Archiv für Oktober 2012

Ursache und Wirkung?

Unlängst traf ich einen älteren Menschen, der jammerte, wie teuer seine private Krankenversicherung doch geworden sei, daß er sich nicht mehr so viel leisten könne, weil ein erheblicher Teil seines Einkommens inzwischen für die Krankenversicherung draufginge.

Ich habe noch seine Worte im Ohr, als er mir vor Jahrzehnten erklärte, daß eine gesetzliche Krankenversicherung ja Blödsinn sein, er könne in einer privaten Versicherung soooviel Geld sparen.

Ich dachte mir meinen Teil und fragte mich, ob der Betreffende einen Zusammengang zwischen Ursache und Wirkung erkennen würde. Dann schwieg ich.

Gewissen ist Macht

Böse Dinge passieren zur Zeit, sofern man der aktuellen Berichterstattung glauben darf: Polizisten nehmen Demonstranten, die eine Dauer-Demo vor dem Brandenburger Tor machen, Decken und Iso-Matten weg. Dieses Vorgehen der Polizei bleibt nicht ohne Kritik. Ich hörte einen sehr krassen Vergleich:

Wodurch unterscheiden die Polizisten, die heute frierenden Demonstranten wärmende Decken wegnehmen, von ihren Kollegen, die vor 70 Jahren in den Polizeibataillonen an der Ostfront, Menschen ermordeten?

Auf diese Frage kann man formal antworten: „Durch die Uniform, die sie dabei anhaben; die einen dienten einem Unrechtsstaat, die anderen einem Rechtsstaat; immerhin ermorden sie keine Leute…“

Ja, alles richtig. Aber die Antwort könnte auch lauten: „In nichts. Denn beide führen, ohne zu fragen, unmenschliche Befehle aus.“

In einer Dokumentation zum Thema Stalingrad hörte ich einst den Satz über Generalfeldmarschall Paulus: „Natürlich hätte er diesen Befehl, keinen Ausbruch aus dem Kessel zu versuchen, verweigern müssen. Ein Generalfeldmarschall muß auch mal einen Befehl verweigern, sonst hätte er gleich Oberst und Regimentskommandeur bleiben können!“ (sinngemäß zitiert)

Ich wünsche, daß sich einige Berliner Polizisten an das Grundgesetz erinnern, der erste Absatz reicht schon: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Und sich dann überlegen, ob sie ein Gewissen haben.

Ein Gewissen verleiht einem die Macht, auch mal „nein“ zu sagen. Das wäre dann der Unterschied zu den Kollegen vor 70 Jahren. Die haben nicht „nein“ gesagt. Die haben mitgemacht. Das Ergebnis ist bekannt.

„Wenn Scheiße was wird…“

Zugegeben, der Titel ist recht drastisch. Man könnte es auch vornehmer ausdrücken. Zum Beispiel so:

Gott schütze mich vor Sturm und Wind und Seelüd, die an Land wat worden sind.

Aber im Grunde beschreiben beider Formulierungen, was passieren kann, wenn die Falschen an wichtige Positionen kommen. Oftmals zeigt sich ihr Vermögen bzw. eher ihr Unvermögen, wenn sie an Positionen angelangt sind, in denen es auffällt, daß sie leider Rohrkrepierer, Flachzangen oder schlicht zu dumm oder unfähig sind, selbst unter Anleitung ein gelbes Loch in den  Schnee zu pinkeln.

Seien wir ehrlich, nicht jeder von uns hat das Zeug zum Nobelpreisträger. Daß die meisten Menschen auch eher durchschnittlich sind, ist völlig in Ordnung. Unanhenehm wird es erst, wenn diese Kleingeister Macht bekommen, denn dann zeigt sich der wahre Charakter. Was früher noch eine (mehr oder weniger) liebenswerte Marotte war, kann gewaltig nerven, wenn man als Chef seine Macke zum Programm macht.

