Archiv für Juni 2009

Politiker, die nicht wissen, was sie tun…

Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Politik den Schuß noch gehört hat.

In der CDU hat man das Internet nicht verstanden und kommt auf die lustige Idee, daß man es zensieren könne. Die Zugangssperren sind lächerlich einfach zu umgehen und die „Stopp“-Schilder helfen niemandem, das Ganze ist ein populistischer Unsinn, der Keinen Täter stoppen wird und kein Opfer vermeiden hilft. Operative Hektik war schon immer geeignet, geistige Windstille zu überdecken. Schlimmer ist, daß die Regelung die Artikel 5 (Zensur) und 20 (Gewaltenteilung) des Grundgesetzes angreift.

Bei der SPD hat man den Braten gerochen und wollte eine ganz andere Lösung. Leider wäre diese Lösung dann ebenso idiotisch, so daß man sich auf eine Kompromißlösung geeinigt hat, die sowohl CDU/CSU als auch SPD tragen konnte.

Dem (Wahl-)Volk ist dieser Unsinn nicht verborgen geblieben und die Petition hat um die 130.000 Stimmen bekommen. Und selten haben sich Abgeordnete des Bundestages so einer kritischen Beobachtung ausgesetzt gesehen wie in diesem Fall.

Daß das neue Gesetz juristisch nicht ganz sauber (um es einmal vorsichtig zu formulieren) sein kann, das wußten offenbar auch einige Abgeordnete, was sie nicht davon abgehalten hat, trotzdem dafür zu stimmen. Die SPD-Abgeordnete Elke Ferner begründet ihre Zustimmung zu dem Gesetz so:

Schließlich bleibt bei der Abwägung der Zustimmung zu diesem Gesetz auch der Umstand zu berücksichtigen, dass die entsprechende Sperrinfrastruktur aufgrund der abgeschlossenen Verträge zwischen BKA und Internetprovidern bereits aufgebaut wird. Diese Verträge beinhalten keinen hinreichenden Grundrechtsschutz und erfahrensrechtliche Sicherungen und sind deshalb höchst problematisch. Ich sehe es als meine Pflicht als Abgeordnete an, solche weitgehenden, intransparenten und verfassungsrechtlich schlicht unzulässige Verträgen zu Lasten Dritter durch eine gesetzliche Grundlage abzuschwächen und ihre negative Wirkung zu reduzieren.

(Hervorhebung von mir) (Quelle)

Erst nötigt man die Internetprovider zu einer ungesetzlichen Tat, anschließend will man dieses (unmoralisch bis illegale) Tun durch ein juristisch faules Gesetz ausbügeln? Wäre die Abgeordnete wirklich gegen diese Verträge (von denen sie Kenntnis hatte) gewesen, dann hätte sie gegen das Gesetz stimmen können.

So werden die Profis in Karlsruhe den Amateuren im Parlament eine Nachhilfestunde in Sachen Verfassung erteilen müssen. Leider wird diese Lektion umsonst sein und für die Politiker keine negativen Konsequenzen haben. Außer vielleicht an der Wahlurne. Wir sollten und nicht nur bis zum 27. September daran erinnern, wer man eben durch die kalte Küche die Zensur in Deutschland einführen wollte. Es ist auch Dein und mein Land!

Nachtrag: Bei der SPD scheint einem so langsam zu dämmern, was für einen kapitalen Bock man gerade geschossen hat und die ersten Bezirksparteitage fordern die Rücknahme des Gesetzes, daß man gerade beschlossen hat. (Quelle, letzter Absatz)

Kaum zu glauben: James Last ist 80

James Last ist vor ein paar Monaten 80 Jahre alt geworden. Wirklich schon 80 Jahre alt? Das ist seiner Musik nicht anzumerken. Sie klingt immer noch so frisch wie damals, als meine Eltern in den späten 60er und 70er Jahre seine Musik auf jeder Party spielten. Sein „Happy Party Sound“ ist bis heute unverwechselbar.

