Archiv für Juni 2020

Senf Pauli: Lakritzsenf

Eine liebe Freundin, eine echte Mustadista, erfreute mich unlängst mit Lakritzsenf. Und wer denkt, dass das komisch schmecken müsse, hat recht, aber interessant und angenehm komisch.

Super-lecker zu Bratwurst: Senf Pauli „Zappenduster“

Ist unter anderem bei Senf Pauli zu bekommen. Und, nein, ich stehe nicht bei denen auf der Gehaltsliste 🙂

Der Name des Hose (reloaded)

Ich hatte es hier ja versprochen, dass ich dort mal wieder einkaufen würde. Und als ich neulich in Form von mütterlicher Begleitung an dem Laden vorbeikam, erinnerte ich mich an mein Versprechen, dort mal wieder reinzuschauen und … vielleicht eine Hose zu kaufen.

Es wurde dann keine Jeans, aber ein paar andere Kleidungsstücke. An Geschäfte, deren Verkäufer ihren Job verstanden haben, erinnere ich mich doch gerne und kaufe da dann auch immer wieder ein…

Also bis zum nächsten mal…

Hütet Euch vor Euren Wünschen …

Hütet Euch vor Euren Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen…

So sagt es ein altes Sprichwort. Und manchmal frage ich mich, was passiert, wenn die Wünsche mancher Menschen in Erfüllung gingen?

Da sind die Menschen, die mangelnde Meinungsfreiheit hierzulande beklagen. Was würde wohl passieren, verlören diese Menschen auf einmal jeden Zugang zum Massenkommunikationsmedien. Kein Internet mehr, kein Smartphone, kein Telefon. Keine Briefe an die Tageszeitung (oder das Portal der Verschwörungsschwurbler). Die eigene Stimme versagt, wenn man auf dem Marktplatz Parolen rufen möchte…

Da sind Menschen, die glauben, der Staat wolle sie vernichten und sie werden mit der Waffe in der Hand sterben. Kein Problem, das Sondereinsatzkommando ist schon auf dem Weg. Und sie machen keine Gefangenen. Und sie bringen auch einen Leichenwagen mit…

„Das wird man doch noch sagen dürfen…“ Nein. Und schon kommt der staatliche Greiftrupp und lässt einen verschwinden. In einen Ort, an dem man nie wiedergefunden wird. Noch geheimer als Bielefeld. Man verschwindet. Für immer. Und wird (auf die eine oder andere Art) für lange Zeit (oder für immer) zum Schweigen gebracht.

„Der Staat will mit der 5G-Handy-Strahlung / von Flugzeugen versprühten Chemikalien / Substanzen im Trinkwasser unsere Gedanken manipulieren.“ Diesen Menschen wäre zu wünschen, würden sie mal so intensiver Strahlung ausgesetzt, dass ihr Verstand beeinträchtigt würde. Oder sie würden so einem versprühten Chemikaliencocktail ausgesetzt, dass sie den Verstand verlieren. Entsprechende Psychokampfstoffe sind eigentlich schon alle vernichtet. Aber wenn man genau genug sucht, dann wird man ein paar finden… das wird man ja wohl noch sagen dürfen…

Vielleicht sollte man manchen Menschen wünschen, dass deren Wünsche in Erfüllung gehen mögen… Nein. Denn das, was dann wäre, wäre zu unangenehm.

Vielleicht sollten diese Menschen ihre Wünsche (und Ansichten) überdenken…

Der Staat greift in meine Grundrechte ein!!!11!!!elf!!!

So oder so ähnlich beschweren sich derzeit viele Menschen und beklagen den vermeintlichen Mangel an Freiheiten oder die gefühlte Einschränkung der eigenen Freiheit. Dröseln wir das ganze mal etwas auf.

Das, was wir als Grundrechte kennen, gewährt uns wer? Genau, der Staat. Der garantiert in der Verfassung, die in Deutschland den historischen Namen „Grundgesetz“ trägt, die Grundrechte. Und zwar nicht irgendwo versteckt und im Kleingedruckten. Die Grundrechte stehen in der Verfassung ganz vorne. Geht mit Artikel Eins („Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“) los.

Ich will hier nun nicht alle Artikel des Grundgesetzes aufzählen, dazu gibt es Blogs, die sich mit Jura im allgemeinen und der Verfassung im speziellen beschäftigen. Ich möchte hier darauf hinweisen, dass er der Staat ist, der seinen Bürger die Grundrechte garantiert.

