Archiv für Januar 2009

Nik kocht nach Räuberart.

An dieser Stelle erinnern wir an Berufe, die schon lange kein Ansehen mehr in der Bevölkerung genießen. Früher, ja, früher, da hörten wir mit Begeisterung zu, lasen uns unsere Eltern Geschichten vom „Räuber Hotzenplotz“ vor. Später, in der Schule, konnten wir Schillers „Räuber“ dann selbst lesen, dafür fiel die Begeisterung manchmal etwas geringer aus. Es ist also an der Zeit, eine neue Geschichte über Räuber zu erzählen. Eine Geschichte, die wir nur lesen können oder an der wir mitmachen können.

Es waren viele Räuber, die gemeinsam in einer finsteren Gegend lebten. Eines abends konnten sie sich nicht einigen, wo es die lohnendste Beute gäbe, also trennten sie sich und jeder Räuber zog auf eigene Faust los. Spät am abend kam der erste Räuber zurück. Seine Laune war übel, denn er hatte statt reichlicher Beute nur etwas Fleisch erbeutet. Und da er vor Wut kochte, begann er vor Wut zu kochen. Er stellte einen großen Topf auf den Herd und machte ein großes Feuer an. Mit seinem scharfen Räuber-Messer schnitt er das Fleisch in Würfel und warf es in den Topf. Es zischte beim Anbraten so laut, daß er fast den zweiten Räuber überhört hätte.

Auch der zweite Räuber kochte vor Wut, denn auch er hatte nur eine kümmerliche Beute gemacht. Statt Gold und Silber hatte er nur eine große Salami von seinem Raubzug mitgebracht. Also zog er sein Räuber-Messer und schnitt die Salami in dünne Scheiben. Und als er seine ganze Wut an der Salami ausgelassen hatte, und das Fleisch so lecker duftete, gab er die Salamischeiben in den großen Topf.

Einen Moment später kam der dritte Räuber nach. Er guckte ganz traurig, statt einer schweren Schatztruhe hatte er einen Sack Kartoffeln auf dem Rücken. Die Schlepperei hat ihn ganz hungrig gemacht und aus dem Topf begann es lecker nach gebratenem Fleisch und Salami zu riechen. Er zog sein Räuber-Messer aus der Tasche und begann, die erbeuteten Kartoffeln zu schälen, in Stücke zu schneiden und in den großen Topf zu werfen. Der erste Räuber gab Wasser in den Topf, während der zweite Räuber umrührte.

Dann kam der nächste Räuber zurück. Auch er hatte kein Glück und die einzige Beute, die er machen konnte, bestand aus Paprika und Zwiebeln. In der Dunkelheit konnte er nicht erkennen, welche Farbe die Paprika hatte, aber das war ihm inzwischen auch egal. Er nahm sein Räuber-Messer und schnitt die Paprika in Stücke und haben sie in den Topf. Und damit die anderen Räuber nicht sehen konnten, daß er beim Zwiebelschneiden immer weinen muß, hat er die Zwiebel nur in große Würfel geschnitten und auch in den Topf geworfen.

Der erste Räuber rührte den Inhalt des Topfes um, während der zweite Räuber Holz für den Herd nachlegte. Und als der Topf köchelte, kamen noch zwei Räuber nach Hause. Der eine hatte Tomaten in einem Korb, der andere hatte Schinken dabei. Beide kamen in die Küche des Räuberhauses, zogen ihre Räuber-Messer, schnitten ihre Beute in kleine Stücke und haben sie in den Topf.

Der nächste Räuber kam in die Küche des Räuberhauses. Er hatte Brühe und Gewürze erbeutet und als er roch, was in dem Topf kochte, war er nicht mehr so traurig über seine Beute. Er gab Brühe und Salz und Pfeffer in den Topf und der erste Räuber rührte alles gut um.

Dann kam der letzte Räuber zurück. Er brachte nur etwas Sahne von seinem Raubzug mit, die er sogleich in den Topf gab, wo der erste Räuber sie verrührte.