Im gegensatz zu manch anderen Größen seiner Zunft ist James Last erstaunlich cool drauf, wie man es heute formuliert. Vor ungefähr zehn Jahren hat er mit „Fettes Brot“ ein Stück eingespielt und ist damit auch aufgetreten, ich höre „Ruf mich an“ immer noch sehr gerne und empfehle es jedem.

Sehr lässig fand ich auch seinen Kommentar zu seinem 75. Geburtstag:

Andere gehen auf Kur, ich gehe mit dem Orchester auf Tour…

Werkzeuge für die Fernwartung

Vor ein paar Tagen erreichte mich die Frage, welches Fernwartungswerkzeug ich denn am liebsten benutze, wenn ich jemandem per Internet oder lokal im Netz Hilfestellung gebe. Ich nehme das zum Anlaß ein paar Werkzeuge vorzustellen, die ich bislang benutzt hatte. Meine Reihenfolge gibt die Einsatzhäufigkeit wieder:

An erster Stelle steht bei mir der Remote-Desktop von Windows, da ich dieses Programm recht häufig benutze. Für dieses Programm spricht, daß es sehr leistungsfähig ist und mit vielen Windows-Installationen mitgeliefert wird. Mir gefällt auch, daß ich festlegen kann, welche meiner lokalen Ressourcen (Drucker, Logische Laufwerke) auf das Ziel übertragen werden und ob ich den Ton der Zielmaschine lokal bei mir abspielen möchte. Allerdings erweist sich die Fernwartung als tückisch, wenn das Ziel hinter einem Router mit Adressenumsetzung (NAT) befindet, dann sind Tricksereien am Router manchmal unvermeidlich.

An zweiter Stelle steht bei mir RealVNC, welches ich früher häufig im LAN verwendet hatte. Seit einiger Zeit habe ich die Entwicklung jedoch nicht mehr verfolgt. Ich habe auch keine Ahnung, wie gut dieses Programm mit Routern und NAT klarkommt.

Vor kurzer Zeit habe ich erste Erfahrungen mit Teamviewer gemacht und bin begeistert. Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Programmen wird die Verbindung zwischen den Rechnern indirekt aufgebaut, so daß es keine Probleme mit Routern oder Firewalls gibt. Das ist besonders angenehm, wenn am anderen Ende ein Mensch sitzt, der sich nicht großartig für Computer interessiert, muß er auch nicht, es reicht, wenn er das Programm starten kann und in der Lage ist, dem Helfer den Zugangscode zu nennen.

Demnächst werde ich mal ProfiSupport ausprobieren und dann auch berichten, welche Erfahrungen ich damit gemacht haben werde.

Denn eines ist sicher, der nächste Hilferuf kommt bestimmt und wer hat schon Lust, für eine ‚Kleinigkeit‘ durch die Gegend zu fahren, wenn es auch online geht?

Musikalische Standortbestimmung

Wenn Du erst „That’s what fliends ale fol“ und danach „I‘ walk alone“ in einem asiatisch anmutenden Arrangement hörst, dann weißt Du wieder wo Du gerade bist: In einem chinesischem Restaurant.

Okay, das war gemein. Dafür war das Essen lecker.

Ungewöhnliche Schokolade

Schokolade gibt es in zwischen in allen möglichen und unmöglichen Geschmacksrichtungen. Vor ein paar Tagen ließ mich ein netter Mensch Schokolade gefüllt mit Seetang probieren. Ja, richtig gelesen, Seetang. Ich war zunächst skeptisch, wurde dann aber von einem sehr interessanten Geschmack überrascht. Diese Schokolade war ein Eigenimport aus Korea.

Angedroht wurde eine Verkostung von Schokolade mit Kimchi. Ich bin schon sehr gespannt, was mich wohl da erwarten wird.

Jedenfalls bedanke ich mich beim ‚Importeur‘ für die Verkostung.

Europawahl 2009

Ich war wählen.

Rafft Euch auf und geht auch wählen. Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher nicht beschweren.