Wer nicht teamfähig ist oder wem es an Professionalität mangelt, der sollte nicht an eine Position befördert werden, an der es auch diese Werte ankommt. Das lernt man auch gerade bei einer neuen politischen Gruppierung, der Piratenpartei.

Liebe Piraten, wenn ihr Euch nun über beschweren wollt oder wegen mangelnder Zusammenarbeit zurücktreten wollt, dann bedenkt bitte, daß ihr die Flitzpiepen, die Euch grad das Leben schwer machen, selbst gewählt habt.

Was? Höre ich grad einen Zwischenruf „Mappus“? Bitte keine Störungen, denn auch bei anderen Parteien gelingt es immer mal wieder „Luftpumpen“, sich furchtbar aufzublasen und eine Zeit lang den großen Maxe zu machen. So groß ein Luftballon auch sein mag, hat er erstmal wieder seine Luft verloren, dann ist er klein, schlaff und unschön anzusehen.

Also, sehen wir uns die Menschen genau an, die wir in verantwortliche Positionen heben. Vorher.

Kaufen im Einzelhandel vs. Kaufen online

Kaufen, so sagt es Binsenweisheit des Marketings, sei Übertragung von Gefühlen. Aus einem Wunsch wird ein verwirklichter Wunsch, aus Hunger wird Sättigung und so weiter.

Kaufen kann reine Beschaffung sein, kaufen kann aber auch aufregend sein. Dachte ich mir neulich auch und suchte ein großes Warenhaus in meiner hanseatischen Puppenstube auf. In dem zweigeteilten Gebäude hatte ich die Parfümerieabteilung noch schnell gefunden. Doch wo war das, was ich kaufen wollte?

Orientierungslos irrte ich durch die Duftabteilung des Konsumtempels. Man könnte alles nach dem Alphabet sortieren, aber das wäre wohl zu einfach. Oder nur einen Teil mit Damen- und einen mit Herrendüften. War denen wohl auch zu einfach. Ich habe das System nicht verstanden. Jetzt wäre eine Verkäuferin hilfreich gewesen.

Nach ein paar Minuten des Suchens entdecke ich eine, doch leider ist sie so ins Gespräch mit einer Kollegin, wohin man denn heute abend noch gehen könne, vertieft, daß ich meinen Wunsch, sie zu stören, unterdrücken kann. Beim Herausgehen fallen mir dann wieder die Klagen ein, daß diese Warenhauskette pleite war und daß ganz viele Arbeitsplätze auf dem Spiel standen. Offenbar keine Lektion mit nachhaltigem Lernerfolg.

Ich widerstehe dann auch der Versuchung, in zu comen und out zu finden, ob ich woanders besser bedient worden wäre. Nun frag ich mal die Amazone. Die lieferte bislang immer schnell und zuverlässig.

Gut, aus einem Einkaufserlebnis wird dann eine schnöde Logistikaufgabe mit dem Charme einer SAP-Transaktion, aber an mir hat’s nicht gelegen. Sollte der Lübecker Einzelhandel mal wieder über Umsatzrückgänge klagen, dann könnten hausgemachte Probleme die Ursache sein.

Brandgefährlich … oder wie man Kunden „verbrennt“

Die kö-nik-liche Karosse wurde einst nach eher rationalen Gesichtspunkten ausgesucht. Erschwinglich sollte sie sein, funktional ausgestattet, praktisch, sparsam. Und das ist sie. Wie sparsam, das wird bei (fast) jedem Tanken ausgerchnet. Zum einen, weil ich wissen will, ob ich vorausschauend-vernünftig fahre oder mich zu unsinnigen Überholmanövern vor roten Ampeln hinreißen lasse.

Neulich bekam ich einen Schreck, weil sich die Tanknadel in beängstigen Geschwindigkeit von „voll“ in Richtung „leer“ bewegte. im Unterricht in Systemtheorie haben wir gelernt, daß so ein Verhalten eine Ursache haben muß.

