Archiv für Juni 2014

Verbale Gemeinheiten, recht unsubtil

Unterhaltung mit einer Freundin, sie fährt während des Schlagermoves auf einem der Wagen mit und fragt mich, ob ich auch dabei sein wolle. Als ihr Gruftie. Ich korrigiere sie: „Du meinst bestimmt ‚Groupie'“.

Sie schenkt mir ihr zuckersüßestes Lächeln und setzt nach:

Ich meinte schon „Gruftie“. Komm schon, Du bist doch alt genug, daß Du Dich beim Zombie-Walk nicht mal mehr verkleiden müßtest…

Ich beschloß, der Veranstaltung dann doch fernzubleiben. Außerdem, wer weiß, ob ich mit meinem Rollator durch’s Gerdränge gekommen wäre…

Richtiges Schuhwerk ist … Glaubenssache

Richtiges Schuhwerk ist wichtig. Schuhe sollen den Fuß schützen und stützen, nach Möglichkeit noch elegant aussehen, dabei preiswert sein und und und. Sollen Schuhe leicht und luftig sein, greift man(n) im Sommer gerne zu Sandalen. Allerdings sind Sandalen nicht bei allen Wetterlagen geeignet, trockenen Fußes von A nach B zu kommen. Wenn es draußen richtig schüttet, kann sich der Träger schnell fiese Lästereien anhören:

Der Vorteil an Deinen Sandalen ist, daß das Wasser bei jeden Schritt so schnell wieder rauslaufen wird, wie es reingelaufen ist…

Das ließ den Träger jedoch eisekalt:

Der Vorteil dieser Jesus-Latschen ist, daß ich damit übers Wasser gehen kann …

Damit hatte er natürlich die Lacher auf seiner Seite. Und ob es nun Zufall oder Gottes Wille war, hörte der Regen genau im richtigen Moment auf.

Wort des Tages

Unterhaltung im Kollegenkreis: Jemand berichtet, daß ihm die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und — vor allem — die Zusammenarbeit mit den Kollegen viel Spaß mache, ja, daß die Kollegen der Grund seien, warum er sich derzeit nicht beruflich verändern wolle.

Zwischenruf eines Kollegen: „Klarer Fall von Stockholm-Syndrom …“

Ich bin mal gespannt, wie das weitergehen wird 🙂

Was vom Menschen bleibt

Der Mensch, sich seiner Sterblichkeit sehr wohl bewußt seiend, unternimmt manchmal viel, um sich unsterblich zu machen. Mal mit mehr oder weniger Erfolg: Von manchen Menschen wissen wir dank der Werke, die sie hinterließen. Statuen, Gemälde, Plastiken, Gedichte, Romane, Theaterstücke, Opern, Filme, Musik, aber auch Technisches überlebt den Schöpfer, schafft Geschichte, manchmal auch sehr langanhaltende Geschichte.

Die Dramen klassischer griechischer Autoren haben auch heute noch Einfluß, Cäsars Werke werden immer noch im Lateinunterricht gelesen, auch Goethe, Schiller oder Shakespeare wurden durch ihre Werke unsterblich.

Es muß ja nicht gleich Kunst und Kultur sein, manche Menschen hinterlassen ihren Mitmenschen auch gerne andere ‚Ergebnisse‘ gewisser ‚Sitzungen‘. Ja, es ist löblich, sparsam mit Ressourcen umgehen zu wollen, aber nach dem Toilettengang ist Sparsamkeit oft fehl am Platze. Wasser ist hierzulande reichlich vorhanden, es reicht für die große Spülung und — manche Menschen werden jetzt ganz erstaunt tun — auch für das Händewaschen ‚danach‘.

Und im Zweifel betätigt man die Spülung auch gerne zweimal. Die Nachwelt wird sich über fehlende Hinterlassenschaften freuen. Auch wenn das nicht unsterblich macht …

Doppelte Prophezeiung

Wir, eine Freundin und ich, wie kennen einander seit zwei Jahrzenhten, sitzen irgendwo beim Essen. Am Nachbartisch sitzt ein junges Paar. Offensichtlich sind die beiden frisch verliebt. Das ist schön für die beiden. Kaum haben die beiden aufgegessen, setzte sie sich um, saßen sie sich eben noch gegenüber, sitzen sie sie nun über Eck.

