Archiv für März 2010

Netz-Neutral sonst wird’s zur Qual

Es ist ja mal wieder spannend in der Netz-Szene: Die Netzneutralität ist (mal wieder) in Gefahr, diesmal möchte die Telekom zum Beispiel von Google Geld dafür haben, daß deren Inhalte durch das Telekomnetz transportiert werden. Dazu fallen mir spontan zwei Gedanken ein:

Der Telekom-Kunde zahlt bereits an die Telekom für den Transport der Daten.

Der Schuß kann auch nach hinten losgehen. Stellen wir uns mal vor, was passieren könnte, wenn die Telekom und Google wirklich im Streit miteinander liegen könnten:

Google könnte alle Telekom-Kunden aussperren und ihnen eine Seite a la „Ihr Provider möchte nicht, daß Sie auf Inhalte von Google zugreifen.“ präsentieren. Auf den Kunden wird das wie „Bitte suchen Sie sich einen anderen Provider!“ wirken.

Die Telekom könnte allerdings auch versuchen, Google auszusperren. Aber auch das wird beim Kunden wie „Bitte suchen Sie sich einen anderen Provider!“ wirken.

Es gibt Spiele, bei denen man gewinnen kann. Es gibt aber auch Spiele, bei denen man nur verlieren kann. Bei der Telekom sollte man sich sehr schnell darüber klar werden, welches Spiel man spielen möchte.

Musikalische Sozialisierung — Wieso höre ich, was ich höre?

„De gustibus non est disputandum“ — „Über Geschmack ist nicht zu streiten“, so sagt es das Sprichtwort. Stimmt irgendwie. Aber manchmal kann man sich jedoch fragen, wieso der eigene Musikgeschmack ausgerechnet so ist, wie er ist.

In den letzten Tagen höre ich viel ‚Radio‘, am liebsten „Hit  70er“ oder „Uptime Smooth Jazz“ von Sky-FM, also Internetradio; im Auto höre ich meistens informative Wortprogramme wie Deutschlandfunk oder NDR-Info. Gerade bei den Hits der 70er Jahre sind mir viele Stücke bekannt — kein Wunder, ich bin mitte der 60er geboren, meine musikalische Prägung dürfte in den (frühen) 70er Jahren begonnen haben.

Gut, das erklärt, warum ich gerne die Musik der 70er höre, jedoch woher stammt meine Neigung zu Blues(-Rock), zu R&B der 60er und 70er Jahre? Das wurde kaum im Radio gespielt und meine Eltern hörten solche Musik auch nicht.

Meine Neigung zu Jazz verdanke ich einem ehemaligen Freund, den ich zu Zeiten des Abiturs hatte. Wir lernten uns über das gemeinsame Hobby Computer kennen, er war damals lange erwachsen und hatte einen deutlich anderen Musikgeschmack als ich, so lernte ich neben Computerzeugs auch andere Musik kennen.

So ganz ist mir noch nicht klar, waum mir bestimmte Musik sehr gut gefällt und andere Musik weniger gut. Ich werde also noch etwas darüber nachdenken.

Aber wie geht es Euch? Ist Euch klar, warum Ihr die Musik mögt, die Ihr mögt?

ann ich erklären, so um die Zeit meines Abitur hatte ich damals einen deutlich älteren

Eben probiert: Listerine Mundspülung

Ich probiere ja gerne mal neue Dinge aus. Nun gehörige ich zu denjenigen Menschen, die mal Listerine Mundspülung ausprobieren dürfen. Das werde ich die nächsten Tage mal ausführlich tun und (auch hier) darüber berichten.

Nach dem Zähneputzen mit ’nem Schluck Mundspülung zu gurgeln fühlt sich generell gut an, auch wenn ich bislang das Produkte von Listerine noch nie selbst ausprobiert hatte.

Aber das ändert sich die Tage.

Kino Kino: Tödliches Kommando — Hurt Locker

Viel zu lange war ich nicht im Kino. Nicht, daß es keine spannenden Filme gegeben hätte, vielmehr lag es daran, daß meine Begleiter keine Zeit oder keine Lust auf den Film hatten … irgendwas ist ja immer.

Auch an mir ist die Oscar-Verleihung nicht vorbeigegangen und wenn ein Film bester Film wird, dann noch ein Kriegsfilm, der dazu noch von einer Frau gedreht wurde, dann … Doch der Reihe nach.

Irgendwann bekam ich einen Gutschein geschenkt: Kino für 2 Personen samt Getränken und Knabbersachen. Lange hing der Gutschein an meiner Pinwand und drohte so langsam in Vergessenheit zu geraten, bis er mir neulich während eines Telefonats mit einem guten Freund wieder einfiel. Wie quatschen über dies und das und dabei eben auch über „Hurt Locker“. Schnell wurden wir uns einig, daß wir uns dem Film gemeinsam ansehen wollten. Spontan waren wir dann abends im Kino.

Der Inhalt des Films kann an den üblichen Stellen nachgelesen werden, ich muß und möchte den zahlreichen Inhaltsangaben keine weitere zufügen. Was mich an dem Film bewegt hat, finde ich interessanter. Ich fand es spannend anzusehen, wie die Situation die Personen verändert, was passiert, wenn Menschen unterschiedlichen Charakters aufeinandertreffen und einander auf (im wahrsten Sinne des Wortes) Leben und Tod ausgeliefert sind.

