Archiv für Juli 2012

Sinn und Unsinn von Radar-Warnern

In der Online-Ausgabe der örtlichen Tageszeitung lese ich, daß die Polizei jetzt hart gegen Benutzer von Radar-Warnern vorgehen will. Solche Lösungen gibt es auch für das moderne Mobiltelefon. Viele Geräte haben die Möglichkeit, den eigenen Standort per GPS zu ermitteln und es gibt Apps, das sind kleine Programme, die aus den aktuellen Ortungsdaten und einer Datenbank bekannter Standorte von Tempomeßstellen konkrete Warnungen für den (zu schnellen) Fahrer erzeugen können.

Dem Gesetzgeber sind solche Warngeräte ein Dorn im Auge, deswegen hat er sie verboten. Wird ein eigenständiger Radar-Warner erwischt, dann ist das Gerät futsch. Wird ein Smartphone mit einer entsprechenden App erwischt, ist das ganze Telefon weg.

Als Begründung muß man wieder die allgemeine Verkehrssicherheit herhalten. Radar-Warner, so lesen wir in einem redaktionellen Kommentar in örtlichen Tageszeitung, unterlaufen die Kontrolle und die Erziehung von Autofahrern, die zu schnell unterwegs wären.

Ich vermute, der Autor jenes Kommentars hat noch nie Radio gehört. Fast alle Sender, darunter auch viele öffentlich-rechtlichen, senden zu den Verkehrsnachrichten auch gleich noch die aktuellen Standorte der mobilen Blitzer. Und unterlaufen so eine aktive Verkehserziehung durch die Polizei.

Also wenn der (staatliche) Rundfunk das macht, dann ist das legal und soll auch legal bleiben, wenn Menschen eine Anwendung entwickeln, die aktuelle Standorte aus dem Internet holt und die vergleichbare Information („Am Ortseingang von Kleinkleckersdorf, kurz hinter der QKX-Tankstelle steht ein Blitzer, bitte überall nur so schnell fahren, wie erlaubt, so machen wir alle die Straßen sicherer…“) dem Fahrer anzeigt oder sonstwie signalisiert, ist das illegal?

Auf solche dummen Ideen kann man nur kommen, wenn man zuviel Zeit in Redaktionsstuben verbringt. Oder zu selten Radio hört.

 

Griechenland

Viel wurde in der letzten Zeit über Griechenland geredet, viel wurde über den Ausgang der kürzlich erfolgten Wahl diskutiert. Viele Griechen meldeten sich zu Wort und machten ihrem Ärger über ‚Europa‘ Luft. Wie hart sie die Spardiktate träfen und und und.

Liebes Griechenland, liebe Griechen, wenn mal in Eurem Fall von Schuld reden kann, dann von Eurer eigenen Schuld. Nicht ein böser Nachbarstaat hat Euch mit Krieg überzogen, Eure Söhne getötet, Eure Wirtschaft(sbetriebe) bombardiert, Euch Industrie und Bodenschätze gebraubt; nicht eine Naturkatastrophe hat große Teile Eures Landes zerstört und damit auch Teile Eurer Infrastruktur, die Eure Volkswirtschaft zum (über)leben brauchte.

Nein, Griechenland als Staat und Gesellschaft, und damit Ihr Griechen selbst, habt seit Jahrzehnten, manche Experten sprechen davon, daß es seit dem Zweiten Weltkrieg wäre, über Eure Verhältnisse gelebt. Ihr habt — wenn man diese verallgemeinernde Kollektivierung nutzen darf, aber warum auch nicht? — seit sehr langer Zeit eine Verwaltung gehabt, die weder effektiv noch effizient war, Ihr habt Euch den Luxus sehr hoher Militärausgaben (gemessen am Nationalprodukt) geleistet. Prozentual höher als manche Staaten, die Krieg führen bzw. in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt sind.

Wenn ich lese, daß unverheiratete Töchter von verstörbenen Militärangehörigen deren Pensionsansprüche erben, wenn ich lese, daß eine Fahrprüfung ohne Fakelaki, also den Umschlag mit Schmiergeld nicht möglich ist, dann wundert mich nichts mehr. Wenn ich lese, daß viele Spitzenverdiener es schaffen, kaum bis überhaupt keine Steuern zu zahlen, wenn ich lese, daß die Finanzverwaltung kaum funktioniert, wenn ich vieles weitere lese…

Dann wird mir klar, daß Ihr, liebe Griechen, vielleicht weniger auf Europa schimpfen sondern stattdessen Eure Hausaufgaben machen solltet. Denn Euer Schicksal bestimmt nur Ihr. Sonst niemand.

