Archiv für Januar 2018

Nachlese 2017: Warum 30 Jahre später?

Ein paar Gedanken aus dem letzten Jahr schwirren wir noch durch den Kopf.

Darunter auch der Gedanke, warum es manchen Menschen erst 30 Jahre später einfällt, dass die sexuell belästigt, genötigt oder gar zum Sex gezwungen wurden.

Warum fällt das Menschen erst jetzt wieder ein? Hatten sie die Erinnerung an die Tat solange — wie soll man das nennen? — verdrängt oder vergessen? Oder war die Tat, sofern es die denn gab, oder die Erinnerung an die Tat so schmerzlich, dass man 30 Jahre Abstand brauchte, um nun endlich darüber reden zu können?

Ganz klar: Ich möchte keinen Missbrauch gutheißen, egal wer den missbraucht. Ob der Filmproduzent die junge Schauspielerin oder den jungen Schauspieler; ob der Ausbilder beim Bund seine Rekruten; ob die Lehrerin oder der Lehrer junge Schüler oder Schülerinnen. Oft geht es bei solchen Taten weniger um Sex und mehr um Macht bzw. deren Ausübung. „Weil ich es (ungestraft) kann“ ist wohl eine Formulierung, die es gut beschreibt.

Ich frage mich nur, warum manche Menschen so lange geschwiegen haben? Warum nicht schneller reden? Gehen wir mal davon aus, jemand nutzt seine Stellung und die damit verbundene Macht aus, um andere Menschen zu drangsalieren (und das ist noch eine sehr untertreibende Formulierung), und zwingt jede Schauspielerin auf die Besetzungscouch, damit sie dort zeigen kann, dass sie für die Rolle alles tun würde, warum hält sie dann den Mund? 30 Jahre lang? Warum berichten nun viele Menschen, dass ihnen ähnliche Dinge auch widerfahren seien?

Warum machte niemand solche Machenschaften öffentlich? Hatten alle Angst, dann als Nestbeschmutzer(in) keine Rollen mehr zu bekommen und haben deswegen geschwiegen und das (allseits bekannte) Spiel mitgemacht? Macht man sich dann nicht mitschuldig, wenn man einem Schwein (oder einer Sau) nicht das Handwerk legt?

Formulieren wir es einmal sehr drastisch: Jeder, der der die Täterin oder den Täter gedeckt hat, hat ermöglicht, dass das Spiel weitergehen konnte.

Es ist sehr einfach, 30 Jahre später irgendwelche Dinge aus dem Hut zu zaubern. Wenn ich lange genug nachdenke, dann lassen sich bestimmt Dinge finden oder erfinden, die mir damals in der Schule, im Sportverein oder bei der Bundeswehr passiert sind. Oder passiert sein könnten. Wer weiß es schon so genau? Beweise, dass es damals überhaupt eine Tat gab, sind lange weg, Aussage eines möglichen Opfers steht gegen die Aussage eines möglichen Täters.

Wo es keine zeitnahe Aussage und Anzeige gab, reicht 30 Jahre später eine Aussage und ein #MeeToo-Hashtag. Beweise? Fehlanzeige! Anschuldigen reichen aus, um eine Hexenjagd zu eröffnen. Unschuldsvermutung? Unnötig. Mit einem Vorwurf kann man wunderbar Karrieren zerstören. Glaubt ihr nicht? Erinnert Euch an Andreas Türck und Jörg Kachelmann.

Also, wenn es Fehlverhalten gibt, dann bitte zeitnah anzeigen. 30 Jahre später ein „Lehrer X, Feldwebel Y oder Vorgesetzter X hat mir aber mal an den Po gefasst“ ist billig, löst keine Probleme, dient nur dem eigenen Ego.

Es sollte jedoch um viel mehr als das eigene Ego gehen. Es gilt, die faulen Äpfel zeitnah aus dem Korb zu nehmen.

Heilige Drei Senfkönige

Natürlich brachten die Drei Heiligen Könige keinen Senf. Schade eigentlich. Denn wer braucht schon Gold, Weihrauch und Myrrhe, wenn er drei Sorgen leckeren Senf haben kann?

Besser als Gold, Weihrauch und Myrrhe: Dreifaltige Senfonie

Die Sorten waren im großen familiären Supermarkt um die Ecke zu bekommen. Nicht gerade günstig, aber auf alle Fälle ihr Geld wert.

