Archiv für November 2007

Elefanten-Ballett

Elefanten-Ballett? Was soll das denn sein? Elefanten-Polo und -Fußball gibt es noch dort, wo Elefanten als Arbeitstiere gehalten werden. Aber Ballett?

Den Ausdruck Elefanten-Ballett kenne ich aus der Berichterstattung aus dem Motorsport, genauer aus den Berichten über schwere Lkw, die durch einen schwierigen Gelände-Parcours fahren müssen. Bei dieser Sportart zählt weniger die Zeit als die Fehlerfreiheit, denn die Holzstäbe, die den Parcours begrenzen, dürfen nicht berührt werden. Manchmal bewegen sich die 4-Achser dann im Zeitlupentempo, rangieren mehrmals vor und zurück, bis es dann um die Kurven reicht.

Wer einen Sinn für derlei Ästhetik hat, wird manchmal auch im echten Leben fündig, zum Beispiel, wenn ein Container-Setzer in einen engen Hof fahren muß, um dort Container (am besten noch auf wenige Zentimeter genau) abzusetzen. Vor soviel Augenmaß und Können der Fahrer habe ich echten Respekt.

Shopblogger Björn Harste hat nun auch einen größeren Container auf dem Hof seines Supermarktes stehen. Dort werden die entwerten Einweg-Flaschen bis zum Recycling aufbewahrt. Nur zu gerne wäre ich dabei gewesen, als der Container-Setzer dort war. Vielleicht nimmt Björn den nächsten Auftritt des Elefanten-Balletts auf?

Erkenntnis des Tages

The Voice ruft an. Wir hatten uns lange nicht mehr gehört, haben viele Dinge auszutauschen. Sie leidet unter den Nachwirkungen der letzten Sendung, sie hatte ihre Hörer aufgefordert, ihr zungenbrecherische Verse zu schicken, die sie dann während der Sendung vorlesen wollte.

The Voice begann ihre Sendung schon leicht angeheitert, verhaspelte sich aber trotzdem nicht, was sie selbst wunderte.

Ich hatte eigentlich gedacht, daß mich diese Zungenbrecher in den Wahnsinn treiben müßten, ist aber nicht passiert. Sind das die ersten Anzeichen, daß ich schon lange verrückt bin…?

Der Rest, dieser Erkenntnis ging in ihrem Lachen unter.

Verrückten soll man ja auch auf keinen Fall widersprechen, ne?

Geheimnis des Tages: Grog-Rezeptur (sehr norddeutsch)

Eben verriet mir ein Bekannter ein angeblich sehr norddeutsches Rezept für Grog:

Rum muß, Zucker und Zitrone können, Wasser braucht nicht.

Ich bin ja norddeutsch, aber sooooo norddeutsch dann doch nicht…

Eben probiert: Maggi 5 Minuten Terrine „Kartoffelbrei-Kürbis-Pürree mit Chili“

„Was der Bauer nicht kennt, das ißt er nicht“, so weit es ein altes Sprichwort zu berichten. Für die deutsche Hausfrau scheint ähnliches zu gelten. Sie sah eine 5 Minuten Terrine von Maggi in der Geschmacksrichtung „Kartoffelbrei-Kürbis-Pürree mit Chili“, und meinte, so was müsse ja „komisch“ schmecken.

Was der eine komisch findet, das macht Andere neugierig. Und wenn etwas mit Chili ist, werde ich besonders neugierig.

Und eben hab ich mir die 5 Minuten Terrine gemacht und bin absolut begeistert. Die Kombination von Kartoffelbrei mit Kürbis und Chili ist sehr lecker. Da diese Sorte eine Winter-Edition ist, werde ich mir einen entsprechenden Vorrat anlegen müssen.

Ich danke jedenfalls der Hausfrau, ohne ihre Bemerkung hätte ich das Produkt vielleicht übersehen. Nicht auszudenken, was mir alles entgangen wäre.

Weisheit des Tages (Hausmittel bei Erkältung)

Viele Menschen schwören auf Hausmittel, um Erkältungen loszuwerden. Warmes Bier hilft manchen Menschen angeblich hervorragend. Andere trinken den Saft einer großen Zwiebel. Mir wurde unlängst heiße Zitrone empfohlen. Mit Honig drin.

Meine ersten Selbstversuche waren eine nicht sehr süße Erfahrung. Doch inzwischen hab ich den Dreh raus:

Heiße Zitrone wirkt viel besser, wenn ein ordentlicher Schuß Rum drin ist.

Und schmecken tut’s dann auch viel besser…

Ungeliebte Geschenke

Über manche Geschenke freut man sich, manch ein Geschenk möchte man nicht annehmen oder möglichst schnell wieder loswerden.

Zum Beispiel die fette Erkältung, die mir irgendwie zugeflogen ist.

Andererseits… So habe ich wieder was zu bloggen.

