Archiv für 2009

Eben probiert: Oral-B Triumph 5000 von Braun

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich mal eine elektrische Zahnbürste ausprobieren wollte. Als neugieriger Mensch sagte ich zu und hielt ein paar Wochen später ein Paket mit einer Oral-B Triumph 5000 von Braun in Händen.

Das mitgelieferte Zubehör ist reichlich, mit der Zahnbürste kommen vier Bürstenaufsätze, zwei normale, einer für empfindliche Zähne und einer für besondere Zahnreinigung. Obwohl ich die mitgelieferten Batterien noch nicht eingelegt hatte, blinkte mich schon ein Smiley vom extra Bedienteil, „SmartGuide“ genannt, an. Die Erklärung war einfach, das Gerät kommt mit bereits eingelegten Batterien und einem Satz Reserve. Mancher Druckerhersteller, der seine Drucker ohne Anschlußkabel verkauft, kann davon noch viel lernen. Nachgedacht wurde auch beim SmartGuide, das Teil kommt mit einer Halterung; ein Klebestreifen zum Befestigen der Halterung im Badezimmer ist auch dabei. Überzeugende Details schon beim Auspacken.

Die Ladestation ist klein und unauffällig und läßt sich an der Aufbewahrungsbox für die Bürstenköpfe befestigen. Nach ein paar Stunden Aufladen dann die Premiere: Das erste mal elektrisches Zähneputzen.

Ich war angenehm überrascht, die Zahnbürste sieht mit ihren Farben Weiß, Silber und Hellblau schick aus, liegt gut in der Hand und verrutscht dank gummierter Rückseite auch nicht, wenn sie naß ist. Verglichen mit einer Handzahnbürste ist der Bürstenkopf klein und faßt weniger Zahnpasta, dafür kommt er besser an schwierige Stellen und reinigt durch seine schnelle Bürstenrotation besser, als es eine Handzahnbürste könnte.

Zahnärzte empfehlen zwei Minuten Zähneputzen, für jeden Kiefer-Quadranten 30 Sekunden, dabei soll man nach dem Merkwort „KAI“ (Kaufläche, Außenseite, Innenseite) vorgehen. Das SmartGuide hat eine Anzeige, die ich auch ohne Brille gut ablesen kann, und ist eine praktische Hilfe, die Zeit beim Zähneputzen richtig einzuteilen. Wer sich seine Zähne mit geschlossenen Augen putzt oder mit seinen Gedanken woanders ist, den erinnert sie Zahnbürste alle 30 Sekunden durch ein kurzes Aussetzen daran, den nächsten Quadranten zu putzen. Nach absolvierten zwei Minuten gibt es zur Belohnung den Aussetzer etwas deutlicher und vom SmartGuide lächelt einem Smiley.

Wer beim Zähneputzen aus Versehen zuviel Druck auf Zähne oder Zahnfleisch ausübt, wird von einem roten Blinken des SmartGuides erinnert, es nicht zu übertreiben. Auch das finde ich sinnvoll, um den Neuling vor möglichen Anfängerfehlern zu bewahren.

Inzwischen sind drei Wochen vergangen. Noch immer putze ich mir die Zähne elektrisch und bin noch immer begeistert. Die lange Akkulaufzeit sorgt dafür, daß die Ladestation nur alle gefühlten zwei Wochen zum Aufladen in die Küche muß, nicht jedes Badezimmer bietet Steckdosen für die elektrischen Helferleilein des modernen Menschen. Auf Reisen schleppt man genug Zeugs mit sich herum, da ist der Verzicht auf das Ladegerät sehr angenehm.

Meine Befürchtung, ich müßte das Zähneputzen neu erlernen, erwies sich als absolut unbegründet, die Bedienung ist kinderleicht. War Zähneputzen früher eher eine lästige Notwendigkeit, so macht mir Zähneputzen neuerdings Spaß.

