Archiv für 2014

Jahresrückblick 2014

Und auch dieses Jahr verdient (m)einen sehr persönlichen Jahresrückblick:

Das Jahr 2014 in wenigen Worten:
Anstrengend und bewegend, vor allem der zweite Teil des Jahres.

Glücklichster Moment 2014?
Viele sehr glückliche Momente. Die meisten hatten mit Pferden zu tun.
(Diese Antwort konnte ich aus dem letzten Jahr übernehmen.)

Traurigster Moment 2014?
Es waren gleich zwei sehr traurige Momente, denn ich habe zwei liebe Menschen verloren. Beide werden mir sehr fehlen.

Berufliches?
Da gab es veränderungen. Ich sitze nach wie vor an meinem Schreibtisch, aber auf der Gehaltsabrechnung steht nun ein anderer Name. Die Rahmenbedingungen haben sich ein wenig geändert: Alles wird einfacher, wenn man es nur ausreichend verkompliziert 😉

Zu- oder abgenommen?
Gleichgeblieben. Ist okay. Könnte ein wenig weniger sein, aber solange es nicht mehr wird, wollen wir nicht meckern.

Haare kürzer oder länger?
Sowohl als auch. Dank meiner kreativen Friseurin ist es auf der einen Seite länger, dafür auf der anderen Seite kürzer. Das Hobby, bei dem ich einen Helm trage, habe ich ja immer noch, aber die neue (oder sagen wir: veränderte) Frisur funktioniert auch mit dem Reithelm.
Auch an dieser Stelle Grüße an meine Friseurin und an ihre frechen netten Kolleginnen, ich bin immer gerne bei Euch und freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Buch des Jahres 2014?
Ich bin dieses Jahr kaum zum Lesen gekommen, jedenfalls kaum ‚richtige‘ Bücher.
“Digital Apollo — Human and Machine in Spaceflight” liegt immer noch auf dem Nachttisch und wartet darauf, endlich fertig gelesen zu werden.

2014 zu selten gemacht?
Am Strand gewesen, obwohl er ja nun wirklich hier um die Ecke ist. Offenbar ist es mir kein Bedürfnis, öfter dort zu sein.
Freunde besucht. Seit die Kinder haben, sind die meistens ziemlich ausgelastet und kaum noch für spontane Dinge zu haben.

2014 zu oft gemacht?
Um Verstorbene getrauert.
Mich über (aus meiner Sicht unnötige) Verkomplizierungen auf der Arbeit geärgert. Ich sollte lernen, das als Job, der mein Lebensunterhalt verdient, zu sehen und nicht als Lebensaufgabe. Fällt aber schwer.

2014 genau oft genug gemacht?
Beim Pferd gewesen. War klasse. Wobei… eigentlich könnte es noch ein wenig öfter sein.

2014 leider nicht gemacht?
Einige Freunde getroffen.

2014 endlich gemacht?
Geländekurs mit ‚meinem‘ Pferd. War sehr schön. Ich freue mich auf das nächste mal.

2014 neu kennengelernt?
Ein paar neue Kollegen kennengelernt. Und viele sehr nette Menschen im Ausbildungsstall.

Menschliches 2014?
Menschlich war’s schwierig. Ein Familienmitglied gestorben, ein anderes lag lange im Krankenhaus und danach hat sich sein Leben stark verändert, was auch Auswirkung auf mein Leben hat. In Sachen Liebe und Partnerschaft gibt auch nichts Neues zu berichten. Mal sehen, ob 2015 Veränderungen bringen wird.

2015 wird … ?
Hoffentlich nicht ganz so aufregend, wie 2014 stellenweise war. Und sollte es doch aufregend werden, dann bitte positiv aufregend 😉

Vorsätze für 2015?
Weiterhin viel Reiten. Den Geländekurs in der Intensiv-Variante besuchen.
Mal sehen.
Vielleicht ein paar Kilogramm abnehmen.