Es war schon sehr spät und die Räuber waren sehr hungrig, deshalb beschlossen sie, erstmal eine kräftige Mahlzeit zu sich zu nehmen. Und da es ihnen allen so gut geschmeckt hatte, haben sie dieses Essen „Räubertopf“ getauft. Und wenn sie zukünftig nachts auf Raubzug gingen, dann achteten sie immer darauf, was es lohnendes in der Küche oder Speisekammer gab, denn jedesmal schmeckte der Räubertopf anders, aber jedesmal schmeckte er sehr lecker.

So wäre es noch lange weitergegangen, doch dann passierte, was passieren mußte: Die Räuber wurden gefangen und verbüßen ihre Strafe nun als Fernsehköche in eigenen Koch-Shows.

Reich sind die Räuber trotzdem geworden, sie verkauften dann eine Kollektion von Küchenmessern unter dem Namen „Räuber-Messer“ 🙂

Nik kocht: Geschichteter Nudelauflauf

Was macht man, wenn man sich nicht entscheiden kann, welche Art (Nudel-)Auflauf man kochen soll, aber Zutaten für beide Arten im Haus hat? Bei mir wurde es dann ein geschichteter Nudelauflauf. Wie versprochen kommt hier das Rezept.

Zutaten:

  • Penne Rigate (es gehen aber auch Spiralnudeln)
  • Eine Dose Thunfisch im eigenen Saft
  • Eine Packung Sahne
  • Eine Tube Tomatenmark
  • Paprikapulver
  • Knoblauchpulver
  • 2 EL Brühepulver
  • Eine Packung Sauce Hollandaise
  • Etwas Gorgonzola
  • Käse zum Überbacken nach Geschmack (zum Beispiel Maasdamer oder Mozzarella)

Verwendetes Werkzeug:

  • Ein Topf mit ~5 Liter Fassungsvermögen
  • Nudelsieb oder Durchschlag
  • Auflaufform mittlerer Größe
  • Eine Herdplatte
  • Ofen

Zubereitung:
Nudelwasser mit einen Löffel Brühepulver zum kochen bringen, dann die Nudeln kochen lassen, Kochdauer der Nudeln nach Herstellerangaben. Während die Nudeln kochen den Herd vorheizen und den Gorgonzola kleine Würfel schneiden. Die Nudeln nicht zu weich kochen, denn sie garen beim Überbacken noch etwas nach. Nudeln abgießen und im Sieb lassen.

In den Topf dann Thunfisch, Sahne, Tomatenmark, das restliche Brühepulver geben und verrühren. Anschließend mit Paprika- und Knoblauchpulver abschmecken. Dann die Hälfte der Nudeln aus dem Sieb nehmen und gut mit der Soße verrühren. Das Ganze dann in die Auflaufform und verteilen.

Die restlichen Nudeln in den Topf geben, wenn noch etwas Thunfischsoße im Topf war, ist das nicht schlimm. Die Sauce Hollandaise und den Gorgonzola zu den Nudeln geben und gut mit den Nudeln verrühren. Das Ganze bildet dann die obere Schicht des Auflaufs, also in die Auflaufform geben und verteilen.

Dann ab in den Ofen und ein paar Minuten drin lassen, bis sich oben ganz leicht eine braune Schicht bildet. Dann den restlichen Käse auf den Auflauf legen und noch ein paar Minuten im Ofen lassen, bis der Käse verläuft oder leicht knusprig wird, je nach Vorliebe.

Zubereitungsdauer:
Je nach Herd und Ofen ungefähr eine halbe Stunde.

Da nur wenige Werkzeuge verwendet wurden, hält sich das Chaos in der Küche in Grenzen. Der Auflauf ist lecker, hat es aber in sich, also nicht unbedingt zum Abnehmen geeignet.

Zubereitungsvariante:
Wer keinen Thunfisch mag, kann ihn durch gebratenes Hackfleisch und kleingeschnittene Zwiebeln ersetzen.

Frage an die Leser: Soll ich nächstes mal davon Bilder machen?

Wort des Tages

Heute rutschte mir beim Twittern spontan der Begriff

hraus. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt er mir. Er paßt ja auch so schön: IT-Menschen scheuen oft das Tageslicht, haben eine bleiche Hautfarbe, kleiden sich gerne dunkel und man munkelt, daß so mancher Admin im Sonnenlicht zu staub zerfallen sei.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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