Archiv für November 2014

Was will uns diese Werbung sagen?

Ich sehe irgendwo einen Werbespot. Nicht irgendeinen. Einen von VW. Für den Touareg. Da wird ein schickes weißes Auto dann in Situationen gebracht, in denen es normalerweise dreckig würde. Wird es aber nicht. Weil man vor der (tiefen) Pfütze anhält. Man fährt auch nicht den kleinen Hügel hoch. Könnte ja auch dabei dreckig werden. Und so weiter. Aber seht erstmal selbst:

SUV stehen ja nicht erst seit gestern in der Kritik, zu groß, zu schwer, zu spritfressend zu sein. Okay, wer (fast) jedes Wochenende mit (Doppel-)Pferdeanhänger unterwegs ist, seinen Bootsanhänger auch häufig ziehen muß, einen Anhänger mit Baumaschinen oder ähnlickem Material ziehen muß, hat Gründe, um so ein „Dickschiff“ zu fahren. Als Nutzfahrzeug

Aber als was werden diese Autos tatsächlich oft gefahren? Als Liftstyle-Autos. Weil es sich angeblich gut anfühlt, wenn man in so einem „Panzer“ die Kinder in den ökologischen Waldkindergarten bringt und dann auf dem Weg zur Arbeit noch mal schnell in zweiter Reihe vor dem Bio-Laden anhält. Daß SUVs in Parkhäusern den einzelnen Parkplatz recht weit ausfüllen und die Parkplätze dabei oft nicht mehr nutzbar sind — es sei denn man parkt da sein Motorrad — stört offenbar kaum einen.

Ich denke, es ist an der Zeit, über die Größe seines Autos mal nachzudenken. Die Zeit für große Schwanzverlängerer ist abgelaufen. Schon lange.

Wer ist dieser …?

Irgendwann, vor langer langer Zeit, war ich mal in der IT-Abteilung einer größeren Firma. Und wie das bei größeren Firmen oft ist, irgendjemand kennt jemanden, der mal ein Praktikum oder sowas machen muß.  Und so kam es, daß die Controlling-Abteilung jemanden bekam. Die Controllerin war not amused, der Praktikant sprach nur wenig Deutsch, Englisch noch etwas weniger. Schnell war klar, daß sie ihn nicht an echte Arbeit und reale Zahlen lassen konnte/wollte/durfte.

Was nun? Schnell wurde ein ähnliches Betätigungsfeld gefunden, der Prakti durfte mal die IT-Kosten ansehen und dann Zuordnungen nach Benutzern und Kostenstellen und so machen. Nicht immer sind IT-Geräte so sauber in der Datenbank, wie es wünschenswert wäre, da ist jemand, der Zeit und Muße dafür hat, nicht ganz unwillkommen.

Der Prakti bekam Exporte aus den Datenbanken, durfte dann mit Excel und ein paar anderen Werkzeugen Data-Crunching betrieben und präsentierte ein paar Tage später seine ersten Ergebnisse. Allerdings war ihm dabei aufgefallen, daß zwei Kollegen, die er nicht kannte, sehr viele Computer hatten. Verwundert fragte er, wer denn „Combat Ready“ und „Iron Reserve“ seien. Er sprach das „Khombaht Riehieh“ und „Irohn Resärwä“ aus, was für erste Heiterkeiten sorgte.

Wie viele anderen IT-Abteilungen hatten es auch wir zwei Dummy-User, einmal „Combat Ready“ für alle Maschinen, die frisch aufgesetzt waren und auf den Einsatz beim Benutzer warteten. Und dann „Iron Reserve“ für Geräte, die noch eine Zeit lang vorgehalten werden, bevor sie ausgemustert werden.

Irgendwie wurde vergessen, dem Prakti diese beiden User und ihre Bedeutung mitzuteilen. Es tat mir fast schon leid, als er erkannte, daß es doch kein so großes Einsparpotential gab, er er zunächst dachte; denn er konnte nicht verstehen, wozu zwei ‚Kollegen‘ so viele PCs brauchen.

Darf der das?

Bald könnte es den ersten Ministerpräsident  geben, der von der Linkspartei gestellt wird.

Das macht manchem Kopfschmerzen. Darf man seine Bedenken öffentlich teilen? Ja, darf man. Mir ist lieber, jemand hat eine Meinung und tut sie offen kund, dann weiß ich, mit wem ich es zu tun habe. Darf man seine Meinung auch kundtun, wenn man als Bundespräsident arbeitet? Okay, als Bundespräsident arbeitet man nicht, es ist ein Amt, das man bekleidet. Fragen wir anders: Darf man seine Meinung kundtun, wenn man Bundespräsident ist?

Ja und nein. Einerseits gebietet das Amt eine gewisse Rurückhaltung in politischen Fragen. Andererseits ist man nicht nur Bundespräsident sondern auch ein normaler Bürger. Und wenn er mitteilt, ein Ministerträsident der Linkspartei verlange ihm einiges ab, dann kann er damit leben. Muß er auch leben können.

