Archiv für Februar 2009

Politischer Aschermittwoch

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ so weiß es ein Karnevalslied. Die Realität sieht anders aus: Am Aschermittwoch schlägt Horst Seehofer vor, die gesellschaftlichen Kräfte sollen einen Vertrauenspakt schließen. Klingt doch prima. Aber Erinnern wir uns mal ein wenig zurück.

Vor vielen Jahren legte der Kabarettist Dirk Bielefeld seiner Rolle, dem Polizisten „Herr Holm“ die Worte „Jeder Bürger ist ein potentielles Verbrechen!“ in den Mund. Damals lachte das Publikum, denn es gab noch ein Bankgeheimnis und an Dinge wie Vorratsdatenspeicherung und Onlinedurchsuchung, auch als „Bundestrojaner“ bekannt, dachte niemand.

Dann kamen die Innenminister Manfred Kanther, Otto Schily und Wolfgang Schäuble. Jeder von ihnen bemüht sich offenbar, seine Vorgänger zu darin überbieten, dem Bürger zu mißtrauen, ihn als Störfaktor zu sehen und seine Rechte und Freiheiten einzuschränken.

Zur Zeit bekommt das Innenministerium Unterstützung aus dem Familienministerium. Gemeinsam denkt man laut über die Einführung der Zensur nach. Daß die angestrebten Lösungen das eigentliche Problem nicht lösen sondern bestenfalls an den Symptomen herumdoktern und das auch noch sehr schlecht und unwirksam, ist dort noch nicht in den Köpfen der Entscheider angekommen.

Heute geht es den Befürwortern der Internet-Zensur angeblich um den Schutz von sexuell ausgebeuteten und mißbrauchten Kindern. Doch machen wir uns nichts vor: Ist die Internet-Zensur erst einmal etabliert, dann werden Lobbyisten Politikern schnell ein paar neue Dinge einreden, die man unbedingt einschränken muß. Vertreter der Musik- und Filmindustrie werden nicht müde zu wiederholen, daß das böse Internet schuld am Untergang der eigenen Geschäftsmodelle sei. Also muß man den Zugang zu Musik und Filmen per Internet verbieten.

Wie lange wird es dann noch dauern, bis Politiker dann die Notwendigkeit sehen, auch zu Zugang zu Informationen ausländischer Medien und kritischer Journalisten zu sperren? Natürlich nur zum Schutz des Volkes oder zur Abwehr des internationalen Tourismus oder so. Irgendeine Begründung wird sich immer finden lassen.

Und wer denkt, daß ich grad ganz maßlos übertreibe und daß Politiker doch immer unser Bestes wollen, der kann sich mal die aktuelle Anordnung des Verfassungsgerichtes ansehen, in der das bayerische Versammlungsrecht als grundgesetzwidrig erkannt wird. Auch der Kommentar in der Süddeutschen Zeitung ist lesenswert.

Wenn Horst Seehofer Vertrauen vom Bürger wünscht, dann sollte seine Regierung dieses Vertrauen auch dem Bürger entgegenbringen. Und man hätte das Versammlungsgesetz als erste Maßnahme aufheben können. Hat seine Regierung aber nicht getan. Und am Widerstand der FDP ist das garantiert nicht gescheitert.

Vertrauen, liebe Politiker, ist keine Einbahnstraße und nichts, was man einfach mal so einfordern kann. Ich traue der Politik so sehr, wie die Politik den Bürgern traut. Oder anders herum: Wer mein Vertrauen (und damit meine Stimme bei der nächsten Wahl) gewinnen möchte, der sollte sich nun etwas einfallen lassen.

Der da hat den Groove

Vor einiger Zeit hatte ich mal über ein schönes Musikstück geschrieben, das die Folge aus neun Tönen enthält, die wir alle aus „Die da!“ von den Fantastischen Vier kennen.

Inzwischen weiß, das das Stück im Original von J. J. Cale stammt und einst von Asha Puthli gecovert wurde und dann zu Michi Beck von den Fanta4 kam.