Verdammt clever: Google bietet eigenen DNS-Server an

Eines muß man den Leuten von Google lassen: Was sie machen, machen sie verdammt clever. Neuerdings bietet Google auch eigene DNS-Server unter der Adresse 8.8.8.8 und 8.8.4.4 an.

Was ist daran so clever: Die Experten ahnen es, den Laien erkläre ich an dieser Stelle kurz, worum es geht.

Computer im Internet sprechen einander mit sog. IP-Adressen an. Diese Adressen bestehen aus vier Gruppen. Da sich zum Beispiel 192.168.23.42 für Menschen nur schwierig merken läßt, wurde so etwas wie ein Telefonbuch für das Internet erfunden. Der Mensch möchte zu einer bestimmten Webseite surfen, der Computer fragt den DNS-Server, unter welcher Adresse sich diese Seite befindet, bekommt als Antwort eine IP-Adresse und arbeitet dann mit der weiter. Will ich Tante Trude in Buxtehude anrufen, dann muß ich ihre Telefonnummer nicht auswendig wissen, ich sehe ich im Telefonbuch nach.

IP-Adressen und das Nachschlagesystem dafür, das DNS, gerieten in jüngster Zeit in die Diskussion, da einige Politiker, die das Internet nicht verstanden haben, sich für Sperren im DNS aussprachen, um den Zugang zu bestimmten Webseiten zu umgehen. Übertragen auf das Beispiel Telefonbuch: Man hätte Tante Trude nicht den Telefonanschluß abgeschaltet, man hätte lediglich dafür gesorgt, daß die Nummer ihres Telefonanschlusses nicht mehr im Telefonbuch steht und auch nicht bei der Auskunft erfragt werden kann. Klingt idiotisch, aber genau das wollten manche Politiker.

Aber es geht noch weiter: Kaum wurden derlei Ansinnen bekannt, empörten sich viele Leute über die DNS-Sperren. Zum einen, weil sie wirkungslos sind, denn die Sperrlisten können auch als Art Empfehlung der anderen Art verstanden werden. Zum anderen, weil die Sperrlisten auch Dinge sperrten, für deren Sperrung kein gesetzlicher Grund bestand.

Flugs entwickelte sich eine Art von Untergrund-Infrastruktur: Immer mehr Menschen bauten eigene DNS-Server aus. Übertragen auf unser Telefon-Beispiel: Wenn Tante Trudes Telefonnummer nicht mehr bei der Auskunft erfragt werden kann, dann frage ich eben eine andere Auskunft und schon kann ich Tante Trude wieder anrufen.

Und was hat das alles mit Google zu tun? Nun bietet auch Google eigene DNS-Server an. Wie erinnern uns, jedesmal, wenn ich eine Seite ansurfen möchte, braucht mein Computer den DNS-Server. Nutze ich nun den Google-DNS, um eingeschränkte DNS-Server zu umgehen, dann erfährt Google jedesmal, welches Ziel mein Computer hat. Und welche Ziele andere Computer haben. Jedesmal. Google kann dann diese Daten sammeln und auswerten und erfährt so, was Menschen im Internet wirklich interessiert.

Ich wette, bei Google dankt man im Stillen den Politikern, die das Internet nicht verstanden haben und meinen, es per Fummeleien am DNS-Servern kontrollieren zu wollen.

Nicht ganz mein (Fahr-)Stil, aber …

Twitter-Kollege @nerotunes verwies auf ein großartiges Video. Ich könnte jetzt einen Link auf seine Twitter-Nachricht setzen, die wiederum den Link zum Video enthält, aber wir sind ja keine C-Programmierer, die sich darüber definieren, wieviel Referenzebenen sie mental bewältigen.

Ich gebe zu, daß ich es gerne einfach mag, deshalb freut Euch doch bitte direkt an dem Video.

Und, ja, ich wünschte, ich könnte auch so Autofahren. Aber bei meiner buttergelben Spardose ist nicht mal im Traum an solche Fahrmanöver zu denken. Und das ist auch gut so.

Zeichen und ihre Bedeutung — A.C.A.B.