In diesem Sinne, ich wünsche Euch allen ein frohes, gesundes, friedliches und erfolgreiches 2015.

Weißt Du, wieviel Drucker stehen?

Wer sich bei dieser Textzeile an ein Gutenachtlied für Kinder erinnert fühlt, liegt falsch. Oder doch nicht so ganz?

Neulich beim Admin-Stammtisch berichtete jemand von dem neuesten Blödsinn, den irgendwelche IT-Berater den Entscheidern in der Chefetage in das Ohr geflüstert hatten. Man könne ja sooo viel Geld einsparen, sparte man nur genügend Drucker ein, hieß es. Natürlich muß so ein Konzept auch einen PowerPoint-tauglichen Namen haben, der irgendwie cool klingt. Also taufte man es „Sparsame Organisations-Struktur“.

Irgendeinem Schlaumeier ist dann später aufgefallen, daß die Abkürzung SOS noch eine ganz andere Bedeutung hat. Jedenfalls glaubt man, daß weniger Drucker die Kosten erheblich reduzieren.

Das ist natürlich Quatsch argumentierte jemand. Viele Gesichter blickten ihn fragend an. Er holte etwas aus. „Immerhin haben wir hier ja einen Bildungsauftrag, also schweiget stille und lauschet andächtig…“ Und so taten wir.

Worum geht’s hier? Worum geht es hier wirklich? Na klar, die Druckkosten. Und woraus ergeben die sich? Aus den Kosten der einzelnen Drucker, ich nenne sie Druckgeräte, um ganz klar zu machen, was ich meine. Je mehr Druckgeräte, desto mehr muß ich davon beschaffen, was Miete oder Leasing oder Abschreibung kostet, klar.

Dann muß ein (logischer) Drucker ja auf dem Server eingerichtet werden. Gut, das passiert nur einmal zu Beginn der Lebensdauer und ab und an aktualisiert man vielleicht mal den Treiber und war’s das auch schon. Ob ich nun 5 oder 15 oder 50 Drucker anlege, spielt kaum eine Rolle. Zum einen kannste das scripten, oder wer das nicht kann und es manuell machen muß, der braucht eben. Aber 50 Drucker lege ich Dir auf dem Server in unter einer Stunde an.

Ist es für Drucker-Server ein Unterschied, ob man nun 5 oder 50 Druckerwarteschlangen installiert? Nein. Die Systemlast bleibt ja gleich, egal, auf wieviele Druckerwarteschlangen sich die Druckaufträge verteilen. Also können wir hier auch nicht sparen.

Die Druckgeräte müssen auch noch konfiguriert werden, brauchen feste oder dynamische IP-Adressen, also entwender am Gerät oder am DHCP-Server eingestellt, aber auch das dauert nicht ewig, pro Gerät vielleicht 5 Minuten.

Und dann richten wir noch Scan-2-Mail ein, auch das dauert nur wenige Minuten pro Gerät.

Fassen wir das mal zusammen, ob ich nun 5 oder 50 Drucker einrichten muß, spielt kaum eine Rolle, da ich ich 4 Drucker samt Druckgeräten pro Stunde konfiguriere. Und dann laufen die. Jahrelang.

Wenn wir schlau sind, dann haben wir Verträge, bei denen Wartung, Instandsetzung, Toner und sonstiges Zeugs enthalten sind und wir zahlen dann pro Druckseite.

Aber nun zur spannenden Frage, was kostet uns denn nun ein Ausdruck? Und wie hängen diese Kosten von der Anzahl der Drucker ab? Wir haben gesehen, daß ein Drucker mehr oder weniger in der Konfiguration nur wenig an einmaligen Einrichungskosten erzeugt, also auf die Lebensdauer von … sagen wir mal 3 Jahren gerechnet; das können wir also schon mal vergessen.

