Archiv für Juli 2016

Doping…

Immer, wenn sportliche Großereignisse vor der Tür stehen, kommen Diskussionen um das Thema Doping auf. Man kann sich darauf verlassen wie auf das Amen in der Kirche. Solche Diskussionen sind auch nicht ganz grundlos, wenn Menschen laufen, schwimmen oder fahren mit dem Rad immer schneller. Ob das nur an besseren Schuhen, Schwimmbekleidung oder Fahrrädern liegt, darf bezweifelt werden. Auch dass sich Sportwissenschaften und Trainingsmethoden so verbessern, dass die Rekorde von heute teilweise deutlich unter denen von früher lagen, erscheint vielen Menschen unerklärlich…

Es sei denn, man bezieht die Wirkung von — nennen wir sie man höflich — unterstützenden Maßnahmen mit ein. Die Ernährung ist heute bestimmt viel besser, aber eben auch andere Maßnahmen. Und immer wieder werden Menschen der Benutzung unerlaubter Hilfsmittel überführt. Das Märchen vom sauberen Spitzensport ist in erster Linie ein Märchen. Zu groß sind die Verlockungen, sich der Hilfe der modernen Wissenschaften auch dort zu bedienen, wo es unethisch oder ganz klar verboten ist.

Dumm ist es nur, wenn man dabei erwischt wird. Dann ist die Teilnahme an den nächsten sportlichen Großereignissen gestrichen. Nun sollen ja nationale Anti-Doping-Agenturen ihre Sportler überwachen und so eine Sauberkeit garantieren. Doch manchmal sind eben auch die (staatlichen) Agenturen eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Gerne wird dann der Vorwurf des Staats-Dopings erhoben. Natürlich wehren sich die betroffenen Staaten gegen derlei Vorwürfe, was auch sonst.

Da finde ich den Umgang anderer Staaten viel besser, dort gibt man offen zu, dass die eigenen Soldaten gedopt sind und dank leckerer Schokolade nicht nur zu sportlichen Höchstleistungen gebracht werden, doch seht selbst:

Bringt nicht nur Soldaten zu Höchstleistungen

Bringt nicht nur Soldaten zu Höchstleistungen

Spaß bei der Zulassungsstelle

Dass man mit Kfz-Kennzeichen viel Spaß haben kann, hatte ich schon hier und hier und hier und hier geschrieben.

Ich glaube, auch die Leute von der Zulassungsstelle hatten bei diesem Kennzeichen ein Lächeln im Gesicht:

Das Kennzeichen ist Programm

Das Kennzeichen ist Programm

Die Sache hat einen (Klammer)haken…

Vor vielen vielen Jahren, es war knapp nach der Jahrtausendwende, kam ich als Admin in eine Firma und sollte die dortige IT übernehmen. Ein externer Dienstleister und mein Vorgänger hatten ein damals neues System auf Basis von Windows 2000 Server und entsprechenden Clients aufgesetzt. Das meiste funktionierte auch, einige Probleme konnte ich schnell beheben, manche haben etwas gebraucht, eines war jedoch sehr hartnäckig:

Der Server hatte auch einen Fax-Connector und man konnte Office-Dokumente auch faxen statt sie nur zu drucken. Dummerweise löste dieser Connector kein ausgehendes Fax aus. Eingehende Faxe funktionierten tadellos, auch die Test-Faxe, die die ISDN-Karte als Selbsttest senden konnte, kamen sauber an. Ich hatte schon einiges an Zeit in die Analyse der möglichen Ursache gesteckt, aber da diese Lösung eigentlich kaum gebraucht wurde, ich auch noch reichlich andere Dinge zu tun hatte, hatte das bei mir keine Priorität.

Irgendwann beschloss jemand, dass diese Lösung nun funktionieren müsse und ich kümmerte mich darum. Recherche im Ereignisprotokoll brachte mich nicht weiter, die Fehlermeldungen sagten nur, dass es einen Timeout gäbe. Die Ursache des Timeouts war mir (zunächst) rätselhaft. Eher zufällig schaltete ich mich remote auf den Server auf und sah, was passierte, wenn ein Dokument zu einem Fax gemacht werden sollte:

Das Dokument wurde an den Server übermittelt, dann wurde zum Beispiel Word geöffnet, dass das Dokument dann auf den speziellen Drucker (eigentlich das Fax) ausdrucken sollte. Beim Öffnen des Dokumentes erschien Karl Klammer und bot aufdringlich seine Hilfe an. An die genaue Meldung erinnere ich mich nicht mehr, aber es wird etwas wie „Sie benutzen Word zum ersten Mal, möchten Sie, dass ich sie unterstütze?“ gewesen sein.

