Archiv für September 2019

Physik am Freitag

Da lese ich irgend wo, dass die Bundesregierung (praktisch) keine Elektroautos betreibt und dass das kein gutes Beispiel für die Bevölkerung sei.

Das stimmt und stimmt zugleich doch nicht. Wie kann das sein? Dröseln wir das Ganze mal ein wenig auf. Dazu braucht es aber ein wenig (mehr) Physik. Wer freitags den Physikunterricht in der Schule schwänzt, der kann sich wunderbar empören, wird aber nicht ernsthaft diskutieren können

Bei einem Kraftfahrzeug gibt ein wesentliche Parameter, die wir uns genauer ansehen wollen. Und auch die Zusammenhänge zwischen diesen Parametern:

  • Fahrzeugmasse (umgangssprachlich „Gewicht“)
  • Leistung, wobei es erstmal keine Rolle spielt, on diese Leistung von einem Elektro- oder Verbrennungsmotor erzeugt wird
  • Beschleunigung (und vielleicht auch Höchstgeschwindigkeit)
  • Mitgeführte Energie, um die Leistung zu erzeugen
  • Schutz der Insassen

Erinnern wir uns an den Physikunterricht, genauer an das 2. Newtonsche Gesetz, das einen Zusammenhang zwischen Kraft, Masse und Beschleunigung herstellt:

Kraft = Masse mal Beschleunigung

Je mehr Masse ein Fahrzeug hat, desto träger ist es und desto größer muss die Kraft (Motorleistung) sein, um es zu beschleunigen.
Und je weniger Masse ein Fahrzeug hat, desto geringer kann die Kraft (Motorleistung) sein, die für Beschleunigung ausreicht.

Allerdings gibt es noch einen weiteren Zusammenhang, den es zu berücksichtigen gilt:

Schutz kostet Gewicht
(Schutz erhöht die Masse)

Und mit Schutz meine ich hier nicht nur den Schutz gegen Regen (wir brauchen ein Dach) oder bei Verkehrsunfällen…
Kleine Nebenbemerkung: Dass die Anzahl der Verkehrstoten in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen ist, liegt auch daran, dass Autos heute immer sicherer (und damit schwerer) geworden sind. Passive Sicherheit (Knautschzone) bringt eben erheblich Kilogramm auf die Waage.
Regierungen bestehen auch aus Menschen, die auf der „Wunschliste“ von Attentätern ganz oben stehen. Also braucht man gepanzerte Fahrzeuge. Und auch hier gilt: Je höher der Schutz, desto mehr Gewicht. Bei einem Fahrzeug einer hohen Schutzklasse kommt schnell eine Tonne (oder manchmal auch mehr) hinzu.

Dass man so eine Panzerung nicht in einem Kleinwagen einbauen kann, versteht sich von selbst. Manches Sonderschutzfahrzeug hat eine Masse von über 3,5 Tonnen. Um so einen „Panzer“ zu bewegen, braucht es schon ein wenig mehr Leistung, siehe oben.

Und nun kommen wir zur Energie, die an Bord des Fahrzeugs mitgeführt werden muss, um die Leistung zu erzeugen. Genauer, kommen wir zur Leistungsdichte: Wieviel Leistung bekommen wir pro Volumen oder pro Masse. Und da schneiden elektrische Batterien sehr schlecht ab, jedenfalls im Vergleich zu Benzin oder Diesel als Energieträger.

Wird ein Sonderschutzfahrzeug — eher die Insassen — angegriffen, dann hilft nur der alte Grundsatz: ABHAUEN! Und dann braucht es Leistung. VIEL LEISTUNG. Um schnell zu beschleunigen und schnell aus der Gefahrensituation zu fliehen. Und da hat der Verbrennungsmotor erhebliche Vorteile.

Und wenn wir berücksichtigen, wie viele Bundespräsidenten, Bundeskanzler oder Personen in ähnlich exponierten Position wir haben, auf wie viele Sonderschutzfahrzeuge wir kommen, dann kann die Wirkung auf die Umwelt vernachlässigt werden. Jedenfalls im Vergleich zu Millionen Pendlern, die mit ihren Autos täglich im Stau stehen.

Darüber könnte man ja mal in ruhe diskutieren. An einem Freitag in einer Schule…

Spaß auf der Arbyte

Ich habe das Glück, viel Spaß bei meiner Arbeit zu haben. Nicht immer, aber sehr oft. Und manchmal sind es die kleinen Dinge, die für große Freude sorgen. Ich möchte ein Beispiel nennen:

Ich bekomme einen Anruf, dass bei jemandem E-Mails nicht eingehen. In solchen Fällen schreibe ich dann eine Test-E-Mail. Und ich nehme mir die Freiheit, nicht nur „Test“ (oder das auch nicht viel bessere „Lorem Ipsum“) in den eigentlichen Nachrichtenkörper zu schreiben, meistens ist es ein Text, der ein wenig — sagen wir mal — individueller ist.

Warum mache ich das? Menschen wollen, während jemand sich ihrer technischen Probleme annimmt, auch ein wenig unterhalten — nennen wir es vornehmer „abgelenkt“ — werden, damit die Wartezeit nicht so lange dauert oder als lang empfunden wird. Und zum anderen… Ich will Spaß auf der Arbeit haben.

So schrieb ich also ein „Romanes Eunt Domus“ in Mail, sendete sie ab und fragte am Telefon, ob die Nachricht angekommen wäre. Der Gesprächspartner bat um etwas Geduld, dann hörte ich ihn etwas tippen und dann kam eine Antwort-Mail. Dort stand dann

Romani Ite Domum!

Und das einhundertmal. Mein Gesprächspartner bewies viel Humor.

Und wem das alles hier nichts sagt, dem sei eine kleine kulturelle Auffrischung empfohlen…

Schönheit im Grau

Manchmal erscheint einem die Welt grau. So grau, wie es nur der norddeutsche Himmel sein kann. Manchmal erscheint einem die Welt auch betongrau. Zum Beispiel, wenn man Brücken oder ähnliche Bauwerke betrachtet. Um so erfreulicher, wenn sich dann ein natürlicher Farbtupfer in das „Grauen“ eingeschlichen hat und seine Betrachter für wenige Wochen erfreut:

Ein schöner Kontrast zum Grau. Gefunden bei der Eric-Warburg-Brücke in Lübeck.

Es muss nicht immer … sein

Bei Soja-Saucen denken wir fast immer an einen bestimmten Hersteller, dessen Name mir gerade entfallen ist 🙂 Schlechtes Gedächtnis? Nein, ich erinnere mich, dass seine Sauce, trotz relativ viel Salz (16,9g/100ml) angeblich nicht lange haltbar sein soll und trotz Lagerung im Kühlschrank binnen eines Monats aufgebraucht werden sollte.

Nun begegnete mir neulich eine Soja-Sauce eines anderen Herstellers, den ich zuerst mit Ketchup in Verbindung gebracht hatte. Sie schmeckt anders, war sehr lecker und beim nächsten mal, wenn ich den großen Einkaufstempel am anderen Ende der Stadt aufsuchen werde, werde ich mich wieder damit eindecken.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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