Wir haben also die Kosten pro gedruckter Seite, und was noch? Der Benutzer muß zum Drucker gehen und seinen Ausdruck abholen. Und der Weg dahin kann lang oder kurz sein, vielleicht muß man noch durch verschlossene Türen, also braucht der Benutzer dann entsprechend viel Zeit für seinen Weg. Natürlich kann man seine Ausdrucke dann abholen, wenn man eh mal gen Kaffeeküche oder WC geht, aber entspricht das der menschlichen Verhaltensweise? Ich brauche meine Ausdrucke, wenn ich sie brauche und nicht dann, wenn ich eh‘ auf’s Klo muß…

Und dann begegnet man auf dem Weg zu seinem Ausdruck Kollegen, mit denen man sich auch gerne mal verquatscht und schon redet man die eine oder andere Minute über nicht nur so ganz dienstliche Dinge. Ehe man sich versieht, sind 5 Minuten rum. Selbst wenn man sich nicht verquatscht, wenn man 5 mal am Tag einen Ausdurck abholt, kommt ganz schön was an Zeit zusammen, auf’s Jahr gerechnet.

Wo viele Menschen einen gemeinsamen Drucker benutzen, gehen schon mal Ausdrucke ‚verloren‘, weil sie aus Versehen von Kollegen mitgenommen werden. Dann geht das Gesuche los, wer den eigenen Asudruck eingesackt hat, im Zweifel geht man zurück zum Platz und erzeugt den Ausdruck erneut. Kostet alles.

Vielleicht beschafft man auch einen Finischer, der die einzelnen Druckaufträge in unterschiedliche Ausgabefächer separiert, aber das löst auch nicht alle Probleme.

Wer Vertrauliches zu drucken hat, zum Beispiel Personalabteilung, Betriebsrat oder Controlling, kann eine Funktion wie „Vertrauliches Drucken“ nutzen. Dabei nimmt das Druckgerät den Druckauftrag entgegen, speichert ihn zwischen und erstellt den Ausdruck erst dann, sobald sich der Benutzer am Gerät angemeldet hat. Dann aber liegt der Ausdruck nicht fertig bereit, wenn man beim Druckgerät ankommt, dann beginnt der Ausdruck erst dann, wenn der Benutzer vor Ort ist. Übrigens kostet so eine Anmeldung auch Zeit. Und bei etwas umfangreicheren Druckaufträgen wartet man dann, bis das Gerät die 100 Seiten Papier ausspuckt, was auch gerne mal 2 Minuten dauern kann. Immer daran denken, wieviel Zeit das pro Jahr kostet.

Betrachten wir mal 2 Extremfälle:

1. In der ganzen Firma gibt es nur EIN Druckgerät, alle Benutzer drucken dort. Damit minimieren wir die Anzahl der Leasingverträge und der fixen Kosten, aber maximieren wir die Wegekosten. Außerdem erzeugen wir einen Sinle-Point-Of-Failure, will man auch nicht.

2. Jeder Benutzer hat sein eigenes Druckgerät. Damit maximieren wir die Anzahl der Leasingverträge mit ihren fixen Kosten, minimieren aber die Wegekosten. Und beim Ausfall eines Gerätes haben wir reichlich Alternativen.

Und nun variieren wir die Anzahl der Druckgeräte und lassen sie von einem Extremum zum anderen laufen und sehen, ob wir ein klares Kostenminimum haben oder einen Bereich, bei dem die Kosten sich kaum verändern, und dann entscheiden wir nach Augenmaß. Immer daran denken, wir müssen alle Kosten, die anfallen berücksichtigen.

Und meistens bleiben dann doch mehr Drucker übrig.

Was der Mathematiker in mir nicht ausrechnen kann, ist die Zufriedenheit, oder eher Unzufriedenheit, der Anwender, wenn sie für jeden Ausdruck erstmal gefühlt quer durch die Firma laufen müssen.