Da auf dem Server niemand diese Frage beantwortete, passierte eben nichts und irgendwann lief das Ganze in einen Timeout und es wurde eben kein Fax erstellt. Nachdem ich die Ursache erkannt hatte, startete ich auf dem Server Word, Karl Klammer bot wieder seine Hilfe an und ich schaltete ihn für immer aus. Schon klappte das auch mit dem Faxen.

Auch Spiegel Online berichtete neulich mal über Karl Klammer und fragte sich, was eigentlich aus ihm geworden sei…

Es ist nie passiert…

Vor vielen Jahren, ich wusste damals weniger über IT als heute, war ich als Student in den Semesterferien bei einer großen Firma zur Verstärkung der lokalen IT eingesetzt. Damals gab es (dort) kaum Drucker mit eingebautem LAN-Interface, es war noch die Zeit, in der man kleine Print-Server benutzte. Diese Dinger hatten drei Anschlüsse: Einen für ein Steckernetzteil, einen für LAN und einen Centronics für den Drucker.

Meine Aufgabe war es nun, eine große Kiste voller Print-Server zu nehmen, einen davon anzuschließen, mit einem speziellem Programm den Server anhand seiner (hinten aufgedruckten) MAC auszuwählen, die Firmware zu aktualisieren und dann einen Testausdruck der Konfiguration auf dem angeschlossen Laserdrucker durchzuführen, dazu gab es hinten am Print-Server einen kleinen Knopf, wenn man den drückte, dann wurde die aktuelle Konfiguration ausgedruckt. Der Zettel wurde dann an den Print-Server geklebt und das Spiel sollte sich wiederholen, bis ich alle Print-Server der Kiste abgearbeitet hab.

Soweit, so einfach. Print-Server um Print-Server bekamen die aktuelle Firmware, druckten ihre Konfiguration und alles war gut, bis…

Bei einem Print-Server passierten seltsame Dinge: Ich schloss ihn an, wählte ihn anhand der MAC-Adresse aus, aktualisierte seine Firmware, das Gerät startete neu und bevor ich den Knopf für den Ausdruck der Konfiguration drücken konnte, begann der Drucker mit einem Ausdruck. Ehe ich mich versah, war schon ein Dutzend Seiten ausgedruckt. Verdutzt nahm ich eine Seite davon und sah sie mir an, um zu begreifen, was da gerade passierte. Auf der Seite war ein deutliches Wasserzeichen „GEHEIM“ zu sehen.

Verschreckt schaltete ich sofort den Print-Server aus und lief mit dem Ausdruck zu meinem Chef. Er kam sofort mit, der Drucker hatte in der Zwischenzeit weitere Seiten ausgedruckt, es waren ja noch Daten im Pufferspeicher des Druckers. Er nahm den Papierstapel, sah sich den Text an, las die Fußzeile des Dokumentes und dort auch den Namen des Autors, es war die Sekretärin des Vorstands. Wir hatten also hier ganz heißes Material in den Händen.

Er sag mich ernst an und fragte, was und wieviel ich von dem Dokument mitbekommen hätte. Ich war viel zu aufgeregt, als ich die erste Seite mit dem Wasserzeichen „GEHEIM“ in den Händen hielt, war ich ja gleich zu ihm gelaufen (wirklich gelaufen). Nachdem das geklärt war, mussten wir eine Lösung für die Ausdrucke finden. Die konnten wir nicht einfach so in den Papierkorb werfen, die mussten wirklich endgültig und sicher vernichtet werden.

Er ging sich auf die Suche nach einem geeigneten Ort machen und kam wieder: „In Raum X bei Person Y steht auch ein Reißwolf, aber Y ist neugierig, so einfach da die Ausdrucke vernichten geht also nicht. Wir machen es so: Du geht da rein, drängst Y ein Gespräch auf, Du bist noch neu hier und hast bestimmt noch viele Fragen und dann verwickelst Du Y in ein Gespräch. Ich komme dann rein und nutze aus, dass Du Y ablenkst. Klar?“

Ich nickte und ging in Raum X. Person Y sah mich an, ich fing an, meine Fragen zu stellen, etwas umständlicher als nötig. Y und ich waren dann ins Gespräch, als mein Chef mit einem Stapel Ausdrucke reinkam, und zum Reißwolf ging, als wäre es die normalste Sache der Welt. Er steckte Seite um Seite in den Reißwolf, so schnell es ging, während ich Y weiter mit meinen Fragen löcherte.