Kaum sitzt sie, halten die beiden Händchen, und dann geht schon mit öffentlichkeitswirksamen Knutschen los. Gut, die beiden haben vielleicht kein Zuhause, vielleicht können oder wollen sie nicht bis dahin warten, wie auch immer. Gewisse Formen der Zweisamkeit müssen nicht unbedingt in der Öffentlichkeit ausgelebt werden.

Dann brechen die beiden auf, ehe ich etwas sagen kann, spricht mich die Freundin an: „Egal, wie verliebt die beiden gerade sind, in spätestens drei Jahren sind die beiden eh wieder auseinander, aber wir beide sind dann immer noch befreundet…“

Wir beide sehen uns an, lächeln und wissen, daß es so sein wird, zumindest was uns beide angeht. Dem Paar vom Nebentisch wünsche ich trotzdem alles Gute, auch wenn ich nicht ernsthaft daran glaube…

17. Juni, da war doch was…

Heute beim Umstellen des Kalenders fiel es mir wieder ein, ich wollte was zum 17. Juni bloggen. Eigentlich wollte ich das schon letztes Jahr, am 17. Juni 2013, dem 60. Jahrestag des Arbeiteraufstandes in Ostberlin. Dann hole ich es eben jetzt nach.

Wir alle erinnern uns, am 17. Juni 1953 kam es zu einem Aufstand der Bauarbeiter in Ostberlin, schnell wurde ein allgemeiner Arbeiteraufstand daraus. Und dann kamen die Panzer und walzten den Protest der Demonstranten nieder. So ungefähr wurde es uns im Geschichtsunterricht immer wieder erzählt.

Auch ich habe die Bilder der Panzer und der Demonstranten noch vor meinem geistigen Auge. Aber irgendwas hat mich an den Bildern immer gestört. Es hat lange gedauert, bis es mir klar wurde: Die Bilder zeigen sehr entspannte Panzerbesatzungen, die alles haben, nur keine Angst vor einer ernsthafteren Konfrontation.

Wie komme ich zu dieser — doch recht seltsam klingenden — Interpretation? Es sind ein paar Details. Um sie zu verstehen, muß ich etwas ausholen, ich beschränke mich aber auf die wesentlichen Fakten, die für das Verständnis unbedingt notwendig sind.

1.) (Kampf-)Panzer haben einen enormen Kraftstoffverbrauch. Um eine akzeptable Reichweite zu haben, müssen ausreichend große Tanks verhanden sein. In einem Panzer ist der Platz knapp, sehr knapp. Jeder Ecke ist mit Munition, Vorräten oder Ausrüstung vollgestopft. Und größer möchte man einen Panzer nicht bauen, denn je größer man ihn baut, desto größer ist er auch als Ziel für den Gegner. Findige Panzerkonstrukteure kamen daher beim sowjetischen Panzer T-34 auf die Idee, einen Teil des Kraftstofftanks nach außen zu verlagern. Am Heck befinden sich zwei (abwerfbare) Fässer. Normalerweise ‚fährt‘ man diese externen Tanks zuerst leer. Abgeworfen werden sie nur an bestimmten Sammelplätzen, wo sie gegen volle Tanks getauscht werden. Oder aber, wenn es ins Gefecht geht, denn ein (ungepanzerter) Benzin- oder Dieseltank erhöht die Brandgefahr erheblich.

2.) Wovor haben Besatzungen von (Kampf-)Panzern Angst? Natürlich vor anderen Kampfpanzern. Und wovor noch? Vor Panzerabwehr in Form von Panzerabwehrkanonen (PaK) oder –raketen (PaRak). Oder vor Infantristen, die in Panzernahbekämpung mit Haftminen oder gebündelten Handgranaten ausgebildet sind. Oder vor Brandflaschen, auch als Molotowcocktail bekannt. In einem brennenden Panzer zu sitzen ist als Vorstellung so angenehm wie einen Volltreffer von von einem anderen Panzer, einer Panzerabwehrkanone oder Rakete zu bekommen.

3.) Auf sehr vielen Bildern des Panzer, die am 17. Juni 1953 eingesetzt waren, sind die Zusatztanks noch an den Panzern. Die Besatzungen hatten offenbar keine Angst vor feindlichen Panzern, vor Panzerabwehr oder Molotowcocktails, sonst hätten sie — schon aus Eigenschutz — die Tanks abgeworfen.

