Archiv für Dezember 2019

Sie weiß, was mich scharf macht…

Ein lieber Mensch, Leserin meines Blog, daher Kennerin gewisser Vorlieben, wollte mir eine kleine Freude machen. Sagte ich eine Freude? Ich meinte natürlich drei Freuden. Aber seht selbst:

Drei kleine Freuden auf einem Streich…

Und da sie weiß, was mich scharf macht, wählte sie die passende Sorte Senf aus:

Mutprobe
Der Text auf dem Deckel beschreibt es recht passend

Und wer wissen will, woher man diese und andere (bestimmt ebenfalls so leckere) Köstlichkeiten aus Senf bekommen kann:

https://www.senfpauli.de/

Amt, Verstand und Würde (des Amtes)

Wem Gott gibt ein Amt, dem gibt er auch Verstand
(dieses Amt auszuführen)

so sagt es zumindest der (gottes- und obrigkeitstreue) Volksmund. Und oft steckt in dem, was der Volksmund sagt oder dem Volk in den Mund gelegt wird, ein Körnchen Wahrheit.

Kommen wir nun zu einem Fall, bei dem ein Mensch einer Partei zum Vorsitzen eines Ausschusses gewählt wird. Da seine Partei, auch wenn sie die größte Oppositionspartei ist, eine eher kleine Partei ist, wurde er mit den Stimmen der anderen Parteien gewählt. Soweit, so gut.

Nun ist ein knappes Jahr vergangen. An der eigentlichen Arbeit als Ausschussvorsitzender gab es wenig Kritik. Viel Kritik gab es aber an Äußerungen in sozialen Medien. Diese lagen oft zwischen unangemessen, voll daneben, einfach nur peinlich und unwürdig.

Irgendwann wurde man sich im Ausschuss klar, dass dieser Vorsitzende sich wegen seiner Verhaltens(!) disqualifiziert habe. Und auch, dass man einen anderen Menschen als Vorsitzenden wählen wollte.

Der Noch-Vorsitzende, der mit einem Amt aber offenbar nicht mit Verstand und schon erst recht nicht mit Würde ausgestattet wurde, witterte Verrat und eine Intrige der „Altparteien“. Denn die hätten schon immer etwas gegen ihn und seine Partei.

Moment mal. Also jene Altparteien, die angeblich „schon immer“ etwas gegen ihn und seine politischen Mitstreiter gehabet haben sollen, wählen erst ihn in ein Amt und geben ihm die Chance, sich zu beweisen und zu zeigen, dass es in seiner Partei eben nicht nur Rechtspopulisten und (mehr oder weniger offene) Neonazis gibt. Dann vergeigt der Menschen das durch seine eigenen Sprüche in sozialen Medien und im Parlament und zeigt so, dass es weder den Verstand noch die Würde für die Ausübung von Ämtern hat. Aber die Anderen sind schuld?

Man muss den „Altparteien“ dankbar dafür sein, dass sie dem Mann die Chance gaben, sich selbst als Vollhonk zu präsentieren.

Teuer bezahlte Fehler

Wir alle kennen den berühmten Ausspruch aus dem Film Forrest Gump:

Dumm ist, wer Dummes tut!

Manchmal treffen aber auch intelligente Menschen dumme und verhängnisvolle Fehlentscheidungen. In der letzten Zeit sind mir Berichte über zwei Fälle untergekommen, die mich zum Denken angeregt haben.

Da ist ein Mensch als Chef der Treuhandanstalt ganz weit oben auf der „Wunschliste“ der Terroristen. Das BKA hat davon erfahren und gibt diese Information an den Betroffenen weiter. Und dann beraten die Personenschützer mit der Zielperson, wie der Schutz aussehen kann und welche Maßnahmen getroffen werden können, um den Schutz zu erhöhen.

Dann fährt man nicht mehr selbst mit dem Auto zur Arbeit, des Fahrer holt einem mit einem gepanzerten Fahrzeug ab und fährt einen zur Arbeit. Dort endet die Fahrt nicht vor dem Dienstsitz sondern in der geschützten und bewachten Tiefgarage (oder Innenhof). Natürlich fährt man nicht jeden Tag die gleiche Strecke und die örtliche Polizei hat die Strecke vorher abgefahren und nach verdächtigen Dingen Ausschau gehalten. Da sind so die Basics, die in jedem Handbuch für Personenschutz stehen. Das haben übrigens auch die Terroristen gelesen. Zumindest sollte man davon ausgehen.

Das eigene Haus oder Wohnung sollte auch abgesichert werden, denn schließlich kann die Zielperson auch dort angegriffen werden. Fenster sollten mit Panzerglas ausgestattet sein. Und zwar alle Fenster. Es reicht nicht, nur die Fenster im Erdgeschoss damit auszurüsten. Geht man dann ins Arbeitszimmer im Obergeschoss, macht das Licht an, gibt man ein vorzügliches Ziel für einen Heckenschützen, der keine hundert Meter entfernt in einem Schrebergarten auf der Lauer lag.

Es hätte nicht unbedingt Panzerglas im Obergeschoss sein müssen, fernbediente Rollläden, die dem Attentäter die Sicht nehmen, hätten es auch getan, denn wenn man ein Ziel nicht mehr ausmachen kann, ist die präzise Bekämpfung schwierig bis unmöglich.

Warum Detlev Rohwedder im Obergeschoss seines Hauses kein Panzerglas hatte, werden wir nie erfahren. Bedauerlich, dass dieses Versäumnis einen so hohen Preis forderte.

Ein anderes Beispiel soll Alfred Herrhausen betreffen. Vor ein paar Tagen ging durch die Medien, dass der gepanzerte Dienstwagen auf Herrhausens eigenen und ausdrücklichen Wunsch eine versenkbare Seitenscheibe gehabt haben soll, was die Panzerwirkung geschwächt haben soll. Und als die Sprengfalle auslöste und das Projektil das Fahrzeug traf, soll ein Teil des Kurbelmechanismus Herrhausen getroffen und tödlich verletzt haben.

War Alfred Herrhausen nicht klar, dass versenkbare Scheiben die Schutzwirkung (erheblich) schwächen können? Glaubte er nicht an eine konkrete Bedrohung?

Es geht mir ausdrücklich nicht um die Andeutung einer möglichen Mitschuld der Opfer. Als ich unlängst von beiden Fällen erfuhr, versuchte ich mir vorzustellen, ob den Menschen klar sein konnte, in welcher Gefahr sie sich befanden (wahrscheinlich nicht) und dass unmenschliche Angreifer jede noch so kleine Schwäche ausnutzen würden.

Ich frage mich, ob Menschen, die in ähnlich exponierten und gefährdeten Position aus diesen (und anderen) tragischen Fehlern lernen können oder wollen.

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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