Natürlich gibt es gewisse Ausnahmen in eben diese Grundrechte. Möchte ein Staat eine Wehrpflicht einführen, so wird er (zeitweise) die freie Entfaltung der Persönlichkeit für die Wehrpflichtigen (etwas) einschränken müssen: Man kann seine Frisur nicht der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit anpassen.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung findet da seine Grenzen, so Andere beleidigt werden. Freiheit ist bekanntlich auch immer die Freiheit des Anderen.

Und nun jammern Menschen über den „Merkel-Maulkorb“ und meinen dabei die Bedeckungen von Mund und Nase, die helfen sollen, die Ausbreitung von CoVid-19 einzuschränken. Ja, es ist (etwas) lästig, diese Masken zu tragen, aber wenn es (mir) hilft, gesund zu bleiben (oder niemand anzustecken), dann ist die Güterabwägung (für mich) recht einfach. Für eine gewisse Zeit etwas persönliche Freiheit abgeben, dafür aber Menschenleben retten.

Wenn ich an meine Zeit als Soldat, genauer an meine Zeit als Wehrpflichtiger, zurückdenke. Da gab es erhebliche Einschränkungen für mein Leben. Das schien damals jedoch niemanden zu stören. Okay, mich selbst ab und zu. Aber je länger meine Armeezeit zurückliegt, als desto weniger unangenehm empfinde ich sie, auch wenn ich damals bestimmt ganz schön gekotzt habe.

Es gibt manchmal sehr gute Gründe, in die (vermeintlich) unbegrenzten Freiheiten einzugreifen:

Der Staat kann Fahrzeughalter verpflichten, eine (kostenpflichtige) Haftpflichtversicherung bei einer (staatlichen zugelassenen) Versicherung eigener Wahl abzuschließen. Warum? Damit im Schadensfall niemand an einen zahlungsunfähigen Unfallverursacher gerät.

Der Staat kann die Ausübung von Berufen an eine Approbation koppeln. Wer als Arzt oder Apotheker arbeiten will, muss staatliche Prüfungen ablegen und noch eine Reihe weiterer Voraussetzungen erfüllen. Warum? Damit die Menschen, die sich um unsere Gesundheit kümmern, auch wissen, was sie tun. Sonst könnte ja jeder Postbote sich als Chefarzt verkleiden…

Es darf auch nicht jeder seine Persönlichkeit frei im Straßenverkehr entfalten. Das Führen bestimmter Fahrzeuge ist an bestandene Fahrprüfungen gekoppelt. Und dann gibt es eine Straßenverkehrsordnung, an die man zu halten hat. Warum? Weil es sonst Tote und Verletzte gibt, wenn Menschen zu schnell oder in nicht mehr fahrtüchtigen Zustand rote Ampeln ignorieren.

Der Staat darf auch Eigentum beschränken. Gewisse Gegenstände darf man nicht besitzen, gewisse Substanzen weder besitzen noch konsumieren. Warum? Um Gefahren für die Allgemeinheit auszuschließen.

Der Staat muss immer eine Güterabwägung vornehmen, wenn er Freiheiten (des Einzelnen) zugunsten von anderen Rechtsgütern, wie zum Bespiel Sicherheit Vieler einschränkt… und das macht er auch.

Und was mache ich nun, wenn ich glaube, dass der Staat meine Freiheiten zu unrecht einschränkt? Auch dafür gibt es klare Regeln: Ich kann das entsprechende Gericht anrufen. Auch dieses Recht räumt mir der Staat ein.

Wer sich also über einen staatlichen Grundrechtseingriff beschweren möchte, kann das gerne tun. Aber nicht mir gegenüber.

Das Jahr-2000-Corona-Problem

Bitte wie? Was haben Corona-Virus und Jahr-2000-Problem miteinander zu tun?

Natürlich nichts. Und doch gibt es eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Doch der Reihe nach.

Irgendwann fiel auf, dass die zweistellige Speicherung der Jahreszahl beim Übergang von 1999 auf das Jahr 2000 zu Problemen führen wird. Die Autoren von entsprechenden Warnungen wurden belächelt.

