Archiv für November 2008

Forrest-Gump-Prinzip: Noch mehr PR-Arbeit für Fortgeschrittene

Nicht nur Lutz Heilmann hat es geschafft, sich in den Augen mancher Menschen erfolgreich zu blamieren, auch Theo Zwanziger und Verona Pooth zeigen, daß auch sie wie veritablen Deppen aussehen können.

Über die Sache Theo Zwanziger ist nun wirklich viel geschrieben worden, auch hier bei Udo Vetter. Es freut mich, daß Jens Weinreich dem DFB mal zeigt, wie das Spiel gespielt wird. So klar das Ergebnis auch sein wird, ich bin fast sicher, daß ein kluger PR-Stratege auf die Idee kommen wird, diese Niederlage des DFB in einen angeblichen Sieg zu verdrehen.

Aber nicht nur beim DFB leiden PR-Profis unter Realitätsverlust seltsamer Interpretation der Tatsachen. Auch Verona Pooth, tränenerprobte Expertin für Selbstdarstellung, hat offenbar den Schuß nicht gehört. Vertritt sie die Auffassung, daß alles, was sie und ihr Mann besitzen, sei ehrlich und hart erarbeitet. Wieso sich Franjo Pooth dann bei der Staatsanwaltschaft selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt hatte, wird sie uns sicher noch erzählen.

Wie schnell ist die „Unendlichkeit“ vorbei

Vorhin flog mir ein Link zu Infinity von Guru Josh zu. Natürlich hab ich mir das Stück gleich angehört und angesehen. Ich staune nicht schlecht, das Stück ist aus dem Jahre 1990 und klingt immer noch zeitlos frisch.

Auch die Neuauflage „Infinity 2008“ klingt klasse.

Wie schnell doch die Unendlichkeit vergeht.

Zweierlei Maß?

Christian Klar soll demnächst aus der Haft entlassen werden. Wie erinnern uns, Christan Klar saß ein gutes Vierteljahrhundert wegen seiner terroristischen Taten im Knast. Die RAF-Mitglieder beanspruchten (nicht nur damals) den Status von politischen Gefangenen, die Bundesrepublik und ihre Behörden verweigerten diesen Status und versuchten alles, um die RAF-Mitglieder als ganz normale Kriminelle zu behandeln.

Nun soll Christian Klar demnächst entlassen werden, wie bei jedem anderen normalen Kriminellen überlegt man, den Rest der Strafe zur Bewährung auszusetzen. Doch plötzlich mehren sich die Stimmen, daß man einen Terroristen, der seine Taten nicht bereut, doch nicht wie einen normalen Kriminellen laufen lassen könne, schließlich sei er kein gewöhnlicher Verbrecher sondern Terrorist.

Irgendwie entdecke ich da einen Widerspruch. Erst waren die RAF-Mitglieder ganz normale Verbrecher, nun will man sie aber nicht wie ebensolche behandeln?

Ganz schön alt aussehen

Ganz schön alt aussehen kann man, schätzt man das Alter seines Gegenübers falsch ein. Wie leicht es ist, sich zu verschätzen, wird klar, sieht man sich folgende Webseite an. Denn dort ist ein Mensch so abgelichtet, daß er 10, 20, 30, 40, 50 und 60 Jahre alt sein könnte.

Und schön fotografiert ist es auch noch.

Interessante Theorie zur Sache Heilmann vs. Wikipedia

Manchmal liegen die Dinge anders, als es den Anschein hat. Mir wurde eine nette Verschwörungstheorie zugespielt, die den Fall „Heilmann vs. Wikimedia“ beschreibt:

Natürlich ist der Heilmann kein Idiot, auch wenn ihn die Medien und manche Blogger nun so darstellen. Das Ganze ist eine abgekartete Sache, das hat er meisterlich geplant und dann perfekt durchgezogen. Mit der Sache hat er auf einen Schlag viel mehr Medienpräsenz bekommen, als er in seiner bisherigen Zeit als Abgeordneter des Bundestages durch politische Arbeit hätte bekommen können. Die ganze Stasi-Kiste wird nun so dermaßen hochgekocht, daß sich schon morgen niemand mehr dafür interessieren wird. Also perfektes Krisen-PR. Und Wikipedia hat davon auch profitiert, schau Dir an, was die sonst an Spenden pro Tag einsammeln und was die zur Zeit einsacken. Wenn das mal keine geplante Aktion von Wikipedia und Heilmann war. Und wer weiß, vielleicht sitzt irgendein Kumpel vom Heilmann bei Wikipedia und sie haben sich das Ganze gemeinsam ausgedacht? Jedenfalls ist eine perfekte Win-Win-Situation entstanden.

Ich hab mir dann mal die Mühe gemacht und das Spendenaufkommen pro Tag ausgewertet, an guten Tagen sind es runde 4.000 Euro, in den beiden letzten Tagen hat sich das Aufkommen vervierfacht. Sollte an der Verschwörungsgeschichte doch was dran sein?

