Archiv für 2013

Zeichen und Wunder

Die Überschrift ist übertrieben, hier geht es nicht um Wunder. Nur um ein Zeichen. Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch.

Ich glaube, wir alle haben schon mal eine Situation erlebt, in der man zwischen zwei, manchmal auch mehreren, Alternativen schwankt und sich nicht entscheiden mag. Dann hätte mal gerne eine Entscheidungshilfe. Die britische Punk-Band „The Clash“ formulierte das einst so in einem Song: „Should I stay or shoult I go“. Wem der Song nicht (mehr) ganz geläufig ist, kann ihn sich hier anhören.

Neulich ging es mir so ähnlich wie dem Sänger, ich schwankte zwischen zwei Alternativen. Es war abends, so gegen acht, ich war durchgefroren und hungrig und zufällig in der Nähe einer Filiale von „Burger King“. Ich schwankte, soll ich erst noch einkaufen, dann zu hause essen oder mich der Versuchung hingeben und Fast-Food essen? Bei allem Verstand haben wir Menschen eine gewisse Neigung zu „heiß und fettig“. Und wenn das schnell zu haben ist, dann langen wir eben zu.

Zu hause essen wäre vielleicht gesünder, wahrscheinlich auch viel preiswerter, aber … ich spürte das Verlangen, der Versuchung nachzugeben. Oder sollte doch meine Vernunft siegen? Ich war wirklich hin- und hergerissen. Und froh über ein Zeichen, das mir bei meiner Entscheidung hätte helfen können.

Ich betrat den Burger King und wunderte mich. Es war eine Kasse geöffnet und an der hatte sich eine Schlange durch den halben Laden gebildet. Die geschätze Wartezeit erschein mir lang, sehr lang. Da war es also, das Zeichen, auf das ich gehofft hatte.

Ich konnte den Burger King dann entspannt und in dem Wissen verlassen, daß ich zu hause schneller etwas zu essen bekäme. Und so war es dann auch.

Manchmal sollte man dem Schicksal wirklich für Zeichen dankbar sein. Auch wenn dieses mal ein Wunder ausblieb 🙂

Aus der Seele gesprochen

Ein unangenehmes Gespräch. Nein, eher ein Gespräch über nicht ganz so angenehme Themen. Mein Gesprächspartner, ein waschechter Hesse, was man aber kaum noch hört, betreibt etwas Small Talk, um das Eis etwas zu brechen und die Atmosphäre aufzulockern. Wir sprechen auch über Privates, über Hobbys. Seine Familie und ich teilen die Leidenschaft für Pferde. Allerdings unterscheidet uns, daß er für Frau und Kind mehrere Pferde hat. Meine Reaktion ist spontan und ehrlich: „Dann wissen Sie ja, wofür Sie arbeiten gehen …“

„Ach, hörn’se uff …“

Er lächelte, das Eis war gebrochen und wir konnten ganz entspannt die schwierigen Teile des Gesprächs angehen.

PS: Manchmal sollte man einfach nicht darüber nachdenken, wieviele Tage im Monat man nur für das eigene Hobby arbeiten geht.

In der Therme mit …

In charmanter Begleitung besuchte ich eine Therme. Die Beleitung und ich hatten einander ewig nicht gesehen und hatten viel zum klönen. Dabei saßen wir mal im Whirlpool, mal an der Bar, mal auf einer Bank im Garten der Therme.

Irgendwann fiel mein Blick auf ihren Bademantel. Ich muß zugeben, daß ich noch nie einen so flauschig aussehenden Bademantel gesehen hatte. Sie bemerkte meinen Blick, hielt mir einen Ärmel des Bademantels hin und forderte mich auf, ihn mal anzufassen. Und wahrhaftig, der Bademantel sah nicht nur flauschig aus, er fühlte sich auch wunderbar flauschig an.

Sie lächelte und sagte: „Dafür mußten einige Muppet-Tiere sterben…“

Sie sah meinen verwirrten Blick, ihr Lächeln wurde diabolischer und sie sprach leise weiter: „Ich habe den Muppet-Tieren bei lebendigem Leib das Fell abgezogen, nur für diesen wunderschönen Bademantel…“

Und ich wußte, ich war mit Frau Dr. Jekyll und Mrs. Hyde in der Therme. Aber vielleicht war das auch alles eine Illusion, weil der letzte Saunagang meinen Verstand vernebelte? Wer weiß..

Ideen, was Susanne Gaschke zukünftig machen könnte

Susanne Gaschke hat’s ja in Kiel als Oberbürgermeisterin verkackt. Viel charmanter kann man’s ja nicht ausdrücken.

Gut, als Quereinsteiger hat man es besonders schwer, egal wo man einsteigt. Wo andere Menschen eine solide Ausbildung und jahr(zehnt)elange Erfahrung haben, hat man — im besten Fall — frische Ideen. Das muß pe se nicht schlecht sein, im Gegenteil, durch die so ganz andere Sichtweise auf (evtl. schon lange) bestehende Probleme kommt man so zu vielleicht ganz anderen, manchmal auch sehr unkonventionellen, Ansätzen.

