Ein paar Gedanken zu: Organspende

Zur Zeit geht das Thema Organspende wieder durch die Medien, in der Diskussion ist die Neuregelung der Organspende.

Ich habe mich vor Jahren mal entschieden: Ich bin für Organspende. Ich denke, ich hätte keinen moralischen Anspruch auf ein Spenderorgan, hätte ich keinen Organspendeausweisausweis in der Tasche. Im Fahrtenbuch meines Autos ist ebenfalls ein entsprechender Hinweis und die Angabe, wo mein Organspendeausweis zu finden ist.

Was spricht aus meiner Sicht für einen Spenderausweis?
Ich kann nach meinem Tod Leben retten. Ob das wirklich so passiert, weiß ich zu Lebzeiten nicht. Aber das ist wie bei Religionen, ob es Auferstehung und ewiges Leben gibt, erfährt man auch erst hinterher.

Aber wenn es den gütigen Gott, an den so viele Menschen glauben, wirklich gibt, dann wird er mir sicherlich nachsehen, komme ich nicht ganz vollständig an. Sollte es diesen Gott nicht geben, woran auch einige Menschen glauben, so entfallen diese Bedenken.

Daß ich meinen moralischen Anspruch auf ein Spenderorgan auf meinem eigenen Spenderausweis stütze, hatte ich schon geschrieben.

Und es gibt noch einen Grund: Nach meinem Tod werden keine Angehörigen mit der Frage belastet, ob sie einer Organentnahme zustimmten. Keine leichte Entscheidung, erst recht nicht, im akuten Trauerfall. Also habe ich es geregelt.

Was spricht aus meiner Sicht gegen einen Spenderausweis?
Neben religiös begründeten Einschränkungen gibt es weitere gute Argumente gegen eine Organspende. Angehörige können vielleicht nicht so vom sterbenden Menschen Abschied nehmen, wie sie es gerne möchten. Wer einem Angehörigen bis zum letzten Herzschlag die Hand halten mag, weil das für sein persönliches Abschiednehmen wichtig ist, wird um diese Möglichkeit gebracht.

Manche Menschen haben auch Angst, daß Ärzte bei Inhabern von Spenderausweisen vorschnell reagieren und auf Recycling statt auf Behandlung setzen. Diese Angst habe ich nicht. Der Hirntod ist sehr sehr gut und objektiv feststellbar. Was bleibt nach (m)einem Hirntod noch? Nur eine Hülle. Das Wichtigste, was mich ausgemacht hat, Geist und Seele, sind dann tot oder auf dem Weg in die Auferstehung. Meine Organe werde ich dann icht mehr gebrauchen können. Aber vielleicht ein anderer Mensch. Also überzeugt mich dieses Argument auch nicht.

Fazit: Ich habe mich für die Organspende entschieden und trage einen entsprechenden Ausweis mit mir herum. In der Hoffnung, daß ich ihn nicht gebrauchen werde. Aber falls doch, dann ist es gut, daß ich mich jetzt entschieden habe.

Und ich bitte jeden Menschen, sich auch mal ein paar Minuten zu überlegen, ob er dafür oder dagegen ist. Und dann einen entsprechenden Eintrag in einem Ausweis zu machen.

1 Kommentar zu „Ein paar Gedanken zu: Organspende“

  • Carmine schrieb:

    Man kann beim Hirntod schon ein wenig streiten, vor allem weil die Medizin manchmal unvorhergesehene Sprünge macht aber letztlich stimme ich zu. Es ist relativ sicher und wenn man damit andere Leben retten kann, ist es eine gute Sache sich als Spender auszuweisen.

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
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