Und das hat der Film sehr gut gezeigt. Und auch das, was der Krieg aus den Menschen macht. Und auch, wie schwierig es ist, nach dem dauerhaften Adrenalinrausch eines Kampfeinsatzes wieder nach Hause in die langweilige Normalität zurückzukehren.

Ich bin wirklich heilfroh, daß mir Krieg erspart geblieben ist und empfehle den Film weiter. Auch deswegen, weil es ein Film mit echten (durchaus sehenswerten) Menschen ist und keine Virtualisierungsorgie aus den Trickfilmstudios.

Noch mehr Anzeichen, daß es nur ein Traum war

Neulich hatte ich schon mal darüber sinniert, woran man erkennen könne, ob man wacht oder träumt. Ausgelöst durch aktuelle sportliche Großveranstaltungen ist mir noch ein sehr sicheres Indiz dafür eingefallen, daß es sich um einen Traum handeln muß:

Die jamaikanische Olympiamannschaft gewinnt die Goldmedaille im Eishockey.

Digitale Fastenzeit — How slow can you go?

 Nach Aschermittwochen beginnt für viele Menschen die Fastenzeit. Sieben Wochen, um sich zu besinnen und einmal ganz bewußt auf Tabak, Alkohol, Süßigkeiten oder Fernsehen zu verzichten. Wer verzichtet, möchte sich ‚reinigen‘, möchte sich besinnen, sich von liebgewonnenen Gewohnheiten oder selbstgeschaffenen Abhängigkeiten befreien oder den Wert der Dinge neu erfahren.

Ich habe eine ähnliche Selbsterfahrung gemacht: Ich habe für ein paar Tage eine Art Zeitreise unternommen und war mit uralter Hardware unterwegs. Doch der Reihe nach. Irgendwann wurde mir ein alter Laptop in die Hand gedrückt. Die Eigentümerin wollte den ~12 Jahre alten DELL Inspiron 3500 entsorgt wissen. So fand er seinen Weg zu mir. Ihr war egal, was ich damit anstelle oder ob er direkt zum Elektroschritt gehen wird.

Ich begutachtete mein neues Spielzeug, alles war komplett, also Netzteil an den Laptop und probiert, ob noch hochfährt. Das installierte Win XP war ziemlich verdengelt, aber nichts, was man als MCSE nicht hinbekommt. Ich war angenehm überrascht, daß Win XP alle Treiber für die Hardware dabei hatte, sogar die Kombi-Karte mit Modem und LAN von Xircom lief auf Anhieb.

Ein Pentium-II-Prozessor mit 366 MHz und 256 MB RAM, das war vor ~12 Jahren eine flotte Maschine. Eine Faustformel besagt, daß sich die verfügbare oder besser bezahlbare Rechenleistung alle zwei Jahre verdoppelt, die Maschine ist also sechs Verdoppelungen der Rechenleistung alt. Heutige Laptops haben mehrere CPU-Kerne a 2.400 MHz, heutige Prozessoren brauchen auch weniger Taktzyklen pro Befehl, so daß aktuelle Geräte tatsächlich 32 bis 64 mal soviel Leistung haben wie die alte „DELLe“.

Ich war neugierig, wie kann man mit so einer (für heutige Verhältnisse) schlappen Maschine arbeiten? Ich machte ein paar Tage lang einen Selbstversuch. Hier nun meine Erfahrung:

Start des Rechners
Ich habe die Zeit nicht gestoppt, aber ich empfand die Zeit als noch akzeptabel, ich habe schon PCs erlebt, die schnellere CPUs, aber weniger Speicher hatten und beim Start deutlich länger brauchten.

Internet-Anbindung per LAN und WLAN
Die LAN-Schnittstelle in der PCMCIA-Karte läuft problemlos und ist absolut schnell genug. Aber LAN kann jeder, spannend wird es bei WLAN. Der Rechner hat genau eine(!) USB-Schnittstelle und die entspricht natürlich noch dem (langsamen) 1.0-Standard. Der WLAN-Stick meldet, daß er woanders mehr Leistung bringen könnte (ach …), aber es gibt keine besseren Steckplätze. USB 1.0 sollte für Internet ausreichen.
Hätte es auch, aber niemand fährt unverschlüsseltes WLAN, die WPA2-Verschlüsselung benötigt viel Rechenleistung des Laptops, so daß ich nicht über 1,5 MBit/s gekommen bin. Am LAN-Kabel waren es immer 4 MBit/s.

Surfen mit dem Internet Explorer
Aus Platzgründen habe ich nur den IE8 installiert, der erfreulich schnell ist. Allerdings bricht die Geschwindigkeit sofort und brutal ein, wenn zuviel Flash auf der Seite ist. Kommt Java ins Spiel, dann ist man fast ganz verloren, dann kann man zusehen.

Schreiben auf der Tastatur
Okay, das war wirklich eine Strafe. Nicht weil die Tastatur schlecht wäre, das ist sie nicht, sie dürfte mit zu dem Besten gehört haben, was vor ~12 Jahren zu haben war. Aber sie ist entsprechend alt. Und ich bin sehr auf meine IBM Serie-M-Tastatur eingestellt, daß ich mich (unter gelegentlichem Fluchen) umgewöhnen mußte. Nun sitze genieße ich wieder die Tastatur schlechthin.

Fazit
„Back to the roots“ macht eine Woche lang durchaus mal Spaß, danach weiß man den Renner am Schreibtisch noch mehr zu schätzen. Aber für eine bewußte Auszeit war’s eine interessante Erfahrung. Und — vor allem — es war viel besser, als eine Woche ganz ohne Internet gewesen zu sein.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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