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Und da muß man sich als Seiteneinsteiger sehr schnell in Dinge einarbeiten, in Gesetze und Verordnungen einlesen. Oder aber man überläßt die Sacharbeit eben den Experten, die dafür ausgebildet sind und wissen, wie man bestimmte Dinge macht. Und was man machen kann. Und was man eben nicht machen kann. Aus technischen oder juristischen Gründen.

Was man aus politischen oder moralischen Gründen nicht machen sollte, was die Regeln des Anstandes gebieten oder gar verbieten, das sollte man selbst wissen. Das muß man selbst wissen.

Eilentscheidungen zu fällen, wo keine Eile geboten ist und jemand sehr viele Steuern zu erlassen, ist dann eine Sache, bei der man nur verlieren kann. Das könnte und sollte einem auffallen. Nach der Devise „Don’t eat yellow snow“ läßt man besser die Finger davon. Denn wenn man’s doch anfaßt, geht es schief.

Zumal bei einer Summe von 3,7 Millionen Euro sofort und fast zwangsläufig die Fragen im Raum stehen, wer welchen Vorteil davon hatte. Der Steuerpflichtige hat einen Vorteil. Und wer noch? Gab es für Susanne Gascke dann vielleicht ein „Dankeschön“? Und in welcher Höhe? Und schon hat man die (politische) Kacke am Hacken.

Frau Gaschke hat studiert und ist promoviert. Dumm ist sie also nicht. Warum tut sie dann Dinge, die vorhersehbar nach hinten losgehen und erkennbar dumm sind? Und warum tut sie sich dann mit den Konsequenzen ihres eigenen Handelns so schwer? Warum taucht sie dann erst wochenlang ab, schiebt die Schuld von sich auf Andere? Sieht so ein professionelles Krisenmanagement aus? Nein. Als erfahrene Journalistin hätte sie wissen müssen, das sie so aus einem politischem Fehler den PR-GAU in eigener Sache macht.

Uneinsichtigkeit zeigte sie auch bei ihrer Rücktrittsrede. Ich weiß nicht, wie oft das Wort „Haß“ vorkam, ich habe irgendwann aufgehört es zu zählen. Schuld war, zumindest nach Gaschkes Auffassung, die Männer, die „testosterongesteuerte Politik“, irgendwie alle anderen. Nur sie selbst nicht.

Nun ist sie endlich als Kieler Oberbürgemeisterin weg. Was macht sie nun? Ich lese in den Medien, Susanne Gasche wolle ein Buch schreiben, über ihre Erfahrungen als Berufspolitikerin. Da lasse ich mal meine Phantasie spielen, was das für ein Buch werden könnte…

Vielleicht schreibt sie das Buch nicht alleine sondern mit prominenter Unterstützung?

Susanne Gaschke und Franz-Peter Tebartz-van Elst: Über den bescheidenen und verantwortungsvollen Umgang mit (fremden) Geld.

Gut, das war ein wenig weit hergeholt. Vielleicht schreibt sie auch ein Buch gemeinsam mit Alice Schwarzer, der Kandidatin für den Jörg-Kachelmann-Preis für unabhängige und vorurteilsfreie Bereichterstattung.

Susanne Gaschke und Alice Schwarzer: Testosteron — Wieso Männer immer an allem Schuld sind.

Vielleicht überlegt sich Susanne Gaschke auch, daß es vielleicht schlau wäre, jetzt mal kleine, ganz kleine Brötchen zu backen. Nicht von Talk-Show zu Talk-Show zu tingeln und ihre Rolle als „Opfer“ zu thematisieren. Naja, eher Selbstinszenierung als „Opfer“.

Die Erfahrung hat gezeigt, daß so ziemlich jeder Mensch, selbst nach kollosallem Scheitern, eine weitere Chance bekommt. Allerdings muß man sich diese Chance verdienen. Zum Beispiel mit Demut, Bescheidenheit und — vor allem — Einsicht in die selbstbegangenen Fehler. Das gilt auch für Susanne Gaschke.

 

Abgefahrene Schokolade: Marabou Salzlakritz

Der Reisende besucht ab und an mal Gegenden der Welt, in denen mal recht … sagen wir mal … liberale Vorstellungen hat, wie Schokolade schmecken könnte:

Nur für wahre Freaks: Marabou Salzlakritz

Nur für wahre Freaks: Marabou Salzlakritz

Alter Schwede 😉

Gedanken zu Halloween

Vor ein paar Tagen war wieder Halloween. Ein guter Anlaß, um die Gedanken, die mir dazu durch den Kopf gehen, aufzuschreiben.

Na klar, Halloween, so wie es hier gegenwärtig gefeiert / durchgeführt wird, Kinder laufen verkleidet von Haus zu Haus, klingeln und fordern Süßes oder Saures, ist eine amerikanische Entwicklung. Natürlich kann man für den Spaß alte heidnische, keltische oder sonstige Bräuche herbeibemühen, aber wozu?