Er beendete seine kleine Lehrstunde, trank sein Bier und setzte dann fort „Aber unsere Management-Ebene machts garantiert wieder falsch…“ und erntete so manchen traurig zustimmenden Blick dafür.

Hörst Du was?

Anruf einer Kollegin, ihr Rechner mache so komische Geräusche. Ich gehe hin und will mir die Sache selbst ansehen, in diesem Fall anhören. Ich höre nichts. Sie schließt die Tür und das Fenster, wir sind ganz alleine, es ist schon sehr ruhig in ihrem Büro. Leise, ganz leise hört man das Rauschen, das ein langsam drehender Ventilator ihres Laptops erzeugt. Aber ich höre immer noch nichts. Also keine komischen Geräusche. Ich sah sie fragend an.

„Hör genau hin, dann hörst Du es auch…“ Doch ich hörte nichts.

„Hörst Du es denn nicht? Da, ich hör es…“

Nimm ein Messer, töte sie alle, nimm ein Messer, töte sie alle…

Sie verzog keine Mine und genoß mein offensichtlich verwirrten Blick, als ich dann ihr Büro verließ. Klasse Nummer, liebe Kollegin 🙂

Wort des Tages

Die Sonne schien, doch dort, wo es schattig war, wo der Wind wehte, war es … gefühlt arschkalt. Das schien jemandem nichts auszumachen, gerne verriet er sein Geheimnis:

Ich bin angezogen wie eine Rolle Klopapier … Vierlagig

Das brachte ihm jedoch einen frechen Spruch ein:

Außen vier Lagen, aber der Kern ist hohl?

Und die freche Kommentatorin hatte die Lacher auf ihrer Seite. Egal. Hauptsache warm und nicht frieren.

Was will uns diese Werbung sagen?

Ich sehe irgendwo einen Werbespot. Nicht irgendeinen. Einen von VW. Für den Touareg. Da wird ein schickes weißes Auto dann in Situationen gebracht, in denen es normalerweise dreckig würde. Wird es aber nicht. Weil man vor der (tiefen) Pfütze anhält. Man fährt auch nicht den kleinen Hügel hoch. Könnte ja auch dabei dreckig werden. Und so weiter. Aber seht erstmal selbst:

SUV stehen ja nicht erst seit gestern in der Kritik, zu groß, zu schwer, zu spritfressend zu sein. Okay, wer (fast) jedes Wochenende mit (Doppel-)Pferdeanhänger unterwegs ist, seinen Bootsanhänger auch häufig ziehen muß, einen Anhänger mit Baumaschinen oder ähnlickem Material ziehen muß, hat Gründe, um so ein „Dickschiff“ zu fahren. Als Nutzfahrzeug

Aber als was werden diese Autos tatsächlich oft gefahren? Als Liftstyle-Autos. Weil es sich angeblich gut anfühlt, wenn man in so einem „Panzer“ die Kinder in den ökologischen Waldkindergarten bringt und dann auf dem Weg zur Arbeit noch mal schnell in zweiter Reihe vor dem Bio-Laden anhält. Daß SUVs in Parkhäusern den einzelnen Parkplatz recht weit ausfüllen und die Parkplätze dabei oft nicht mehr nutzbar sind — es sei denn man parkt da sein Motorrad — stört offenbar kaum einen.

Ich denke, es ist an der Zeit, über die Größe seines Autos mal nachzudenken. Die Zeit für große Schwanzverlängerer ist abgelaufen. Schon lange.

Wer ist dieser …?

Irgendwann, vor langer langer Zeit, war ich mal in der IT-Abteilung einer größeren Firma. Und wie das bei größeren Firmen oft ist, irgendjemand kennt jemanden, der mal ein Praktikum oder sowas machen muß.  Und so kam es, daß die Controlling-Abteilung jemanden bekam. Die Controllerin war not amused, der Praktikant sprach nur wenig Deutsch, Englisch noch etwas weniger. Schnell war klar, daß sie ihn nicht an echte Arbeit und reale Zahlen lassen konnte/wollte/durfte.