Fundstücke

Auf manchem Stadt-, Volks- oder sonstigem Fest finden sich mitunter auch Verkaufsstände, die allerlei Dinge haben, bei denen der thematische, regionale oder sonstige Bezug nicht immer auf Anhieb erkennbar ist. So erging es auch einer Freundin, die mir diese Bilder zukommen ließ:

Unschwer erkennbar: Maske für das Pferd, genauer, das Pferdeohr

Beim zweiten Fundstück waren wir uns nicht so einig, was das war und wozu man es gebrauchen könnte. Maske für den Reiter, wenn er einen Ba-Ba-Banküberfall veranstalten wollte? Ich fürchte, wir werden es nie ganz erfahren 🙂

Maske für den Reiter? Maske für einen Banküberfall? Maske für einen Banküberfall zu Pferde?

Wort des Tages

Unterhaltung mit einer Freundin. Sie berichtete von ihrer neuen Terrasse und daß sie nun so ein Sonnenbad nehmen könne, wie sie es wolle, ohne daß es störende Blicke von Dritten geben könnte. Wir kamen ins Plaudern, sie berichtete, daß entspanntes Liegen in der Sonne nicht ganz ungefährlich wäre. Schläft man dabei ein, dann…

Ich faßte es dann so zusammen:

Ein Sonnenbrand ist ein Geschenk der Natur, an dem man sehr lange Freude haben kann.

Und mit diesem Wort des Tages möchte ich alle Sonnenbader ernuntern, sich zu schützen 🙂

 

Spaß mit Abkürzungen

Abkürzungen sind ja so eine Sache, manchmal bestehen sie auch gleichen Buchstaben, nur die Reihenfolge ich anders, manchmal bestehen sie aus Buchstaben, die einander sehr ähnlich klingen.

So erging es mir neulich, als es um Computer ging. Erst waren wir bei UMTS-Modulen, also den kleinen Teilen, die im Laptop eingebaut, dafür sorgen, daß man quasi überall Internet hat. Sehr praktisch, sowas. Aber wenn ein Gerät getauscht wird, sollte man das Modul aus- und in das ähnliche Gerät einbauen. Klar. Und dann übernimmt man am besten alle Einstellungen mit einem geeigneten Werkzeug. Zum Beispiel dem „User State Migration Tool“. Als Techie spricht man natürlich die Abkürzung, USMT, gesprochen Uh-Es-Em-Te. Lag es an der allgemeinen Lautstärke durch die vielen Lüftergebläse, lag es daran, daß ich gedanklich nicht ganz bei der Sache war, ich verstand statt „Uh-Es-Em-Te“ Uh-Es-Em-Zeh„, was ich zu USMC übersetzte. Ich stutzte, denn meine erste Assozialtion zu jener Abkürzung war das „United States Marine Corps“.

Ich berichtete meinem Gesprächspartner von meinem Verhörer, was bei ihm zu erheblicher Erheiterung führte:

Naja, Sie haben ja nicht ganz unrecht, das USMC ist auch eine Art USMT, denn der „User State“ wird ganz schön migriert. Haben Sie mal „Full Metal Jacket“ gesehen? Dann wissen Sie ja, was ich meine.

Ich verstand und antwortete gedanklich „Sir, yes, Sir!“. Die Frage, ob er etwa John Wayne wäre oder ich, lag zwar nahe, aber ich konnte sie mir verkneifen, ich bin ja nicht der Joker.

 

Wort des Tages

Schutzkleidung soll ja vor allem eines: Schützen. Merkmale wie Bequemlichkeit, Tragekomfort, leichte An- und Ausziehbarkeit stehen bei Schutzkleidung meistens an hinterer Stelle. Allerdings ist das eine Gratwanderung, Schutzkleidung, die so unbequem ist, daß sie nicht getragen wird, wird im Falle des Falles auch nicht schützen.

Als ich mich neulich nach einer Schutzweste umsah, machte ich die Erfahrung, daß schon das Anlegen ein Akt für sich war. Die Weste, an sich schon sperrig, war noch nicht eingetragen sondern so platt, wie sie geliefert wurde. So machte die Weste dann einen flachen Bauch, sofern man sie angelegt bekommen hätte.

Die Verkäuferin nahm es mit Humor und kommentierte es gekommt:

So bekommt jeder eine Westentaille…

Sie hatte zweifellos recht und daher widme ich ihr dieses Wort des Tages.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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