Wort des Tages

Unterhaltung mit einer Postbediensteten. Wir reden auch über die Packstation, den Selbstbedienungsautomaten für Pakete.

Du meinst diese Dixi-Klos für Pakete?

Manchmal ist es sehr einfach, ein Wort des Tages zu finden…

Früher war alles besser — oder doch nicht?

Früher, da war ja alles besser. Das glauben manche Menschen, zumindest äußern sie sich so. Eine gewisse blonde, blauäugige Journalistin fand die Rolle der Frau im Dritten Reich… muß ich weitersprechen? Danke! Ihr verklärender Blick auf eine verzerrte Vergangenheit wurde unter anderem von Henryk M. Broder herrlich polemisch, aber in der Sache durchaus richtig, zurechtgerückt.

Bei Spiegel Online sehe ich einen Kurzfilm über eine Messe mit Ostprodukten. Nichts gegen Regionalprodukte. Mit dem Untergang des real existierenden Sozialismus, haben manche Menschen offenbar auch jeden Realismus verloren. So beklagt sich ein älterer Mensch, daß die ehemaligen Ostprodukte nur im Osten verkauft werden, er aber die Westprodukte auch als Ossi kaufen müsse. Den Senf der Firma Born Feinkost aus Erfurt oder die Bautz’ner Senfspezialitäten, die ich gerne esse, habe ich wohl nicht im Spuermarkt um die Ecke gekauft sondern nachts über den eisernen Vorhang geschmuggelt.

Die Reporterin fragt einen anderen Gast, was ihm früher besser gefallen habe. Das ganze System der Arbeit, das Bildungssystem. Auch hier scheine ich im falschen Film zu sein. Für wertlose „Alu-Chips“ taten viele Menschen so, als arbeiteten sie motiviert. Die fehlgesteuerte Planwirtschaft war ineffizient, der Staat praktisch pleite. Na klar war die Bildung prima. Wer hirnlos alles nachplappern wollte, was Staat und Partei vorgaben.

„Herrschte für Sie Meinungsfreiheit auch in der DDR“ fragt die Reporterin einen älteren Herrn. „Na, kommt drauf an, was für eine Meinung…“ Mir fehlen die Worte.

Eines haben die blonde Ex-Moderatorin und die ostdeutsche Volksstimme gemeinsam: Ist der Blick nur selektiv genug, so läßt sich auch in einem faschistischen oder volkssozialistischen Unrechts-Regime noch etwas finden, was früher besser war. Oder nicht schlecht.

Dazu paßt auch die Geburtstagsanzeige, die ich neulich in einer regionalen Zeitung las: Dort wurde einem Menschen zum 95. Geburtstag gratuliert. Dabei mußte man erwähnen, daß derjenige bei der Olympiade 1936 einer der Fackelträger war. Hurra! Die Statistik sagt, daß wir demnächst die Todesanzeige lesen werden. Ob dann auch zu lesen sein wird, daß er einst Angehöriger der SS oder das NSDAP-Parteiabzeichen in Gold trug?

Und wenn ich hier schon meckere: Eine Freundin wohnt in Ostdeutschland, unweit der polnischen Grenze. Auch sie bedauert, daß Ossis schlechter behandelt würden. Zum Beispiel beim Gehalt. Sie arbeitet im öffentlichen Dienst und bekommt die Ost-Tarife, die ein paar Prozent niedriger sind. Natürlich ist es schwierig einzusehen, daß man für die Arbeit schlechter bezahlt wird als Kollegen ein paar Bundesländer weiter westlich. Wenn sie mir jedoch erzählt, daß sie mindestens einmal im Monat in Polen ist, um ihr Auto vollzutanken, zum Friseur zu gehen und sich die Monatsration Zigaretten von dort mitzubringen. Dann sind die paar Euro geringeren Gehalts locker wieder drin. Aber ob sie das hören mag? Übrigens: Sie fährt keinen Trabant und mußte auf ihr Auto auch keine 12 Jahre warten. Früher war’s eben doch nicht besser.

Aber ich fühle mich besser 🙂

Wort des Tages

Und weil’s grad so schön ist, gleich noch ein Wort des Tages. Ich stehe an der Bushaltestelle und warte auf den Bus. Dort unterhalten sich zwei Arzthelferinnen. Eine von den beiden arbeitet bei einem Urologen. Das Thema kommt auch auf die berühmte blaue Pille für den Mann.

„Läuft bei Euch Viagra?“

„Mit Viagra soll er stehen, nicht laufen…“

Alle Umstehenden brachen in Gelächter aus.

Wort des Tages

Eine Freundin berichtet mir vom USA-Aufenthalt ihrer Mutter. Ich bin neugierig und frage nach, was die Mutter denn dorthin verschlagen hatte. Dann erfahre ich:

Sie singt doch so einen weißen Hausfrauen-Gospel…

Pardon, aber das mußte einfach das Wort des Tages werden.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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