Archiv für November 2015

70 Jahre nach dem Krieg: Die Legende des Siegs von Pearl Harbor

Es ist gut 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, im Entwurfsordner dieses Blogs, warteten noch ein paar Anmerkungen zu Details, ich kippe sie jetzt einfach mal in den Ordner mit Veröffentlichungen.

Der Angriff auf Pearl Harbor gilt gemeinhin überragender Erfolg. Die japanischen Streitkräfte haben in Pearl Harbor der US Navy einen gewaltigen Schlag versetzt. Kann man aber auch ganz anders sehen: Die Japaner haben es vermasselt. Wieso sollte man zu so einer Einschätzung kommen, wurden doch immerhin 12 Schiffe zerstört, 9 weitere Schiffe (zum Teil schwer) beschädigt, 164 Flugzeige zerstört, 159 weitere beschädigt. Dazu kommen 2.400 Tote und 1.200 Verletzte. (Diese Zahlen sind nicht absolut, je nach Betrachtung gibt es Schwankungen).

Sieht man sich aber an, was die Angreifer nicht zerstört hatten, sieht das Bild anders aus. Nicht zerstört wurden die Flugzeugträger. Kein einziger. Denn die waren woanders im Einsatz. Das hatte die japanische Aufklärung nicht mitbekommen. Die versenkten großen Schlachtschiffe stammten teilweise noch aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und waren technisch nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Stand der Zeit waren Flugzeugträger. Schlachtschiffe, auch wenn sie gewaltige Kanonen haben, können einen Kampf nur auf eine (relativ) kurze Entfernung führen. Was nützt es, großkalibrige Geschosse 40 Kilometer weit auf den Feind abfeuern zu können, wenn man seine Entfernung nicht präzise genug messen kann, um nicht knapp vorbeizuschießen? Ein Flugzeugträger kann seine Flugzeuge den Feind nicht nur suchen lassen, sie können dann auch aus (relativ) kurzer Entfernung angreifen und sehr präzise treffen. Genau das machten die Japaner mit ihrem Angriff vor.

Nicht zerstört wurden die U-Boote, sie sollten im späteren Kriegsverlauf den japanischen Transport von Truppen und Material zwischen den vielen Inseln erheblich einschränken. Nicht zerstört wurden die Werften, mit ihrer Hilfe gelang es, viele der Schiffe zu heben, zu reparieren und wieder einsatzfähig zu machen. Nicht zerstört wurden die Treibstofflager. Sie zu löschen wäre extrem schwierig bis unmöglich gewesen und die unbeschädigten Teile US-Pazifik-Flotte wäre solange fast ohne Treibstoff und somit nicht einsatzfähig gewesen. All das haben die Angreifer nicht zerstört und damit den USA einen sehr baldigen Gegenschlag ermöglicht, bereits nur 6 Monate später führte die Schlacht um Midway zur Wende im Pazifikkrieg.

70 Jahre nach dem Krieg: Richtig tanken bringt Vorteile…

Es ist gut 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg endete, im Entwurfsordner dieses Blogs, warteten noch ein paar Anmerkungen zu Details, ich kippe sie jetzt einfach mal in den Ordner mit Veröffentlichungen.

Vor 75 Jahren, 1940, geriet der Krieg zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich in die heiße Phase. Zwar hatte Frankreich dem Deutschen Reich kurz nach dessen Überfall auf Polen den Krieg erklärt und damit seine Verpflichtungen gegenüber Polen erfüllt, aber der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich war ein sogenannter Sitzkrieg, beide Seiten saßen sich gegenüber und hüteten sich, die jeweils andere Seite anzugreifen. Erst am 10. Mai 1940 wurden die Deutschen Truppen aktiv und begannen den aktiven Krieg gegen Frankreich.

Was dann geschah, ging als „Blitzkrieg“ in die Geschichtsbücher ein. Gerne wird an dieser Stelle vergessen, dass Frankreich über mehr und teilweise auch technisch bessere Panzer verfügte als die angreifenden Deutschen. Wie kam es dann dazu, dass die Franzosen den Krieg so schnell verloren? Ein Detail war die Betankung der Panzer.