Rechtsfreier Raum Internet? Ein Gedankenexperiment

In der letzten Zeit wird viel über das Internet als angeblich rechtsfreier Raum geredet. Machen wir mal ein Gedankenexperiment:

Ein Mensch aus dem A-Land wird von einem Fotografen aus dem B-Land in C-Land fotografiert. Die aufgenommenen Bilder kommen auf einen Server in D-Land und werden von Benutzern in E-Land und F-Land abgerufen.

Unterstellen wir einmal, daß die Gesetze in den Staaten A bis F unterschiedlich sein können. Nach wessen Maßstäben wollen wir diesen Tatbestand (oder eher den Sachverhalt) bewerten? Von unterschiedlichen Vorstellungen, was man macht und was nicht, wollen wir in diesem Zusammenhang besser nicht reden, zu unterschiedlich sind die Auffassungen von Moral.

Sollte das, was geschehen ist, gegen die Gesetze eines (oder mehrerer) Staaten verstoßen, dann stellt sich die nächste Frage, wo die Tat stattfand und wessen nationale Justiz zuständig ist oder ob die jeweils eigenen nationalen Handhaben bis ins das jeweilige Ausland reichen.

Noch schwieriger wird es, falls (nationale) Gesetzgeber zwischen Besitz und Weitergabe bzw. Handel unterscheiden und entsprechend unterschiedlich behandeln und dann reagieren oder nicht reagieren.

Nur dann, falls bereits Besitz strafbar ist, kann die jeweils nationale Justiz eingreifen und auf den Konsumenten im eigenen Land einwirken. Sollte Besitz oder Weitergabe bzw. Veröffentlichung auch in dem Land strafbar sein, wo das Material lagert, in unserem Fall war das D-Land, dann könnten die dortigen nationalen Behörden gegen den Besitzer bzw. Anbieter vorgehen.

Wir sehen, daß die ganze Materie ziemlich kompliziert ist und daß es keine einfachen Lösungen gibt, auch wenn uns das gewisse Menschen vorgaukeln wollen. Wer behauptet, er habe Patentrezepte, dann wissen wir, daß er das Problem nicht verstanden hat oder nicht ehrlich ist.

Spenden leichtgemacht

Manchmal ist es so einfach, etwas Gutes zu tun. Zum Beispiel an der Kasse von McDonald’s, wenn man dort ein paar von seinen Kupfermünzen (oder gar einen Geldschein) aus dem Portemonnaie in die dort aufgestellten Sammelbehälter einwirft.

Wer bei LIDL sein Leergut in die dortigen Pfandautomaten einwirft, hat nun auch die Möglichkeiten, den Betrag an die Tafeln zu spenden.

Gute Idee. Und, ja, ich habe das schon ausprobiert. Aber versucht es doch einfach mal selbst 😉

The Year the Media died

„Tempora mutantur et in illis mutabamur“, als deutsch „Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen“. Oder anders: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“. Eigentlich war das schon immer so, jedoch selten war der Umbruch der modernen Medien-Gesellschaft so schnell und deutlich zu beobachten wie diese Tage: Alte Tageszeitungen, Institutionen auf dem Medienmarkt, verschwinden, weil immer mehr Menschen ihre Nachrichten lieber rund um die Uhr online im Netz lesen als morgens auf gedrucktem Papier. Verständlich, wenn man bedenkt, daß ehemals seriöse Qualitätsmedien leider immer seltener die Ansprüche an Unfehlbarkeit und Ausgewogenheit erfüllen (wollen).

Bei den üblichen Verdächtigen habe ich dann einen Link zu einem schönen Video gefunden, das den Tod vieler klassischer Medien und ihrer Mechanismen beschreibt, doch seht selbst.

Noch mehr Plastic-Money

Vor einigen Tagen bekan ich lustiges interessantes Geld in die Hände, wie diese Plastik-Geldscheine aus Singapur. Inzwischen weiß ich auch, wie die anderen Banknoten aus Singapur aussehen und wie sie im Schwarzlicht leuchten.

Auf der Webseite von Polymernotes befindet sich eine große Sammlung von solchen und ähnlichen Banknoten aus aller Herren Länder, wirklich sehr interessant.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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