Archiv für April 2007

Tagesausklang

Telefonat mit einem guten Freund, wir plaudern ein wenig, dann berichtet er, wie er jenen Tag ausklingen läßt:

Vor dem Essen Chansons von Edith Piaf, dann ein Steak, englisch gebraten, dazu einen guten Roten aus Frankreich. Nach dem Essen dann eine kubanische Zigarre und einen Single-Malt-Whisky auf dem Balkon, dazu beschwingenden Klezmer. Abends vor dem Einschlafen dann noch einen Wodka und leisen amerikanischen Südstaaten-Jazz. So sollte man diesen Tag beschließen.

Erst später fiel mir auf, was wir Freitag für ein Datum hatten.

Waffen und die Kultur im Umgang mit ihnen

Aus gegebenem Anlaß sind Waffen Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Die einen fordern mehr Waffen für jedermann, um sich gegen Verbrecher verteidigen zu können, die anderen fordern strikte Beschränkung der Verbreitung von Schußwaffen. Keine der beiden Seiten kann plausible Pläne zur erfolgreichen Umsetzung der eigenen Pläne vorlegen.

Doch ist die Waffe an sich das Problem? Nicht ein Stück Metall ist für die Folgen verantwortlich sondern der Mensch, der diese Waffe gegen Andere richtet und abfeuert.

Ein älterer Mensch hatte vor sehr langer Zeit ein ganz besonderes Erlebnis, was Schußwaffen und den Umgang damit angeht, hören wir uns seine Geschichte einmal an:

1958 habe ich einen Teil meines Studiums in der Schweiz absolviert, zu Weihnachten fuhr ich zurück nach Deutschland. Mit mir stiegen auch drei junge Soldaten aus dem Zug aus und warteten wir ich auch den Anschlußzug. Die drei hatten ihre langen Armeemäntel an und hatten große Tornister mit ihrer persönlichen Ausrüstung dabei. Sie hatten wohl gerade die Rekrutenschule genannte Grundausbildung beendet und wollten nun in Heimatorte fahren. Ich war überrascht, daß sie auch ihre Gewehre dabei hatten.

Ich bin in den frühen 1930er Jahren geboren und habe den Zweiten Weltkrieg und vor allem sein Ende noch deutlich in Erinnerung. Nur wenige Jahre trennten mich von dem Schicksal, selbst als Hitler-Junge in den letzten Tagen des Krieges verheizt worden zu sein. Daß jemand eine Schußwaffe in der Öffentlichkeit mit sich führt, war ein sehr ungewöhnlicher Gedanke für mich.

Auf dem Bahnsteig gab es eine hölzerne Bank, ich war schwer bepackt und legte mein Gepäck darauf, damit ich es nicht tragen mußte. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als die jungen Soldaten ebenfalls ihr Gepäck auf die Bank legten und ihre Gewehre an ihre Tornister lehnten. Die Soldaten bemerkten meinen verwirrten Blick und wir kamen ins Gespräch. „Du bist wohl nicht von hier?“ fragten sie mich in ihrem schweizerischen Akzent. „Wie kommt ihr darauf?“ „Na, weil Du so schaust, wenn wir unser Gepäck ablegen. Und unser Gewehr dazu. Bei Euch in Deutschland ist das wohl ganz anders, oder?“ Sie hatten an meiner Sprache meine Herkunft sofort erkannt. Die erklärten mir ein Stück des schweizerischen Umgangs mit Waffen. „Bi uns ist das ganz normal, daß jeder Wehrmann sin Gewehr nach der Rekrutenschule mit no hus nähmt. Worum oh net? Es hät jo jeder sin Gewehr bei sich zu Hus zu stöhe, des isch gonz normal, da passieret och nix mit do Gewehre, desch is ebe so.“

Ein anderer Soldat fuhr fort, er sprach Hochdeutsch mit mir. „Jeder Wehrmann sein Gewehr zu Hause im Schrank stehen, aber das ist irgendwie heilig. Es gibt keine Verbrechen damit, es ist lang und wäre etwas zu unhandlich dafür, oder?“ Erließ seine Worte kurz auf mich wirken.

„Außerdem sind wir Schweizer ein eigenes Völkchen, jeder hat sein Gewehr im Haus, aber wir haben eben gelernt, wie man damit umgeht und wozu man es einsetzt und wozu nicht.“ Ich dachte kurz nach. „Da sind wir eben anders als andere Völker.“

Dann kam mein Zug und ich stieg ein. Als ich mein Gepäck verstaut hatte konnte ich aus dem Fenster erkennen, daß die Drei sich etwas von ihrem Gepäck entfernt hatten und niemand davon Notiz zu nehmen schien, daß auf einer Bank drei Armeetornister und drei Armeegewehre lagen. Ich dachte über Waffen und die Kultur im Umgang mit Waffen nach, als der Zug anfuhr und mich Richtung Heimat beförderte…

Die Zeiten ändern sich

Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen. Das merkte auch eine gute Freundin, die unlängst auf dem Konzert eines Musikers war, den sie in ihrer Jugend toll fand. Mit dem Musiker sind auch seine (überwiegend weiblichen) Fans älter geworden: Statt BHs hätten sie heute Stützstrümpfe auf die Bühne werfen können.

Cat Content Cow Content

Bilder mit kleenen Mietzekazzen, gefährlichen Niedlichkeitsstrahlen oder sonstigem Cat Content gibt es woanders zuhauf. Nach Eisbärenkindern war mir auch grad nicht so, deshalb heute mal Cow Content:
Denk nicht an Steak, denk lieber an Tofu, sonst ...Bin ich nicht niedlich?MuuuuuuuuuuuuuuuhBovine Niedlichkeitsstrahlen

Manchen Dörfern sagt man ja nach, daß dort die Kühe hübscher als die Mädchen seien. Also Mädels, strengt Euch an …

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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