wünsche und immer noch gute 3 Mio. übrig
35.000.000: Schönen Dank auch

Wie heißt es immer so schön:

Hüte Dich vor Deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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