Was nun? Schnell wurde ein ähnliches Betätigungsfeld gefunden, der Prakti durfte mal die IT-Kosten ansehen und dann Zuordnungen nach Benutzern und Kostenstellen und so machen. Nicht immer sind IT-Geräte so sauber in der Datenbank, wie es wünschenswert wäre, da ist jemand, der Zeit und Muße dafür hat, nicht ganz unwillkommen.

Der Prakti bekam Exporte aus den Datenbanken, durfte dann mit Excel und ein paar anderen Werkzeugen Data-Crunching betrieben und präsentierte ein paar Tage später seine ersten Ergebnisse. Allerdings war ihm dabei aufgefallen, daß zwei Kollegen, die er nicht kannte, sehr viele Computer hatten. Verwundert fragte er, wer denn „Combat Ready“ und „Iron Reserve“ seien. Er sprach das „Khombaht Riehieh“ und „Irohn Resärwä“ aus, was für erste Heiterkeiten sorgte.

Wie viele anderen IT-Abteilungen hatten es auch wir zwei Dummy-User, einmal „Combat Ready“ für alle Maschinen, die frisch aufgesetzt waren und auf den Einsatz beim Benutzer warteten. Und dann „Iron Reserve“ für Geräte, die noch eine Zeit lang vorgehalten werden, bevor sie ausgemustert werden.

Irgendwie wurde vergessen, dem Prakti diese beiden User und ihre Bedeutung mitzuteilen. Es tat mir fast schon leid, als er erkannte, daß es doch kein so großes Einsparpotential gab, er er zunächst dachte; denn er konnte nicht verstehen, wozu zwei ‚Kollegen‘ so viele PCs brauchen.

Darf der das?

Bald könnte es den ersten Ministerpräsident  geben, der von der Linkspartei gestellt wird.

Das macht manchem Kopfschmerzen. Darf man seine Bedenken öffentlich teilen? Ja, darf man. Mir ist lieber, jemand hat eine Meinung und tut sie offen kund, dann weiß ich, mit wem ich es zu tun habe. Darf man seine Meinung auch kundtun, wenn man als Bundespräsident arbeitet? Okay, als Bundespräsident arbeitet man nicht, es ist ein Amt, das man bekleidet. Fragen wir anders: Darf man seine Meinung kundtun, wenn man Bundespräsident ist?

Ja und nein. Einerseits gebietet das Amt eine gewisse Rurückhaltung in politischen Fragen. Andererseits ist man nicht nur Bundespräsident sondern auch ein normaler Bürger. Und wenn er mitteilt, ein Ministerträsident der Linkspartei verlange ihm einiges ab, dann kann er damit leben. Muß er auch leben können.

Vielen Menschen verlangt es auch einiges ab, daß es mal eine Ministerpräsidenin gab, daß die Grünen im Parlament oder gar auf der Regierungsbank saßen oder inzwischen einen Ministerpräsidenten stellen. Das gehört eben zu den Spielregeln der Demokratie, daß dabei auch mal Abstimmungsergebnisse herauskommen, die uns einiges abverlangen.

25 Jahre danach

25 Jahre nach der Wende in Ostdeutschland und der Deutschen Wiedervereinigung könnte es passieren, daß es einen Ministerpräsidenten der Linkspartei geben wird. „Ja und?“ meinen die einen, „Weltuntergang“ meinen die anderen.

Glücklicherweise haben wir inzwischen eine recht stabile Demokratie hierzulande. Und so eine stabile Demokratie kann einiges ertragen und aushalten.

Erinnert sich noch jemand an Joschka Fischers Auftritt in Turnschuhen im Parlament? Wie lange ist das her? Und inzwischen sind die Grünen von einer Revoluzzer-Partei zu einer Partei der grünen Spießer geworden, die mit mit dem SUV auf dem Weg zur Kita schnell noch mal am Bio-Supermarkt einkaufen. Fair gehandelte Produkte natürlich.