Wie auch immer, das Stück ist klasse, bei mir läuft schon wieder „Right Down Here“ von Asha Puthli in der Endlosschleife.

Und irgendwann wird hoffentlich auch mal das Original seinen Weg zu mir finden.

Und, ja, ich sollte mir mal eine Wunschliste bei Amazon zulegen. Mache ich auch, versprochen. Irgendwann in näherer Zukunft.

Telefonieren, bis der Arzt kommt…

Telefonat mit einer Freundin. Sie kann jetzt nicht reden, der Arzt kommt gleich vorbei. Es ist Dienstagabend und ich beginne mir Sorgen zu machen, ob sie ein Fall für den medizinischen Notdienst sei.

Mit einem Lachen unterbricht sie mich: „‚Dr. House‘ beginnt doch gleich.“

Ach sooooo

Raid-RAID

Wir alle kennen RAIDs, also Systeme aus mehreren Festplatten, um mehr Sicherheit oder mehr Leistung zu erlangen.

Blogger-Kollege Kris erklärte unlängst, was ein RAIT sei: Ein Redundant Array of Independent Toasters.

Bei einem Supermarktbesuch entdeckte ich neulich ein Raid-RAID, aber seht selbst:

Nik kocht: Leckeres aus Konserven

Wie man aus frischen Zutaten leckere Gerichte bereitet, zeigen uns die bekannten Fernsehköche immer wieder gerne. Der Nachteil von frischen Zutaten ist, daß sie nicht lange frisch bleiben. Und auch aus anderen Gründen ist es sinnvoll, immer ein paar Vorräte in Form von lange haltbaren Konserven im Haus zu haben.

Wenn dann spontan der kleine Hunger vorbeikommt, dann begrenzen nur die Vorräte die eigene Kreativität beim Kochen. Bei mir finden sich Zutaten wie Corned-Beef, Tomatenmark, H-Sahne, Spaghetti, Brühe in Pulverform und ein paar getrocknete Gewürze eigentlich immer im Vorratsschrank. Kochen wir also Spaghetti mit einer Corned-Beef-Tomaten-Sauce.

Während die Nudeln kochen, schneidet man das Corned-Beef schon mal in kleine Würfel. Wenn die Nudeln abgegossen sind und Abtropfen, kommt etwas Öl in den noch heißen Topf und dann die Würfel Corned-Beef dazu. Beim Anbraten die kleinen Würfel mit einem Kochlöffel zerdrücken, so daß sich das Corned-Beef auflöst. Dann Tomatenmark und Sahne dazugeben und alles verrühren. Mit etwas Brühe und anderen Gewürzen abschmecken und dann die abgetropften Nudeln dazugeben und untermengen.

Kleiner Tip: Das Ganze im Topf noch einen Moment ohne weitere Wärmezufuhr stehen lassen, damit alles durchzieht, schmeckt dann besser. Guten Appetit!

Wort des Tages

Unterhaltung mit einer befreundeten Buchautorin. Wir plaudern über unsere Erfahrungen mit unseren Büchern. Natürlich haben wir auch die Bücher des jeweils anderen. So nebenbei erfahre ich, daß unser Twitterbuch bei ihr im Badezimmer als Klo-Lektüre dient.

Noch während ich darüber sinniere, wie dieses Kompliment gemeint sein könnte, kommt mir die Erkenntnis über ihre Motive bei der Beschaffung des Buches: Es kann sich dabei nur um

Literarisches Groupie-tum

handeln. Schließlich bewegt sich die Betreffende seit vielen Jahren sehr sicher auf dem Online-Parkett.

Aber ich denke, dieser Begriff beschreibt am besten, warum man Bücher haben möchte, die man nicht braucht…

Wort des Tages

Im Gespräch mit einer Freundin ging es um die Qualität von Internetanschlüssen. Ihren Ausdruck

Feld-DSL

sorgte bei mir für Erheiterung und ein neues Wort des Tages

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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