Archiv für März 2007

Kranke(n) Kassen Bürokratie

Krankenkassen sind Bürokratie-Monster, die sich lieber selbst verwalten als sich um den Kranken und seine Bedürfnisse zu kümmern.

So oder so ähnlich kann man es an vielen Stammtischen hören.

Ich habe diese Tage ein Schreiben von meiner Krankenkasse bekommen, in dem ich zu einem Sachverhalt vom August 2006 befragt werde. In einem zweiten Schreiben kam dann auch die Rechnung zu einer Zuzahlung von 10 Euro, betreffend ebenfalls jenen Vorfall vom August 2006.

August 2006 bis heute sind es sieben Monate. SIEBEN. Und das im Zeitalter von elektronischer Datenübermittlung von einer zur anderen Stelle. Effizienz sieht irgendwie anders aus.

Manchmal wird an den Stammtischen offenbar doch kein so realitätsferner Mist erzählt…

Warteschlangen-Impressionen

Ich rief irgendwo an. Natürlich erreichte ich nicht die gewünschte Zielperson und landete in einer Warteschleife. Manche Menschen legen dann einfach auf, andere ärgern sich über Warteschleifen, regen sich sogar auf. Ich nicht. Ich hatte gute Laune und außerdem kann man solche Wartezeiten durchaus mit anderen sinnvollen Dingen füllen, E-Mails lesen, Papiere abheften, den eigenen Schreibtisch aufräumen und und und.

Doch nicht heute: Meine Augen schlossen sich, ich entspannte und schaltete ein wenig ab. Die Musik in der Warteschlange war nicht dieser penetrante Easy-Listening-Sound, der oft Fahrstühle verpestet, es war auch nicht dieses dümmliche Gepiepse bekannter Volksmusik-Klassiker oder irgendwas, was auch der allergrößte Banause als Klassik erkennt.

Während ich mit geschlossenen Augen wartete, hörte ich die wohl unanständigste Musik, die jemals für Piano geschrieben wurde: Boogie-Woogie. Statt von einem Piano von einem etwas künstlich klingenden Glockenspiel gespielt. Vor meinem geistigen Auge baute sich ein Bild auf, ich sah eine Celesta, bei der sich die Tasten wie durch Zauberhand bewegten und so die Musik erzeugt wurde. Walt Disney hätte es nicht schöner zeichnen können. Leider wurde die Musik dann doch irgendwann von einem Menschen unterbrochen, der mir mitteilte, daß…

Der Warteschleife hätte ich noch stundenlang zuhören können und freue mich schon auf das nächste Mal, an dem ich Boogie-Woogie hören werde… und zwar richtig und nicht als Warteschleife.

Schnee

Wer hat eigentlich das Wetter bestellt? Also ich war das nicht. Ich will Frühling. Ich will Sonnenschein, den Geruch von frisch gemähtem Rasen und ich will damit nicht bis Mai warten müssen…

Ich habe aber einen leisen Verdacht, wem wir dieses Wetter verdanken…

Noch mehr Bautzner Senf

Daß ich vor einer Weile Bautz’ner Senf für mich entdeckt hatte, ist hier nachzulesen. Beim Einkauf habe ich zwei weitere Sorten Bautz’ner Senf endeckt:

Kremser Senf erinnert mich an bayerischen Senf, ist aber heller und — viel wichtiger — nicht so süß wie sein bayerischer Verwandter. In der Liste der Zutaten steht Zucker weiter hinten als beim bayerischen Senf. Damit schmeckt der Leberkäs besser. Jedenfalls mir Nordlicht.

Der Kosaken-Senf ist ein Senf mit geschrotetem Pfeffer. Angenehm scharf verbindet er den Geschmack von Pfeffer mit dem von Senf.

Beide Sorten Senf sind preislich interessant und werden nun das Senf-Sortiment meines Kühlschranks dauerhaft bereichern.

Benehmen bei Tisch

Weil Herr German Psycho gerade berichtet, fällt mir ein, daß ich da auch noch was zu erzählen habe…

Ich bin zum Essen ins „Protz und Neureich“ eingeladen. Der Freß-Tempel heißt in Wirklichkeit etwas anders, aber das tut nichts zur Sache.

Unser reservierter Tisch steht nicht in der ‚Halle‘, wir speisen in einem abgeteilten Raum mit nur drei Tischen. Das Ambiente ist wunderschön, die Tischdekoration mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail. An einem Nebentisch sitzt eine ältere Dame. Ich wette, sie verklagt jeden, der sie für geliftet erklärte, dabei spannt sich das maskenhafte Gesicht bei jedem ihrer künstlichen Lacher. Und sie lacht viel. Und dann auch noch unpassend laut. Und wenn sie nicht lacht, dann erzählt sie von Dingen, die man in nachmittäglichen Talk-Shows, aber nicht in feinen Restaurants bespricht. Und falls doch, dann sehr leise und diskret. So mußte ich nicht mal die Ohren spitzen um zu lauschen.