Jahresrückblick 2017

Und auch dieses Jahr verdient (m)einen sehr persönlichen Jahresrückblick:

Das Jahr 2017 in wenigen Worten:
Ein gelungenes Jahr. Keine Katastrophen, viele glückliche Momente.

Glücklichster Moment 2017?
Reiturlaub. wieder auf Norikern durch den Bayerischen Wald. Wun-der-schön. Wird wiederholt, aber das sagte ich letztes Jahr auch schon.

Aufregendster Moment 2017?
Menschen, die ich jahrelang virtuell kannte, endlich mal im echten Leben zu erleben. Einerseits waren sie ziemlich genau so, wie ich sie kannte, denn wir hatten uns per Skype gesehen und auch immer wieder telefoniert, „Bild und Ton“ waren also bekannt, aber einen Menschen dann live zu erleben, ist doch etwas ganz anderes.

Traurigster Moment 2017?
Glücklicherweise blieben mir dieses Jahr traurige Momente erspart.

Berufliches?
Da gab es Veränderungen. Oder auch noch nicht. Das klärt sich gerade…

Zu- oder abgenommen?
Ungefähr gleichgeblieben. Ist okay.

Haare kürzer oder länger?
Meine neue Friseurin und ich habe uns gut aneinander gewöhnt und ich freue mich immer, wenn ich bei ihr zu Gast bin. Die Veränderungen meiner Frisur, die sie anregt, gefallen mir gut. Nun ist es auf der einen Seite wieder etwas länger.
Auch an dieser Stelle Grüße an meine Friseurin und an ihre frechen netten Kolleginnen, ich bin immer gerne bei Euch und freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Buch des Jahres 2017?
Ich habe wenig gelesen. Hauptsache Krimis. Einen sehr spannenden Krimi hatte ich um Urlaub ausgelesen und einer Reitbekanntschaft als Lektüre für die Rückreise mitgegeben. Ich hoffe, sie hat an „Schwarzes Herz“ , einem Krimi aus der Reihe von „D.I. Grace“ des Autoren M.J. Arlidge genauso einen mörderischen Spaß wie ich.

2017 zu selten gemacht?
Am Strand gewesen, obwohl er ja nun wirklich hier um die Ecke ist. Offenbar ist es mir kein Bedürfnis, öfter dort zu sein.
Freunde besucht. Seit die Kinder haben, sind die meistens ziemlich ausgelastet und kaum noch für spontane Dinge zu haben.
Grillen mit Freunden in deren Garten.

2017 zu oft gemacht?
Fällt mir gerade nichts ein.

2017 genau oft genug gemacht?
Beim Pferd gewesen. War klasse. Wobei… eigentlich könnte es noch ein wenig öfter sein.

2017 leider nicht gemacht?
Einige Freunde getroffen.
Auf dem Congress des CCC gewesen, okay, dieses Jahr musste ich arbeiten.

2017 endlich gemacht?
Menschen getroffen, die ich >10 Jahre nur virtuell kannte, siehe oben.

2017 neu kennengelernt?
Ein paar neue Kollegen kennengelernt. Und viele sehr nette Menschen im Ausbildungsstall. Und zwei junge Damen, die ich im Reiturlaub kennenlernen durfte. Ihr wart eine tolle Urlaubsbegleitung.

Menschliches 2017?
Keine großen Höhen oder Tiefen. Es war angenehm langweilig.

Erkenntnis des Jahres 2017?
Wenn Du erkennst, auf dem richtigen Weg zu sein, dann versuch, Deinem Weg treu zu bleiben.

2018 wird … ?
Hoffentlich wieder einen schönen Urlaub bringen, diesmal haben sich auch schon Reitbegleiterinnen angemeldet. Mal sehen, ob aus dem Interesse dann auch eine Teilnahme wird. Beruflich lasse ich mich mal überraschen, ob es so weitergehen wird, wie es gerade läuft. Und sollte 2018 aufregend werden, dann bitte positiv aufregend 😉

Vorsätze für 2018?
Weiterhin viel Reiten. Reiturlaub machen. Diesmal gerne etwas länger.
Vielleicht ein paar Kilogramm abnehmen.

In diesem Sinne, ich wünsche Euch allen ein frohes, gesundes, friedliches und erfolgreiches 2018.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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