Irgendwann wurde Y misstrauisch und fragte nach, was denn gerade vernichtet würde, aber da war mein Chef schon fast fertig und konnte die Frage mit einem „Nun nichts mehr, ich hör schon auf zu stören“ beantworten und verließ den Raum, so schnell wie es ging. Ich musste nicht so tun, als ob ich aus dem Konzept geraten wäre, ich war es tatsächlich. Ich stellte meine letzte Frage erneut und dann noch ein paar Fragen, bedankte mich für die Antworten und trabte dann wieder ab.

Wieder in unserem IT-Büro versuchten wir zu verstehen, was da passiert war und auch warum. Es ist uns nicht gelungen. Sicher ist nur, dass ein „falscher“ Printserver auf einmal die Daten bekommen hatte, die für einen ganz anderen Print-Server bestimmt waren.

Nach dem Aktualisieren der Firmware und dem Neustart des Print-Servers ist er in Werkseinstellung, hat also keine feste IP-Adresse sondern muss eine beim DHCP-Server beantragen. Der DHCP-Server kann nun einfach eine IP-Adresse aus seinem Vorrat vergeben und merkt sich dann, an welche MAC-Adresse er die vergeben hat. Oder aber der DHCP-Server hat eine Reservierungsliste, dann sieht er nach, welches Gerät mit der MAC-Adresse IMMER wieder eine bestimmte IP-Adresse bekommen soll. Da MAC-Adressen einmalig sind (oder zumindest sein sollten und auch fast immer sind), konnten wir ausschließen, dass unser Print-Server irrtümlich die IP-Adresse des anderen Print-Servers bekommen hatte. Das war es also nicht.

Jeder Print-Server hat auch einen bestimmten Namen, über den man ihn erreichen kann, so ein Name setzt sich dann aus einem festen Teil, zum Beispiel dem Herstellernamen, und einem gerätespezifischen Teil, also der MAC-Adresse (oder einem Teil davon) zusammen. Dass der unser Print-Server (zufällig) exakt den Namen des anderen Print-Servers bekommen hat, konnten wir auch ausschließen.

Jeder Netzwerker, dem ich diese Geschichte im Laufe der vielen Jahre, die die Geschichte nun her ist, erzählt habe, hatte keine Erklärung, was da passiert sein konnte.

Einig waren sich dann aber alle, dass die Lösung, die mein damaliger Chef vorschlug, immer noch die Beste war:

Wir sind uns doch einig: Es ist niemals passiert…

Sag zum Abschied leise „Senf“

Dass ich tolle Kollegen hatte, das wusste ich. Damit der Abschied nicht ganz so traurig wird, haben sie sich etwas einfallen lassen, das den Abschied etwas versüßen wird:

Eine kleine Anspielung, die aber sehr gelungen ist...

Eine kleine Anspielung, die aber sehr gelungen ist…

Ich war zwar nie mit dem Motorrad dort, aber das stört mich nicht.

Und weil die Kollegen zukünftig ohne mich zum „Onkel“ gehen müssen, gab es eine doppelte Erinnerung an die gemeinsamen Mittagessen:

Leckere Saucen von "Onkel Curry"

Leckere Saucen von „Onkel Curry“

Vielen Dank für alles!

Wichtiger Hinweis

Manchmal ist es Menschen wichtig, bestimmte Dinge klarzustellen. Ihre Haltung zu bestimmten Dingen oder zu bestimmten Fragen des Zeitgeschehens. So kam es, dass ich dann diesen Hinweis in der Heckscheibe eines Autos aus Großbritannien entdeckte:

Klare Botschaft!

Klare Botschaft!

Leckerer Kakao

Beim Schlendern durch den Konsumtempel der Gegend entdeckte ich auch diese äußerst leckere Kakao-Spezialität:

Äußerst lecker: Cacaolat

Äußerst lecker: Cacaolat

Den Rubikon überqueren

Erinnert Ihr Euch noch, damals als der Bundeswulff meinte, mit einer Sache sei der Rubikon überschritten?

Er hätte damals mal nicht so ein Fass aufmachen sollen, stattdessen lieber ein paar Dosen leckere Brause. Dann hätte er sich vielleicht nicht so zum Horst gemacht:

Besser Brause trinken als ein Fass aufmachen...

Besser Brause trinken als ein Fass aufmachen…

 

 

 

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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