Archiv für 2017

Extreme Dosen-Recycling

Vor vielen Jahren erlebte ich mal diese Geschichte:

Ein (damaliger) Freund trank gerne Wodka-RedBull, damals ein Modegetränk. Und auf seinen (legendären) Partys gab es viel Wodka und entsprechend viel RedBull. Er kaufte den Wodka kistenweise und RedBull palettenweise. Die leeren Dosen wurden nicht ordentlich in die leeren Paletten gestapelt, stattdessen wurden sie locker in Müllsäcke geworfen. Der Müllsack kam dann auf den Balkon. Irgendwie wurde dann vergessen, die Säcke, genauer deren Inhalt, mal abzugeben. War ja auch noch Platz auf dem Balkon. Und irgendwann kam es, wie es kommen musste: Die Balkontür ließ sich kaum noch schließen, der Balkon schon lange nicht mehr betreten.

Der Freund war von der Situation selbst genervt, es mangelte ihm aber an Motivation, die Sache aber mal durchzuziehen und die Dosen abzugeben. Also überredete ich ihm und drängte meine Hilfe auf, um den Begriff „Nötigen“ elegant zu umgeben…

Sack um Sack luden wir in sein Auto, Kofferraum und Rückbank waren vollgestopft, die letzten beiden Säcke hatte ich zwischen meinen Beinen bzw. auf dem Schoß. So fuhren wir dann zu einem Supermarkt, der zwei Automaten hatte. Nach wenigen Dosen hatten wir die perfekte Technik drauf und wussten, wie schnell wir die nächste Dose einlegen konnten, ohne Zeit zu verschwenden oder den Automaten zu überfordern.

Kamen andere Kunden, die auch Leergut zurückgeben wollten, gaben wir einen oder auch beide Automaten frei, schließlich wollten wir nicht dumm auffallen. Nach und nach leerten sich die Säcke, nach und nach bekamen wir immer mehr Pfandbons. Und nach und nach fielen wie beim Personal auf. Da wir aber keine anderen Kunden störten, ließ man uns gewähren.

Irgendwann waren wir fertig und kamen mit vielen Bons an der Kasse an. Die Kassiererin musste ihren Chef erklären, dass alles mit rechten Dingen zugegangen war, immerhin hatten sie und ihre Kolleginnen und viele Hundert Dosen in die Automaten stecken sehen, der hohe Betrag wurde dann anstandslos ausgezahlt. Das Geld reichte für eine Stange Zigaretten, eine Tankfüllung seines Autos und für ein ausgiebiges Essen beim legendären Burger-Restaurant auf der anderen Straßenseite. Und es blieb immer noch Geld übrig.

Manchmal muss man sich einfach überwinden, die Dinge anzugehen. Oder sich eben überwinden lassen…

Reiseimpressionen — Mach‘ die Dose platt!

Hierzulande haben wir ja einen Pfand auf Einwegverpackungen. Nicht auf alle Einwegverpackungen. Auf eine Dose mit 250ml Energy-Drink ist Pfand. Ist in der Dose aber Kakao (oder ist der Hauptbestandteil des Energy-Drinks nicht Wasser sondern Molke), dann aber nicht. Das mag verstehen, wer will.

Jedenfalls haben wir deutschen Verbraucher uns angewöhnt, die leeren Dosen in den entsprechenden Rücknahmeautomaten zu stecken, einen Pfandbon zu bekommen und beim Einkauf an der Kasse verrechnen zu lassen. So kommt manchmal ein ordentliches Sümmchen heraus. In anderen Ländern, zum Beispiel Österreich, gehen die Dosen auch ins Recycling. (Bei meinem dortigen Besuch hatte ich vergessen, wie genau die Rücknahme funktioniert.)

In der Bar des Hangar-7, also des RedBull-Tempels, gibt es für die Gäste eine besondere Form der Bespaßung, sie dürfen ihre eigenen Dosen in einer speziellen Presse plattmachen. Natürlich musste ich das ausprobieren und auch dokumentieren:

Die schicke Dosenpresse

 

Dose einstellen

 

Abdeckung schließen und Kurbel betätigen

 

Die Dose ist platt

 

Knopf auf der Rückseite drücken und die platte Dose wird ausgeschoben

Reiseimpressionen — Stahlwelt

Wer mal nach Linz kommt, der sollte sich unbedingt das dortige Stahlwerk von VoestAlpine ansehen. Warum? Dafür gibt es viele Gründe.