Es geht mal wieder turbulent in Deutschland zu. In ganz Deutschland? Nein, in Nürnberg hat die Polizei einen Jungen (15 Jahre alt) festgenommen. Grund für die Festnahme war der Aufdruck „A.C.A.B.“ auf dessen Sweatshirt. Dann mußte der Junge mit auf die Wache, dort wurde ihm das Sweatshirt „als Beweismittel“ abgenommen und er durfte dann ohne nach hause, so lesen wir in der Online-Ausgabe der Nürnberger Nachrichten.

Was erregte den Unmut der Polizisten? „A.C.A.B.“ wird von einigen Menschen als Abkürzung für „All Cops Are Bastards“ verstanden und das hören einige Polizisten nicht ganz so gerne. Besonders nicht auf Demonstrationen. Da wird dann schon mal die Absicht der (Beamten-)Beleidigung unterstellt und dann setzt der polizeiliche Festnahmereflex schon mal recht früh ein. Es kann ja nicht sein, daß jemand ungestraft einen deutschen Polizisten beleidige …

Und genau hier wird’s spannend. Muß „A.C.A.B.“ zwingend für „All Cops Are Bastards“ stehen? Auch „Always Carry A Bible“ oder „Apple Computers Are Bullshit“ sind denkbare Erklärungen. Hat die Polizei nun einen 15-jährigen festgenommen, der alle Polizisten beleidigen wollte, einen überzeugten Christen mit Taschenbibel am Mann oder jemanden, der lieber PCs als Apples mag? Wir wissen es nicht, auch wenn wir vielleicht eine recht eindeutige Vermutung haben.

Polizeisprecher Peter Schnellinger erklärt, es gäbe eine Absprache zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft, in solchen Fällen Absicht zu unterstellen und hart durchzugreifen. Erklärtes Ziel sei es, „Rechtssicherheit zu erlangen“. Hm …

Zum Beleidigen gehören doch immer zwei: Einer, der es versucht, und einer, der sich beleidigen läßt. Selbst wenn man unterstellt, daß „All Cops Are Bastards“ gemeint sei, ist diese Aussage wegen ihrer Pauschalaussage schlicht falsch, es sei denn, die Anklage könnte beweisen, daß wirklich alle Polizisten „Bastarde“ seien. Über T-Shirts mit dem Aufdruck „Alles Schlampen außer Mutti“ muß man nicht erfreut sein, kann man milde lächeln, sollte aber nicht die Justiz bemühen.

Aussagen wie „Soldaten sind Mörder“, „Männer sind Vergewaltiger“ und „Autofahrer sind Totschläger“ sind kurz genug, um sich auf Kleidungsstücke drucken zu lassen, aber zu kurz, um der Wirklichkeit auch nur annähernd gerecht zu werden. Also werten wir solche Aufdrucke auf T-Shirts als das, was sie sind: Aufdrucke auf T-Shirts.

Wenn sich Nürnberger Polizisten schon über so T-Shirt aufregen können, was machen sie dann erst mit Fahrzeugen aus Aachen? In Aachen gibt es Fahrzeuge, deren amtliches Kennzeichen AC-AB <Zahl> ‚ziert‘. Wird der Fahrer dann auch festgenommen und sein Fahrzeug als Beweismittel sichergestellt? Wird der Mitarbeiter der Kfz-Zulassungsstelle angeklagt, weil er die Buchstabenkombination vergeben hatte?

Aber vielleicht fallen Polizei und Staatsanwaltschaft ja noch Wege ein, elegant aus der Sache herauszukommen. Spätestens vor Gericht wird das Ganze sehr interessant.

Energiespartips alter Ingenieure

Energiesparen, eigentlich gemeint ist der effiziente Umgang mit Energie ist in Mode. Wir gehen hin, ersetzen unsere Glühbirnen (viel Stromverbrauch) und durch Leuchtstoffleuchtmittel (quecksilberhaltigen Müll) und fühlen uns gut dabei.