Geburtstag: 30 Jahre „Chip“

Ja, ich hatte den Geburtstag meines Blogs vergessen, aber was ist schon der fünfte Geburtstag eines Blogs, wenn die Zeitschrift „Chip“ im Oktober 30 Jahre alt wurde? Dreißig Jahre. Wie schnell vergeht doch die Zeit. Ich kann mich daran erinnern, das Heft damals auch gekauft und den Inhalt mit den großen Augen angesehen zu haben. Schon die 4,50 Mark des Heftpreises waren für mich kleinen Schüler damals viel Geld, die Computer, die im Heft zu bestaunen waren, lagen weit außerhalb meiner finanziellen Reichweite. Aber ich konnte lesen, staunen und von Computern träumen. Und viel gelernt habe ich auch. Grundlagen, die man heute immer noch gut gebrauchen kann.

Wer sich das erste Heft mal ansehen und eine Zeitreise machen möchte, der findet hier einen Link.

Warum man ein PDF noch in ein ZIP verpacken muß, das habe ich allerdings auch in 30 Jahren Umgang mit Computern nicht verstanden.

In eigener Sache

Vor etwas über einem Jahr schrieb ich:

Kaum zu glauben, aber dieses Blog ist doch tatsächlich schon vier Jahre alt geworden. Das sind 48 Monate. In Artikeln so
ungefähr 480, also über den Daumen zehn Artikel pro Monat. Bis jetzt.

Denn noch immer erlebe ich Dinge, die mich zum Nachdenken bringen, mich Schmunzeln oder Lächeln lassen, mich aufregen, mich zum Denken oder Nachdenken anregen, oder einfach nur schön beschrieben sind.

Ich danke allen Menschen, die den Weg in mein Blog gefunden haben, sei es nun als Leser oder aber als Menschen, über die ich geschrieben habe.

Ich hab wegen des ganzen Trubels der letzten Monate den fünften Gebutstag meines Blogs vergessen. Nun hat das Blog 60 Monate und 600 Einträge auf dem Buckel, ich habe meinen Schnitt von ungefähr zehn Einträgen pro Monat also gehalten.

Per Anhalter reisen…

Udo Vetter vom lawblog schrieb einen Artikel über seine Erfahrung mit dem Trampen. Ich nehme das mal als Anlaß, meine eigenen Erfahrungen aufzuschreiben.

Auch ich bin früher oft als junger Rekrut per Anhalter mitgefahren, fast immer an Freitagnachmittagen. Bei der Bundeswehr richtete sich der Dienstschluß nicht immer nach den Fahrplänen der Bahn und so war ich froh, wenn mich Kameraden, die ein Auto hatten, irgendwo abgesetzt hatten. Je belebter die Stelle, desto besser war es. Ein erfahrener Kamerad hatte mir ein paar Tips für das Trampen gegeben: Immer in Uniform fahren und den Seesack mit der Wäsche immer auf dem Rücken tragen.

Kein Problem, denn zwischen Dienstschluß und der Abfahrt der ersten Autos lagen nur wenige Augenblicke. Und kaum stand ich an der Straße, hielt auch schon jemand an, um mich mitzunehmen. Ich war erstaunt, wer plötzlich einen Fremden in sein Auto gelassen hat: Mütter, deren Söhne auch gerade Soldat waren, junge Frauen, die Brüder oder Freunde beim Bund hatten, ältere Männer, die sich noch gut an ihre eigene Armeezeit erinnern konnten und auch, wie froh sie damals immer waren, wenn sie schnell aus der Kaserne nach Hause gekommen waren.

Aber auch ich nehme ab und an Anhalter mit, wenn es sich ergibt. Das letzte mal waren es zwei junge Frauen, die an einem etwas sehr unglücklich Platz standen. Kurz vor Beginn der Autobahnauffahrt ist eine Fußgängerampel, dort hätten sie recht einfach Autos stoppen können. Ich weiß nicht wieso, aber die beiden Frauen waren dann zu Fuß immer weiter gegangen und standen deutlich hinter dem Ende des Beschleunigungsstreifens. Eine wirklich blöde Stelle zum Trampen, an der so schnell niemand angehalten hätte. Und da es gerade zu Regen anfing, war es höchste Zeit, daß jemand die mitnahm. So hatte ich dann noch eine nette Unterhaltung, als ich auf dem Weg nach Hamburg war.

Wort des Tages

Kasernen haben „Latrinen“, manche Behausungen haben „Scheißhäuser“, woanders gibt’s ein „Wohnklo“, amtlich hieß es früher „Abort“, „WC“ oder „Toilette“. Vornehme Menschen nennen es „Wellness-Oase“.

Aber was ich neulich erlebte, übertraf alles, was ich bisher gesehen hatte. Das Badezimmer war nicht nur riesig groß, die Badewanne hatte sie Ausmaße eines kleinen Schwimmbeckens und unter der Dusche hätte ich meinen Kleinwagen waschen können.

Der Gastgeber nannte den Raum dann auch nur

Erlebnis-Toilette.

Und ich habe billig ein Wort des Tages abgestaubt.

Erkenntnis des Tages

Nette Unterhaltung mit Kris über Dinge, die man bloggt und Dinge, die man nicht bloggt. Irgendwie war dann klar:

Wenn man’s nicht bloggt, dann isses auch nicht passiert.

Stimmt irgendwie. Und deshalbt verblogge ich das jetzt endlich mal als Weisheit des Tages.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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