Das Stahlwerk Linz ist mit einer Größe von mehreren Quadratkilometern eine sehr beeindruckende Anlage. Dort gibt es richtige Technik zu sehen, zum Beispiel Hochöfen, die wunderbare Funken sprühen, wenn der Abstich erfolgt und orangefarbenes flüssiges Roheisen aus dem Hochofen läuft. Auch die Walzwerke, in denen glühend heißer Stahl gewalzt wird, sind sehr beeindruckend. Eben alles große Technik und entsprechend beeindruckend.

Was nicht so unbedingt bekannt ist: So ziemlich jeder Stahl, der in einem Blasverfahren hergestellt wird… Äh, nein, so versteht das niemand, ich glaube, ich brauche ein paar Erklärungen mehr. Also… Das Eisen, das aus dem Hochofen kommt, hat einen relativ hohen Kohlenstoffanteil, dadurch ist das Eisen hart, aber auch sehr spröde, es lässt sich nur schlecht verarbeiten. Also muss dem Eisen der Kohlenstoff (kontrolliert) entzogen werden: So wird aus Eisen dann Stahl. Dazu wird in das flüssige Roheisen Sauerstoff eingeblasen, der Kohlenstoff verbrennt und man enthält Stahl. Und so ziemlich jeder Stahl, der so hergestellt wird, wird nach dem Linz-Donawitz-Verfahren hergestellt. Der Name rührt daher, dass das Verfahren in den Stahlwerken Linz und Donawitz entwickelt wurde. Man ist also an dem Ort, an dem Technik- und Industriegeschichte geschrieben wurde.

Neben der Werksführung ist auch das Stahlmuseum absolut besuchenswert. Dort wird dann anschaulich die Theorie erklärt, deren Praxis man dann bei der Werksbesichtigung sehen wird bzw. gesehen hat.

Und, auch ganz wichtig, VoestAlpine hat Humor, in der „Stahlwelt“, so der Name des Museums, gibt es T-Shirts zu kaufen und ich konnte natürlich nicht ohne „Beute“ nach Hause fahren.

Beute aus der Stahlwelt von VoestAlpine

Reiseimpressionen

Eben noch im Schutz der Dunkelheit über die Österreichisch-Süddänische Grenze geschmuggelt, schon wieder alle: Leckerer Senf aus Österreich:

Lecker und daher schon fast wieder alle.

Reiseimpressionen

Aus Österreich kommt nicht nur Red Bull, deren Produkte man (fast) überall kaufen kann, auch die große Supermarktkette Merkur hat interessante Eigenmarken im Angebot:

Die Eigenmarken von „Merkur“

Die Variante „Heidelbeere“ erinnerte mich geschmacklich sehr an Red Bull in der blauen Dose und war mit 0,39 (österreichischen) Euro preislich sehr interessant, selbst dann noch, wenn man das in deutsche Euro umrechnet 🙂

Reiseimpressionen Teil 5 — Salzburg

Nach Linz und Steyr ging es dann weiter nach Salzburg.

Wer denkt, es gäbe da nur langweilige alte „Kust & Kultur“, liegt falsch. Der technikbegeisterte Mensch kann sich in Hangar 7 an alten Flugzeugen, Hubschraubern und Rennwagen erfreuen. Und an der äußerst beeindruckenden Architektur.  Und ich schwöre, Red Bull schmeckt auch gleich ganz anders, wenn man ihn in der Bar des Hangars trinkt.

Den Zusammenhang zwischen Dietrich Mateschitz, Red Bull, Hangar 7 und den Flying Bulls setze ich mal als bekannt voraus. Sonst eben hier nachlesen:

Reiseimpressionen Teil 4 — Linz

Abreise und Fahrt über bergige Straßen (B85) gen Linz. Dort Treffen mit einer alten langjährigen Freundin, die ich bisher nur virtuell aber noch nicht persönlich kannte. Gemeinsam haben wir uns dann das Stahlwerk Linz von VOESTALPINE angesehen, so mit Führung durch das Werk und Besuch im Museum Stahlwelt. Wer eh in der Nähe ist und Lust auf „Kunst & Kultur“ der eher technischen Art hat, kann ich es nur sehr empfehlen.

Nachmittags dann Steyr, dort dann Altstadt ansehen, essen gehen und dann ab ins Hotel.

Reiseimpressionen Teil 3 — Reiturlaub

Von Leipzig war es zwar kein Katzensprung bis in den Bayerischen Wald, aber freie Autobahnen und gutes Wetter sorgten dafür, dass es wie eine Spazierfahrt anfühlte. „Spazierfahrt“ beschreibt auf dem letzten Streckenabschnitt auch genau mein Tempo. Auf Bundesstraßen gilt ja maximal Tempo 100km/h, aber bergauf ging es dann im 3. Gang mit 75km/h. Bergab habe ich die 100km/h dann schnell wieder erreicht und — Ehrenwort! — natürlich nicht überschritten.