Der alte gestandene Ingenieur hält wenig von derlei populistischer Symbolpolitik, als Ingenieur hat er gelernt, ein paar Parameter mehr in die Betrachtung mit aufzunehmen. Wir kamen in der Sache nicht auf einen Nenner. Muß ja auch nicht immer. Aber er gab mir einen anderen Rat mit auf den Weg:

„Wenn Du weniger elektrische Energie verbrauchen willst, dann geht das ganz einfach. Jung, Du mußt gar keinen neuen (Tief-)Kühlschrank kaufen. Wenn der alte wenig effizient ist, dann lohnt das natürlich schon. Es geht aber noch viel einfacher: Wirf mal einen Blick in den Tiefkühlschrank. Wenn Du den nicht sinnvoll und regelmäßig nutzt, dann verbrauche den Inhalt und schalte ihn aus. Und wenn Du schon mal nachsiehst, dann kontrollier doch mal, wie vereist das Gerät ist. Kühlschränke sind ja heute so, daß sie sich selbst abtauen, aber bei Tiefkühschränken ist das noch sehr selten. Und wenn das Verdampferteil völlig zugeeist ist, dann sinkt die Effizienz erheblich. Denk dran, der Tiefkühlschrank ist 24 Stunden am Tag für Dich da, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr. Da lohnt es schon darauf zu achten, wie vereist er ist. Jeder Staubsauger hat eine Anzeige, wann der Beutel ausgewechselt werden muß, aber bei Tiefkühlschränken sucht man das vergeblich.

Also, wenn Du nachher nach Hause fährst, dann sieh Dir mal Deinen Tiefkühlschrank an. Ihn abzutauen kostet kein Geld, kann aber viel sparen.“

Danke Meister!

Meine Keine Spende für Wikipedia!

Eigentlich wollte ich auch dieses Jahr etwas für Wikipedia, genauer deren deutschen Förderverein, spenden. Ich benutz(t)e Wikipedia oft und gerne, überarbeite auch mal einen Artikel, korrigiere hier und da einen Tippfehler oder eine kleine (sprachliche) Ungenauigkeit. Da ist wäre es nur angemessen, sich an diesem Werk für alle auch mit einer Spende zu beteiligen.

Vor einem Jahr, als Lutz Heilmann der Wikipedia einen juristischen Maulkorb verpassen wollte, hatte ich auch gespendet. Es wäre also Zeit für die erneute jährliche Spende.

Doch in letzter Zeit ist Wikipedia nicht nur ein Quell‘ der Freude. Zu oft ist zu lesen, daß Artikel nicht den „Relevanzkriterien“ entsprächen und daher nicht aufgenommen oder gar wieder gelöscht würden. Mein aktueller Stein des Anstoßes ist die Wau-Holland-Stiftung. Auch dieser Artikel soll(te) gelöscht werden. Nicht relevant genug. Wau Holland, einer der Gründer des „Chaos Computer Club e.V.“ (auch irrelevant?) . Der CCC berät unter anderem den Deutschen Bundestag (auch irrelevant?) und hat einen wesentlichen Beitrag geleistet, die Öffentlichkeit für Belange von Datenschutz (auch irrelevant?) zu sensibilisieren.

Gut, nicht jedes Thema mag jedem Menschen gleichermaßen relevant erscheinen. Aber nachdem die großen und wichtigen Themen ‚abgefrühstückt‘ sind, sind es auch die kleinen und vermeintlich weniger relevanten Themen, die es wert sind, in ein Nachschlagewerk aufgenommen zu werden. Ob der Benutzer einen Eintrag als relevant oder nicht ansieht, entscheidet — Nein, nicht mehr eine Redaktion von selbsternannten Herrschaftswissenverwaltern — der Benutzer selbst.

Ich möchte entscheiden dürfen, ob mit ein (kleines und unbedeutend scheinendes) Puzzle-Stück einer vermeintlich irrelevanten Sache weiterhilft oder nicht. Dazu brauche ich keinen ‚Großen Bruder‘, der entscheidet, welche Informationen für mich relevant, wichtig, richtig und gut sind und welche nicht. Wir sind hier nicht bei Fahrenheit 451 und leben auch nicht 1984.