Vielen Menschen verlangt es auch einiges ab, daß es mal eine Ministerpräsidenin gab, daß die Grünen im Parlament oder gar auf der Regierungsbank saßen oder inzwischen einen Ministerpräsidenten stellen. Das gehört eben zu den Spielregeln der Demokratie, daß dabei auch mal Abstimmungsergebnisse herauskommen, die uns einiges abverlangen.

25 Jahre danach

25 Jahre nach der Wende in Ostdeutschland und der Deutschen Wiedervereinigung könnte es passieren, daß es einen Ministerpräsidenten der Linkspartei geben wird. „Ja und?“ meinen die einen, „Weltuntergang“ meinen die anderen.

Glücklicherweise haben wir inzwischen eine recht stabile Demokratie hierzulande. Und so eine stabile Demokratie kann einiges ertragen und aushalten.

Erinnert sich noch jemand an Joschka Fischers Auftritt in Turnschuhen im Parlament? Wie lange ist das her? Und inzwischen sind die Grünen von einer Revoluzzer-Partei zu einer Partei der grünen Spießer geworden, die mit mit dem SUV auf dem Weg zur Kita schnell noch mal am Bio-Supermarkt einkaufen. Fair gehandelte Produkte natürlich.

25 Jahre sind eine lange Zeit. Die SED von einst ist auf der Müllkippe der Geschichte vergammelt — zu recht. Ein kleiner Teil der alten SED-Mitglieder folgte ihr zu SED/PDS, dann zur PDS und dann zur — diesmal freiwilligen — Vereinigung von WASG und PDS zur Linkspartei. So richtig alte SED-Anhänger dürften sich in der Linkspartei in nur sehr geringer Zahl befinden. Damit sollte eine linke Partei leben können.

Wie lange dauerte es, bei man bei der CDU nicht mehr an ein Deutschland in den Grenzen von 1937 dachte? Nur zum Vergleich, 25 Jahre nach dem Ende des Dritten Reichs, also 1970, waren Menschen wie Hans Filbinger noch in Amt in Würden. Und auch viele andere Menschen, die sich im Dritten Reich Karriere machten.

Daß gerade aus der Union düstere Szenarien an die Wand gemalt werden, zeugt von wenig politischem Realitätsinn.

Übrigens: Welche Partei setzt sich — 25 Jahre nach Ende der DDR und der Stasi — für flächendeckende Überwachung der Bürger ein? Für eine Überwachung, von deren Qualität die Stasi nur träumen konnte.

Und plötzlich stand die Zeit still…

Irgendwann war ich mit einer guten Freundin in einem Spaß-Bad. Ihr kennt sie bestimmt, die Art von Bade-Paradisen, die so ziemlich jede Art von Bespaßung für jung und alt bieten. Und damit niemand beim Planschen im Wasser friert, sind alle Becken  angenehm warm temperiert.

Irgendwann wollte die Begleitung mal richtig schwimmen. Sie überredete mich zum mitkommen und ging zum 25m-Becken, stieg dort auf den Startblock und machte einen gestreckten Kopfsprung. Hätte sie vorher mit den Zehenspitzen gefühlt, wie kalt das Wasser in diesem Sportbecken ist, hätte sie es sich vielleicht noch einmal überlegt. Aber leichtsinnigerweise sprang sie dann einfach so. Und dann passierte das:

Sie sprang ab, ihr Körper streckte sich, ihre Fingerspitzen berührten das Wasser und dann stand plötzlich die Zeit still. Naja, nicht ganz still, sie Zeit verging plötzlich gaaaaanz langsam. So wie im Film Matrix, wenn die Kugeln auf einmal in Zeitlupe auf den Helden zufliegen. An ihren Fingerspitzen spürte sie, wie eisekalt das Wasser war und während sie in der eingefrorenen Zeit in der Luft schwebte, sah ich die Gänsehaut ihren Arm hinauflaufen. Dann zogen sich ihre Schultern zusammen, das Gesicht verzog sich, die Gänsehaut lief über ihren Rücken, ihr Po spannte sich noch ein wenig mehr an, dann setzte sich die Gänsehaut über ihre Beine langsam Richtung Füße fort.

Dann lief die Zeit normal weiter, sie tauchte ins Wasser ein, verzog immer noch das Gesicht, schwamm eiligst zur Leiter, verließ das Wasser und wir lagen wieder entspannt irgendwo im warmen Wasser.

Ich schwöre, es ist genau so passiert…

Spaß mit Autokennzeichen

Neulich entdecke ich an einem Ort, an dem ich Autos eher staubbedeckt erwarte, ein schickes, schwarzes Auto. Wirklich sauber wie geleckt, alles glänzte, einfach nur ein perfekter Anblick.

Wäre da nicht das Kennzeichen gewesen:

NE-ON 123

Ich hätte da ein Auto in einem fiesen pink oder einem nervösen neongrün erwartet. Aber bei dem Kennzeichen ein schwarzes Auto?

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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