Archiv für August 2007

Wort des Tages

Fahrt durch das typisch norddeutsche Schmuddelwetter, es nieselt und der Himmel ist grau in grau. Dieses wunderschöne Grau gibt’s nur hier zu Hause, denke ich bei mir. Die Worte des Fahrers reißen mich aus meiner Melancholie:

Sieh Dir den Himmel an, da spart man sich seine Farbrezeptoren in den Augen für die schönen bunten Dinge des Lebens auf.

So hatte ich’s noch nie gesehen, aber wo er recht hat, hat er recht, und daher widme ich ihm dieses Wort des Tages.

Kreuzberger Nächte und ausländisches Fast-Food

Kreuzberger Nächte sind lang, so werden sie jedenfalls in einem alten Stimmungslied besungen. Und auch sonst gehen die Uhren in Berlin-Kreuzberg etwas anders, der Kiez im SO36 gilt als fröhliches Nebeneinander der Kulturen: Falafel und Fritten, Döner Kebap neben Currywurst und Bulette, die ganze Welt der Gastronomie in friedlicher Eintracht.

Die ganze Welt? Nicht ganz, denn eine Filiale von McDonald sucht man vergeblich, diese Lücke sollte nun geschlossen werden. Schon kurze Zeit später zeigte sich, wie tolerant die angeblich so toleranten Bewohner Kreuzbergs in Wahrheit sind: Flugs organisierten sich Menschen in einer Bürger-Initiative gegen Burger, das vermeintlich fröhlich-friedliche Miteinander der Kulturen fand ein jähes Ende. Menschen hielten sich für Experten und wußten zu berichten, daß McDonalds „sehr ungesundes Essen“ anbietet.

Ich bin kein Ernährungsfachmann und kann zwischen einem Burger von McD und einem Döner Kebab keinen entscheidenden Unterschied erkennen. Beides ist für mich Fleisch und Salat in einem Stück Brot. In Menge und Zusammensetzung von Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten unterscheidet sich der Big-Mac wahrscheinlich kaum von seinen orientalischen Fast-Food-Verwandten.

Ein Unterschied zwischen Burger und Kebab fällt mir aber sofort ein: Gammelfleisch. Gerade macht ein neuer Skandal die Runde durch die Medien, und aus Gammelfleisch wurden Döner-Spieße. Ich kann mich an die einer oder andere Döner-Bude erinnern, die von den Behörden (vorübergehend) geschlossen wurde. An ähnliche Skandale bei McDonalds kann ich mich nicht erinnern.

Ich weiß jedenfalls, wo ich gerne esse.

Eine Bank von Format

Eine deutsche Bank demonstriert wahre Größe. Oder zeigt sie eher ihr neues Format? Sie hat gewaltig an Format gewonnen. Zumindest bei den Kontoauszügen.

Die alten Kontoauszüge hatten die volle Breite, aber nur ein Drittel der Höhe des Formates DIN A4. Wir alle kennen das, wenn ein Blatt nicht ausreicht, um uns die Buchungszeilen auszudrucken, dann kamen eben mehr als nur ein Blatt aus dem Drucker.

Nun haben die Auszüge immer das volle Format DIN A4. Der Ausdruck zeigt den Namen des Kunden, seine Adresse, die Adresse der Filiale mit ein paar Telefonnummern. Alles Dinge, die der normale Bankkunde eigentlich wissen sollte. Dann kommen die Buchungszeilen mit den Umsätzen. Noch ein Stück darunter dann die üblichen Belehrungen bezüglich Einwendungen gegen die Buchungen.

Und unten kommt ganz viel leeres Papier. Fast die ganze Seite war leer oder mit redundanten Informationen bedruckt. Damit die Seite sinnvoll gefüllt ist, müssen entsprechend viele Buchungen zusammenkommen. Aber auch dann wird oben noch der Briefkopf stehen und bei jedem Kontoauszug wird viel Papier sinnlos verbraucht.

Ob das im Zeitalter effizienter Ressourcennutzung noch in die Zeit paßt?

Wort des Tages

Unterhaltung mit einer guten Freundin über die Risiken des Lebens im Netz. Je offener man im Netz lebt, desto leichter ist man bekanntlich für Andere zu durchschauen. Nicht nur Datenschützer warnen vor dem Gläsernen Bürger. Sie nimmt es mit Gelassenheit:

Wenn ich so ein gläserner Mensch bin, wieso können dann alle noch meinen dicken Hintern sehen?

Sie hatte die Lacher auf ihrer Seite.