4.) Ist es denkbar, daß die Tanks zwar mitgeführt waren, es sich aber um leere Tanks gehandelt haben könnte? Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Es entspricht der sowjetischen Doktrin von Einsatzbereitschaft (zumindest einen Teil) ihrer Fahrzeuge vollgetankt und aufmunitioniert zu haben. Denn wenn es losgeht, ist keine Zeit, um in aller Ruhe zu tanken und sich mit Munition zu versorgen. Nein, die Einheiten mit hoher Bereitschaft sind gefechtsbereit und können binnen sehr kurzer Zeit ausrücken. Bedenken wir, daß 1953 Kalter Krieg war, ein Argument mehr für hohe Einsatzbereitschaft.

Sehen wir uns zum Beispiel dieses Bild nocheinmal genau an. Was sehen wir? Panzer mit der Nummer 83 mit Zusatztanks, die eine hohe Gefahr bei einem Angriff darstellen. Besatzungen, die sich der Risiken voller Zusatztanks durchaus bewußt sind. Trotzdem führen sie diese Tanks mit. Daraus schließe ich, daß sich die Besatzungen in keiner unmittelbaren Gefahr sahen. Die Bilder wirken eher so wie „fahrt da mal hin und macht Eindruck…“ Auch sitzt die Besatzung oben auf dem Panzer und sucht keinen Schutz in seinem Inneren.

Damit es keine Mißverständnisse gibt: Beim Arbeiteraufstand gab es ca. 75 Tote, die genaue Zahl ist unbekannt. Die meisten Opfer starben durch Schußverletzungen, die ihnen durch Volkspolizei und Sowjetarmee mit Handwaffen beigebracht wurden. Das ist schon schlimm genug, keine Frage.

Mann, rasier Dich (nicht)

Wir unterhalten uns, wie sich Menschen verändern können. Neue Garderobe, eine neue Frisur, ein anderes Auto …

Männer haben da noch eine Möglichkeit mehr, sie können sich einen Bart stehen lassen. Oder einen bestehenden Bart immer mal wieder verändern und so ihren Typ zum Teil deutlich zu verändern.

Die Beispiele, die ich derzeit sehe, sind gelungene Beispiele für Typveränderungen … zumindest optische Veränderungen. Die inneren Ecken und Kanten bleiben und lassen sich auch nicht mal eben so abrasieren.

Erkenne das Tier (in Dir)

Es ist schon etwas später am Abend, als ich in eine Polizeikontrolle gerate. Ich komme vom Sport, habe noch die Reithose an, auf dem Beifahrersitz liegen Reitweste und Reithelm, auf der Rückbank die aktuelle Ausgabe der Cavallo, schon am Titelbild als Pferdezeitschrift erkennbar. Irgendwo im Auto ist die Reitgerte verstaut und eine leere Schale Möhren fliegt auch noch im Auto herum.

Mein Auto und ich werden kontrolliert, ich steige aus, um der Polizei Warndreieck und Verbandszeug zu präsentieren. Eine Polizistin leuchtet mit ihrer Taschenlampe in mein Auto und fragt:

Haben Sie mit Pferden zu tun?

Ich mußte mir auf die Zunge beißen, fast wäre mir etwas herausgerutscht:

Momentan eher mit Bullen und Rindviechern

Ich konnte mich dann aber doch beherrschen und es blieb bei hermlosem Smalltalk:

Ja, ich komm grad aus dem Stall, riecht bestimmt noch alles nach Pferd…

Das war offenbar okay für sie.

Solange Sie nicht erkennbar nach Alkohol riechen, ist das für mich in Ordnung.

Na bitte, geht doch 🙂

Fiese Allergie

Unterhaltung über Dinge die man (zu) gerne ißt oder nascht. Fast jeder Mensch hat Dinge, bei denen es sehr schwierig ist, zu widerstehen. Egal ob Gummibärchen, Lakritz, Chips oder Schokolade, irgendwas hat jeder. Was hörte ich neulich zum Thema Negerküsse:

Ich habe eine ganz fiese Allergie: Bei zuviel Schokolade bilden sich Schwellungen an meiner Hüfte …

Ein Blick auf ihre Hüften verriet ziemliche Willensstärke. Respekt!

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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