Archiv für November 2009

Nicht ganz mein (Fahr-)Stil, aber …

Twitter-Kollege @nerotunes verwies auf ein großartiges Video. Ich könnte jetzt einen Link auf seine Twitter-Nachricht setzen, die wiederum den Link zum Video enthält, aber wir sind ja keine C-Programmierer, die sich darüber definieren, wieviel Referenzebenen sie mental bewältigen.

Ich gebe zu, daß ich es gerne einfach mag, deshalb freut Euch doch bitte direkt an dem Video.

Und, ja, ich wünschte, ich könnte auch so Autofahren. Aber bei meiner buttergelben Spardose ist nicht mal im Traum an solche Fahrmanöver zu denken. Und das ist auch gut so.

Zeichen und ihre Bedeutung — A.C.A.B.

Es geht mal wieder turbulent in Deutschland zu. In ganz Deutschland? Nein, in Nürnberg hat die Polizei einen Jungen (15 Jahre alt) festgenommen. Grund für die Festnahme war der Aufdruck „A.C.A.B.“ auf dessen Sweatshirt. Dann mußte der Junge mit auf die Wache, dort wurde ihm das Sweatshirt „als Beweismittel“ abgenommen und er durfte dann ohne nach hause, so lesen wir in der Online-Ausgabe der Nürnberger Nachrichten.

Was erregte den Unmut der Polizisten? „A.C.A.B.“ wird von einigen Menschen als Abkürzung für „All Cops Are Bastards“ verstanden und das hören einige Polizisten nicht ganz so gerne. Besonders nicht auf Demonstrationen. Da wird dann schon mal die Absicht der (Beamten-)Beleidigung unterstellt und dann setzt der polizeiliche Festnahmereflex schon mal recht früh ein. Es kann ja nicht sein, daß jemand ungestraft einen deutschen Polizisten beleidige …

Und genau hier wird’s spannend. Muß „A.C.A.B.“ zwingend für „All Cops Are Bastards“ stehen? Auch „Always Carry A Bible“ oder „Apple Computers Are Bullshit“ sind denkbare Erklärungen. Hat die Polizei nun einen 15-jährigen festgenommen, der alle Polizisten beleidigen wollte, einen überzeugten Christen mit Taschenbibel am Mann oder jemanden, der lieber PCs als Apples mag? Wir wissen es nicht, auch wenn wir vielleicht eine recht eindeutige Vermutung haben.

Polizeisprecher Peter Schnellinger erklärt, es gäbe eine Absprache zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft, in solchen Fällen Absicht zu unterstellen und hart durchzugreifen. Erklärtes Ziel sei es, „Rechtssicherheit zu erlangen“. Hm …

Zum Beleidigen gehören doch immer zwei: Einer, der es versucht, und einer, der sich beleidigen läßt. Selbst wenn man unterstellt, daß „All Cops Are Bastards“ gemeint sei, ist diese Aussage wegen ihrer Pauschalaussage schlicht falsch, es sei denn, die Anklage könnte beweisen, daß wirklich alle Polizisten „Bastarde“ seien. Über T-Shirts mit dem Aufdruck „Alles Schlampen außer Mutti“ muß man nicht erfreut sein, kann man milde lächeln, sollte aber nicht die Justiz bemühen.

Aussagen wie „Soldaten sind Mörder“, „Männer sind Vergewaltiger“ und „Autofahrer sind Totschläger“ sind kurz genug, um sich auf Kleidungsstücke drucken zu lassen, aber zu kurz, um der Wirklichkeit auch nur annähernd gerecht zu werden. Also werten wir solche Aufdrucke auf T-Shirts als das, was sie sind: Aufdrucke auf T-Shirts.

Wenn sich Nürnberger Polizisten schon über so T-Shirt aufregen können, was machen sie dann erst mit Fahrzeugen aus Aachen? In Aachen gibt es Fahrzeuge, deren amtliches Kennzeichen AC-AB <Zahl> ‚ziert‘. Wird der Fahrer dann auch festgenommen und sein Fahrzeug als Beweismittel sichergestellt? Wird der Mitarbeiter der Kfz-Zulassungsstelle angeklagt, weil er die Buchstabenkombination vergeben hatte?

Aber vielleicht fallen Polizei und Staatsanwaltschaft ja noch Wege ein, elegant aus der Sache herauszukommen. Spätestens vor Gericht wird das Ganze sehr interessant.

Energiespartips alter Ingenieure

Energiesparen, eigentlich gemeint ist der effiziente Umgang mit Energie ist in Mode. Wir gehen hin, ersetzen unsere Glühbirnen (viel Stromverbrauch) und durch Leuchtstoffleuchtmittel (quecksilberhaltigen Müll) und fühlen uns gut dabei.