Es geht um den Spaß, den die Kinder haben. (Und die Geschäfte, die zwischen Sommer und Winter / Weihnachten noch eine Zwischensaison einschieben können, was die Ladendekoration angeht. Wobei noch die letzten Sommersachen auf den Grabbeltischen liegen, ein paar Meter weiter ist Halloween und noch ein paar Meter Weiter finden sich schon die Weihnachtssachen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Also, es geht um den Spaß. Und wenn es darum geht, Anderen den Spaß zu verderben, sind einige Menschen ganz groß. Da wird dann — mit mindestens verächtlichem Unterton — erklärt, daß Halloween eben kein Brauch mit belegbar durchgehender Historie sei, daß der ganze „Quatsch“ reine Geschäftemacherei sei und ein typisch amerikanischer Unsinn, der mal wieder aus Amerika hierher geschwappt wäre.

Ja, das stimmt. Na und?

Vieles, was Einzug in unsere (deutsche Leit???) Kultur erhalten hat, ist nicht originär germanisch oder deutsch. Na und? Schalten wir das UKW-Radio ein und hören wir Musik. Oh, der Swing, Jazz oder Rock’nRoll oder Blues ist auch nicht hierzulande entstanden. Klingt aber trotzdem toll. Wenn ich eine Hose anziehe, dann ist es fast immer eine Blue-Jeans, auch böses imperialistisches Kulturgut. Da muß ich doch erstmal auf den Schreck eine Coke trinken. Der Hersteller Coca Cola kommt ursprünglich woher? Oh verdammt. Und dann dieses Internet. Auch eine amerikanische Erfindung, die wie viele andere großartige Erfindungen auch, ihren Weg über die ganze Welt gemacht hat.

Also, ihr lieben Ewiggestrigen, die Halloween als amerikanischen Blödsinn ablehnt, seid bitte konsequent und verzichtet auf alle anderen Erfindungen aus Amiland: Nutzt den Volksempfänger und hört Marschmusik, nutzt den Fernschreiber statt Internet, verzichtet auf den Personal Computer und schreibt mit der mechanischen Schreibmaschine, statt E-Mails benutzt ihr dann wieder die Rohrpost oder Brieftauben, vielleicht auch reitende Boten…

Halloween ist wie Swing oder Rock’n’Roll, wenn es einem nicht gefällt, dann muß man nicht dazu tanzen, auch wenn es verdammt viel Spaß machen kann. Und immer daran denken, Toleranz ist eine Tugend. Das Verbietenwollen oder Belehrenwollen eher eine Untugend…

Oder das Ganze noch kürzer: Leute, die heute Halloween als amerikanischen Blödsinn ablehnen, hätten früher auch Swing und Rock’n’Roll als Negermusik abgelehnt.

Cadbury Schokolade

Irgendwann brachte der Reisende mal diese Schokolade mit, die ich damals fotografierte.

Der Reisende brachte Cadbury Mint Crisp mit...

Der Reisende brachte Cadbury Mint Crisp mit…

Ich glaube, wir machten uns damals recht schnell darüber her. Lecker war sie jedenfalls 🙂

Born Senf-Schokolade

Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, ist jedoch eine tolle Idee, vorausgesetzt, man mag 1.) Weiße Schokolade und 2. Senf und ist 3. bereit, sich auf eine angekündigte Überraschung einzulassen.

Zunächst schmeckt die Schokolade wirklich wie weiße Schokolade, dann werden mit jedem Bissen und jedem zerbissenem Senfkorn die Senfaromen freigesetzt und die Schokolade verändert ihren Geschmack. Sehr lecker. Und vielen Dank an den Reisenden für diese Erweiterung meiner senfologischen Erfahrungen.

Conower Jerky

Der Reisende war diesmal so leichtsinnig, mich in einen Tempel des Konsums mitzuschleifen, in dem es verdammt viele leckere Sachen zu kaufen gibt. Mein Auge entdeckte doch auch einen Verkaufsständer mit Conower-Jerky, das ich vor Jahren bereits mal probiert und verbloggt hatte.

Nun entdeckte ich Jerky vom Truthahn, vom Schwein und vom Rind und mußte — natürlich, wir haben hier ja einen Bildungsauftrag — probieren. Sehr lecker. Alle drei Sorten 🙂

Klassisches Beef-Jerky (vom Rind)

Klassisches Beef-Jerky (vom Rind)

Auch lecker Jerky aus Schweinefleisch

Auch lecker Jerky aus Schweinefleisch

Oder Jerky aus Truthahn

Oder Jerky aus Truthahn

 

Kavallerie … Diplomatie … Chocolaterie

Erinnert Ihr Euch, der damalige Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wollte der Schweiz mal die Kavallerie auf den Hals hetzen, wenn es mit der Diplomatie und den Verhandlungen in Sachen Stauerabkommen nicht so klappen sollte?

Nur gut, daß der Mann nicht Kanzler wurde, was wäre passiert, hätten wir die Kavallerie wirklich in Marsch gesetzt? Wir hätten vielleicht eine unangenehme Überraschung erlebt, denn die Schweizer haben eine Geheimwaffe:

Die Schweizer Geheimwaffe: Swiss Army Chocolate

Die Schweizer Geheimwaffe: Swiss Army Chocolate

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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