Archiv für Dezember 2017

Polnische Senfonie in zwei Sätzen

Der große familiäre Supermarkt in meiner Nachbarschaft hat neuerdings ein Regal voller polnischer und russischer Lebensmittel. Darunter auch Senf, in den Sorten lecker und sehr lecker 🙂

Links: Normaler Senf
Rechts: Senf mit Meerrettichgeschmack

Die „Logik“ des Krieges

Israel, so entnehme ich Medienberichten, möchte bei terroristischen Straftaten die Todesstrafe einführen.

Der letzte (und einzige) Mensch, der in Israel hingerichtet wurde, war 1962 Adolf Eichmann. Seit jeher gibt es Diskussionen um die juristische Zuständigkeit, das Strafmaß und die Vollstreckung.

Nun möchte Israel die Todesstrafe wieder einführen, um Terroristen abzuschrecken. Äh, wie? Ja, genau, es geht angeblich um Abschreckung. Nun stellt sich (nicht nur mir) die Frage, wie man Menschen, die bereit sind, für ihre „heilige“ Sache zu kämpfen und als Märtyrer zu sterben, um dann im Paradies mit 72 Jungfrauen entlohnt zu werden, mit der Todesstrafe abschrecken könnte?

Aus meinem Verständnis kann das nicht funktionieren. Wer als Terrorist bei Begehung seiner Tat stirbt, kommt (nach eigenem Glauben) ins Paradies, wo 72 Jungfrauen warten. Wer vor, bei oder nach Begehung der Tat verhaftet, verurteilt und hingerichtet wird, stirbt als Märtyrer und kommt (nach eigenem Glauben) auch ins Paradies, wo 72 Jungfrauen warten.

Worin nun die Abschreckungswirkung des Todesstrafe liegen soll, erschließt sich mir nicht. Zumal in anderen Staaten, die die Todesstrafe kennen und anwenden, darunter viele US-Bundesstaaten, eine Verhinderung von Straftaten durch die abschreckende Wirkung des Todesstrafe nicht erkennbar ist. Einzig die Gefahr erneuter Straffälligkeit ist durch die Todesstrafe final gebannt.

Wie könnte man Abschreckung erreichen? Die Familie des Täters bestrafen. Müsste eine Familie fürchten, mit „Stumpf und Stiel“ ausgerottet zu werden, wenn einer der Söhne in den „heiligen“ Krieg zieht und Terrorist wird, hätte das vielleicht eine Abschreckungswirkung. Nun ist solches Vorgehen weder menschlich noch juristisch akzeptabel. Schon heute ist die Zerstörung des Häuser der Familie des Täters umstritten. Das Argument, Familien von (Selbstmord-)Attentätern bekämen Geld, Häuser oder andere „Reichtümer“, die man ihnen so nehmen will, damit sich Terror finanziell nicht lohnt, ist sehr fragwürdig.

Eine Lösung? Puh, schwierig. Tom Clancy beschrieb in seinem Roman „Das Echo aller Furcht“ einen Plan, wie es zu einem Frieden in Nahost kommen könnte. Die Zusammenfassung kann im englischsprachigen Artikel des Romans „The Sum of All Fears“ besser nachgelesen werden. Aber wie das nun mal so bei Romanen ist… Die wenigsten Dinge, die sich der Autor ausdenkt, lassen sich in die Praxis umsetzen.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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