Der alte gestandene Ingenieur hält wenig von derlei populistischer Symbolpolitik, als Ingenieur hat er gelernt, ein paar Parameter mehr in die Betrachtung mit aufzunehmen. Wir kamen in der Sache nicht auf einen Nenner. Muß ja auch nicht immer. Aber er gab mir einen anderen Rat mit auf den Weg:

„Wenn Du weniger elektrische Energie verbrauchen willst, dann geht das ganz einfach. Jung, Du mußt gar keinen neuen (Tief-)Kühlschrank kaufen. Wenn der alte wenig effizient ist, dann lohnt das natürlich schon. Es geht aber noch viel einfacher: Wirf mal einen Blick in den Tiefkühlschrank. Wenn Du den nicht sinnvoll und regelmäßig nutzt, dann verbrauche den Inhalt und schalte ihn aus. Und wenn Du schon mal nachsiehst, dann kontrollier doch mal, wie vereist das Gerät ist. Kühlschränke sind ja heute so, daß sie sich selbst abtauen, aber bei Tiefkühschränken ist das noch sehr selten. Und wenn das Verdampferteil völlig zugeeist ist, dann sinkt die Effizienz erheblich. Denk dran, der Tiefkühlschrank ist 24 Stunden am Tag für Dich da, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr. Da lohnt es schon darauf zu achten, wie vereist er ist. Jeder Staubsauger hat eine Anzeige, wann der Beutel ausgewechselt werden muß, aber bei Tiefkühlschränken sucht man das vergeblich.

Also, wenn Du nachher nach Hause fährst, dann sieh Dir mal Deinen Tiefkühlschrank an. Ihn abzutauen kostet kein Geld, kann aber viel sparen.“

Danke Meister!

Meine Keine Spende für Wikipedia!

Eigentlich wollte ich auch dieses Jahr etwas für Wikipedia, genauer deren deutschen Förderverein, spenden. Ich benutz(t)e Wikipedia oft und gerne, überarbeite auch mal einen Artikel, korrigiere hier und da einen Tippfehler oder eine kleine (sprachliche) Ungenauigkeit. Da ist wäre es nur angemessen, sich an diesem Werk für alle auch mit einer Spende zu beteiligen.

Vor einem Jahr, als Lutz Heilmann der Wikipedia einen juristischen Maulkorb verpassen wollte, hatte ich auch gespendet. Es wäre also Zeit für die erneute jährliche Spende.

Doch in letzter Zeit ist Wikipedia nicht nur ein Quell‘ der Freude. Zu oft ist zu lesen, daß Artikel nicht den „Relevanzkriterien“ entsprächen und daher nicht aufgenommen oder gar wieder gelöscht würden. Mein aktueller Stein des Anstoßes ist die Wau-Holland-Stiftung. Auch dieser Artikel soll(te) gelöscht werden. Nicht relevant genug. Wau Holland, einer der Gründer des „Chaos Computer Club e.V.“ (auch irrelevant?) . Der CCC berät unter anderem den Deutschen Bundestag (auch irrelevant?) und hat einen wesentlichen Beitrag geleistet, die Öffentlichkeit für Belange von Datenschutz (auch irrelevant?) zu sensibilisieren.

Gut, nicht jedes Thema mag jedem Menschen gleichermaßen relevant erscheinen. Aber nachdem die großen und wichtigen Themen ‚abgefrühstückt‘ sind, sind es auch die kleinen und vermeintlich weniger relevanten Themen, die es wert sind, in ein Nachschlagewerk aufgenommen zu werden. Ob der Benutzer einen Eintrag als relevant oder nicht ansieht, entscheidet — Nein, nicht mehr eine Redaktion von selbsternannten Herrschaftswissenverwaltern — der Benutzer selbst.

Ich möchte entscheiden dürfen, ob mit ein (kleines und unbedeutend scheinendes) Puzzle-Stück einer vermeintlich irrelevanten Sache weiterhilft oder nicht. Dazu brauche ich keinen ‚Großen Bruder‘, der entscheidet, welche Informationen für mich relevant, wichtig, richtig und gut sind und welche nicht. Wir sind hier nicht bei Fahrenheit 451 und leben auch nicht 1984.

Viele FAQ oder Support-Seiten stellen dem Leser die Frage „War diese Information hilfreich oder zutreffend?“ um zu erfahren, was der Benutzer davon denkt und wie zufrieden er mit diesem Hinweis war. Vielleicht ist das ein Weg, um vermeintliche Irrelevanz von den Beutzern feststellen zu lassen?

Und solange kleine und unbedeutende Flüßchen von 20 Kilometern Länge wie die Maurine relevant genug sind, um in der Wikipedia Bestand zu haben, sollte man sich mit dem Löschen zurückhalten und sich vielleicht ein anderes Hobby suchen.

Ich habe beschlossen, der Wikipedia bzw. dem Verein Wikimedia dieses Jahr kein Geld zu spenden. Wenn Vernunft über Löschwahn siegt, werde ich wieder spenden, versprochen!

2009: Ein Jahr bedeutsamer Daten

Das Jahr 2009 ist in mehrfacher Hinsicht ein bedeutendes Jahr.

Der 09.09.09 war als Hochzeitstag besonders interessant und noch viel ‚ordentlicher‘ als der 09.09.99.

Dann gab es noch eine besondere Kombination aus Datum und Uhrzeit: 12:34:56 am 07.08.09

Und daß wir 20 Jahre Mauerfall und Schillers 250. Geburtstag feiern, wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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