Viele FAQ oder Support-Seiten stellen dem Leser die Frage „War diese Information hilfreich oder zutreffend?“ um zu erfahren, was der Benutzer davon denkt und wie zufrieden er mit diesem Hinweis war. Vielleicht ist das ein Weg, um vermeintliche Irrelevanz von den Beutzern feststellen zu lassen?

Und solange kleine und unbedeutende Flüßchen von 20 Kilometern Länge wie die Maurine relevant genug sind, um in der Wikipedia Bestand zu haben, sollte man sich mit dem Löschen zurückhalten und sich vielleicht ein anderes Hobby suchen.

Ich habe beschlossen, der Wikipedia bzw. dem Verein Wikimedia dieses Jahr kein Geld zu spenden. Wenn Vernunft über Löschwahn siegt, werde ich wieder spenden, versprochen!

2009: Ein Jahr bedeutsamer Daten

Das Jahr 2009 ist in mehrfacher Hinsicht ein bedeutendes Jahr.

Der 09.09.09 war als Hochzeitstag besonders interessant und noch viel ‚ordentlicher‘ als der 09.09.99.

Dann gab es noch eine besondere Kombination aus Datum und Uhrzeit: 12:34:56 am 07.08.09

Und daß wir 20 Jahre Mauerfall und Schillers 250. Geburtstag feiern, wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen.

Mein Erlebnis im Paternoster-Aufzug

Manche Geschichten kann nur das Leben schreiben und viele von ihnen sind zu schön, um sie einfach sang- und klanglos verschwinden zu lassen, sie müssen einfach aufgeschrieben und bewahrt werden, so auch diese.

Beim Zusammensuchen des Altpapiers für die Entsorgung entdecke ich einen Teil aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, genauer die Beilage „Technik und Motor“ vom 29. September 2009. Dort war zu lesen, daß, nach langer Zeit, wieder ein neuer Paternoster in Betrieb ging. Paternoster, einige von uns erinnern sich, sind eine besondere Form der Personenaufzüge, die früher sehr beliebt waren, jedoch bauartbedingt weder für Rollstuhlfahrer noch für den Lastentransport geeignet sind und wegen dieser und anderer Gründe stillgelegt werden sollten. Inzwischen haben Paternoster jedoch viele bekennende Anhänger, so daß Ihr Ende doch nicht so schnell kommen wird, wie einst beschlossen.

Meine Geschichte ereignete sich vor vielen Jahren, in jenem Sommer arbeitete ich als Student ein paar Monate in einem alten Gebäude, in dem ein Paternoster seinen Dienst versah und Menschen von einem Stockwerk zum nächsten beförderte. An meinem zweiten Tag sollte ich eine Führung durch das Gebäude bekommen, wo ich was finden würde und auch offiziell vorgestellt werden sollte. Mein Abteilungsleiter war jedoch verhindert, so daß die Azubine, nennen wir sie Mara, den ersten Part übernahm. Mara und ich teilten uns eine Schreibtischgruppe und hatten bereits am Vortrag herausgefunden, daß wir auf einer Wellenlänge lagen und teilweise in denselben Lokalen verkehrten. Mara  spielte also die Fremdenführerin und erklärte mir die wichtigsten Gebäudeteile. Das Gebäude wurde einst aus verschiedenen Häusern zusammengebaut, um dem immer größer werdenden Platzbedarf des Unternehmens gerecht zu werden, was zur Folge hatte, daß es weder eine einheitliche Architektur noch übersichtliche Strukturen gab. Wir kamen zum Paternoster, ich war noch nie mit so einem Aufzug gefahren, erklärte mir Mara, was ich wissen mußte, um ihn gefahrlos benutzen zu können. In jedem Stockwerk stiegen wir aus, sie erklärte mir, welche Abteilung sich dort befand und auch welche Besonderheiten ich bei der Abteilung oder im Umgang mit deren Mitarbeitern beachten sollte. Ich versuchte mir alles zu merken, während wir uns Stockwerk um Stockwerk emporarbeiteten.