  1. Das Anzeigeinstrument kann fansch anzeigen.
  2. Der Meßfühler kann eine Störung haben und einen falschen Benzinstand melden.
  3. Irgendwo ist eine undichte Stelle und das Auto verliert Benzin.

Möglichkeit eins kam mir sehr unwahrscheinlich vor, da ich das Auto zwischendurch abgestellt hatte und die Benzinanzeige dann wieder auf Null geht.

Möglich zwei könnte auch sein.

Möglichkeit drei jedoch erzeugte ein erhebliches Unbehagen, denn austretendes Benzin kann dazu führen, daß ein Auto während der Fahrt in Brand gerät, keine Erlebnis, daß ich selbst erleben möchte, mir reichen da Erinnerungen an ein brennendes Auto, das ich mal auf der Autobahn sah.

Was tut man in so einer Situation? Man sieht unter seinem Auto nach, ob da Pfützen sind, aber da waren keine. Es roch auch nichts nach Benzin, auch unter der Motorhaube nicht. Das ist gut, dann verliert das Auto nichts im Stand. Aber vielleicht im Betrieb? Also ruft man beim Autohaus an, bei dem das gute Stück einst gekauft war. Dort sitzen die Experten für Autos.

Ich rufe an, schildere meine Beobachtung und auch meine Sorge. Ich freue mich, als ich höre, daß die Werkstatt zwar nur bis halb vier arbeitet (solche Arbeitszeiten möchte ich auch mal haben … ), aber ein Meister bis fünf Uhr da wäre, und das Auto annehmen könne, um dann einen Reparaturtermin auszumachen. Freudig lasse ich auf der Arbeit alles stehen und liegen mache ich zeitig Feierabend und kämpfe mich durch Stau und Baustellen gen Werkstatt.

Dort angekommen muß ich dann erfahren, daß man sich weder um mich noch um das Auto kümmern werde. Ich könne morgen früh wiederkommen, so gegen 10:30 Uhr. Ich würde ja sehen, daß grad alles drunter und drüber ginge, weil die Firma grad übernommen werden mußte. Äh, ich rufe extra an, man bittet mich, im sprichwörtlichen Galopp herzukommen, um mir dann zu sagen, dam man wegen einer Unorganisiertheit leider keine Zeit hätte? Und ihr wundert Euch, daß der Laden den Inso machen mußte?

Also ab zu einem anderen Autohaus. Dort wird das Auto zwar auch nicht angenommen, aber Fehlermöglichkeit eins wurd als sehr unwahrscheinlich eingestuft und mir geraten, Möglichkeit zwei durch Volltanken und beobachten der Benzinanzeige auszuschließen. Und um Möglichkeit drei auszuschließen, soll ich einen Tag später am frühen Nachmittag vorbeikommen und etwas Wartezeit mitbringen.

Ich mache also mal wieder früh Feierabend und fahre wieder in die Werkstatt. Nach kurzer Wartezeit kommt mein Auto auf die Hebebühne und ich kann mich persönlich davon überzeugen, daß keine Undichtigkeit vorhanden ist. Aber was verursachte dann den Fehler?

Der Meister klärt mich auf und zeigt mir den Weg des Benzins vom Tankeinlauf in den tiefsitzenden Tank. Manchmal — sehr selten — könne es vorkommen, daß sich beim Tanken Luftblasen im Tank bilden und nicht nach oben aufsteigen können. Man denkt, man habe vollgetankt, aber neben viel Benzin ist dann auch noch Luft im Tank. Fährt man dann eine Weile, lösen sich die Luftblasen auf und mit dem Benzinspiegel sinkt auch die Anzeige. Und das eben viel schneller, als man es nach den gefahrenen Kilometern vermutet hätte.