„So alte Software ist doch nicht mehr im Einsatz…“

„Oh doch, wir haben an vielen Stellen nachgesehen und da was gefunden, bei Banken, bei Versicherungen, bei Steuerbehörden, bei der Steuerung von Maschinen, Anlagen und Kraftwerken.“

„Ach, da passiert schon nichts…“

„Nun, wir haben da mal genauer nachgesehen und festgestellt, dass da zum Teil unsinnige Ergebnisse oder gar katastrophale Fehler auftreten werden. Plötzlich will der Computer Steuer für die letzten 100 Jahre berechnen. Oder der Fahrstuhl bleibt stehen, weil er seit 100 Jahren keine Wartung mehr bekommen hat. Oder das Kernkraftwerk….“

OH SCHEISSE!

„Ja, sagten wir doch, nur etwas vornehmer ausgedrückt! Aber wir haben noch ein paar wenige Jahre, um das jetzt glattzuziehen, dann fliegt uns nichts um die Ohren.“

Und so kam es, da in den Jahren vor dem Jahrtausendwechsel überall, nachgesehen wurde, wo überall Computer drin sind, geprüft wurde, was anfällig ist und dann wurden die Altlasten glattgezogen. War damals ein riesiger Aufwand. Und viele Firmen, die auf tickenden Zeitbomben saßen, haben still und leise ihre (längst überfälligen) Hausaufgaben gemacht.

War damals viel Arbeit, war unbequem, war teuer. Aber das Ergebnis war, dass uns (praktisch) nichts um die Ohren geflogen ist. Dann kamen die Menschen, die nicht viel von Technik verstanden und sagten

Seht ihr, ist doch nichts passiert, Euer Gerede vom Jahr-2000-Problem, das war alles nur Panikmache…

Und genau hier ist die Parallele zu Corona. Hierzulande gab es verhältnismäßig wenig Todesopfer, stand heute knappe 8.700 bei 83 Millionen Einwohner. Sehen wir mal in das europäische Ausland, dann müssen die Spanier 27.100 bei nur 47 Millionen Einwohnern beklagen, Frankreich 30.000 bei 67 Millionen, Italien 34.000 bei 60 Millionen. Und die USA lieben bei 111.000 Opfern bei 328 Millionen.

Dass wir hier so wenige Opfer haben, liegt (auch) daran, dass wir die Maßnahmen recht schnell recht ernsthaft durchgezogen haben. Wer also meint, die Maßnahmen wären alle übertrieben, der spielt ganz klar mit Menschenleben.

Verfrühte Lockerungen werden viele Menschenleben kosten. Und nun sehe mal jeder in den Spiegel und frage sich, ob er selbst das nächste (vermeidbare) Opfer sein möchte.

Mehrwertsteuersenkungen als Wirtschaftsimpuls?

Machen wir uns nichts vor, die Zeiten sind nicht sehr erfreulich. Corona und vor allem die Maßnahmen dagegen, bringen viele unangenehme Dinge mit sich. Kurzarbeit oder gar Entlassungen für Arbeitnehmer. Wegfallende Auftrittsmöglichkeiten für Künstler, wegfallende Aufträge für Kleinunternehmer, geschlossene Arbeitsstätten für das Rotlicht und und und.

Und wie immer, wenn Menschen weniger Geld verdienen oder nicht sicher sind, ob sie demnächst noch Geld verdienen werden, bricht der Konsum und damit auch die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen ein. Und das ist schlecht für die Wirtschaft, unter anderem, weil Multiplikatoreffekte ausgelöst werden.

In solchen Fällen sollte die Politik darüber nachdenken, wie sie gegensteuern kann und die Menschen zu mehr Konsum anregen kann, wie sie die Wirtschaft mit mehr Nachfrage beleben kann.

2008/2009 gab es die Abwrackprämie für alte Autos. Auch mein damals altes Auto wurde plötzlich „Geld wert“, sofern ich mir ein neues kaufen wollte. Wollte ich dann. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun denke die Regierung über eine zeitweilige Reduktion des Mehrwertsteuersatzes nach. Statt 19% soll der Satz bis Ende 2020 auf 16% gesenkt werden. DREI PROZENT, das klingt erstmal ganz prima und nach nicht so wenig.

Nun, es ist keine Senkung um 3 Prozent, es ist eine Senkung um 3 Prozentpunkte. Wer nicht ganz sicher ist, was der Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten ist, kann gerne hier nachlesen.

