Archiv für Dezember 2009

Eben probiert: Oral-B Triumph 5000 von Braun

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich mal eine elektrische Zahnbürste ausprobieren wollte. Als neugieriger Mensch sagte ich zu und hielt ein paar Wochen später ein Paket mit einer Oral-B Triumph 5000 von Braun in Händen.

Das mitgelieferte Zubehör ist reichlich, mit der Zahnbürste kommen vier Bürstenaufsätze, zwei normale, einer für empfindliche Zähne und einer für besondere Zahnreinigung. Obwohl ich die mitgelieferten Batterien noch nicht eingelegt hatte, blinkte mich schon ein Smiley vom extra Bedienteil, „SmartGuide“ genannt, an. Die Erklärung war einfach, das Gerät kommt mit bereits eingelegten Batterien und einem Satz Reserve. Mancher Druckerhersteller, der seine Drucker ohne Anschlußkabel verkauft, kann davon noch viel lernen. Nachgedacht wurde auch beim SmartGuide, das Teil kommt mit einer Halterung; ein Klebestreifen zum Befestigen der Halterung im Badezimmer ist auch dabei. Überzeugende Details schon beim Auspacken.

Die Ladestation ist klein und unauffällig und läßt sich an der Aufbewahrungsbox für die Bürstenköpfe befestigen. Nach ein paar Stunden Aufladen dann die Premiere: Das erste mal elektrisches Zähneputzen.

Ich war angenehm überrascht, die Zahnbürste sieht mit ihren Farben Weiß, Silber und Hellblau schick aus, liegt gut in der Hand und verrutscht dank gummierter Rückseite auch nicht, wenn sie naß ist. Verglichen mit einer Handzahnbürste ist der Bürstenkopf klein und faßt weniger Zahnpasta, dafür kommt er besser an schwierige Stellen und reinigt durch seine schnelle Bürstenrotation besser, als es eine Handzahnbürste könnte.

Zahnärzte empfehlen zwei Minuten Zähneputzen, für jeden Kiefer-Quadranten 30 Sekunden, dabei soll man nach dem Merkwort „KAI“ (Kaufläche, Außenseite, Innenseite) vorgehen. Das SmartGuide hat eine Anzeige, die ich auch ohne Brille gut ablesen kann, und ist eine praktische Hilfe, die Zeit beim Zähneputzen richtig einzuteilen. Wer sich seine Zähne mit geschlossenen Augen putzt oder mit seinen Gedanken woanders ist, den erinnert sie Zahnbürste alle 30 Sekunden durch ein kurzes Aussetzen daran, den nächsten Quadranten zu putzen. Nach absolvierten zwei Minuten gibt es zur Belohnung den Aussetzer etwas deutlicher und vom SmartGuide lächelt einem Smiley.

Wer beim Zähneputzen aus Versehen zuviel Druck auf Zähne oder Zahnfleisch ausübt, wird von einem roten Blinken des SmartGuides erinnert, es nicht zu übertreiben. Auch das finde ich sinnvoll, um den Neuling vor möglichen Anfängerfehlern zu bewahren.

Inzwischen sind drei Wochen vergangen. Noch immer putze ich mir die Zähne elektrisch und bin noch immer begeistert. Die lange Akkulaufzeit sorgt dafür, daß die Ladestation nur alle gefühlten zwei Wochen zum Aufladen in die Küche muß, nicht jedes Badezimmer bietet Steckdosen für die elektrischen Helferleilein des modernen Menschen. Auf Reisen schleppt man genug Zeugs mit sich herum, da ist der Verzicht auf das Ladegerät sehr angenehm.

Meine Befürchtung, ich müßte das Zähneputzen neu erlernen, erwies sich als absolut unbegründet, die Bedienung ist kinderleicht. War Zähneputzen früher eher eine lästige Notwendigkeit, so macht mir Zähneputzen neuerdings Spaß.

Verdammt clever: Google bietet eigenen DNS-Server an

Eines muß man den Leuten von Google lassen: Was sie machen, machen sie verdammt clever. Neuerdings bietet Google auch eigene DNS-Server unter der Adresse 8.8.8.8 und 8.8.4.4 an.

Was ist daran so clever: Die Experten ahnen es, den Laien erkläre ich an dieser Stelle kurz, worum es geht.

Computer im Internet sprechen einander mit sog. IP-Adressen an. Diese Adressen bestehen aus vier Gruppen. Da sich zum Beispiel 192.168.23.42 für Menschen nur schwierig merken läßt, wurde so etwas wie ein Telefonbuch für das Internet erfunden. Der Mensch möchte zu einer bestimmten Webseite surfen, der Computer fragt den DNS-Server, unter welcher Adresse sich diese Seite befindet, bekommt als Antwort eine IP-Adresse und arbeitet dann mit der weiter. Will ich Tante Trude in Buxtehude anrufen, dann muß ich ihre Telefonnummer nicht auswendig wissen, ich sehe ich im Telefonbuch nach.

IP-Adressen und das Nachschlagesystem dafür, das DNS, gerieten in jüngster Zeit in die Diskussion, da einige Politiker, die das Internet nicht verstanden haben, sich für Sperren im DNS aussprachen, um den Zugang zu bestimmten Webseiten zu umgehen. Übertragen auf das Beispiel Telefonbuch: Man hätte Tante Trude nicht den Telefonanschluß abgeschaltet, man hätte lediglich dafür gesorgt, daß die Nummer ihres Telefonanschlusses nicht mehr im Telefonbuch steht und auch nicht bei der Auskunft erfragt werden kann. Klingt idiotisch, aber genau das wollten manche Politiker.

Aber es geht noch weiter: Kaum wurden derlei Ansinnen bekannt, empörten sich viele Leute über die DNS-Sperren. Zum einen, weil sie wirkungslos sind, denn die Sperrlisten können auch als Art Empfehlung der anderen Art verstanden werden. Zum anderen, weil die Sperrlisten auch Dinge sperrten, für deren Sperrung kein gesetzlicher Grund bestand.

Flugs entwickelte sich eine Art von Untergrund-Infrastruktur: Immer mehr Menschen bauten eigene DNS-Server aus. Übertragen auf unser Telefon-Beispiel: Wenn Tante Trudes Telefonnummer nicht mehr bei der Auskunft erfragt werden kann, dann frage ich eben eine andere Auskunft und schon kann ich Tante Trude wieder anrufen.

Und was hat das alles mit Google zu tun? Nun bietet auch Google eigene DNS-Server an. Wie erinnern uns, jedesmal, wenn ich eine Seite ansurfen möchte, braucht mein Computer den DNS-Server. Nutze ich nun den Google-DNS, um eingeschränkte DNS-Server zu umgehen, dann erfährt Google jedesmal, welches Ziel mein Computer hat. Und welche Ziele andere Computer haben. Jedesmal. Google kann dann diese Daten sammeln und auswerten und erfährt so, was Menschen im Internet wirklich interessiert.

Ich wette, bei Google dankt man im Stillen den Politikern, die das Internet nicht verstanden haben und meinen, es per Fummeleien am DNS-Servern kontrollieren zu wollen.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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