Ob ich meinen Verbrauch bei jedem Tanken ausrechne, werde ich gefragt. Wenn ich einmal einen deutlich zu niedrigen Verbrauch gehabt hätte, danach einen viel zu hohen, dann wären Luftblasen beim Tanken eine sehr wahrscheinliche Erklärung. Ich rechne nach und habe tatsächlich, bei einem Tanken viel zu wenig für die gefahrene Strecke getankt.

Ich bin beruhigt, mein Auto verliert kein Benin und wird nicht während der Fahrt verbrennen. Aber ich kenne nun eine Werkstatt, die eben einen Kunden „verbrannt“ hat. Dafür hat eine andere Werkstatt einen neuen Kunden gewonnen…

Vorteil von „Energiesparlampen“

Glühbirnen gelten ja seit einiger Zeit als böse, denn die haben nur einen geringen Wirkungsgrad. Die klassische Glühbirne verwandelt nur ~5% der eingesetzten Energie in Licht, der Rest wird zu Wärme.

Ist das wirklich so schlimm? Im Sommer, wenn es — Sommerzeit sei dank! — abends sehr lange hell ist, brauche ich wenig elektrisches Licht. Daß die Glühbirne in erster Linie eine Heizung ist, stört mich nicht. Im Winter, wenn es draußen früh dunkel ist, muß ich meine Wohnung sowieso heizen. Die Abwärme der Glühbirnen stört mich also nicht.

Seit einiger Zeit werden Kompaktleuchtstofflampen als „Energiesparlampen“ angepriesen und als die Lösung der Energieprobleme verkauft. Wenn man überlegt, wie einfach die klassische Glühbirne hergestellt wird, daß sie keine giftigen Inhaltsstoffe enthält, daß sie unproblematisch zu entsorgen ist, dann sieht die Kompaktleuchtstofflampe ganz schön alt aus.

Einen Vorteil haben sie jedoch, wie ich neulich festgestellt habe. In meinem Badezimmer möchte ich es gerne hell haben. Also sollte reichlich Beleuchtung rein. Die hat aber gewisse Nachteile, wenn ich nachts mal ins Bad muß, ist Licht, das seine volle Helligkeit fast verzögerungsfrei erreicht, doch etwas unschön. Aus gegebenem Anlaß habe ich zwei kleine Glühlampen unlängst gegen ihre modernen Nachfahren austauschen müssen.

Wenn ich jetzt das Licht im Bad anschalte, geht sofort etwas Licht an, denn die beiden Lampen zünden unterschiedlich schnell, da es unterschiedliche Typen bzw. Fabrikate sind und zudem noch unterschiedliche Leistung gaben. Nach und nach wird es heller, nach wenigen Sekunden ist es dann so hell, daß sich meine Augen daran gewöhnen konnten. Und die Zeit, die ich brauche, um Rasiergel in meinem Gesicht zu verteilen, reicht den beiden Lampen, um genug zum Rasieren zu erzeugen.

So gesehen, haben die neuen Lampen nicht nur Nachteile…

Paloma — Brause mit pinker Grapefruit

Im Konsumtempel de Luxe Super-Supermarkt entdekte ich heute diese Dose Pink-Grapefruit-Brause.

Damit ich nicht wieder vergesse, darüber zu schreiben, verblogge ich das schon jetzt. Und demnächst wird hier auch zu lesen sein, wie Paloma schmeckte. Noch steht die Dose im Kühlschrank, denn auf der Dose steht „gut gekühlt genießen!“. Und daran werde ich mich auch halten 😉

Paloma — Für den Mexikaner in uns allen

Kurze Pause beendet

Ist es wirklich schon einen guten Monat her, daß ich zuletzt gebloggt hab? Kinders, wie doch die Zeit vergeht. Aber ich hab ’ne gute Ausrede hatte viel um die Ohren und nicht die rechte Muße zum Bloggen. Kommt vor. Dafür kommen in Kürze noch ein paar nette Artikel. Versprochen!

 

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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