25 Jahre sind eine lange Zeit. Die SED von einst ist auf der Müllkippe der Geschichte vergammelt — zu recht. Ein kleiner Teil der alten SED-Mitglieder folgte ihr zu SED/PDS, dann zur PDS und dann zur — diesmal freiwilligen — Vereinigung von WASG und PDS zur Linkspartei. So richtig alte SED-Anhänger dürften sich in der Linkspartei in nur sehr geringer Zahl befinden. Damit sollte eine linke Partei leben können.

Wie lange dauerte es, bei man bei der CDU nicht mehr an ein Deutschland in den Grenzen von 1937 dachte? Nur zum Vergleich, 25 Jahre nach dem Ende des Dritten Reichs, also 1970, waren Menschen wie Hans Filbinger noch in Amt in Würden. Und auch viele andere Menschen, die sich im Dritten Reich Karriere machten.

Daß gerade aus der Union düstere Szenarien an die Wand gemalt werden, zeugt von wenig politischem Realitätsinn.

Übrigens: Welche Partei setzt sich — 25 Jahre nach Ende der DDR und der Stasi — für flächendeckende Überwachung der Bürger ein? Für eine Überwachung, von deren Qualität die Stasi nur träumen konnte.

Und plötzlich stand die Zeit still…

Irgendwann war ich mit einer guten Freundin in einem Spaß-Bad. Ihr kennt sie bestimmt, die Art von Bade-Paradisen, die so ziemlich jede Art von Bespaßung für jung und alt bieten. Und damit niemand beim Planschen im Wasser friert, sind alle Becken  angenehm warm temperiert.

Irgendwann wollte die Begleitung mal richtig schwimmen. Sie überredete mich zum mitkommen und ging zum 25m-Becken, stieg dort auf den Startblock und machte einen gestreckten Kopfsprung. Hätte sie vorher mit den Zehenspitzen gefühlt, wie kalt das Wasser in diesem Sportbecken ist, hätte sie es sich vielleicht noch einmal überlegt. Aber leichtsinnigerweise sprang sie dann einfach so. Und dann passierte das:

Sie sprang ab, ihr Körper streckte sich, ihre Fingerspitzen berührten das Wasser und dann stand plötzlich die Zeit still. Naja, nicht ganz still, sie Zeit verging plötzlich gaaaaanz langsam. So wie im Film Matrix, wenn die Kugeln auf einmal in Zeitlupe auf den Helden zufliegen. An ihren Fingerspitzen spürte sie, wie eisekalt das Wasser war und während sie in der eingefrorenen Zeit in der Luft schwebte, sah ich die Gänsehaut ihren Arm hinauflaufen. Dann zogen sich ihre Schultern zusammen, das Gesicht verzog sich, die Gänsehaut lief über ihren Rücken, ihr Po spannte sich noch ein wenig mehr an, dann setzte sich die Gänsehaut über ihre Beine langsam Richtung Füße fort.

Dann lief die Zeit normal weiter, sie tauchte ins Wasser ein, verzog immer noch das Gesicht, schwamm eiligst zur Leiter, verließ das Wasser und wir lagen wieder entspannt irgendwo im warmen Wasser.

Ich schwöre, es ist genau so passiert…

Spaß mit Autokennzeichen

Neulich entdecke ich an einem Ort, an dem ich Autos eher staubbedeckt erwarte, ein schickes, schwarzes Auto. Wirklich sauber wie geleckt, alles glänzte, einfach nur ein perfekter Anblick.

Wäre da nicht das Kennzeichen gewesen:

NE-ON 123

Ich hätte da ein Auto in einem fiesen pink oder einem nervösen neongrün erwartet. Aber bei dem Kennzeichen ein schwarzes Auto?

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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