Am Nachmittag dann Ankunft, Kennenlernen der Mitreiter. Auch dieses Jahr waren wir eine sehr kleine Gruppe, ich hatte zwei Mitreiterinnen, die beide schon mal dort waren und sich auskannten. Das ist schon mal ein Glücksgriff. Beide waren dann auch noch menschlich sehr nett und freundlich, das versprach eine tolle Reitwoche. Beim gemeinsames Abendessen wurden dann die Pläne für die Reittouren und die Zuordnung der Pferde auf die Reiter festgelegt

Das Wetter war in der Woche einfach nur eine Wucht: Es war warm, trocken, sonnig. Wenige Tage nach seinem Anfang, zeigte uns der Herbst, dass auch er Sommer kann. Es war so sonnig, dass ich froh war, Sonnenschutz mitgehabt zu haben.

Tag 1:
Zum Eingewöhnen zur Stiehl-Ranch, dort dann Brotzeit. Kannte ich aus dem letzten Jahr, war immer wieder schön.

Tag 2:
Ritt zur Berghütte, mittags mit Weißwurst-Imbiss unterwegs, abends dann mit Übernachtung. Das bedeutet dann Pferde versorgen, tränken, auf die Koppel bringen. Dann Holz für das Lagerfeuer vorbereiten, dann Grillen. Abends dann Feuer im Ofen der Hütte, denn nachts ist es in den Bergen schon recht frisch und der Herbst erinnert einen daran, dass er eben doch kein Sommer ist.
Die Hütte ist rustikal eingerichtet, Strom ist vorhanden, die Quelle aus den Bergen, die Wasser für die Pferde liefert (und zum Waschen und für WC-Spülung) ist derzeit trocken. Wasser wurde in großen Fässern geliefert, war also reichlich da, aber statt „Hahn auf — Wasser marsch“ gab es dann „Eimer marsch“. Da merkt man erst, was Zivilisation in der Praxis bedeutet. Aber für eine kurze Zeit ist das Abenteuer und genau das wollte ich ja.

Tag 3:
Morgens dann mal ohne warme Dusche aufstehen, Zähneputzen dann mit Mineralwasser aus der Flasche, auch das geht. Pferde vorbereiten, also Putzen, Füttern, Satteln. Per Auto kamen dann alle, die nicht in der Hütte übernachtet hatten und dann ritten wir gen Heimat. Mittags wieder mit leckerem Essen.

Tag 4:
Der (obligatorische) Romantikritt zur Burg Weißenstein, dort dann ein Imbiss. Zwischendurch gab es immer wieder Galopp-Einlagen, in denen die Noriker zeigten, dass sie nicht nur extrem tritt- und geländesichere Pferde sondern auch schnell sind, wenn es denn man gewünscht wird. Nachmittags dann wieder zurück, die Pferde versorgen und schon ist die Reitwoche wieder vorbei.

Auch dieses Jahr gab es keinen ernsthaften Unfall, nur einen kleinen Absteiger beim Aufsteigen, aber nichts ernstes. Ich hatte keinen Muskelkater, meine Ausrüstung hat gepasst, vieles davon (Reitregenmantel) hatte ich zwar mit, aber nicht gebraucht. Also an dieser Stelle noch mal einen Dank an den Wettergott. Erwähnte ich, dass das Wetter grandios war? Wir hatten das, was man woanders als Indian Summer kennt: Zwischen (immer-) grünen Bäumen färbten sich die ersten Bäume gelb und orange. Schon normal ein irre Anblick, wenn man dann langsam und entspannt durch den Wald reitet, dann ist der Anblick noch ein wenig schöner.

Abends dann Verabschiedung der ersten Mitreisenden, denn sie wollte am Abreisetag sehr früh los.

Tag 5:
Da ich einen Tag Aufenthalt mehr gebucht hatte, konnte ich ausschlafen und hatte einen Tag Erholung mehr. Dann so langsam Sachen packen und die kö-Nik-liche Karosse wieder beladen.

Am nächsten morgen dann wieder Abschied, auch dieses Jahr mit dem Versprechen, wiederzukommen.

 

Reiseimpressionen Teil 2 — Zwischenziel

Tag der Abfahrt zum Zwischenziel.