Panzer, egal welcher Nation, haben einen enormen Treibstoffverbrauch. Die allermeisten Panzer hatten damals Benzinmotoren und keine (etwas) sparsameren Dieselmotoren (das führten die Sowjets mit dem legendären T-34 ein). Die Faustregel „Ein Liter auf einen Kilometer“ war auch damals schon zutreffend, es konnte aber auch mal deutlich mehr Verbrauch sein. Panzer brauchen also eines ganz dringend: Treibstoff. Um diesen zum „Kunden“ zu bringen gibt es unterschiedliche Konzepte:

Die Franzosen hatten Tankwagen, mit mehreren langen Schläuchen und Zapfpistolen, wie man das aus der Tankstelle kennt. Panzer und Tankwagen treffen sich, und dann tankt ein Panzer nach dem anderen. Und wenn auch der letzte Panzer betankt ist, kann die Einheit weiterfahren. Stellen wir uns eine Panzerkompanie vor, drei Züge zu je vier Panzer, dazu einen Kompanieführungspanzer, dann kommt man auf 13 Fahrzeuge. Und wer mal den Stau an der heimischen Tankstelle, wenn es Treibstoff wieder günstig gibt, erlebt hat, kann sich vorstellen, wie lange man braucht. Besonders dann, wenn nicht mal eben 40 sondern 400 Liter getankt werden. Es konnten aber auch mal 800 Liter sein. Es dauerte also.

Die Deutschen gingen anders vor, bei ihnen gab es Benzin in Kanistern. Jene 20-Liter-Blechkanister, die wir heute noch kennen. Diese Kanister wurden auf der Ladefläche eines Lkw transportiert. War der Tankwagen vor den Panzern am vereinbarten Treffpunkt, so wurden ausreichend viele Kanister von der Ladefläche auf den Boden abgeladen, immer so viele Kanister, dass auch ein leerer Tank wieder gefüllt werden konnte. Pro Panzer gab es einen Stapel Kanister, dann ein paar Meter weiter den nächsten Stapel. Kamen dann die „durstigen“ Panzer an, mussten die Besatzungen nur noch den Inhalt der Kanister umfüllen. Entsprechende große Trichter, mit deren Hilfe man aus mehreren Kanistern gleichzeitig „tanken“ konnte, hatte jeder Panzer dabei. Genügend Besatzungsmitglieder, hatte ein Panzer auch, je nach Modell gab es vier oder fünf Mann Besatzung. Und ehe man sich versah, war der Panzer betankt, die leeren Kanister wurden vom Tankwagen wieder eingesammelt und an einem zentralen Tanklager wieder befüllt. Kanister, die nicht entleert wurden, kamen für den nächsten Einsatz gleich wieder auf den Tankwagen.

Kam der Tankwagen zu den warteten Panzern, fuhr er an der Kolonne vorbei, warf man der Besatzung die gewünschte Anzahl von Kanistern zu und es wurde getankt wie oben beschrieben.

So kam es, dass der „Tankstopp“ bei den deutschen Panzern sehr kurz war, während die französischen Panzer deutlich länger brauchten, um wieder einsatzbereit zu sein. Und dieser Zeitvorteil war einer von mehreren Faktoren, die über Sieg oder Niederlage entschieden.

So ähnlich ist das heute noch bei der Autorennen. Klappt der Tankstopp, spart man wertvolle Zeit. Gibt es Probleme, verliert man wertvolle Zeit und die anderen gewinnen das Rennen. Nur dass man heute nicht mehr auf einander schießen muss…

Was messen Performance-Indices?

