Deutschland, das Land der Dichter und Denker Stromlosen

In einigen Regionen müssen Menschen die dritte Nacht ohne Strom verbringen. Eigentlich kein Grund zum jammern, leben doch viele Menschen stromlos. Irgendwo auf diesem Planeten. Aber stromlos in Deutschland? Und das für ein paar Tage? Da fühlen sich manche Menschen schnell ungemütlich, zu sehr haben wir und daran gewöhnen wollen, daß Strom einfach aus der Steckdose kommt und da ist.

Wenn ich mir überlege, wie abhängig unsere Haushalte vom Strom geworden sind…

Ohne Strom läuft keine Heizungsanlage. Was nützt ein voller Öltank, wenn mangels Strom die Förderpumpe kein Öl zum Brenner fördern kann? Und die Steuerelektronik der Heizung wird ohne Strom keinen Zündfunken liefern. Behelfsmäßiges Heizen mit dem Gasherd funktioniert dürfte nur bei alten Herden funktionieren. Der moderne Gasherd mit elektronischer Zündung und Sicherheitsabschaltung, wenn der IR-Sensor ein Verlöschen der Flamme meldet, dürfte ein Garant für die sprichwörtliche kalte Küche sein.

Telefone werden nur noch sehr eingeschränkt funktionieren. Bei Schnurlosen ist Funkstille, kabelangeschlossene Telefone funktionieren, falls keine Nebenstellenanlage im Haus ist. Wer ISDN hat, kann auf die Notspeisung zurückgreifen, falls die Endgeräte das unterstützen, sonst hat es sich bald austelefoniert. Wie schnell Mobiltelefone vom Stromausfall betroffen sind, weiß ich nicht. Ich vermute, die Netzbetreiber, haben auch nicht neben jeder Sendeanlage ein Notstromgerät stehen.

Also wird’s ganz schön dunkel. Kein Licht, kein Telefon, keine Heizung. Kalt wird es also auch. Schnell werden die Wohnungen auf wenige Grad abkühlen, da macht es dann wenig, daß der Kühlschrank mangels Strom auch nicht mehr kühlen kann. Und der Tiefkühlschrank? Sollte es draußen minus 18 Grad erreichen, könnte man zwar die Kühlkette aufrechterhalten, aber dann frieren nicht nur die Wasserleitungen in ungeheizten Häusern ein.

Wohl dem, der in seinem Haushalt Dinge hat, die auch ohne Strom funktionieren. Taschenlampen sind klasse, solange ausreichend Batterien dafür da sind. Akkus sind nett, aber erfahrungsgemäß immer dann leer, wenn man sie braucht. Es sei denn, man kümmert sich sorgfältig und regelmäßig um ihren Ladezustand. Und auch der Gasherd alter Bauart ermöglicht die Erhitzung von Wasser und Nahrung. Wer Kamin oder Ofen hat, der wird sich schnell Freunde unter seinen Nachbarn machen.

Ich habe einen alten Gasherd, kann also ein Süppchen kochen, aber sonst? Ach ja, im Regal steht eine alte Petroleumlampe, damit kann man etwas Licht und Wärme erzeugen. Richtiges Licht und viel mehr Wärme erzeugt die gute alte Petromax. Aber ehrlich gesagt ist es mir lieber, ich beleuchte damit mal Gartenpartys und nicht im Notfall meine Bude, weil kein Strom da ist.

3 Kommentare zu „Deutschland, das Land der Dichter und Denker Stromlosen“

  • German Psycho schrieb:

    Die mir von meinem ehemaligen Dienstherrn netterweise (und unfreiwilligerweise auch noch) überlassene Ausrüstung dürften es mir durchaus gestatten, ein paar Tage ohne größere Probleme auszukommen. Der Schlafsack ist auch bei einigen Minusgraden noch angenehm warm, ansonsten gibt es den Parka mit optionalem Wärmefell, die Panzerkombi (mit Ganzkörpferwärmefell) müßte ich auch noch irgendwo rumliegen haben und selbst die Handschuhe sind recht brauchbar im Winter.

    Dazu noch einige in der gesamten Wohnung ziemlich unauffindbar verteilte EPAs und ein sich in recht erbärmlichen Zustand befindender Kocher – auch für Innenräume geeignet: Ich bin gerüstet. Mal ganz abgesehen von der tchechischen Maschinenpistole für die eingedrungenen Plünderer – und dem „Barrett Light Fifty“ für die herannahenden.

    Und ein paar wunderbare, maßkonfektionierte Holland&Sherry-Winteranzüge habe ich auch noch. 😉

  • Nik schrieb:

    Diesen "Arbeitgeber" hatte ich auch mal. Ich kann aber weder ihn noch seine Ausrüstungsgegenstände empfehlen. Zu meiner Zeit waren die Parkas nicht wirklich warm, da half auch nicht das eingeknüpfte Futter. Schlafsack und Panzerkombi habe ich wieder abgegeben.

    Gut mittlerweile stattet dieser Arbeitgeber seine Bediensteten besser aus, aber deswegen da nochmal hin?

    Lieber nicht. Organisationen, bei denen Schuhputz geistige Fähigkeiten ersetzt, funktionieren besser ohne mich.

  • German Psycho schrieb:

    Ohne mich auch. Zumal unsere Kompanie stets merkwürdige Ausfälle aufgrund abgetrennter Köpfe hatte…

    Aber das neue Zeuchs, welches mir ja bereits zur Verfügung stand, war deutlich besser. Vor allem das neue Wärmefell, übrigens nicht einknöpfbar, sondern einfach nur darunter zu tragen. Aber extrem gut auch bei eisigen Minusgraden. Vor allem das Ganzkörperwärmefell der Panzerkombi.

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About Nik

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