Kaiserwetter

Wo wir grade beim Wetter sind… Kennt jemand noch den Ausdruck Kaiserwetter? Nicht? Das ist verständlich, denn S.M. Willem Zwo hat ja schon lange abgedankt. Früher fanden große Truppenparaden oder sonstige Anlässe, bei denen der Kaiser zugegen war, nur bei gutem Wetter, eben Kaiserwetter, statt.

Seit ich mich erinnern kann, hatten wir am 6. August immer tolles Wetter. Woher ich das so genau weiß? Von Opas Geburtstagen. Oft wurde der Tisch schnell aus der Veranda in den Garten getragen und dann saßen wir im Schatten der Bäume und freuten uns an Omas Kuchen und Torten.

Opa ist ein paar Jahre tot, aber am 6. August ist immer noch schönes Wetter. Nun scheint die Sonne eben nicht mehr in seinen Garten sondern auf sein Grab.

„Die da“ hat den Groove… und was für einen

Irgendwann neulich nacht. Der berühmte rote Sportflitzer fährt mich durch die Sommernacht, die Seitenscheiben sind offen, die Luft hat genau die richtige Temperatur und riecht nach Sommer, ich habe die Straße für mich alleine, das Leben könnte nicht schöner sein. Dachte ich. Mein Lieblingsradiosender beendet seine Nachrichten und bringt ein Musikstück.

Moment mal, das kenne ich doch. Ich erkenne das charakteristische Riff, ich summe schon mit, während mir einfällt, daß es „Die da“ von den Fanta-4 ist. Die Neun-Ton-Folge geht aber auch sowas von ins Ohr. Und in’s Becken. Dazu dann eine tolle Frauenstimme, immer wieder von Bläser-Riff unterbrochen. Wow, was für ein toller Song.

Noch während ich im Auto sitze entwickelt sich der Song weiter, das Bläser-Riff mutiert in meinem Kopf zu einer Melange aus Blues, Jazz und Hip-Hop. Egal. Einfach nur klasse. Ich muß das Stück hören, immer und immer wieder. Natürlich habe ich kleine Ahnung, wie das Stück heißt. Aber der Service des NDR ist schnell und freundlich, schon heute kam die Antwort und die CD fand den Weg zu mir.

Die da hat nun den Groove und läuft bei mir in Endlosschleife, auch denn das Stück „Right Down here“ heißt und von Asha Puthli ist. Und irgendwann bekommt „Die da“ den Blues, ich wollte eh schon mal immer Musik machen…

Wetter und gefühltes Wetter

Nachdem ich mich noch vor wenigen Tagen über das zu kalte Wetter beschwerte, können wir alle mit dem Wetter wohl zufrieden sein. Ganz Deutschland erlebte ein schönes, sonniges und sehr warmes Wochenende. Ganz Deutschland? Nicht ganz, jedenfalls nicht dir drei jungen Männer, die mir gestern begegneten. War ihnen wirklich so kalt, daß sie enganliegende Mützen tragen mußte, die mich eher an Klopapier-Umhäkelung erinnerten als an Kopfbedeckungen? Vielleicht waren die Jungs auch einfach nur sowas von cool…

Und nun … das Wetter

Als Ulrich Wickert noch Tagesthemen moderierte, war es ihm ein Vergnügen, seine Moderation mit „das Wetter“ zu beenden.

Angeblich soll der Juli 2007 nicht so kalt gewesen sein, wie er sich für uns anfühlte: Warm aber naß sei er gewesen. Naß glaube ich sofort. Aber warm? Letztes Jahr schrieb ich an dieser Stelle, daß ich 30°C hätte und einen feuchten Waschlappen benutzte, um mir Abkühlung zu verschaffen. Diese Tage denke ich darüber nach, die Winter-Bettdecke wieder aus dem Schrank zu holen. Und vor einigen Tagen soll es in einigen Gegenden Deutschlands sogar Bodenfrost gegeben haben.

Brrrrrrrrrrrrrrrrrr

Kleiner Anruf – Große Freude

Der Kalender sagt, heute hat ein Freund Geburtstag.
Die Weltkarte sagt, er wohnt ein paar Zeitzonen weit weg.
Das Telefon sagt, daß es ein Auslandsgespräch ist.
Die Sparvorwahlen sagen, daß es lächerliche 1,2 Cent/min kostet.
Die Uhr sagt, es ist grade nach Mitternacht bei ihm.

Manchmal braucht es wenig, um einem Menschen eine große Freude zu bereiten.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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