Manchmal sind die Dinge kompliziert und um sie verstehen zu können, muss man sich genau damit befassen. Organisatorische Hilfen wie ITIL oder vergleichbare Dinge sollen helfen, komplizierte Dinge etwas einfacher zu machen, man bricht die Dinge in immer kleinere Stücke herunter, bis am Ende dann reines „Doing“ übrigbleibt, also einzelne „Tasks“, die (einfach) abzuarbeiten sind.

Nun kann man Systeme benutzen, die die Anzahl dieser Tasks zählen und auswerten, welcher Mensch wie viele Tasks schafft, wie lange ein Task auf Annahme warten muss, wie lange er bearbeitet wird, wie viele Tasks noch in der Warteschleife kreisen und auf ihre Bearbeitung warten. Man kann dann sehr schöne Auswertungen und Statistiken erzeugen und bekommt dann am Ende schöne bunte Grafiken, die sich hervorragend auf PowerPoint-Präsentationen machen.

Eine Redensart sagt:

Traue nur der Statistik, an deren Fälschung Du selbst (maßgeblich) beteiligt warst.

Oder ein wenig anders ausgedrückt:

Wenn Du nicht alles weißt, dann weißt Du im Grunde genommen überhaupt nichts und musst Dich auf alles (blind) verlassen…

Wenn man also nicht weiß, dass bestimmte Tasks auf eine Antwort des Benutzers warten und solange (künstlich) verzögert werden müssen, dann versteht man auch nicht, wie die Zahlen in den bunten Präsentationen Zustandekommen. Dann kann man sich über die hohe Anzahl von Tickets im System wundern oder bemängeln, dass es so viele offene Tickets gibt.

Besonders ärgerlich ist es, wenn die Menschen, die sich dann mit bunten Präsentationen berieseln — pardon — informieren lassen, durch Vorgaben dafür gesorgt haben, dass die Dinge so sind, wie sie sind, gleichzeitig dann kritisieren, dass die Zahlen so sind, wie sie sind. Wenn man aber nicht weiß, welche Größen überhaupt in die Auswertung einfließen und welche Größen nicht, dann weiß man überhaupt nichts.

Oder wie es ein Kollege formulierte:

Da kannste auch die Ausschläge beim E-Meter der Scientologen als Wissenschaft betrachten, es bleibt nur Aberglaube…

Recht hat er.

Oder aber, man bringt die Menschen dazu, die Vorgabe irgendwie zu erreichen und lädt ein — nein, eigentlich zwingt man — durch (mehr oder weniger kreative) Tricksereien die Zahlen auf dem Papier zu erreichen, auch wenn die Wirklichkeit ganz anders aussieht.

Vereinbarung mit Ohrwurm

Bekanntlich gibt es nicht nur den einen Weg, manchmal, eigentlich fast immer, gibt es mehrere Wege, die zum Ziel führen. Also bringt man alle Menschen, die es betrifft und die auch Ahnung haben (dieser Zusatz ist wichtig!) zusammen und geht die Alternativen durch. Und meistens bringt der gesunde Menschenverstand dann richtig viel und man findet die eine Lösung, die für alle Beteiligten dann die beste ist. So entstand neulich am Ende einer Besprechung folgender Dialog:

Kollege 1:

Das ist besser für Dich und für mich…

Woraufhin ein älterer Kollege einfiel:

… und für Düsseldorf am Rhein…

Zunächst sahen sich alle Beteiligten etwas verwundert an, dann fiel der sprichwörtliche Groschen und wer alt genug war, konnte sich an einen Schlager aus dem späten 1960 Jahren erinnern. (Hier nachlesen, hier anhören)

Und auf einmal hatten die älteren Mitarbeiter einen Ohrwurm 🙂

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

Neueste Kommentare
Archiv
  • 2017 (18)
  • 2016 (18)
  • 2015 (21)
  • 2014 (61)
  • 2013 (78)
  • 2012 (91)
  • 2011 (67)
  • 2010 (99)
  • 2009 (105)
  • 2008 (96)
  • 2007 (94)
  • 2006 (83)
  • 2005 (123)
  • 2004 (129)
  • 2003 (30)
Kategorien