Irgendwann kamen wir ganz oben an. Dort gab es kleine Räume, nach heutigen Vorstellungen bessere Kabuffs, die nur noch als Aktenlager genutzt wurden und deswegen alle verschlossen waren.  Ein Raum wurde in seiner ursprünglichen Einrichtung aus den frühen Tagen des 20. Jahrhunderts belassen, er diente Besuchern und neuen Mitarbeitern als Anschauungsobjekt und war daher unverschlossen. Diese Etage wurde sonst nicht genutzt, niemand verirrte sich hierher. Die Luft hier oben unter dem Dach war an diesem heißen Sommertag sehr warm, man konnte über 100 Jahre Firmentradition förmlich riechen.

„Weißt du eigentlich, was passiert, wenn man im Paternoster nicht oben aussteigt?“ fragte Mara mich? Auch wenn ich heute das erste mal in meinem Leben Paternoster gefahren war, wußte ich, daß die Kabinen, entgegen manch erzählter Geschichte, eben nicht umgedreht werden und antwortete „Nichts passiert“.

„Dann warte mal ab und bleib hier stehen, ich zeige es Dir“ sprach Mara, stieg in eine Kabine des Paternosters, verschwand mit ihr langsam nach oben und ich hörte oben ein Rumpeln, als die Kabine ihre Richtung wechselte. Langsam wurde die Kabine auf der anderen Seite sichtbar und ich staunte nicht schlecht, als ich Mara im Handstand sah. Auf Händen gehend verließ sie die Kabine und fragte „Glaubst Du mir jetzt?“, stand auf und bemerkt erst jetzt, daß ihr Kleid bis zum Bauch gerutscht war. Ich bin sicher, mein verdutztes Gesicht war ihr Belohnung genug.

Sichere Bestimmung der Jahreszeit

Was haben Menschen früher alles angestellt, um genau zu wissen, wie spät es im Jahr ist. Sie haben den Verlauf der Gestirne beobachtet, Mondphasen gezählt und danach ihre Kalender ausgerechnet. Man wollte ja wissen, wann es Zeit für die Aussaat oder Ernte war oder wann man seine religiösen Feste begehen wollte.

Wer mir aus dem Kopf aufsagen kann, wonach sich das Datum von Ostern im Christlichen Kalender berechnet und wann der Vierte Advent auf Heiligabend fällt, versteht, wovon ich rede.

Dabei ist es so einfach, genau zu erkennen, wo wir uns in Jahr befinden, es reicht ein einfacher Einkauf im Supermarkt. Überraschungs-Eier (im Volksmund „Ü-Eier“ genannt und meistens nicht von Kindern gekauft), MonCherie und andere Produkte haben eine Sommerpause, aus ser sie irgendwann zurückkommen.

Für die grobe Einteilung reicht der Blick auf die Sonderverkaufsfläche: Wird Grillkohle durch Kaminholz ersetzt, ist der Sommer unweigerlich vorbei und der Herbst ist angebrochen. Ist schon Spekulatius in den Regalen, aber noch keine Helloween-Deko, dann…

„Der dritte Sonntag nach Trinitatis“ ist ja auch in etwa so einfach wie „Zwei Wochen nach Rückkehr der Ü-Eier“.

Sommerreifen mit Felgen für Fiat Cinquecento Sporting zu verschenken

Ich habe einen Satz Sommerreifen incl. Alufelgen für Fiat Cinquecento Sporting bei Abholung zu verschenken. Zwei der Reifen haben noch ca. 6mm Profil, bei den anderen weiß ich es nicht mehr genau.

Abholung nach Absprache in Lübeck.

Nachtrag: Da die Reifen niemand geschenkt haben wollte, worden sie mittlerweile entsorgt. Schade.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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