Noch peinlicher war das Paar, das am andern Nebentisch saß. Ich bin kein (kaufsüchtiger) Experte für Anzüge und recht tolerant gegenüber äußerst legerer Kleidung, was mir schon mal den Vorwurf „Du Schlurf“ einbringt. Aber nie im Leben traute ich mich in so einen abscheulichen Versuch der Imitation eines Surrogates einer Anzug-Kombination. Da paßte wirklich überhaupt nichts zusammen, weder die Farben zueinander noch die Größe der Kleidungsstücke zum Träger. Da hilft auch kein „Das trägt man jetzt so“.

Unübertroffen war jedoch Sie. Ihr Kleid war elegant paßte auch zum Anlaß. Nur leider nicht zu ihr. Daß man den Mund beim Kauen geschlossen hält, war ihr offenbar ebenso verborgen geblieben, wie die Tatsache, daß man nicht mit vollem Mund spricht. Als Krönung des Abends pulte sie sich dann mit den Fingern in den Zähnen rum.

Ich frage mich, warum man sich ein feines, elegantes und teures Restaurant aussucht, wenn die eigenen Manieren nur für den Trucker-Teller am Stammtisch des Autohofes reichen. Pardon, selbst dort wird kultivierter gespeist. Ist es „Sehen und Gesehen“ werden? Ist es der Zwang, mal Protzen zu wollen?

Niemand muß Eßkultur pflegen wollen. Nicht nur Imbisse in Bahnhofsnähe bieten Curry-Wurst und Bier aus der Flasche, stellen dabei aber keine gehobenen Ansprüche an Manieren und Bekleidung.

Aber ansonsten war’s ein sehr schöner Abend und bestimmt das beste Essen des Jahres.

Und mit wem gehe ich demnächst eine Curry-Wurst essen und trinke dazu Bier aus der Flasche? Das macht mir durchaus auch sehr viel Spaß. Oder mal einen Burger im „Chrome“? Meldungen bitte auf den üblichen Wegen an mich. Guten Appetit!

Wort des Tages

Vor der Tür des Supermarktes steht ein Tandem. Wir sehen mir es genauer an, achten auf die Details. Nach einem kleinen Moment kommt ein älteres Ehepaar hinzu, sie sind die Besitzer des Tandems. Rasch entwickelt sich ein nettes Gespräch, wir fachsimpeln über Radfahren im allgemeinen und über Tandems im besonderen. Die beiden kabbelten sich dabei auf eine nette und freundliche Art. Während sie das Tandem bestiegen schmunzelte er und verriet mir sein Geheimnis:

Wissen Sie, wir sind 45 Jahre verheiratet, da lernt man, seine Kräfte dort einzusetzen, wo es gewinnbringend ist.

Sie gab ihm das Zeichen zur Abfahrt und ich sah sie losradeln. Ihr Tandem beschleunigte rasch, ich glaube, die beiden sind ein wirklich gut eingespieltes Team…

Wort des Tages

Telefonat mit einem guten Freund. Wir unterhalten uns auch über Dinge, die man(n) eigentlich nicht macht. Meine Bedenken in der Sache fegte er mit einem

„Ich bin Jurist, da sind Ehre, Anstand und Moral manchmal eher hinderlich…“

vom Tisch…

Ich habe dann auf mein Recht, das letzte Wort zu haben, verzichtet.

Noch mehr Rotlicht

Neulich berichtete ich doch über meine Abenteuer im Rotlichtbezirk, nun entdecke ich, daß eine Nachbarin eine rote Lavalampe auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers stehen hat. Das erinnert mich an ein anderes Abenteuer, auch dort spielte eine rote Lavalampe eine Rolle.

Aber das ist eine andere Geschichte…

Die wahre Bedeutung von „DRM“?

DRM wird uns gerne als Digital Rights Management verkauft. Management, das klingt so positiv, das klingt nach Verwaltung, nach jemandem, der Dinge regelt. Genau, es geht um Regeln, genauer um Abregeln, also Einschränken. DRM sorgt dafür, daß ich mir nicht sicher sein kann, die Musikstücke, die ich heute kaufe, auch noch morgen abspielen zu können.Da scheint es mir folgerichtig, daß Die FAZ in ihrer Ausgabe vom 23. Januar 2007 DRM mit

Digitale RechteMinderung

übersetzt.

Ich weiß schon, warum ich DRM-verseuchtes Material meide, wie der Teufel das Weihwasser. Würde ich ein Buch kaufen, für dessen Lektüre ich eine spezielle Brille bräuchte? Und wenn meine Brille tausche, dann kann ich das Buch nicht mehr lesen?

„Jetzt bist Du in der Blogosphäre…“

Einfach mal das hier anhören und schmunzeln…

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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