Nehmen wir einen Nettopreis von 100€ Euro, rechnen wir die alte bzw. neue Mehrwertsteuer hinzu, dann kommen wir auf 119 Euro (normaler Preis) beziehungsweise auf 116 Euro. Und rechnen man hier einmal die Preissenkung aus, kommt man auf 2,58 Prozent.

Aber das ist doch immer noch ganz nett…

Jein. Neulich hatten wir eine Änderung des Mehrwertsteuersatzes für Damenhygieneprodukte von 19 auf 7 Prozent. Ziel der Maßnahme sollte sein, dass die Schachtel Tampons (binden usw.) weniger kosten sollte. Was ist tatsächlich passiert?

Preise sind ja das Ergebnis von Aushandlungen zwischen Anbietern und Nachfragern auf einem Markt. Die einen fragen sich: „Was hätte ich gerne für das Produkt?“, die anderen fragen sich: „Was bin ich bereit, dafür auszugeben?“. Und dann greifen sie allbekannten Marktmechanismen, die wir alle aus der kaufmännischen Ausbildung, dem Studium von Volks- oder Betriebswirtschaft, oder der Lebenserfahrung her kennen.

Bei Tampons wurde der reduzierte Steuersatz nicht an die Verbraucher:innen weitergereicht. Hersteller und Handel haben sich über die Vorlage zur Preiserhöhung gefreut, Frauen zahlen nach wie vor, der Staat nimmt weniger Steuer ein. Das Ganze war also ein Eigentor mit Ansage, ich hatte hier mal darüber geschrieben.

Nun also eine generelle Senkung des Mehrwertsteuersatzes? Für ein halbes Jahr? Bedeutet also zweimal binnen 6 Monaten, dass der Handel seine Preise ändern muss. Was für ein Aufriss.

Wird das tatsächlich passieren? Werden die geringeren Steuerzahlungen an den Verbraucher durchgereicht? Da kann man auch an den Weihnachtsmann glauben. In vielen Bereichen werden sich Hersteller und Handel über die Mehreinnahmen freuen, ohne dass der Verbraucher wird weniger zahlen müssen.

Dem Staat werden viele Steuermilliarden (eine 1 mit 9 Nullen) entgehen. Belebung der Konjunktur? Werden wir sehen.

Was wäre eine Alternative? Denken wir mal nach. Kennt hier jemand Silvio Gesell? Ihm verdanken wir den Begriff des „Schwundgeldes„. Das ist Geld, das seinen Wert sehr schnell von selbst verliert.
(Wer will, kann sich gerne mit der Theorie beschäftigen, ich musste einst ein Referat darüber halten, ist aber schon laaaaaange her…)

Stellen wir uns vor, die Regierung gibt nun jedem deutschen Staatsbürger (oder nur den Erwachsenen, aber allen Menschen, es sind verschiedene Modelle denkbar) einen Scheck über — sagen wir mal — 5.000 Euro. Allerdings einen Scheck, der bei Nichtausgabe monatlich 500 Euro an Wert verliert. Klingt erstmal komisch, aber denken wir mal weiter.

Was passiert nun also? Wer das Geld nicht ausgibt und den Scheck bei der Bank einreicht, kann zusehen, wie sich das „Geschenk“ binnen 10 Monaten in Luft auflöst. Schade! Wer heute ein (Elektro-)Auto kauft, eine Reise bucht, Dinge reparieren lässt (das Häuschen renovieren) und und und, der hat auf einmal viel Geld, aber eben nur, falls es „sofort“ ausgegeben wird.

Und genau das wollen wir ja. Eine Belebung der Wirtschaft, und zwar JETZT.

Löst das nun alle Probleme? Keineswegs, denn immer noch werden Menschen von Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens betroffen sein. Künstler können nicht auftreten, alle Menschen, die im weitesten Sinne mit Kunst & Kultur ihr Geld verdienen, sind immer noch „gekniffen“ (und das ist noch milde ausgedrückt, für sie wird man andere Lösungen finden müssen. Aber ein genereller Impuls für die Wirtschaft ist es auf jeden Fall. Und einer, der sofort wirken wird.

Schade nur, dass die Lösung zu einfach ist, um umgesetzt zu werden 🙂

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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