Ich glaube, ich habe meinen ganzen Haushalt in mein Auto geschleppt, es waren dann aber nur die geplanten Urlaubssachen. Dann Richtung Zwischenziel Leipzig. Dort hatte ich mich damals mit einer Internetbekanntschaft getroffen und er und ich haben dann den ganzen Sommerabend auf einer Terrasse gesessen und uns verquatscht. Die Zeit verging damals leider viel zu schnell. Dieses Jahr war es nicht mehr Sommer, aber wir wollten dann wieder den Abend verquatschen.

Von Lübeck nach Leipzig ist eine angenehme Strecke. Meine Route führte mich über die „Küstenautobahn“ A20, dann Richtung Süden auf der A14 bis auf die alte Transitautobahn A24, dann an Potsdam vorbei und dann nach Leipzig. Wenig Verkehr, landschaftlich schön, entspanntes Fahren.

Das Hotel für mein Zwischenziel kannte ich bereits vom letzten Jahr, und fand es auch ohne Hilfe vom elektronischen Beifahrer wieder. Da ich etwas zu früh angekommen war, konnte ich noch einen Tank-Stop einlegen und das Auto gleich für die Weiterreise vorbereiten.

Leider fiel die abendliche Verabredung aus. Das kann passieren. Also Planänderung und mal sehen, was sich so ergibt. Da ich wenig Neigung hatte, Leipzig auf eigene Faust zu erkunden, verquatschte ich mich eben im Hotel. War auch ein sehr netter Abend. Leider kamen dann einige Ossis dazu, die sich genau so benahmen, wie man sich den typischen Jammer-Ossi vorstellt: „Uns geht’s ja heute viel schlechter als domols“, „Merkel-Diktatur“, „Keene Meinungsfreiheit“ und so weiter. Man merkt, es war der Vorabend der Bundestagswahl.

Ich zückte dann mal mein Handy, hielt es hin: „Wiederholen Sie das doch noch mal, ich nehme das auf, leite das an die Stasi weiter und wenn es morgen früh an die Tür klopft, dann ist es nicht der Zimmerservice. Und die nächsten Jahre wohnen sie dann in Bautzen und nicht im Hotel…“ — „Des wird mon doch noch sagen dürfen…“

Und damit hatte er sich dann als Idiot entlarvt. Einerseits haben wir keine Meinungsfreiheit, sich dann aber einen halben Satz wieder darauf berufen wollen. Und wenn er — sagen wir mal — Sommer 1989 Sprüche wie „Honnecker-Diktatur“ oder „SED muss weg“ gebrüllt hätte, wäre er wohl auch erst nach der Einheit aus dem Stasi-Knast entlassen worden.

Dass gerade viele Ostdeutsche, die noch sehr deutliche Erinnerungen an fehlende Meinungsfreiheit, Unrechtsregime und SED-Diktatur haben müssten, ernsthaft glauben, früher war alles besser, heute gäbe es weder Wahlrecht noch Meinungsfreiheit, lässt mich an der Intelligenz vieler Menschen zweifeln.

Entsprechend früh ging ich dann ins Bett und befürchtete das Schlimmste für den kommenden Wahlsonntag.

Reiseimpressionen Teil 1 — Die Vorbereitungen

Der Mensch braucht Arbeit. Einerseits um sich wohlzufühlen, andererseits um Leben, Hobby und auch Urlaub zu bezahlen. Der Mensch braucht aber auch Urlaub. So war es mal wieder an der Zeit, meinen Urlaub zu planen. Da mir mein Reiturlaub letztes Jahr ausgezeichnet gefallen hatte, lag es nahe, den Urlaub zu wiederholen. Letztes Jahr stand dann noch eine anschließende Rundreise durch die deutschen Südstaaten (und Österreich) auf dem Plan, aber ungeplante Ereignisse sorgten dann dafür, dass die Südtour ausfallen musste.

Reiturlaub und Unterkünfte waren rasch gebucht, die kö-Nik-liche Karosse war zur Wartung, die Route und das Zwischenziel ausgesucht, die Klamotten gewaschen. Nun galt es nur noch, die Sachen zu verpacken. „Nur noch“. Da man sich nicht auf das Wetter verlassen kann und es im Frühherbst in den Bergen noch sehr sommerlich aber auch schon sehr winterlich sein kann, muss man eben viel mehr Zeugs einpacken. Und so wurden die Berge, die es zu verpacken galt, auf meinem Bett größer. Am Ende waren es dann zwei Rucksäcke, zwei große blaue IKEA-Taschen und noch zwei Taschen mit Reitsachen und Reitstiefeln.

Wirklich un-glaubg-lich, was ich alles brauche. Aber Reitregenmantel und Reit-Protector füllten schon eine IKEA-Tasche.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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